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Veröffentlicht am 17.12.2018

Nimmroth ist definitiv eine Reise wert...

Nimmroth
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Eltern die Geheimnisse vor einem haben sind schrecklich. Das findet auch Lynni und drängelt und drängelt um das große Geheimnis ihrer Familie endlich zu erfahren. Doch ehe sie sich versieht, landet sie ...

Eltern die Geheimnisse vor einem haben sind schrecklich. Das findet auch Lynni und drängelt und drängelt um das große Geheimnis ihrer Familie endlich zu erfahren. Doch ehe sie sich versieht, landet sie in einer anderen Welt - in Nimmroth. Geheimnisvoll, anders und traumhaft schön. Dort findet Lynni alles, wovon sie immer geträumt hat: Abenteuer, Freiheit, eine "neue" tolle Familie, eine neues zu Hause und scheinbar auch ihre große Liebe - Tarou. Doch wer die eine Welt will, muss die andere hinter sich lassen. Beim Versuch das Leben beider Welten zu vereinen, stößt Lynni auf die Vergangenheit der Familie. Auf Lügen, Verrat und Geheimnisse und plötzlich steht alles auf dem Spiel. Ein Leben, die Familie und ihre Liebe zu Tarou.

Nimmroth ist einfach traumhaft. Die Autorin schafft es durch ihre bildhaften und detaillierte Beschreibungen eine Welt entstehen zu lassen, in die sich jeder gerne träumen würde. Man fühlt sich mitgenommen, eingeladen und irgendwie auch "unterwegs", wenn die Protagonisten durch Nimmroth reisen und Abendteuer erleben. Dieses Buch schafft es einem das Gefühl zu geben mit Lynny zusammen über und von Nimmroth zu lernen, die Zusammenhänge und die Funktionsweise der neuen Welt zu verstehen, als ob man selbst seine Lektionen bekommen würde. Ich war sehr schnell in Love mit der Familie und den Figuren. Genau so stelle ich mir das Zusammenleben in einer Familie vor. Zusammenhalt, viel Lachen, ernste Gespräche und auch mal kleinere Reibereien. Alles wirkt so ungekünstelt und echt. Eine ganz große Rolle im Buch spielen Mut und Zuversicht. Die Protagonisten vertrauen sich untereinander voll und ganz und die Dynamik und Rollenverteilung in der Gruppe sind super toll beschrieben.
Der Schreibstil des Buches hat mir sowieso total gut gefallen. Leicht und beschwingt, flüssig und immer wieder mit einem Schuss Ironie und dieser gewissen "norddeutschen" Art gespickt. Allgemein gefiel mir total gut, dass immer wieder der Bezug zum Meer, zur Küste, zum Wasser und so weiter da war.
Die Spannung der Geschichte wurde immer weiter aufgebaut. Es folgten Irrungen und Wirrungen und auch kleine Rückschläge, bis zum "großen Finale" in Nimmroths Traumwelt. Ein Traum eben.
Auch optisch macht das Buch jede Menge her. Ein wundervolles Cover, direkt zum Anfang eine liebevoll gezeichnete Karte und zauberhaft illustrierte Kapitel, werden mir noch lange in Erinnerung bleiben. Im Laufe der Geschichte tauchen im Buch auch immer wieder Briefe auf, die als Bilder in verschiedenen Schriften oder auch mal mit Tintenkleksen oder so abgedruckt sind. Auch das machte dieses Buch noch viel, viel schöner und greifbarer für mich.

Nimmroth hat mir wirklich sehr gut gefallen. Eine Welt der Träume. der Abenteuer und der Liebe die man so schnell nicht vergisst. Ich freue mich schon riesig auf die Fortsetzung und auf weitere Reisen nach Nimmroth.

Veröffentlicht am 17.12.2018

Kein typischer Musso (Achtung Spoiler in der Rezension)

Was wäre ich ohne dich?
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Nach einem kurzen aber intensiven Sommer der Liebe muss der junge Martin San Francisco verlassen, um in seine Heimat nach Frankreich zurückzukehren. Voller Hoffnung, dass seine Liebe zu Gabrielle hält, ...

Nach einem kurzen aber intensiven Sommer der Liebe muss der junge Martin San Francisco verlassen, um in seine Heimat nach Frankreich zurückzukehren. Voller Hoffnung, dass seine Liebe zu Gabrielle hält, wird Martin leider bitter enttäuscht.
Jahre später will das Schicksal, dass sich sein und Gabrielles Weg wieder kreuzen. Als Polizist auf die Aufklärung von Kunstdiebstählen spezialisiert, jagt Maritn seit Jahren den Meisterdieb Archibald MacLean. Durch diesen Kunstdieb wird Martin mit seiner Vergangenheit konfrontiert und aufgerollt. Zufall, Schicksal oder etwas ganz anderes?

