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Veröffentlicht am 04.02.2019

Von Vielem zu viel und von einem bisschen zu wenig

All in - Zwei Versprechen
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Wie soll man weiterleben, wenn man einen geliebten Menschen verloren hat? Diesen einen Menschen, der unser Alles war, der unsere Welt stillstehen ließ und durch seinen Verlust so ein riesengroßes Loch ...

Wie soll man weiterleben, wenn man einen geliebten Menschen verloren hat? Diesen einen Menschen, der unser Alles war, der unsere Welt stillstehen ließ und durch seinen Verlust so ein riesengroßes Loch in unserem Innern hinterlässt, dass Nichts und Niemand dieses Loch je wieder nur ansatzweise ausfüllen könnte? Aber genau das ist es, was man diesem Menschen in den letzten Minuten seines Lebens versprochen hat. Wie war es, wenn man sein Universum verlor und versprochen hatte wieder zu lieben?

„Am meisten Angst hatte ich davor den Schmerz reinzulassen. Oder rauszulassen. Er war ja schon in mir. Er wohnte in mir.“ (Kacey)

Nach Jonahs Tod bleibt Kaceys Welt stehen. Fluchtartig verlässt sie Las Vegas. Weg von den Erinnerungen, die an jeder Ecke warten. Weg von seiner Familie, seinen Freunden und von Theo. Neustart in New Orleans. Alleine, einsam und voller Trauer.

In Las Vegas gerät Theo’s Welt aus den Fugen. Jonah war der Kitt, der die Familie Fletcher zusammenhielt. Nun ist es seine schwierige Aufgabe stark zu sein. Keine Trauer zu zeigen und als guter Sohn in Jonahs Fußstapfen zu treten. Jonah ist fort und seine Fußstapfen sind groß. Jonah ließ es sich nicht nehmen, sich auch von Theo ein Versprechen geben zu lassen. Ein Versprechen dem sich Theo nicht gewachsen fühlt, das die Liebe zwischen Jonah und Kacey verraten würde und das er niemals würde einhalten können.

„Ein Teil von mir fühlte sich wie ein Betrüger. Ein Schwindler. Ein Trostpreis“ (Theo)

Doch können zwei verlorene Seelen einander Halt geben, wo nichts anderes noch Halt bieten kann? Können Freundschaft, Zuneigung und Liebe die Trauer besiegen? Können Träume wahr werden und kann man irgendwann wieder glücklich sein, wenn man einen solchen Verlust miterleben musste?


All In – Zwei Versprechen verlangt dem Leser viel ab. Verständnis, Einfühlungsvermögen, Empathie und Durchhaltevermögen. Aufgrund des ersten Bandes der Dilogie, waren meine Erwartungen an dieses Buch extrem hoch. Ich konnte mir schwer vorstellen, wie man an so ein emotionales Buch anknüpfen und was ich von der Geschichte mit Kacey und Theo halten sollte.

Doch Emma Scott schaffte es auch in der Fortsetzung mit ihrem Schreibstil, der liebevollen und realistischen Beschreibung von Orten und Charakteren und vor allem mit greifbaren und nachvollziehbaren Problemen dem Leser das Gefühl zu geben mittendrin zu sein und der Geschichte immer weiter folgen zu wollen. Das Buch enthält so viele schöne Zitate, die man sich selbst auch zu Herzen nehmen sollte.

Mit Dena hat die Autorin eine meiner Lieblingsfiguren geschaffen. Authentisch wie schon im ersten Band, wirkte sie auch im zweiten Teil sehr weise, geerdet und tolerant. So eine Figur brauchte dieses Buch auch unbedingt. Toll umgesetzt.

Leider muss ich sagen, dass meine Erwartungen, was den Verlauf der Story anging, etwas enttäuscht wurden. Gerade zum Ende hin, passierte viel zu viel in viel zu kurzer Zeit. Ein Ereignis folgte auf das nächste und es wirkte, als ob alles, was nur irgendwie noch passieren konnte ins letzte Drittel des Buches gequetscht wurde.

