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Veröffentlicht am 13.12.2019

Philosophie light

Homo Novus
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Persönlich würde ich Homo Novus nicht als Roman bezeichnen. Es ist eher eine Geschichte, eine Erzählung. Sie handelt von einem gewöhnlichen Mann, der auf einem Foto in einer Zeitschrift einen Doppelgänger ...

Persönlich würde ich Homo Novus nicht als Roman bezeichnen. Es ist eher eine Geschichte, eine Erzählung. Sie handelt von einem gewöhnlichen Mann, der auf einem Foto in einer Zeitschrift einen Doppelgänger erblickt. Unglaublicherweise scheint dieser ihm äusserlich absolut zu gleichen. Es stellt sich eine Art menschlicher Kettenreaktion und weiterführende Auswirkungen dieser Kenntnis ein und ich habe neugierig die Ereignisse um das in Wechselspannung gezeichnete Doppelgängerpaar verfolgt. Denn so sehr die Beiden sich gleichen so unterschiedlich scheint ihr Lebensweg bzw. ihre persönliche Geschichte. Den Dopplegänger lernt man bei einem beinahe selbstherrlichen, arrogant überzeugten Vortrag zur Gentechnologie kennen, was dem Buch eine besondere und beklemmende würzige Atmosphäre verleiht. Angestupst durch die verwirrende Kerngeschichte des Doppelgängers wird man als Leser mit dem Schwergewichtsthema der Gentechnik konfrontiert. Entsprechend inspiriert habe ich mich parallel zur Lektüre des Buches, zum aktuellen Stand dieser Technik informiert. Das sind eindeutig die Stärken der Geschichte, die sich recht leicht und flott lesen lässt. Der spannende Verlauf, diese grosse Thematik um Individualität, Einzigartigkeit gekoppelt mit Fragen um technische Möglichkeiten und moralischer Einstellung dazu; auch zeitgemässe Elemente bzgl. der Tücken und Gefahren unserer digitalen Welt sind aufrüttelnd eingestreut.
Leider wirkten andere Aspekte des Buches weit weniger inspirierend. Da ist die generelle Erzählweise, sie scheint eigenartig forciert und so sorgsam konstruiert, dass ganze Szenen und Dialoge wenig authentisch und lebendig wirken. Vor allem die weiblichen Figuren sind zwar im Ansatz interessant und liebevoll angezeichnet aber nicht wirklich zum Leben erweckt. Die `philosphische` Wandlung eines der Protagonisten vom `alten Leid` zu einem Art `Homo Novus`, nicht verursacht durch angewandte Technik, sondern durch gelassene, innere Erkenntnis ist eigentlich eine wunderbare Perspektive, wird jedoch sehr komprimiert abgehandelt. Dennoch ist sie da die schimmernde Erkenntnis, dass das erschöpfende Streben nach Erfolg, immer mehr und `besserer’‘ Technik weit zurück fällt im Angesicht von Erkenntnis, und liebevollem Denken und Handeln. Ich hätte der Erzählung mehr Weite und erzählerische Kraft gewünscht. Das spannende Thema der Genetik, was einer ständigen Diskussion in unserer technik affinen Gesellschaft würdig wäre, das Ringen und Streben um Individualiät und Identität hätte mehr Raum oder Feuer verdient und das Buch `Homo Novus` vielleicht die Chance nutzen können den/die Leser*in tiefer in diese Auseinandersetzung zu verstricken. Es ist eine eigentlich spannende Geschichte, lau erzählt und kurz nach der Lektüre verblassend. Leseempfehlung für inspirierende Thematik, Ansatz und grundsätzliche Idee, Abzug für Umsetzung und Sprache.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.11.2019

Ein bisschen verrückt oder total

Wie alle anderen
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`Radikal ehrlich erzählt Burnside hier von seinem langen gewundenen Weg in die Normalität`
Eigentlich stimmt das so nicht ganz. John Burnside erzählt von seinem Versuch in einer bügerlichen Vorstadt-Existenz ...

