Profilbild von verybigbooklove

verybigbooklove

Lesejury Star
offline

verybigbooklove ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit verybigbooklove über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.04.2019

Anders als erwartet...

Keep calm and travel
0

Das nicht immer alles nach Plan läuft erfährt Alwa während Ihres Wort and Travel Aufenthalts in Neuseeland. Ihre vermittelte Praktikumsttelle existiert nicht,
die Familie, bei der Sie kurzfristig als ...

Das nicht immer alles nach Plan läuft erfährt Alwa während Ihres Wort and Travel Aufenthalts in Neuseeland. Ihre vermittelte Praktikumsttelle existiert nicht,
die Familie, bei der Sie kurzfristig als Au-Pair einspringt ist eine Katastrophe und überhaupt, scheint ihr Abenteuer verteufelt zu sein.
Als es ihr dann gelingt ein Praktikum in einem Kinderhilfsprojekt zu ergattern, scheint Licht am Ende des Tunnels zu sehen zu sein - bis die Natur der Idylle und
Alwas Plänen wieder einen Strich durch die Rechnung macht und Alwa auf die harte Tour lernt, dass man meist erst zu schätzen weiß, was man hat, wenn man es nicht mehr hat.

Mit ihrer lockeren und jugendlichen Schreibweise schafft Bettina Brömme es einen beschwingt durch die Geschichte zu geleiten. Aus der Er/Sie-Perspektive beschreibt ein Erzähler
Alwas Erlebnisse, die zu Beginn jedes Kapitels durch einen Blog-Eintrag oder Social Media Post, samt Likes und Kommentaren gespoilert werden.
Die Gestaltung der Posts und der Kommentare gefiel mir wirklich gut, doch hätten sie wahrscheinlich am Ende des jeweiligen Kapitels eher gepasst.

Mit Alwa hat die Autorin eine teilweise etwas widersprüchliche Protagonistin geschaffen. Sie wirkte teilweise sehr selbstbewusst, dann wieder extrem naiv. Kann sein, dass
das so gewollt war, um das jugendliche Alter und das Teenie-Sein besser zu unterstreichen, wirkte aber an einigen Stllen ein wenig unstimmig. Ich könnte Alwa im Nachhinein weder als
selbstbewusst, noch als naiv, weder als strukturiert, noch als planlos beschreiben, weil alle dieser Charakterzüge mal wieder durchschienen.
Grundsätzlich konnte man aber eine gewisse Entwicklung im Laufe der Geschichte feststellen, die dazu führte, dass man dieses Mädchen in sein Herz schließt.
Mit einer Person wie Alwa hätte ich gerne mein Hostelzimmer geteilt.

Die Nebencharaktere wirkten stabiler und blieben eher in ihren Rollen. Auch hier war natürlich eine Entwicklung zu sehen, die bei solch schwerwiegenden Ereignissen, wie im Buch
beschrieben, aber auch absehbar war. Schade, dass die schwierige Geschichte der Mitpraktikantin Tiff erst am Ende ans Licht kam und dann etwas zu schnell erledigt war. Auf das Thema hätte man wahrscheinlich intensiver eingehen können.

Das Buch versprühte alles in Allem eine gewisse jugendliche Lichtigkeit. Reise- und Abenteuerlust der Charaktere konnte man spüren. Die erwarteten Beschreibungen des Landes und das "rumreisen" an sich, kamen leider ein wenig zu kurz. Dennoch wird klar, wie liebenswert Neuseeland und seine Bewohner sein müssen.

Das Buch ist anders, als Cover und Titel es einen erwarten lassen, aber dennoch lesendwert. Es öffnet ein wenig die Augen, man erkennt, wie gut es uns doch geht und das unsere Pläne
nicht immer in Stein gemeißelt sein müssen, damit alles funktioniert.

Veröffentlicht am 15.04.2019

London ist immer einen Besuch wert

Das Labyrinth von London
0


Als Wahrsager müsste das Leben ja eigentlich ein Kinderspiel sein. Man sieht ja quasi alles kommen. Doch leichter gesagt, als getan.
Irgendwie schaft es Alex sich in die ausweglose Lage zu manövrieren ...


Als Wahrsager müsste das Leben ja eigentlich ein Kinderspiel sein. Man sieht ja quasi alles kommen. Doch leichter gesagt, als getan.
Irgendwie schaft es Alex sich in die ausweglose Lage zu manövrieren Spielball und Schachfigur mächtiger Magier zu werden. Es wäre ja auch zu langweilig
"nur" einen Laden für Zauberei zu führen und sich aus allem rauszuhalten. Stattdessen beginnt eine Jagd auf ein Artefakt, dass die Welt verändern könnte,
bei der niemand so recht weiß, wer eigentlich auf welcher Seite steht.