Für mich blieben die ganz großen Emotionen an vielen Stellen auf der Strecke. Da die Beziehung zwischen Theo und Kacey auf einer völlig anderen Ebene als die zwischen Kacey und Jonah stattfand. Zu detaillierte Beschreibungen erotischer Szenen, machten mir das Lesevergnügen teilweise echt schwer, sodass ich das ein oder andere Mal sogar die Augen verdrehen musste. Diese Szenen passten nicht zum Rest des Buches und stachen für mich irgendwie negativ hervor. Auch wenn ich mich mit vielen Abschnitten im Buch relativ schwergetan habe, gab es natürlich auch Kapitel die mich gepackt und ergriffen haben und ich muss zugeben, dass ich an drei Stellen ein paar kleine Tränchen verdrücken musste.
Schade nur, dass das nicht öfter der Fall war, denn das war es, was ich mir für die Fortsetzung gewünscht hätte. Tiefe, Emotionen und Tränen.
Auch mit dem Ende konnte leider so gar nicht anfreunden, da es für mich einfach too much und zu perfekt war. Nach dem ersten Epilog hätte Schluss sein müssen.

„Wenn etwas Gutes und Wahrhaftiges hinter der nächsten Ecke auf dich wartet, dann ist es auch noch da, wenn du dafür bereit bist.“ (Yvonne)

Dennoch bin ich froh, die Fortsetzung gelesen zu haben um zu erfahren, wie es nach Jonahs Tod weitergeht, um mich von den Charakteren zu verabschieden und das Ende von Kaceys und Jonahs und Theos Geschichte mitzuerleben.
Das Buch war auf jeden Fall lesenswert und da ich es in einer Leserunde gelesen und diskutiert habe, weiß ich, dass die Meinungen zum Inhalt stark auseinander gehen werden.
Für mich war in All In – Zwei Versprechen von Vielem zu viel und von einem bisschen zu wenig.

„Liebe kennt keine Schranken, keine Regeln, sie zieht niemanden vor. Und sie hat keine Grenzen“

Veröffentlicht am 13.02.2019

Das Leben ist zu kurz, um es kampflos aufzugeben...

Rock den Himmel, mein Held
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Lest dieses Buch! Lernt aus diesem Buch! Werdet Stammzellenspender!

Dieses Buch erzählt die Geschichte von Ines, Simon, ihrer kleinen Familie und Kunibert - der Krabbe. Was klingt wie der Name eines lustigen ...

Lest dieses Buch! Lernt aus diesem Buch! Werdet Stammzellenspender!

Dieses Buch erzählt die Geschichte von Ines, Simon, ihrer kleinen Familie und Kunibert - der Krabbe. Was klingt wie der Name eines lustigen Kinderbuchs, ist in Wirklichkeit eine heimtückische Krankheit.
Ines ist gerade mit dem zweiten Kind schwanger, als ihr Held Simon die Diagnose Krebs erhält. Alle sind geschockt. Doch statt sich einzuigeln, in Mitleid zu schwelgen und aufzugeben, feiert diese Familie das Leben in allen Farben und Formen, denn das Leben ist zu schön, um es kampflos aufzugeben.

Dieses Buch ist für mich zum aboluten Herzbuch geworden. Eine Hymne an das Leben. Es strotzt vor Mut, Kraft, Ausdauer und unendlicher Liebe - einfach ein großes "JA an das Leben", auch wenn scheinbar alles den Bach runtergeht.
"In guten wie in schlechten Zeiten" ist hier nicht nur ein leicht dahergesagter Spruch, sondern wird in vollen Zügen und bis zum letzten Atemzug gelebt.
Ines Gillmeister schafft es ungeschönt und ehrlich, aber traumhaft schön die Geschichte ihres Helden zu erzählen, die trotz der traurigen Endes einfach so zauberhaft witzig, positiv und lebensbejahend ist, dass sich hier jeder eine Scheibe abschneiden sollte.
Ich habe noch nie so viel positive Energie beim Lesen gespürt, wie beim Verschlingen dieses Buches.
Ich bin verliebt. Verliebt in Simon, verliebt in ihre zauberhaften Kinder und verliebt in Ines - eine Frau die ihresgleichen sucht.