`Radikal ehrlich erzählt Burnside hier von seinem langen gewundenen Weg in die Normalität`
Eigentlich stimmt das so nicht ganz. John Burnside erzählt von seinem Versuch in einer bügerlichen Vorstadt-Existenz sein Heil zu suchen, was ihm keineswegs gelingt. Er gibt sich (zwischendurch) wirklich viel Mühe, bemerkt aber auch an dieser Mühe, dass etwas nicht stimmt. Er ist nunmal nicht `normal`, so handelt sein Buch und seine Geschichten im Buch von seinem langen gewundenen Weg zwischen Drogenexzessen, versuchter bürgerlicher Vorstadt-Existenz, klinischer Verrücktheit und vielfältigen (Frauen)Bekannschaften, den eigenen gesunden Platz und Weg zu finden. Intensive Wahrnehmungen und Reflexionen, intime Erlebnisse, alles höchst persönlich und spezifisch um seine Person kreisend. Teilweise interessant dieser gut erzählte Einblick in sein Ringen, aber für mich ein wenig müssig zu lesen. Kommuniziert nicht mit meinem eigenen komplexen Drahtseilakt. Das Buch ist unbeabsichtigt, per Zufall in meinem Bücherregal gelandet und war grundsätzlich ein unbekanntes `Not`- Lesebuch...

Veröffentlicht am 30.08.2019

Vertrauen in die grüne Kraft

Unsere grüne Kraft - das Heilwissen der Familie Storl
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Das Buch ist eine wunderbare Bereicherung meiner Pflanzen - Naturheilkunde - Bibliothek. Es lässt mich auf Altbekanntes besinnen und hat mir neues Wissen vermittelt. Auf ein umfassend informatives Vorwort ...

Das Buch ist eine wunderbare Bereicherung meiner Pflanzen - Naturheilkunde - Bibliothek. Es lässt mich auf Altbekanntes besinnen und hat mir neues Wissen vermittelt. Auf ein umfassend informatives Vorwort von Herrn Storl und ein kürzeres aber nicht minder inspirierendes von der Autorin Christine Storl selbst, folgen 16 Pflanzenportraits zu bekannten und weniger bekannten Heilkräutern. Sie sind sehr liebevoll und umfassend gestaltet mit wunderbaren Bildern und jeweiligen konkreten Anwendungsbeispielen und Rezepten. Besonders interessant finde ich die persönlichen Geschichten und Erfahrung der Storls, an der die Autorin uns Anteil nehmen lässt. Im Buch (bei der Schafgarbe :) findet sich auch ein Bild von ihrem Einödhof im Allgäu, wo die Familie seit über 30 Jahren lebt....; weitere Abschnitte sind den ´einfachen` Heilmittel aus der Küche, Apfelessig, Zwiebel & Co und `magischen` Heilmittel wie zB das Räuchern und Aufstellen von Yantren, gewidmet. Bewusstsein, Spiritualität, Naturverbundenheit und damit verbundenes Pflanzenwissen, daraus erwachsendes Vertrauen und die gute alte Intuition... , das scheint der Weg der Storls, die das Buch als Mutmacher und Anregung zur selbstverantwortlichen Gesundheit verstehen. Ist gelungen und ein wirklich tolles Buch, im klassischen Sinne, zum Anfassen, Stöbern, lesen, lernen und Bilder gucken :) Danke!

Veröffentlicht am 18.07.2019

Wasser ist Leben

Dry
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Spannende kompakte Erzählung, die die Fragilität des Alltages aufzeigt und seine scheinbar grenzenlos zur Verfügung stehenden Güter (zumindest in den privilegierten Teilen der Welt...) bedenken lässt; ...