Klappentext und Titel haben mich ein wenig in die Irre geführt. Beides passt meiner Meinung nach nicht so richtig zum Buch. Die Athmospähre und Umgebung in
London wurde toll erfasst und beschrieben. Schade, dass man nicht mehr von der Stadt mitbekommen hat, wie der Titel vielleicht vermuten lässt. Dennoch schaffte der
Autor es, mich in seinen Bann zu ziehen. Das lag zum einen an dem herrlich vielschichtigem Helden, der so geistrich, witzig und dann doch so verletztlich wirken kann.
Zum zweiten machen die Nebencharaktere die Geschichte spannend, da immer wieder unklar ist, wer auf welcher Seite steht oder wer wann auftauchen könnte. Und dann
ist das noch dieser wunderbare Schreibstil. Lockerleicht führt uns Alex aus seiner Perspektive durch die Geschichte und spricht den Lesen teils direkt an, gibt Erklärungen
ab oder behauptet einfach bestimmte Dinge jetzt nicht beschreiben zu müssen, da wir sie bestimmt nicht lesen wollen.
Teilweise habe ich mich mit den Verknüpfungen zu Rückblenden in die Vergangenheit etwas schwer getan und ein paar Zusammenhänge blieben offen, aber das tat dem Fortgang
der Geschichte nicht weh, sodass man auch trotz ein paar Fragezeichen in den Augen sehr gut folgen konnte.

Es war mir ein Vergnügen in die Welt der Londoner Magier einzutauchen und allen Liebhabern von Harry Potter, Phantastische Tierwesen etc. würde ich diesen Ausflug ebenfalls nahelegen.
London ist immer einen Besuch wert.

Veröffentlicht am 10.04.2019

Spannend bis zum letzten Kapitel

Ostseeangst
0

Ihr neuer Fall führt Pia Korriki auf einen Bauernhof am Hemmeldorfer See. Dort findet eine Gruppe junger Kajakfahrer eine abgetrennte Hand im Lagerfeuer. Als dann in der folgenden Nacht die Gruppenleiterin ...

Ihr neuer Fall führt Pia Korriki auf einen Bauernhof am Hemmeldorfer See. Dort findet eine Gruppe junger Kajakfahrer eine abgetrennte Hand im Lagerfeuer. Als dann in der folgenden Nacht die Gruppenleiterin der Jugendgruppe spurlos verschwindet und auf dem Gelände eines Bauernhofes weitere Leichenteile auftauchen, weiten sich die Ermittlungen immer weiter aus. Nach ein paar privaten Problemen und Konflikten mit ihrem Vorgesetzten, rät dieser Pia zu einer Auszeit, die diese aber keinesfalls antreten will. Als Taucher dann weitere Leichenteile aus dem See bergen, ist das Thema Auszeit für Pia vom gänzlich vom Tisch.

Mein erster Ausflug ins Krimi-Genre war ein voller Erfolg. Mit Pia hat Eva Almstädt eine taffe und selbstbewusste Ermittlerin geschaffen, die trotz privater Rückschläge kämpft und sich auch gerade beruflich nicht unterkriegen lässt. Pia wirkte auf mich immer motiviert und stets einsatzbereit und dennoch symphytisch und einfühlsam. Gerade zusammen mit ihrem Partner Broders, der nie um einen flotten Spruch verlegen ist, wird es immer witzig.
Mir gefiel besonders gut, dass sich der Fall so gestaltet, dass man viele Vermutungen hat, sich die Ermittlung in etliche Richtungen erstrecken und man tatsächlich erst ganz am Ende dahinterkommt, wie nun tatsächlich alles zusammenhängt.
Im Buch herrscht eine gesunde Mischung zwischen dem Fall und dem Privatleben der Ermittlerin. Auch wenn man erst, wie ich, in die Reihe einsteigt, kann man durch kleine „Rückblenden“ gut folgen, was die Entwicklung der Protagonistin angeht.

Mich hat das Buch voll mitgenommen. Ich konnte mit mitknobeln, vermuten, Vermutungen wieder über den Haufen werfen und die Spannung blieb bis zum Ende ganz oben. Wenn alle Krimis so gut, so spannend und mitreißend sind, wird’s demnächst voll im Bücherregal.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 07.04.2019

Schon nach Kapitel 2 verliebt in die Geschichte

Animant Crumbs Staubchronik
0

Animants Mutter hat große Pläne für ihre störrische Tochter. Der perfekte Ehemann soll her, damit ihr Kind ausgesorgt hat. Um den Heiratsplänen zu entfliehen, erklärt Ani sich spontan bereit mit ihrem ...

