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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.08.2019

eine ganz schön ungewöhnliche Geschichte

Onkel Stan und Dan und das ungeheuerlich ungewöhnliche Abenteuer
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Ein etwas anderes Kinderbuch mit lustigen Zeichnungen, einer abgefahrenen Geschichte, reichlich Ungewöhnlichkeiten und einem Dachs. Eine Mischung, die manchmal zu ungewöhnlich wird und wahrscheinlich nicht ...

Ein etwas anderes Kinderbuch mit lustigen Zeichnungen, einer abgefahrenen Geschichte, reichlich Ungewöhnlichkeiten und einem Dachs. Eine Mischung, die manchmal zu ungewöhnlich wird und wahrscheinlich nicht für alle Kinder und Eltern geeignet ist.

Inhalt:

Der zweite Band der Abenteuer mit Onkel Stan und Dan lässt sie Dr. P'Krall begegnen, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, alles Ungewöhnliche in der Welt auszumerzen. Da gerät er bei Onkel Stan an den Richtigen, der nur vor Ungewöhnlichkeit strotzt und Dan Dachs bleibt nichts anderes übrig, als ihn mit vielen Helfern vor dem Institut für Hochsicherheit und Heilung von Ungewöhnlichkeit zu erretten.

Cover:
Das sehr kindgerechte Cover zeigt die Hauptfiguren, einige der Helfer und den Zeichenstil, der bei den Illustrationen im Buch ebenfalls verwendet wird. Das Cover ist schön ungewöhnlich, fällt ins Auge und stimmt gut auf das Buch ein.
Die Illustrationen greifen hervorragend den Inhalt auf und sind eine tolle Auflockerung der Texte.

Setting und Stil:
Die Welt, in der Stan und Dan leben ist in sich logisch, strotzt nur vor lustigen Charakteren und bietet Situationen, die zum Schmunzeln und Lachen sind, genau das Richtige für die Zielgruppe. Das Ungewöhnliche überwiegt und man fragt sich als Erwachsener, ob man seinen Kindern wirklich so viel Ungewöhnliches zumuten will, nicht dass sie auf falsche Gedanken kommen.
Die Geschichte wird aus Dachs Dans Sicht erzählt.

Charaktere:
Die altbekannten Charaktere aus dem ersten Band tauchen wieder auf und es gibt natürlich auch viele neue Helfer und Begleiter. Man kann sich leicht mit ihnen identifizieren, ist sofort auf der Seite von Stan und Dan und kann den mehr oder weniger echten Doktor leicht als Bösewicht ausmachen.
Eine gelungene Mischung aus Menschen und Tieren, die alle etwas schräg drauf zu sein scheinen.

Geschichte:
Eine relativ einfache Geschichte um die Rettung von Onkel Stan vor der Heilung der Ungewöhnlichkeit. Dachs Dan stellt sich dabei ganz geschickt an, entwickelt tolle Pläne und kann sie mit reichlich Hilfe auch umsetzen. Eine Geschichte, die Kinder definitiv zum mitfiebern anregt.

Fazit:
Mir hat das Kinderbuch gut gefallen, ab und an ist es mir dann doch ein bisschen zu schräg geworden und ich bin mir nicht sicher, ob es für alle Eltern und Kinder geeignet ist. Ich empfehle also, sich vorher eine Leseprobe anzuschauen, die Kinder mitentscheiden lassen, ob sie die Thematik interessiert und wenn das der Fall ist, dann erwarten sie einige lustige und spannende Lesestunden.

Veröffentlicht am 12.08.2019

Mordermittlungen im modernen Kolumbien

Guerilleras
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Auch in Kolumbien wird gemordet und ermittelt. Und das mit atmosphärischen Einblicken in Land und Leute. Ein Krimi, der dem Leser viel über die aktuelle Situation in Kolumbien vermittelt, während sich ...

Auch in Kolumbien wird gemordet und ermittelt. Und das mit atmosphärischen Einblicken in Land und Leute. Ein Krimi, der dem Leser viel über die aktuelle Situation in Kolumbien vermittelt, während sich die spannenden und fesselnde Kriminalhandlung rund um Sergio Fabulos und seine neue Assistentin Amanda entwickelt.