Ich wünsche mir sehr, dass dieses Buch von vielen, vielen Menschen gelesen wird. Das diese Menschen, ob gesund oder krank, betroffen oder nicht betroffen, etwas aus diesem Buch lernen können und dass die Geschichte das bewirkt, was Simon sich gewünscht hat: Aufmerksamkeit erregen, Leute animieren gutes zu tun und sich im Kampf gegen den Krebs zu angagieren.
Es tut nicht weh, sich typisieren zu lassen!
Ich für meinen Teil habe unfassbar viel für mich mitnehmen können. Dieses Buch war eine Bereicherung!
Dieses Buch und dieser Held werden immer einen Platz in meinem Herzen und meinem Bücherregal haben.

Veröffentlicht am 09.02.2019

Rückkehr an die Mythos Academy

Bitterfrost
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Als Spross einer irischen Gangsterfamilie sieht der erst zwölfjährige Artemis Fowl es als seine Aufgabe das Familienvermögen ein wenig aufzubessern.
Dazu schmiedet er den Plan den Unterirdischen, einer ...

Als Spross einer irischen Gangsterfamilie sieht der erst zwölfjährige Artemis Fowl es als seine Aufgabe das Familienvermögen ein wenig aufzubessern.
Dazu schmiedet er den Plan den Unterirdischen, einer Gemeinschaft unter der Erde lebender mystischer Wesen, ihr Gold zu rauben.
Unter dem Schutz seines Leibwächters Butler, gelingt es ihm die Elfe Holly gefangen zu nehmen und von ihrem Volk ein Lösegeld in Form von Goldbarren zu fordern.
Doch hat Artemis seinen Plan ohne Holly und deren Artgenossen gemacht, die alles daran setzen dem wahnsinnigen Menschenkind das Handwerk zu legen.

Dieses Werk ist einfach so erfrischend anders. Artemis - Ein größenwahnsinniges, unausstehliches Kind, das nebenbei bemerkt ein Genie ist. Butler - Ein riesenhafter Leibwächter in alle Kampfkünsten spezialiert und schier unkaputtbar. Holly - Eine Art Elfenpolizistin, die sich in der Männerdomäne behaupten muss. Root - Ein wutschnaubender Polizeichef, der trotz seiner scheinbaren Abneigung gegen Holly, doch irgendwie ein warmes Herz hat. Foaley - Ein Zentaur der Meister der Technik ist und nie um einen flotten Spruch verlegen und Mulch - ein kleptomanischer Zwerg, sich durch die Erde essen kann. Allein die Zusammenstellung der unterschiedlichen Figuren ist schon ein Traum. Und dann ist dieses Buch mit so unfassbar viel Witz, Ironie und flotten Sprüchen gespickt, dass man aus dem Grinsen kaum noch rauskommt.

Ich bin verliebt und glücklich über diese Reise gestolpert zu sein. Frisch, witzig, fantasievoll, anders und dabei spannend und unvorhersehbar.

Veröffentlicht am 01.02.2019

Verliebt in die Vielfalt der Figuren

Artemis Fowl
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Als Spross einer irischen Gangsterfamilie sieht der erst zwölfjährige Artemis Fowl es als seine Aufgabe das Familienvermögen ein wenig aufzubessern.
Dazu schmiedet er den Plan den Unterirdischen, einer ...

Als Spross einer irischen Gangsterfamilie sieht der erst zwölfjährige Artemis Fowl es als seine Aufgabe das Familienvermögen ein wenig aufzubessern.
Dazu schmiedet er den Plan den Unterirdischen, einer Gemeinschaft unter der Erde lebender mystischer Wesen, ihr Gold zu rauben.
Unter dem Schutz seines Leibwächters Butler, gelingt es ihm die Elfe Holly gefangen zu nehmen und von ihrem Volk ein Lösegeld in Form von Goldbarren zu fordern.
Doch hat Artemis seinen Plan ohne Holly und deren Artgenossen gemacht, die alles daran setzen dem wahnsinnigen Menschenkind das Handwerk zu legen.

Dieses Werk ist einfach so erfrischend anders. Artemis - Ein größenwahnsinniges, unausstehliches Kind, das nebenbei bemerkt ein Genie ist. Butler - Ein riesenhafter Leibwächter in alle Kampfkünsten spezialiert und schier unkaputtbar. Holly - Eine Art Elfenpolizistin, die sich in der Männerdomäne behaupten muss. Root - Ein wutschnaubender Polizeichef, der trotz seiner scheinbaren Abneigung gegen Holly, doch irgendwie ein warmes Herz hat. Foaley - Ein Zentaur der Meister der Technik ist und nie um einen flotten Spruch verlegen und Mulch - ein kleptomanischer Zwerg, sich durch die Erde essen kann. Allein die Zusammenstellung der unterschiedlichen Figuren ist schon ein Traum. Und dann ist dieses Buch mit so unfassbar viel Witz, Ironie und flotten Sprüchen gespickt, dass man aus dem Grinsen kaum noch rauskommt.

Ich bin verliebt und glücklich über diese Reise gestolpert zu sein. Frisch, witzig, fantasievoll, anders und dabei spannend und unvorhersehbar.

Veröffentlicht am 26.01.2019

Realität vs. Social Media

Nebenan funkeln die Sterne
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Emma lebt in London, picknickt mit Freunden, macht Yachtausflüge und lebt das erfüllte Leben, von dem viele träumen. Doch existiert diese unbeschwerte Emma nur auf ihren Social Media Profilen.
Ihre ...

Emma lebt in London, picknickt mit Freunden, macht Yachtausflüge und lebt das erfüllte Leben, von dem viele träumen. Doch existiert diese unbeschwerte Emma nur auf ihren Social Media Profilen.
Ihre Follower Lieben und vergöttern sie, doch die Realität sieht ganz anders aus.
Einsam und zurückgezogen verbringt sie die Tage in ihrem kleinen Apartment, meidet den Kontakt zur Außenwelt und schottet sich von Allem ab. Allein ihre Dachterrasse scheint etwas zu sein, das Emma wirklich glücklich macht. Wo sie, sie selbst sein und durchatmen kann. Bis zum Einzug des neuen Nachbarn. Mit dem gut aussehenden Nathan muss Emma ab jetzt ihre Terrasse teilen und dadurch wird ihr Leben ordentlich auf den Kopf gestellt.

Lilly Adams greift mit „Nebenan Funkeln die Sterne“ ein Thema auf, von dem alle wissen, alle es tun, aber niemand es zugibt - das anonyme Schein-Sein im Internet. Wer hat nicht schon mal ein Foto vor dem Hochladen bearbeitet oder den Kontext etwas verändert? Emma treibt das Ganze bis auf die Spitze und verstrickt sich so, in ihrem echten Leben, in ein Netz aus Lügen und Ungereimtheiten, nur um den Schein zu wahren. Mir gefällt das Thema vom Buch sehr gut, denn es ist zeitgemäß und aktuell. Story, Schreibstil und Witz sind auch klasse, dennoch plätschert die Geschichte an einigen Stellen eher so dahin und wirkt teilweise künstlich in die Länge gezogen.

Fazit: Ein schönes Buch, dass dem Geist der Zeit entspricht, ein aktuelles Thema aufgreift an einigen Stellen aber zu vorhersehbar und lang gezogen wirkt.