Ich bin riesengroßer Musso-Fan und werde es auch bleiben, dennoch war ich von diesem Buch etwas enttäuscht. Typisch Musso enthält auch dieses Buch jede Menge Wendungen und Wirrungen, sodass einem das Lesen Freude bereitet. Die Protagonisten haben Ecken und Kanten, Witz und Charme und Musso schafft es immer und immer wieder, mich durch seine Ortsbeschreibungen in Reiselust zu versetzen. Ich kam ungewohnt holprig ins Buch. Der Anfang gefiel mir leider garnicht. Der Schreibstil in der "Rückblende" wich vom Stil des übrigen Buchs ab (zum Glück!). Der Anfang klang mir teils zu poetisch und wirkte ungewohnt seicht auf mich.
Nach und nach nahm die Story fahrt auf, konnte mich aber nicht wie bei anderen Musso-Büchern fesseln. Als sich die Story dann dem Ende zuneigte, wurde meine Enttäuschung groß. Das Ende und diese Wendung hatte ich bei diesem Buch nicht erwartet. Ich mag die Mischung aus Lovestory und Thriller, die Musso oft schreibt. Seine Bücher mit "übernatürlichem" Inhalt gefielen mir meist etwas weniger. Ich bin vom Klappentext und dem Verlauf der Story also von der gewohnten und geliebten Mischung ausgegangen. Mit dem "Übernatürlichen" hatte ich nicht gerechnet und habe es auch absolut nicht gemocht. Ein kniffeliger Plott und ein großes Finale wären mir lieber gewesen.

Dennoch bleibe ich natürlich Musso-Fan und hoffe, dass mir das nächste Werk wieder mehr zusagen wird.
Dieses Buch würde ich nur bedingt weiterempfehlen. Musso-Fans sollten es der Vollständigkeit halber und um Vergleichsmöglichkeiten zu haben lesen.

Veröffentlicht am 23.11.2018

"Tritt ein. Oder kehr um. Dies ist Erebos."

Erebos
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"Tritt ein. Oder kehr um. Dies ist Erebos."

An einer Schule in London macht ein geheimnisvolles Computerspiel die Runde - Erebos. Die Regeln sind streng und klar:
1. Du hast nur einen Versuch Erebos ...

"Tritt ein. Oder kehr um. Dies ist Erebos."

An einer Schule in London macht ein geheimnisvolles Computerspiel die Runde - Erebos. Die Regeln sind streng und klar:
1. Du hast nur einen Versuch Erebos zu spielen.
2. Sprich nicht über Erebos, auch nicht mit deinen Freunden.
3. Spiele nur, wenn du allein bist.
4. Verstößt du gegen diese Regeln, bist du raus.

Erebos zieht die Schüler der Reihe nach in seinen Bann. Es beobachtet dich, es spricht mit dir und es leitet dich an - auch im Leben außerhalb des Spiels, so als wäre Erebos lebendig. Die Grenzen zwischen Spiel und Realität verwaschen mehr und mehr. Wer ist Freund und wer ist Feind? Und was bezweckt Erebos?
Nur eins! Erebos will töten.

Dieses Buch ist durch und durch gelungen und hat mir enorm gut gefallen. Durch ihre Wendungen und Kniffe schaffte es die Story mich bis zum Ende zu packen und zu begeistern. Durch den Wechsel zwischen Szenen in der wirklichen Welt und dem Spiel malte Erebos durch lebhafte und detaillierte Beschreibungen das Bild eines Computerspieles in meinen Kopf. Teilweise fühlte es sich schon fast so an, als wenn man selbst spielen würde. Aber würde ich das wollen?

"Mit jedem neuen Tag verliert meine Realität an Wert. Sie ist laut und ohne Ordnung, unvorhersehbar und mühevoll."

Während des Lesens kamen mir immer wieder Gedanken wie: "Wie hätte ich mich verhalten?" oder "Hätte ich das auch gemacht?". Das Buch weißt anhand eines Computerspiels darauf hin, wie leicht sich Jugendliche manchmal beeinflussen lassen und wie weit anonyme Botschaften aus dem Internet eine Gruppe junger Leute beeinflussen können.