Inhalt:
Im fiktiven Dorf Callin wird Edwin Gallo ermordet. Sergio Fabulos übernimmt mit der Jurastudentin Amanda die Ermittlungen, die sie hinter die Fassade des Dorfes blicken lassen. Das Ende der FARC Rebellen bietet neue Herausforderungen, stellt alte Leitbilder in Frage und führt zu einer neuen Instabilität, die schon bald ein weiteres Opfer fordert. Die Frauen des Dorfes organisieren sich und versuchen den gesellschaftlichen Umbruch, eine Situation, die die Ermittlungen nicht unbedingt erleichtert.

Cover:
Das Gesicht einer Frau, das Auge umrahmt von Fingern, eine Heuschrecke ziert den Titel. Ein wirklich fesselndes Cover, das zur Beschäftigung mit dem Buch einlädt.

Setting und Stil:
Der Autorin gelingt es hervorragend, das kolumbianische Dorf und seine Einwohner für den Leser zum Leben zu erwecken. Man erfährt viel über das moderne Kolumbien und die Veränderungen, die durch das Ende der FARC-Rebellen angestoßen wurden, bzw. die Lücken, die deren Untertauchen hinterlassen haben. Aktuelle Probleme rund um Homosexualität und Emanzipierung werden perfekt in die Handlung eingeflochten, so dass man als Leser einen realistischen Einblick ins kolumbianische Leben erhält. Natürlich sind die Ermittlungen etwas anders, als sie bei uns ablaufen würden, trotzdem fehlt es nicht an Professionalität und dank der Jurastudentin Amanda an neuen Ansätzen.
Die Handlung wird aus unterschiedlichen Sichten erzählt, das Buch ist ein vier große Abschnitte mit Unterkapiteln eingeteilt.

Charaktere:
Sergio Fabulos ist ein erfahrener Ermittler, den so leicht nicht schockieren kann. Ihm zur Seite steht Amanda, die als junge Jurastudentin Schwung in ihn und seine Ermittlungen bringt. Für Sergio scheint ebenfalls eine neue Zeit angebrochen zu sein und so ist es toll, mitzuerleben, wie er sehr strukturiert mit Amanda ermittelt und dem Täter schließlich auf die Spur kommt.
Dabei gibt es viele Umwege, Sackgassen, falsche Spuren, die es zu klären gilt. Schon die Handlung rund um die Dorfprostituierte Flora Morales könnte ein eigenes Buch füllen.
Mir gefallen die Charaktere, sie passen zu der Region. Die Frauen, die sich organisieren, die vielen Freier, die Morde, deren möglicher homosexuellenfeindlicher Hintergrund für Zündstoff sorgt, all das ist eine gelungene Mischung, die Leben ins Dorf bringt.

Geschichte:
Es ist glaube ich das erste Mal, dass ich einen kolumbianischen Ermittler bei der Arbeit beobachten darf. Ich habe mich also gefreut, dass ich viel über ihn, das Land und die Leute erfahren habe. Gleichzeitig konnte ich hervorragend miträtseln und mich im Gewirr der vielen möglichen Täter verlieren. Ein Fall, der die Ermittler fordert, das Dorf bewegt und für Veränderungen sorgt, die nicht zurückzunehmen sind.

Fazit:
Mein erster Ausflug in ein kolumbianisches Dorf war ein echter Lesespaß. Ich habe gerne mitermittelt, mich mit den Charakteren angefreundet und freue mich schon auf eine Rückkehr zu Sergio Fabulos, wenn er wieder ermitteln darf. Ich kann das Buch jedem Krimifan empfehlen, der gerne neue Regionen für sich entdeckt und herausfinden will, wie in anderen Ecken der Welt ermittelt wird. Das Buch hat es geschafft, dass für mich ein Kolumbien jenseits der Drogenkartelle und FARC-Rebellen auf der Landkarte aufgetaucht ist.

Veröffentlicht am 02.08.2019

Lohnenswertes Serien-Prequel für Fans

Stranger Things: Suspicious Minds - DIE OFFIZIELLE DEUTSCHE AUSGABE – ein NETFLIX-Original
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Suspicious Minds erzählt die Vorgeschichte zur Fernsehserie, wobei Elfis Mutter die Hauptrolle spielt. Ein angenehm zu lesender Ausflug für alle Stranger Things Fans.

Inhalt:
Im Sommer 1969 werden an ...

