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Veröffentlicht am 09.09.2019

Spannend, faszinierend und erschreckend real

Was wir dachten, was wir taten
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Mitten in der Matheklausur unterbricht eine Durchsage die Arbeit. "Es ist ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem aufgetreten. Bitte bewahren Sie Ruhe."
Maskiert, bewaffnet und scheinbar skrupellos dringt ...

Mitten in der Matheklausur unterbricht eine Durchsage die Arbeit. "Es ist ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem aufgetreten. Bitte bewahren Sie Ruhe."
Maskiert, bewaffnet und scheinbar skrupellos dringt ein potenzieller Amokläufer in die Klasse ein und zwingt Schüler und Lehrer zu perfiden Aufgaben.
Charakterschwächen, Fehler und Anfälligkeiten werden aufgedeckt. Lügen, Intrigen und Geheimnisse kommen ans Tageslicht.
Ganz unterschiedliche durchleben Fiona, Herr Filler und Mark die 143 Minuten im Klassenzimmer - Erschrocken über die eigenen Gedanken und Gefühle, entsetzt vom
Offenbahrten und fassungslos, dass dieser Fremde sie alle besser zu kennen scheint, als sie sich selbst.

Ich konnte dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen. Von der ersten Seite an war ich gepackt und fasziniert, wie es die junge Autorin schaffte, sich scheinbar in die Köpfe Ihrer Protagonisten zu versetzen. Aus drei völlig unterschiedlichen Sichtweisen erleben Herr Filler, Fiona und Mark die Situation. Die Gedanken und Gefühle der wurden für mich perfekt beschrieben und beeindruckend wiedergegeben. Ich fühlte mich als Leser fasziniert und schockiert, über die Abgründe des menschlichen Denkens. Die Charaktere der Klasse schienen aus einem echten Klassenzimmer entsprungen. Jede Kategorie Schüler wurde wiedergespiegelt und repräsentiert, sodass die gefühlt allseits bekannte Gruppendynamik einer Oberstufe herrschte.
Schockierend realistisch wurde durch die perfiden Aufgaben vor Augen geführt, zu was Menschen fähig sind und wie sich eine Gruppe durch genaue Beobachtung analysierne und lenken lässt. Die Stimmungswechsel waren sehr gelungen. Durch Kleinigkeiten oder Gedankengänge wurde man zum schmunzeln animiert um im nächsten Moment eine Gänsehaut zu bekommen oder sich vor Ekel zu schütteln. Durch die Unkenntnis der Klasse, die wir erst nach und nach kennenlernten, waren die Aufgaben, die der Täter stellte nicht vorhersehbar und die Spannung blieb bis zum Ende enorm hoch.

Ich bin unfassbar froh, dass mir dieses Buch in die Hände gefallen ist. Es rüttelt irgendwie wach. Es bringt dich dazu über dich selbst nachzudenken, in dich zu gehen und zu überlegen, was du vielleicht in solch einer Situation gemacht hättest. Und es bringt und dazu besser hinzuschauen und nicht zu verschließen und darüber nachzudenken, was wir tuen.

Veröffentlicht am 09.09.2019

Tolle Idee, aber an der Umsetzung gescheitert

Alice = Alice
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Stellt euch vor ihr seit ein Zwilling. Schier unzertrennlich. Doch dann trennt man euch. Eure Eltern lassen sich scheiden und jedes Kind zieht zu einem Elternteil.
Ihr haltet Kontakt, schreibt Mails, ...

Stellt euch vor ihr seit ein Zwilling. Schier unzertrennlich. Doch dann trennt man euch. Eure Eltern lassen sich scheiden und jedes Kind zieht zu einem Elternteil.
Ihr haltet Kontakt, schreibt Mails, telefoniert und bemüht euch. Ihr denkt einander weiterhin zu kennen. Glaubt einander einschätzen zu können. Vermisst euch.

Als Alice Zwillingsschwester Scarlett nach einem scheinbaren Selbstmordversuch im Koma liegt, ist Alice fest davon überzeugt herauszufinden, was ihre Schwester dahin getrieben hat.
Kurzerhand übernimmt Sie Scarletts Rolle. Geht für sie zur Schule und versucht dem Geheimnis ihrer Schwester auf die Schliche zu kommen. Bei ihren Nachforschungen verschwimmen Realtität und Fantasie immer mehr. Alice stößt auf Lügen, Intrigen und Manipulation. Doch wer hat Scarlett zu solch drastischen Konsequenzen getrieben?

Dieses Buch hat mich einiges an Nerven gekostet. 4 Mal habe ich zu lesen begonnen um dann wieder zu unterbrechen und erst einmal etwas anderes zu lesen. Hinter der Story umd Alice und Scarlett steckt eine wirklich klasse Idee. Die Mischung aus Märchen, Realität, Krimi und Thrillerelementen ist toll, doch schaffte es die Autorin nicht mich zu packen. Die Spannungskurve war für mich zwischenzeitlich nicht vorhanden, ich musste nach einem Kapitel pausieren und der Reiz sofort weiterlesen zu wollen war einfach nicht da. Die Geschichte schleppte sich ziemlich dahin. Ich bin großer Alice im Wunderland Fan, was mich zum Kauf dieses Buches animierte. Die aufgegriffenen Elemente aus der Vorlage und die Verknüpfung mit dem echten Leben der Zwillige war gut, teilweise aber nicht bis zum Ende durchdacht, sodass ich manchmal dachte, dass es schon ein wenig übertrieben war. Der Schreibstil war mir ein wenig zu schmucklos, teils plump. Es fehlt einfach die Spannung.

