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Veröffentlicht am 22.07.2020

Großes Finale mit kleinen Kritkpunkten

Die Spiegelreisende
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Im großen Finale der Spiegelreisenden-Saga wollen Ophelia und Thorn endlich hinter das Geheimnis von Gott und dem Anderen kommen, um die andauernde Zerstörung der Archen aufzuhalten.
Auf völlig verschiedenen ...

Im großen Finale der Spiegelreisenden-Saga wollen Ophelia und Thorn endlich hinter das Geheimnis von Gott und dem Anderen kommen, um die andauernde Zerstörung der Archen aufzuhalten.
Auf völlig verschiedenen Wegen beginnen die beiden Ihre Ermittlungen auf der Arche Babel und finden dort schnell erste Puzzlestücke, die aber lange kein gesamtes Bild ergeben wollen.
Zu den Irrungen und Wirrungen Ihrer Suche gesellen sich dann noch persönliche, innere Kriege, denen sie sich stellen müssen.

Ich habe mich riesig auf das Finale der Saga gefreut, da ich natürlich endlich wissen wollte, wie die Geschichte um Ophelia ausgehen wird. Wie es am Ende um sie und Thorn steht und natürlich auch, welche Abenteuer meine Liebstennebencharaktere noch bestehen müssen.
Mir hat die Story wieder extrem gut gefallen, ich muss aber zugeben, dass ich mich beim Lesen teilweise etwas schwergetan habe. Ich habe verhältnismäßig lange gebraucht, da ich vieles einfach sacken lassen musste bzw. es mir oft so ging, dass ich mehr sehr konzentrieren musste, um die Zusammenhänge wirklich zu erfassen.
Die Welt der Archen ist für mich mittlerweile wirklich sehr umfassend geworden. Nicht nur die Anzahl der Charaktere, sondern auch deren Verstrickungen untereinander, die Zugehörigkeiten zu entsprechenden Archen, Familien und/oder Gruppen innerhalb dieser haben mich manchmal echt zum Nachprüfen gebracht. Für mich wäre bei dieser Reihe eine Art "Personen- und Stichwortverzeichnis" im hinteren Buchteil wirklich super hilfreich gewesen.

Wie schon in den vorangegangen Bänden, schafft es Christelle Dabos mich mit ihrem Schreibstil, den Stimmungswechseln und dem Spannungsaufbau zu packen. Ich liebe es, wenn mir bis zum Ende nicht klar ist, wie ein Buch enden wird und wie ein Rätsel gelöst wird. An Detailreichtum fehlt es dem Buch und der Reihe an keinem Ende. Und auch die schon erwähnte Vielzahl an Figuren sorgt immer wieder für neue Blickwinkel und Eindrücke.
Mir persönlich hat die Entwicklung von Ophelia in diesem Band am besten gefallen. Durch scheinbar ausweglose Situationen und innere Konflikte waren für mich richtig große Schritte zu sehen, die Sie auf Ihrem persönlichen Weg gegangen ist und die Sie zu einer neuen Ophelia gemacht haben. Das Gleiche gilt für Thorn, der mir immer mehr ans Herz gewachsen ist. Ich finde es toll, dass man den beiden Ihre Macken und Eigenarten lässt, aber es trotzdem schafft neue Seiten und Charakterzüge zu zeigen.
Auch auf den Nebenschauplätzen lassen charakterliche Überraschungen nicht auf sich warten. Ich persönlich bin großer Fan von Reinecke und Archibald geworden und es war ein bisschen schade, dass sie verhältnismäßig wenig im Buch vorkamen, aber die Szenen, in denen wir auf sie trafen, waren wie immer großartig.
Und auch Charaktere, die wir noch nicht so lange kennen, wie Blasius, Ambrosius etc. haben für mich perfekt Ihren Platz in der Geschichte gefunden.

Das Buch hat für mich aber 3 Kritikpunkte, auf die ich noch kurz eingehen wollte:
1. Schade fand ich, dass nicht alle Fäden zu Ende gesponnen wurden. Ich blieb mit einigen Fragen zurück, die vermutlich nicht kriegsentscheidend waren, aber die sich im Laufe des Lesens einfach so angestaut haben und mich an der ein oder anderen Stelle immer mal wieder zum Grübeln gebracht haben.

2. Ich hätte mir ein bisschen mehr "Spiegelreisen" gewünscht, nicht nur um dem Titel der Saga gerecht zu werden, sondern weil diese Fähigkeit diverse Möglichkeiten eröffnet hätte.