"Sprich nicht über den Inhalt des Spiels. Bist du dämlich, oder was?"

Alle Protagonisten waren sehr überzeugend und realistisch. Im Buch kommen alle "Typen" vor, die in einer normalen Schulklasse auch zu finden wären. Doch durch das geheimnisvolle Spiel werden die klassischen Rollenklischees aufgeweicht und die Dynamik der Gruppe verschiebt sich. Plötzlich sind alte Freundschaften dahin und neue Allianzen bilden sich.

Mit diesem Buch hat Ursula Poznanski ein Meisterwerk der Jugendliteratur geschaffen, das vor Augen führt wie empfänglich wir im Zeitalter der Digitalisierung, von Facebook, Instagram und Co für anonyme Aussagen aus dem Internet sind und wie schnell eine künstlich herbeigeführte Gruppendynamik Verstand und Vernunft außer Kraft setzen kann. Die Geschichte erinnert mich ein bisschen an die Gruppendynamik aus "Die Welle". Dieses Buch wäre perfekt als Pflichtliteratur in der 9./10. Klasse der Schule geeignet.

Veröffentlicht am 07.11.2018

Dieses Buch hat mich innerlich zerrissen und dennoch liebe ich es.

All In - Tausend Augenblicke
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„Ich sah vielleicht nach Rock’nRoll aus, aber ich fühlte mich wie zerbrochenes Glas, das überall verstreut war. Ich wusste nicht mehr wer oder was ich war, aber ich glitzerte hübsch im Rampenlicht.“

Die ...

„Ich sah vielleicht nach Rock’nRoll aus, aber ich fühlte mich wie zerbrochenes Glas, das überall verstreut war. Ich wusste nicht mehr wer oder was ich war, aber ich glitzerte hübsch im Rampenlicht.“

Die Band Rapid Confession steht kurz vor dem ganz großen Durchbruch. Ausverkaufte Konzerte, Ruhm, ein Plattenvertag und Songs die im Radio rauf und runter liefen, sorgten aber schon vorher dafür, dass Kacey Dawson das Leben eines echten Rockstars führte. Auftritte, Partys, viel zu viel Alkohol und jeden Abend ein anderer Typ in ihrem Bett. Rock'n'Roll eben. Doch auch der Erfolg und das Leben auf der Überholspur schützen nicht vor Einsamkeit und lassen die Vergangenheit nicht verschwinden.

Als bei einem Konzert in Las Vegas eines Abends alles eskaliert, ist es Jonah Fletcher, ihr Chauffeur - der Typ mit der Limousine, der ihr ganzes Leben verändern sollte, denn Jonah erkennt sofort, dass Kacey’s momentaner Lebensstil sie weder glücklich macht, noch ihr gut tut. Er bietet ihr die Möglichkeit, eine Pause vom Rockstar-Sein zu machen. Er nimmt sie bei sich auf und schnell fühlen die zwei sich so eng miteinander verbunden, als würden sie sich schon ewig kennen. Als wenn man das fehlenden Teil eines Puzzles gefunden hat. Und plötzlich scheint alles perfekt. Doch Jonah hat ein Geheimnis. Ein Geheimnis, das alles verändert und nichts mehr perfekt erscheinen lässt.

Ich bin verliebt in dieses Buch. Es ist nicht nur wunderschön anzuschauen, sondern auch furchtbar traurig, herzzerreißend und bis zum Ende bewegend. Dennoch packt es einen so extrem, dass man unbedingt weiter leiden möchte. Auf jeder Seite, in jeder Zeile und in jedem Wort stecken so viel Liebe, Leidenschaft und so viele Emotionen und Gefühle, dass es für mich kaum in Worte zu fassen ist, was dieses Buch mit mir gemacht hat. Und trotz so viel Melancholie und Qual hat es einfach unfassbar viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen.

Kacey und Jonah sind die perfekten Protagonisten. Gegensätzlich wie Tag und Nacht und sich völlig ergänzend, beide mit Schicksalsschlägen gebeutelt und auf der Suche nach Anerkennung, Liebe und einem Ziel. Kacey wünscht sich einfach nur geliebt zu werden. Jonah möchte nur nicht ständig bemitleidet oder in Watte gepackt werden. Beide sind einfach zum Verlieben. Jeder auf seine ganz spezielle Art und Weise. Auch mit Theo, Jonahs Bruder hat die Autorin einen kontroversen Nebencharakter geschaffen, der nicht einfach zu durchschauen ist und es schaffte in einem Kapitel von mir geliebt und im nächsten gehasst zu werden.

Im Laufe der Geschichte wird der Spannungsbogen stets oben gehalten, immer wieder schöpft man Hoffnung, obwohl man ahnt, dass alles auf das unausweichliche Ende zusteuert.
Und auch wenn man das Ende zu kennen scheint, schafft der Schreibstil der Autorin es, die Story doch immer wieder in eine andere Richtung zu lenken.

„Ich hasse es, wenn Leute gehen, die eigentlich bleiben sollten.“

Dieses Buch zeigt, dass das Leben kein Ponyhof ist, dass es Leute gibt denen nicht nur Steine, sondern ganze Geröllhaufen im Weg liegen, aber das es wichtig ist, sich nie unterkriegen zu lassen und sich nie aufzugeben, denn Irgendwo ist immer ein bisschen Licht und „Man erinnert sich nicht an die Tage. Man erinnert sich an die Augenblicke“. Und davon haben wir Tausende.

Dieses Buch hat mich innerlich zerrissen. Tränen waren während des Lesens mein ständiger Begleiter. Ich litt mit Jonah, mit Kacey und mit der Welt, die manchmal einfach zu unfair ist.
Für mich war dieses Buch eine Erfahrung, die mich lange und viel zum Nachdenken angeregt hat. Ich kann für mich sagen, dass ich dieses Buch so schnell nicht vergessen werde und kann jedem nur raten es zu lesen.

„Du bist kein Tropfen im Ozean. Du bist der gesamte Ozean in einem einzigen Tropfen.“

Veröffentlicht am 06.11.2018

"Wäre ich sehbehindert, würde ich nicht so stark sein wie du..."

Hanover's Blind
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Nach dem abgebrochenem Studium in Cambridge zieht Adam allein zurück in seine Heimatstadt Hannover. Dort will er trotz seiner Sehbehinderung Fuß fassen, leben und einfach nur glücklich werden - als Mensch, ...

Nach dem abgebrochenem Studium in Cambridge zieht Adam allein zurück in seine Heimatstadt Hannover. Dort will er trotz seiner Sehbehinderung Fuß fassen, leben und einfach nur glücklich werden - als Mensch, nicht als Behinderter. Adam hasst es bemitleidet zu werden und will nicht anders behandelt werden, als seine Mitmenschen. Seine Einschränkung verschweigt er deshalb gegenüber seinen neuen Freunden und seiner neuen Liebe. Damit steht sich er sich selbst am meisten im Weg. Durch seinen Neuanfang mit großen und kleinen Stolpersteinen und Hürden, lernt Adam, dass Vorurteile oft nicht einseitig sind und Vertrauen und Toleranz doch an vielen Orten zugegen sind. Man muss nur den Mut haben sie zu sehen.

Mir hat "Hanover's Blind" als Hannoveranerin gut gefallen. Es gab recht wenig, was mir nicht gefiel. Das Buch führt uns an Orte, die wir "Sehenden" nie richtig betrachten, zeigt uns Dinge auf, die für uns selbstverständlich sind und regt an in den richtigen Momenten die Augen weit zu öffnen und in anderen die Augen zu schließen und inne zu halten. Die Kapitel sind nach verschiedenen Stadtteilen benannt, in denen sich dann die Handlung auch abspielt. Aus Adams Sicht wird sehr gut verdeutlicht, wie man sich als sehbehinderter Mensch in der Gesellschaft fühlt. Auf humorvolle und lockere Art und Weise, konnte ich durch dieses Buch meinen Wohnort mit anderen Augen sehen. Durch Adams Augen. Liebe, Freundschaft, Vertrauen und Toleranz werden auch durch die tollen Nebencharaktere klasse transportiert. Das Buch ist sehr unterhaltsam und mit Witz und Charme zieht Adam einen einfach in seinen Bann und sorgt dafür mal über den eigenen Tellerrand zu sehen.

Gerade für Hannoveraner spreche ich eine klare Leseempfehlung aus. Ihr werdet euch an so vielen Stellen selbst wiederfinden und denken: Das habe ich noch nie beachtet oder das ist mir auch schon passiert. Kia Kahawa hat mit diesem Buch ein super Erstlingswerk hingelegt, das ein schwieriges Thema anspricht und mit Protagonisten gespickt ist, von denen wir uns alle eine Scheibe abschneiden können. Ich für meinen Teil werde jetzt mit anderen Augen durch die Stadt gehen.