Tja am Ende kann ich sagen: Tolle Idee, aber an der Umsetzung ein bisschen gescheitert.

Veröffentlicht am 09.09.2019

Champion wider Willen

Harry Potter und der Feuerkelch (Harry Potter 4)
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In seinem vierten Schuljahr wird Harry unfreiwillig Teilnehmer des Trimagischen Tuniers - eines uralten Zaubererwettkampfes unter den europäischen Zauberschulen.
Ungewollt gerät sein Name in den Feuerkelch ...

In seinem vierten Schuljahr wird Harry unfreiwillig Teilnehmer des Trimagischen Tuniers - eines uralten Zaubererwettkampfes unter den europäischen Zauberschulen.
Ungewollt gerät sein Name in den Feuerkelch und als einer der Hogwarts-Champions muss er in drei Runden Können, Tapferkeit, Mut und Verstand beweisen um am Ende als Sieger hervorgehen zu können. Doch scheint es im Laufe des Tuniert und auch drum herum immer wieder zu merkwürdigen Geschehnissen zu kommen, die dann zu einem tragischen Ende zusammenfließen.

Es ist nicht zu bestreiten, dass Harry und seine Freunde immer erwachsener werden. Neid, erste kleine Verliebtheiten und damit einhergehende Eifersucht werden präsenter. Die Figuren entwickeln sich zu Teenagern und weg vom kindlichen Unwissen. Es kommt immer mal wieder zu Konflikten auch unter den Freunden und dennoch besticht die Story wieder durch den tollen Zusammenhalt der Protagonisten und dem "Alles-wird-gut-Gefühl", dass uns durch Freundschaft und Vertrauen vermittelt wird.

Die Reihe geht spannend und turbulent weiter, wird erwachsener und dunkler und verdient auf jeden Fall weiterverfolgt zu werden.

Veröffentlicht am 26.08.2019

Eine bunte Mischung an Emotionen, Figuren und allerlei Skurrilem

Die Spiegelreisende
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Mit ihrer Ernennung zur Vize-Erzählerin am Hof von Faruk sollte Ophelia sich eigentlich in Sicherheit wiegen. Doch weit gefehlt. In und um die Himmelsburg geschehen merkwürdige Dinge. Wichtige Personen ...

Mit ihrer Ernennung zur Vize-Erzählerin am Hof von Faruk sollte Ophelia sich eigentlich in Sicherheit wiegen. Doch weit gefehlt. In und um die Himmelsburg geschehen merkwürdige Dinge. Wichtige Personen verschwinden spurlos und annonyme Drohbriefe machen die Runde. Auch Ophelia ist auf unerklärliche Weise von diesen Schrifstücken betroffen. Von ihrer Tätigkeit als Vize-Erzählerin entbunden, wird sie quasi über Nacht zur Chefermittlerin. Doch wie soll sie die Vermissten finden, wenn sie selbst bedroht wird? Und welche folgenschweren Ereignisse werden diese Ermittlungen nach sich ziehen?

Willkommen also zurück am eisigen Pol!
Willkommen zurück in der schrulligen und bunten Welt der Archen, Familiengeister und magischen Kräfte.
Zusammen mit Ophelia, Thorn, Berenilde und allen anderen bereits aus Band eins bekannten Figuren geht das Abenteuer nun weiter.

Wie befinden uns dieses Mal nicht nur in der Himmelsburg, sondern auch im Turm von Faruk. Auch dort wimmelt es von Illusionen, Täuschungen und Höflingen, die Ophelia alles andere als wohlgesinnt sind. Eifersucht, Neid und Ungust stehen an der Tagesordnung. Da passte es sehr gut, dass man mit Ophelia und ihrer Familie dann auch mal an einen anderen Teil der Pols reiste, wo das Leben anders ist, wo es echte Natur und beeindruckende Landschaft gibt und wo uns eine kleine Pause von den Lügen und Intrigen des Hofes gegönnt war. Mit den detailierten Beschreibungen der Umgebung und Orte erhielt man so mal einen anderen Einblick in die komplexe Welt der Arche.

Bereits im ersten Band habe ich Ophelia als Anti-Heldin liebgewonnen. Tollpatschig, verträumt und ungewöhnlich hat sie sich in mein Leseherz geschlichen. Für mich hat Ophelia in diesem Band eine enorme Weiterentwicklung durchlaufen. Ihre grundsätzlichen Charakterzüge bleiben selbstverständlich erhalten. Sie legt aber einen Teil ihrer Schüchternheit ab und findet menr und mehr zu sich selbst. Durch dieses neugewonnene Selbstvertrauen, sind ihr am Ende Entscheidungen möglich, die man ihr vorher nicht zugetraut hätte.
Auch Thorn durchlebt eine starke Entwicklung oder zeigt Seiten von sich, die uns vorher vorborgen waren. Mit der umfangreichen Ausstattung an Figuren, die alle ihre Eigenarten, Macken und auch tollen Eigenschaften und Charakterzügen macht die Geschichte bunt und abwechslungsreich. Selten trifft man so liebevoll gestaltete Nebencharaktere wie zum Beispiel Reinecke oder Archibald. Die Autorin schafft es durch Nebenschauplätze und kleine "Ausflüge" die Welt lebendig zu machen.
Genauso tragen die verschiedenen Figuren zur Stimmung des Buches bei. Die Abschnitte mit Ophelias Familie und ihrer übertriebenen Sorge sind großartig. Archibald der mit so viel Witz und Ironie um sich wirft oder wenn es zwischen Thorn und Ophelia knistert, mal auf die eine mal auf die andere Weise. Sobald der Kavalier die "Seite betritt" wird es unheimlich und Ophelias Schal ist für mich der beste Sidekick ever. Eine ganze Palette von Emotionen begleitet uns als Leser durch das Buch und schafft immer wieder Überraschungsmomente und Stimmungswechsel.

Einziges Manko war für mich, dass teilweise einfach so viel passierte, dass das Lesen erhöhte Konzentration benötigte, um den Wendungen und Irrungen folgen zu können. Bis auf ein paar Kleinigkeiten wurde am Ende Licht ins Dunkel gebracht, dennoch kann ich mir vorstellen, dass dem ein oder anderen Leser vielleicht ein Haken zu viel geschlagen wurde. Selbstverständlich sind am Ende Fragen offen geblieben, die ja aber gegebenenfalls im nächsten Band beantwortet werden.

Die Spiegelreisende - Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast hat mich wieder gefesselt und berührt. Ich bin riesiger Fan der skurilen und etwas schrulligen Welt der Archen, der Charaktere und der Story. So anders, bunt und fabelhaft ungewohnt, dass man diese Reihe als Fantasy-Fan einfach lieben muss.

Veröffentlicht am 22.08.2019

Checkt eure Handys - Erbes ist zurück

Erebos 2
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Erebos ist zurück. Und hat dazugelernt. Moderner, besser, fieser.
Erebos hat nicht nur Nick wiedergefunden, sondern treibt auch andere alte Bekannte zurück in seine Fänge.
Doch nicht genug - auch neues ...

Erebos ist zurück. Und hat dazugelernt. Moderner, besser, fieser.
Erebos hat nicht nur Nick wiedergefunden, sondern treibt auch andere alte Bekannte zurück in seine Fänge.
Doch nicht genug - auch neues Spieler fallen dem Spiel zum Opfer, dass sich jetzt selbst auf Smartphones,
Tablets und Computern installiert. Was bezweckt Erebos dieses Mal? Was fordert Erebos jetzt von seinen
Spielern und vor allem wie weit sind die bereit zu gehen?

Wie schnell kann man eigentlich zurück in der Welt eines Buches sein? Sehr schnell, zumindest bei Erebos.
Bereits nach wenigen Seiten war ich wieder mitten in der Story, als wäre man nie weg gewesen.
Bei der Rückkehr von Erbos treffen wir auf gute, alte Bekannte. 10 Jahre später ist Nick mittlerweile Student,
hat sich deutlich weiterentwicket und ist verantwortungsbewusster geworden. Als ihn das Spiel erneut rekrutiert,
will er es erst nicht wahr haben, doch seine Ignoranz hat direkt folgen. Erebos fakelt halt nicht.
Mit der Figur des Derek wurde die junge Version des Erebos-Spielers wieder hervorgerufen. Wie damals Nick, ahnt
Derek nicht, was hinter diesem spannenden Spiel stecken könnte und ist ihm sofort verfallen.

Ursula Posznanski schafft es wieder die Übergänge zwischen Spielwert und realer Welt perfekt zu verbinden,
die Grenzen zu verwischen und ein Netz aus Rätseln, Hinweisen und Informationen zu spinnen, dass uns am Ende denken lässt,
warum habe ich das nicht gesehen oder bemerkt und meine Schlüsse gezogen? Die Spannung war für mich von der ersten Seite
an gegeben und baute sich weiter und weiter auf. Die Parallellen zum ersten Band sind natürlich gegeben, dennoch waren die
Story und vor allem die Hintergründe andere. Mit dem Ende habe ich absolut nicht gerechnet. Nach dem Showdown im ersten Band
waren meine Erwartungen völlig andere. Mit der Lösung waren mir die Hintergründe "zu einfach" und ein wenig zu unspektakulär.
Ein paar Zusammenhänge blieben offen bzw. wirkten ein bisschen unstimmig.

Erebos 2 macht nicht nur optisch (1. Auflage in der Limited Edition) eines her, sondern fesselte, strapazierte meine Nerven und faszinierte wie schon sein Vorgänger. Erebos ist zurück und hat dazugelernt. Checkt lieber mal eure Smartphones.