3. Man konnte im Laufe der Reihe nicht nur die Entwicklung der Figuren miterleben, sondern aufgrund der Reisen zu verschiedenen Welten auch eine Entwicklung in der Ernsthaftigkeit erleben.
Ich habe diese bunte "Schrulligkeit" der ersten beiden Bände geliebt. Ophelias verrückte Familie, ihren Schal und die Tollpatschigkeit von Ophelia.
Da in Babel alles viel geregelter und gesitteter als auf Anima oder dem Pol von statten geht, wurde auch die Geschichte dort ernster und kontrollierter.
Wenn ich mich allerdings entscheiden müsste, hätte ich mir die Leichtigkeit der ersten Bände auch hier ein wenig mehr gewünscht.

Unterm Strich ist der Abschlussband der Reihe aber sehr lesenswert. Allein um endlich die Lösung des großen Rätsels mitzuerleben und zu erfahren, was denn nun aus Ophelia und Thorn wird.
Ich würde die Reihe trotz kleiner Kritikpunkte jedem weiterempfehlen und bin sehr froh, die Reise auf die Archen mitgemacht zu haben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.04.2020

Ostsee-Unterhaltung pur

Ostseegruft
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In ihrem 15. Fall wird es für Kommissarin Pia Korritki privater und emotionaler als in "normalen Fällen".
Auf der Beerdigung Ihrer Schulfreundin Kirsten, taucht ein unbekannter Mann am Grab der Verstorbenen ...



In ihrem 15. Fall wird es für Kommissarin Pia Korritki privater und emotionaler als in "normalen Fällen".
Auf der Beerdigung Ihrer Schulfreundin Kirsten, taucht ein unbekannter Mann am Grab der Verstorbenen auf und beschwört, dass Kirstens Tod kein Unfall war, wie alle glauben.
Aufgewühlt und persönlich berührt, nutzt Pia ihre Position, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Sie bekommt nur wenige Tage Zeit, um ihre Vermutungen mit Beweisen zu untermauern, um eine richtige Ermittlung anzustoßen. Und wie wir alle wissen: Wer suchet, der findet! So bleibt es nicht aus, dass Pia in Geheimnisse gerät, die kaum jemand vermutet hätte und sich mit ihrem Eifer und ihrer Beflissenheit auch selbst zur Zielscheibe macht.

Mit Ostseegruft hat Eva Almstädt es wieder geschafft eine tolle Mischung auf Kriminalfall und den privaten Ereignissen in Pia's Leben zu erschaffen. Diese Mischung hat mir durch die persönliche Betroffenheit der Kommissarin wirklich gut gefallen. Man hat als Leser das Gefühl, dass Pia sich noch mehr reinkniet, als sonst. Aber auch die zerbrechliche Pia kommt zum Vorschein. Die taffe Polizistin hat Zweifel, ist müde und grübelt, was die Figur der Pia für mich als Leser noch greifbarer macht. Privat sorgte das Auftauchen "altbekannter" Figuren für kleine Turbulenzen, Grübeleien, aber auch Sympathien. Da wurde begonnen ein Faden zu spinnen, der uns wohl in den nächsten Bänden der Reihe noch begleiten wird.
Ich persönlich bin ja großer Fan von Pia's Kollegen Broders und fand es ganz toll das er seinen "großen Auftritt" in einer überaus witzigen Szene auf dem Bauernhof bekommen hat.

Ebenfalls typisch für einen Korittki-Fall bekommen wir in Ostseegruft eine ganze Reihe von Verdächtigen präsentiert, die alle irgendwie verwickelt sind, Motive haben (könnten), sich auffällig verhalten oder dann doch wieder ganz simpel aus der Affäre ziehen. Ich mag es, dass ich am Ende zwar erleuchtet werde und im Nachhinein die Hinweise deutlich sehe, aber im Laufe des Lesens und der vorschreitenden Handlung in alle Richtungen denke und quasi immer im Dunkeln tappe. Von der Spannung her hat die Story durchaus Ihre Spitzen. Gerade natürlich zum Ende der Ermittlungen hin, wenn die Fäden dann zusammenlaufen. Zwischenzeitliche, kleine "Längen" werden immer wieder durch den Wechsel zu den privaten Ereignissen oder neuen Hinweisen unterbrochen, sodass man durchweg gut unterhalten wird.