Suspicious Minds erzählt die Vorgeschichte zur Fernsehserie, wobei Elfis Mutter die Hauptrolle spielt. Ein angenehm zu lesender Ausflug für alle Stranger Things Fans.

Inhalt:
Im Sommer 1969 werden an Terry Ives' College Probanden für ein Regierungsexperiment gesucht. Sie drängt sich in die Studie MKULTRA und muss bewusstseinsverändernde Experimente mit LSD machen. Schnell erkennt sie, dass Dr. Brenner nichts Gutes im Sinne hat und sie macht sich daran, ihn mit Hilfe der anderen Testpersonen zur Strecke zu bringen. Sie vertrauen dabei besonders auf die Hilfe eines kleinen Mädchens mit der Nummer 008, bei der die Experimente besonders starke Fähigkeiten geweckt haben.

Cover:
Dr. Brenner schaut gedankenverloren durch eine Tür. Ein schön gruseliges Cover, das zur Thematik passt. Man kann nicht übersehen, dass der Buchinhalt zu Stranger Things und Netflix gehört.

Setting und Stil:
1969, der Vietnamkrieg fordert Opfer, die Regierung testet mit bewusstseinserweiternden Drogen, um sich einen Kriegsvorteil zu verschaffen. In diesem Fall ist es Dr. Brenner, der in seinem eigenen Institut an "Supersoldaten" arbeitet, die mit ihren Gedanken Dinge und Menschen beeinflussen können. Es gibt verschiedene Richtungen, in die die Testpersonen Fortschritte machen und besonders das Testen an Kindern verspricht den größten Erfolg. Eine Methode, die in der Öffentlichkeit eher nicht angesehen ist und deshalb streng geheim gehalten wird.
Der leicht zu lesende Schreibstil, die flüssige Sprache und die passende wörtliche Rede machen das Buch zu einem angenehmen Leseerlebnis, das nicht zu sehr fordert. So verfliegen die Seiten schnell und man kann sich gut mit der Handlung treiben lassen.

Charaktere:
Terry ist ein Charakter, mit dem man sich leicht identifizieren kann. Die Geschichte um ihren Freund, dessen Einberufung und die Folgen sind glaubhaft und nachvollziehbar. Ebenso ihre Erlebnisse als Testperson, auch wenn man natürlich weiß, wie es enden wird. Immerhin ist es ja ein Prequel. Trotzdem ist der Weg dorthin spannend, die sie begleitenden Freunde interessant und insbesondere Kali erweist sich mit ihren Fähigkeiten und gleichzeitiger Abhängigkeit von Dr. Brenner als nicht sehr zuverlässige Gehilfin.
Damit sind wir auch schon beim Bösewicht, der eigentlich ja dank seines Regierungsauftrags gar nichts wirklich Böses will, halt zur Erreichung seiner Ziele auf eher totalitäre Mittel zurückgreifen muss. Es ist nachvollziehbar, was er erreichen will und welcher Vision er folgt, wobei er natürlich seine eigenen Ziele verfolgt, die ihn dann doch nicht unbedingt sympathisch machen.

Geschichte:
Eine runde Geschichte, wobei das Experimentieren mit Drogen zu dieser Zeit sicher schon einige Male auf die eine oder andere Form zu Papier gebracht wurde. Es baut alles logisch aufeinander auf, die Handlung führt gut auf die Serie zu, man merkt, dass es ein Prequel ist, alles ist noch in den Anfängen und die Experimente sind noch nicht so weit fortgeschritten. Es passiert trotzdem einiges, es bringt Spaß, Zeit mir den Charakteren zu verbringen und ihre Erfahrungen und Schlussfolgerungen mitzuerleben.

Fazit:
Das Prequel zu Stranger Things ist ein solides Buch, dass allen Fans der Serie sehr gut gefallen dürfte. Für andere Lesers des Genres dürfte es noch zu einem guten Leseerlebnis reichen, da die Grenzen der Vorgeschichte nicht viel Spielraum freilassen. Das Buch lässt sich gut lesen, bietet interessante Charaktere und eine einigermaßen spannende Handlung, so dass es ein besserer Vertreter der Serien-Tie-ins ist. Ich habe es gerne gelesen, fand die Experimente spannend, mochte die Charaktere, fand die Zukunftsvisionen spannend und hoffe, dass es weitere Bücher zur Serie geben wird. Das Potential ist da.

Veröffentlicht am 21.07.2019

Ein großes Handelshaus im Wandel der Zeit

Das Handelshaus
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Ein historischer Familienroman über ein Stettiner Handelshaus, das in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Auswirkungen der schwächer werdenden Hanse miterleben muss und sich mit einem mächtigen ...

Ein historischer Familienroman über ein Stettiner Handelshaus, das in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Auswirkungen der schwächer werdenden Hanse miterleben muss und sich mit einem mächtigen Gegner anlegt.

Inhalt:
Nach dem Tod des Patriarchen der Familie Loytz ringen dessen Söhne Michael und Stephan um die Führung eines der reichsten Handelshäuser Nordeuropas. Als wäre dies nicht genug, werben sie auch noch um dieselbe Frau. Und dann gibt es noch ihren Erzfeind Kurfürst Joachim von Brandenburg, den seine leeren Kassen besonders gefährlich machen.

Cover:
Das Cover passt perfekt zur Geschichte, ein Hanseschiff aus dem 15. Jahrhundert vor einer Karte, die Stettin und Umgebung zeigt.

Setting und Stil:
Axel S. Meyer gelingt es hervorragend die damalige Zeit samt Handlungsorten und deren Bewohnern in seinem Roman zum Leben zu erwecken. Die Geschichte spielt in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, in der das Ende der Hanse immer näher rückt und dadurch auch Auswirkungen auf die Handelshäuser hat, die von ihr profitierten. Das Handelshaus Loytz ist so erfolgreich, dass sie ihr Geld unter anderem auch an den Kurfürsten von Bandenburg verleihen können. Damit geraten sie allerdings in die rücksichtslose Welt der Adeligen, die in einer ganz anderen Liga zu spielen scheinen.
Das Buch ist in vier Abschnitte aufgeteilt, die sich in kleinere Kapitel gliedern. Man folgt unterschiedlichen Personen durch die Geschichte.

Charaktere:
Als Leser fühlt man sich sofort mit Stephan und Leni, deren Liebe keine Zukunft zu haben scheint, verbunden, während dessen Bruder Michael nicht wirklich viel Sympatisches vorzuweisen hat. Es gibt noch einen weiteren Sohn, der dank eines tragischen Zwischenfalls zum Schwarzen Schaf der Familie wurde. Eine schwierige Ausgangssituation, die das Überleben des Handelshauses nicht wirklich erleichtert. So müssen die Charaktere auch einiges durchleben und das Ende für sie ist ziemlich ungewiss.
Ideal als Gegner eignen sich der Kurfürst und sein Umfeld, die ganz andere Mittel einsetzen, um ihre Ziele zu erreichen.

Geschichte:
Das Handelshaus Loytz hat seinen Zenit erreicht und nach dem Tode des Patriarchen ist die Zukunft eher ungewiss. Das politische Klima ändert sich, die Feinde werden nicht weniger und das Handeln dafür umso schwerer. Hinzu kommen die internen Streitereien, so dass sich reichlich Stoff für einen historischen Roman ergibt. Es bringt Spaß mit der Familie die harte Zeit zu durchleben und so einen Einblick in den Alltag des 16. Jahrhunderts zu erhalten. Die Beschreibungen lassen einen leicht in die Handlung eintauchen und die fesselnden Ereignisse lassen den Leser auch bis zur letzten Seite nicht wieder los.

Fazit:
Auch Axel S. Meyers neuester historischer Roman hat mir sehr gut gefallen. Man begibt sich mit dem Buch in eine Zeit, über die ich noch gar nicht so viel gelesen habe, so dass es für mich doch viel Neues und Interessantes zu entdecken gab. Die Geschichte enthält alle Elemente, die man sich bei einer Familiengeschichte wünschen kann. Das Ende ist nicht so leicht zu verdauen, passt aber perfekt zur Geschichte. Es ist also ein historischer Roman, der mit seiner tiefgründigen Handlung das zeigt, was die damalige Zeit ausmachte. Eine Leseempfehlung für alle Historyfans und diejenigen, die mehr über die damalige Zeit erfahren wollen. Ein spannender und emotionaler Blick auf eine Zeit, über die es sich mehr zu erfahren lohnt.

Veröffentlicht am 21.07.2019

junge Werwolfsanwärterin erhält Lebensaufgabe

Unsterbliches Vermächtnis
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Der vielversprechende Beginn einer Trilogie rund um eine angehende Werwölfin, viele Vampire und ein paar Hexen.

Inhalt:
Die 17jährige Liz Hirsch erfährt bei der Testamentseröffnung ihrer Großmutter, dass ...

Der vielversprechende Beginn einer Trilogie rund um eine angehende Werwölfin, viele Vampire und ein paar Hexen.

Inhalt:
Die 17jährige Liz Hirsch erfährt bei der Testamentseröffnung ihrer Großmutter, dass sie deren Haus in Hannover geerbt hat. Sie muss mit Onkel und Tante dorthin ziehen, um den Verkauf vorzubereiten. Dabei erfährt sie, dass ihre Familie aus Werwölfen bestehen, die seit langer Zeit alles daransetzen, um die Welt vor den Vampiren zu retten. Naiv wie sie ist, schlittert sie in Situationen, die sie schneller erwachsen werden lassen. Außerdem scheint sie der Schlüssel dazu zu sein, dass ihre Sippe ihr Ziel endlich erreichen kann.

Cover:
Das sehr dunkle Cover passt zur Thematik, hätte aber ein paar mehr helle Highlights benötigt. Blutmond, Amulett und die dunkelrote Schrift fallen einfach zu wenig auf.

Setting und Stil:
Der Urban Fantasy Roman spielt im heutigen Hannover, in das Liz aus ihrer englischen Heimat, in der sie ihre Schulkameraden zurücklassen musste, reisen muss. Die Beschreibungen sind sehr ausführlich, so dass man sich leicht an die Orte und in die Personen hineinversetzen kann. Einige Kapitel ziehen sich und ich stellte mir oft die Frage, ob die Handlung nicht auch schneller hätte erzählt werden können. Die Geschichte kommt also ziemlich zäh in Gang und das Buch endet gerade dann, wenn es wirklich interessant wird. Wir erleben die Ereignisse aus Liz' Ich-Perspektive mit.
Aufgefallen sind mir noch die wörtlichen Reden, die mir häufig als zu erzählend wirkten und nicht wirklich zum jugendlichen Sprachschatz passten.

Charaktere:
Liz ist mit ihren siebzehn Jahren noch wirklich sehr naiv und weit weg von der Kämpferin, die sie laut Buchrücken eines Tages werden soll. Man wünscht sich, dass sie etwas realistischer die Welt und vor allem ihre Gegner einschätzen würde, das würde die Identifikation mit ihr um einiges erleichtern. So konnte ich immer nur mit einer gewissen Distanz über ihre Schulter schauen und mich über ihr Verhalten wundern.
Die Werwölfe treten genau wie die Hexen erst spät in Erscheinung, so dass ich noch nicht wirklich einschätzen kann, wie sehr sie den üblichen Mythen entsprechen. Mehr zu lesen bekommt man von den Vampiren, die durchaus schön vampirisch sind, wobei sich mir die Frage stellte, warum sie sich überhaupt so lange mit einer noch-nicht-Werwölfin befassen bei den Fähigkeiten, die sie besitzen.

Geschichte:
Eine Geschichte über eine Erbschaft, die gerne auch direkt bei der Testamentseröffnung für mich hätte beginnen können. Das Erbe besteht nicht nur aus dem Haus, sondern auch aus einer Verantwortung, derer sich Liz erst langsam klar wird. Die Handlung hätte an einigen Stellen gestrafft werden können, andere Dinge werden etwas überhastet erzählt. Trotzdem bietet die Ausgangssituation so viele Möglichkeiten, dass es spannend werden wird, wie Amanda Godebronn die Handlung fortsetzen wird.

Fazit:
Ein Urban Fantasy Erstlingsroman, der mich von der Grundidee her überzeugen konnte. Die Umsetzung ist etwas holprig, wobei ich hoffe, dass diese Widrigkeiten in den beiden folgenden Bänden verschwinden werden. Ich freue mich auf die Fortsetzung und bin gespannt, wie die Autorin die Dreieckskonstellation aus Vampiren, Werwölfen und Hexen umsetzen wird, und wie Liz ihre Rolle im Zentrum einnehmen wird.