Animants Mutter hat große Pläne für ihre störrische Tochter. Der perfekte Ehemann soll her, damit ihr Kind ausgesorgt hat. Um den Heiratsplänen zu entfliehen, erklärt Ani sich spontan bereit mit ihrem Onkel nach London zu gehen und dort in der Bibliothek der Universität als Assistentin des Bibliothekars Mr. Reed zu arbeiten. Dieser verschleißt mit seiner griesgrämigen Art, seiner schlechten Laune und seinen hohen Anforderungen seit Monaten einen Assistenten nach dem anderen und nun soll Animant es richten.
Sie erlebt einen aufregenden, arbeitsreichen und lehrreichen Monat in London, der sie nicht nur dem Alltag entfliehen lässt, sondern auch die ein oder andere Überraschung bereithält.

In dieses Buch muss man sich einfach schon nach wenigen Seiten verlieben. Lin Rina schafft es mit ihrer lockeren, ironischen und modernen Schreibweise Schwung und Pepp in einen historischen Roman zu bringen. Animant habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Stur, neugierig und frech entspricht sie überhaupt nicht dem Frauenbild der damaligen Zeit und stößt mit ihrer Liebe zu Büchern nicht immer und überall auf Verständnis oder gar Bestätigung. Der störrische Mr. Reed hingegen, verkörpert alles, was man nicht mag. Er ist unhöflich, gemein und launisch. Wer wünscht sich denn so einen Vorgesetzten? Ani sicher nicht. Die Begegnungen der beiden, die Blicke, die Dialoge und ihr Umgang miteinander sind einfach so extrem unterhaltsam, dass es mir schwerfiel das Buch überhaupt aus den Händern zu legen. Man will einfach wissen, was als nächstes passiert und welche Abenteuer noch auf Ani warten. Ich war begeistert beim Lesen. Verliebt in die Protagonisten, den bildhaften Beschreibungen, dem Charme und Witz, den diese Story mit sich bringt. Vom Cover mal ganz zu schweigen. Ein echtes Schmuckstück.

Wer "Stolz und Vorurteil" mochte, sollte sich mit diesem Buch, einer Tasse oder besser eine Kanne Tee in seinen Lesesessel zurückziehen und sich mit Animant und Mr. Reed auf die Reise nach London machen.

Veröffentlicht am 02.04.2019

Ganz okay, aber so richtig konnte der Funke nicht überspringen

Ich weiß, du bist hier
0

Als ihr Mann David im Sommer zu einer Kajaktour aufbricht und nach einem schweren Gewitter nicht zurückkehrt, geht man davon aus, dass er tot ist.
Bis er plötzlich monate später wieder vor Sarah steht, ...

Als ihr Mann David im Sommer zu einer Kajaktour aufbricht und nach einem schweren Gewitter nicht zurückkehrt, geht man davon aus, dass er tot ist.
Bis er plötzlich monate später wieder vor Sarah steht, die nicht weiß was sie glauben soll.
Ist ihr Mann garnicht tot? Warum sollte er nach Monaten zu ihr zurückkehren? Bildet sie sich alles nur ein?

Laura Brodie schafft es mit ihrer Geschichte die Linie zwischen Fantasie und Realität so dünn und durchscheinend zu gestalten, dass man als Leser
selber nicht mehr weiß, was man glauben soll. Mit Sarah schafft sie eine verzweifelte, aber dennoch irgendwie zwiespältige Protagonistin,
die vom scheinbaren Tod ihres Mannes betrübt, aber auch befreit wirkt. Die Geschichte plätscherte anfangs etwas dahin, sodass es für mich schwierig
war ins Buch einzusteigen. Mehrere Male war ich kurz vom Abbruch, weil scheinbar nichts passierte, was mich packen konnte. Im letzten Anlauf
konnte ich dann den "toten Punkt" überwinden und das Buch dann fast in einem Stück durchlesen.
Dennoch hat die Story definitiv ihre Höhen und Tiefen. Teils waren mir die Zitate zu melancholisch oder hochtrabend, in einer sanften Liebesgeschichte.

Unterm Strich bin ich jedoch froh, dass Buch beendet zu haben, die die Autorin schaffte es ihre Erzählung sehr bildhaft zu verpacken und gerade Sarah als
Hauptprotagonistin regt sehr zum Nachdenken an.