Die Geschichte ist durchweg flüssig geschrieben, gut verfolgbar und sehr abwechslungsreich. Lacher, Emotionen und Spannung liefern sich ein Wechselspiel, sodass man Ostseegruft an einem Stück weglesen möchte. Eva Almstädt überzeugt wieder einmal durch ihre detailreichen Ortsbeschreibungen, sodass man gefühlt immer die Ostseeluft in der Nase hat, während man durch die Seiten fliegt.

Für mich ein kleines Manko, dass in diesem Band "viele" Fragen offenbleiben. Es wurden Andeutungen gemacht, den Fall betreffend, die mir als Leser wichtig erschienen, die dann am Ende aber im Sande verlaufen, obwohl die anfangs für mich klare Motive und Verdächtige auf den Schirm gerufen haben. Alle Fäden kamen dann doch nicht zusammen, was mich ein klitzekleines bisschen unglücklich gemacht hat. Aber Ostseegruft ist keineswegs eine Enttäuschung. Das Buch unterhält, das Buch lässt uns Leser mitermitteln, Schlüsse ziehen und Verknüpfungen herstellen und am Ende doch wieder alles über den Haufen werden.

Für alle Pia Korittki Fans ein klares Muss, aber auch für "Quereinsteiger" in die Reihe gut nachvollziehbar. Ich selbst bin erst vor wenigen Bänden in die Reihe eingestiegen und kann gut folgen.

  • Cover
  • Spannung
  • Atmosphäre
  • Geschichte
  • Figuren
Veröffentlicht am 28.03.2020

Gut, aber der bisher schwächste Band der Reihe

Artemis Fowl - Die Rache
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Für Holly läuft es gar nicht gut. Verdächtigt, gejagt und in die Irre geführt, ist es ihre Aufgabe Artemis vor dem Tod zu bewahren und dann mit seiner Hilfe die Unterirdischen vor der Entdeckung durch ...

Für Holly läuft es gar nicht gut. Verdächtigt, gejagt und in die Irre geführt, ist es ihre Aufgabe Artemis vor dem Tod zu bewahren und dann mit seiner Hilfe die Unterirdischen vor der Entdeckung durch die Menschen zu bewahren.

Der vierte Band der Reihe war für mein Empfinden, der bisher Schwächste. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, bis ich wieder bei meinen Lieblingen angelangt bin. Aber dann, war ich wieder begeistert von dieser Figurenvielfalt. Ich bin noch immer großer Foaly-Fan, auch wenn in diesem Band relativ wenig von ihm vorkam. Was ganz klar in Band 4 hervorsticht ist die Wandlung, die Artemis durchmacht. Und man merkt, dass er älter wird und sich auch über andere Dinge Gedanken macht.
Durch die Trennung der Figuren und mit dem Verlust einer (für mich) wichtigen Person, fehlte ein bisschen das Gestichel untereinander.
Mit dem Ende war ich dann aber wieder zufrieden.

Ich bin gespannt auf Band 5 und wie es mit Artemis und seinen Freunden weitergeht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.03.2020

Nicht nur für die Augen ein wahrer Schmaus

Gemina. Die Illuminae Akten_02
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Auf der Sprungstation Heimdall hadern Kommandantentochter Hanna und Mafia-Sprössling Nik mit der Langeweile des Weltalllebens. Als eine Kampfeinheit die Station angreift, um den Racheplan der Firma BeiTech ...

Auf der Sprungstation Heimdall hadern Kommandantentochter Hanna und Mafia-Sprössling Nik mit der Langeweile des Weltalllebens. Als eine Kampfeinheit die Station angreift, um den Racheplan der Firma BeiTech umzusetzen, sind die beiden plötzlich zwei der wenigen Besatzungsmitglieder, die nicht als Geiseln genommen wurden. Zu allem Übel muss auch im Wurmloch der Sprungstation zu diesem Zeitpunkt eine Fehlfunktion auftreten, die das Raum-Zeit-Kontinuum zu zerfetzen droht. Hanna und Nik kämpfen nun nicht mehr nur um das eigene Überlegen, die neugewonnene Liebe und der Leben der Stationsbesatzung sondern um das Schicksal des gesamten Universums.