Spannende kompakte Erzählung, die die Fragilität des Alltages aufzeigt und seine scheinbar grenzenlos zur Verfügung stehenden Güter (zumindest in den privilegierten Teilen der Welt...) bedenken lässt; beginnt recht banal mit einem anscheinend nicht funktionierenden Wasserhahn, was jedoch der Auftakt zu einer handfesten Wasserkrise in Südkalifornien ist. Der Fokus liegt auf drei, später fünf Jugendlichen die sich in einer rasch zum unmenschlichen Katastrophengebiet mutierenden Gegend durchschlagen müssen. Was passiert wenn lebensnotwendiges Wasser plötzlich nicht mehr verfügbar ist. Was tun, wer verhält sich wie, wie reagieren Staat und Behörden und wie schlimm kann es werden? Dies schildert das Vater - Sohn Autorenduo im Roman, wenn auch etwas oberflächlich, realitätsnah und spannend. Habe ich am Anfang die Geschichte noch distanziert und mässig neugierig verfolgt, vor allem da die (erste) weibliche Hauptfigur am wenigsten überzeugend und fassbar gezeichnet ist, hat sie mich nach ca. einem Drittel, mit Auftauchen der Aussenseiterin Jacqui in ihren Bann gezogen. Die ständig wechselnde Erzählperspektive zwischen den jungen Protagonisten ist typisch modern, manchmal verwirrend, stützt aber auch die Komplexität der Erzählung. Vom gewohnten Alltag hinauskatapultiert in eine Welt des Misstrauens, in einen immer brutaler werdenden Überlebenskampf, kurz vorm Verdursten. Das ist ein harter Trip, der im Buch hautnah, etwas zu flott, in einem Rutsch lesbar und nicht zu brutal umgesetzt wird. Gerade in Amerika, wo fast jeder Einwohner eine Waffe kaufen kann und geschätzt mehr als 300 Millionen Pistolen und Gewehre im Umlauf sein sollen, stell ich mir eine solche Krise besonders mörderisch vor.

Veröffentlicht am 18.07.2019

Gutes Kochbuch

Artgerechte Ernährung – Das Kochbuch
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´´Natürliche Bewegung
Die ältesten Weltbewohner laufen keine Marathons und quälen sich nicht in Fitnessstudios. Effektiver ist regelmäßiger Ausdauersport und natürliche Bewegung wie Tätigkeiten im Garten, ...

´´Natürliche Bewegung
Die ältesten Weltbewohner laufen keine Marathons und quälen sich nicht in Fitnessstudios. Effektiver ist regelmäßiger Ausdauersport und natürliche Bewegung wie Tätigkeiten im Garten, im Haushalt oder längere Spaziergänge.´´

So lautet der erste Punkt unter 9 Faktoren für ein artgerechtes Leben, es folgen:
2 Regelmäßige Entspannung
3 Die 80-Prozent-Regel (nur zu 80% den Magen füllen)
4 Hülsenfrüchte als Grundnahrungsmittel
5 Ein Glas Wein zum Essen (gut, darüber könnte man diskutieren :)
6 Gefühl der Zugehörigkeit
7 Überwiegend pflanzliche Kost
8 Das Richtige zur rechten Zeit
9 Lebensaufgaben pflegen
‘´Zu wissen, »warum man morgens aufsteht«, kann offenbar das Leben um sieben Jahre verlängern. Umso wichtiger ist es, bis ins Alter einen aktiven Lebensstil zu pflegen.’‘

Zwischen vielen Ernährungshypes, mannigfaltigen Diätbüchern und Gesundheitsfibeln,
ist dies ein Ratgeber und gutes Kochbuch der (goldenen) Mitte. Es wird kein spezielles Dogma verfolgt, sondern ein einleuchtend ausgewogener Lebensstil. Auf ca. 60 Seiten (ebook) Information, zu obigen Faktoren, folgen ca. 250 Seiten diverse, vielfältige Rezepte für Frühstück, Hauptgerichte, Desserts, Snacks und Getränke. Hauptsächlich vegetarisch, aber nicht nur. Jedes Rezept wird mit einem realen, inspirierenden Bild des Gerichtes vorgestellt. Diesbezüglich funktioniert das Ebook, meiner Meinung nach besser auf einem Computer, bzw. grösserem Bildschirm, auch wegen der Handhabung als Kochbuch, zum Vor-, Zurück- und Durchblättern. Auf einem kleinen Reader ist dies etwas undbefriedigend und die beste Version wahrscheinlich das »echte» Buch.