Wie schon bei Band Eins hat mich die Aufmachung des Buches wieder total geflashed. Bei jedem Umblättern war es wieder spannend, weil man nicht wusste, was einen auf der nächsten Seite erwartet. Die Abwechslung zwischen Chatprotokollen, aufbereiteten Videos, Karten, Dateien und Illustrationen macht das Buch schon allein zu einem absoluten Leseabenteuer. Wer nun aber denkt, dass Gemina allein durch die Optik punktet, ist weit gefehlt. Auch inhaltlich bietet das Buch ein wahres Feuerwerk. Auch die "Aktenform" schafft es Emotionen rüberzubringen und wirklich eine Geschichte zu erzählen. Ich war sehr schnell großer Fan von Ella. Sie war meine Lieblingsfigur im Buch. So keck, frech und hyperintelligent, obwohl vom Schicksal dermaßen gebeutelt. Mit Hanna und Nik musste ich mich erst ein wenig anfreunden. Die beiden waren mir anfangs zu arrogant. Doch im Laufe der Story wurden auch wir Freunde. Die beiden haben ihre Rollen bis zum Ende traumhaft gut gespielt. Ich war gespannt, wie die Story weitergehen sollte, da die Geschichte von Kady und Ezra im ersten Band ja komplett abgeschlossen war. Das wurde mit einem neuen Schauplatz und den neuen Charakteren wirklich gut gelöst, ohne die Vorgeschichte aus den Augen zu verlieren und am Ende die Brücke zu schlagen und alles zu verbinden.

Ich habe nichts zu bemängeln und hoffe, dass ich irgendwann mehr solcher Bücher lesen kann. Da der dritte Band nicht mehr ins Deutsche übersetzt wurde, lese ich diesen jetzt auf englisch. Wirklich schade, dass wahrscheinlich so nicht jeder die Möglichkeit hat diese klasse Reihe zu beenden.


  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.03.2020

Nur das letzte Drittel konnte mich so richtig packen

Herz aus Dornen
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Als die junge "Love" von der Straße auf das Anwesen Coal Manor kommt, hat sie nicht nur mit den vielen Neuerungen in ihrem Leben, sondern auch mit den Launen ihres Gönners zu kämpfen. Durch ihre Gabe, ...

Als die junge "Love" von der Straße auf das Anwesen Coal Manor kommt, hat sie nicht nur mit den vielen Neuerungen in ihrem Leben, sondern auch mit den Launen ihres Gönners zu kämpfen. Durch ihre Gabe, die Gedanken und Gefühle der Menschen durch Berührung derer Hände zu lesen, ist es Love grundsätzlich ein Leichtes ihre Mitmenschen zu verstehen. Doch John Coal stellt sie vor ein Rätsel. Die Suche nach seiner vermissten Frau, für die Love beauftragt wurde, lässt sie mehr und mehr über Geheimnisse des Hausherrn und Coal Manor erfahren. Doch was davon ist echt und wie kann die Dunkelheit aus Joan Coals Gedankenwelt vertrieben werden?

Ich muss zugeben, dass ich anfangs so meine Schwierigkeiten hatte ins Buch zu kommen. Die Story hatte ihre Längen und ich war teilweise nicht motiviert weiter zu lesen. Außerdem hatte ich bereits vor Seite 100 das Gefühl, das Geheimnis, um Coal Manor gelüftet zu haben. Es ging für mich dann im weiteren Verlauf der Geschichte nur noch darum, meine Theorie bestätigt zu bekommen, was auch so passierte.
Als das Rätsel aber aufgeklärt wurde, war die Story glücklicherweise nicht wie erwartet vorbei, sondern nahm erst so richtig Fahrt auf. Das letzte Drittel des Buches hat mir am besten gefallen und mich am meisten unterhalten. Plötzlich ging es Schlag auf Schlag und endlich passierte so richtig was.
Für mich sind die Protagonisten etwas dünn geblieben. Bei John Coal war es so, dass sich sein Verhalten irgendwann erklärte, aber Love war mir zu ungreifbar und nicht vielschichtig genug als Hauptfigur.
Was ich loben möchte ist der Schreibstil der Autorin. Trotz historischem Hintergrund war die Wortwahl modern und der Satzbau flüssig und zeitgemäß. Oft habe ich bei "historisch angehauchten" Geschichten das Gefühl, dass die Sprache zu pompös und alt wird. Das Buch ist toll illustriert, mit passendem Cover und wirklich schön aufgemacht, was wieder einen Pluspunkt gibt.

Dennoch kann ich aufgrund der Höhen und Tiefen nur eine mittelmäßige Bewertung abgeben, da mir ein anfangs der Schwung fehlte und die Handlung teils zu offensichtlich war.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere