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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2020

Psychologisches Drama

Die Wälder
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Lange weiß man nicht, wie die beiden Erzählstränge zusammen passen, sie bilden jedoch den Grundstock für die vorliegende Spannung. Beide verbindet ein weit ab gelegenes Dorf, düster und unheimlich, am ...

Lange weiß man nicht, wie die beiden Erzählstränge zusammen passen, sie bilden jedoch den Grundstock für die vorliegende Spannung. Beide verbindet ein weit ab gelegenes Dorf, düster und unheimlich, am Rande eines Waldes. Was hat es mit diesem düsteren Wald auf sich? Welche Geheimnisse verbirgt er? Was ist heute geschehen, was damals?

Nina lebt seit langer Zeit in einer Großstadt. Doch als sie die Nachricht vom Tod eines Jugendfreundes erhält und auch noch einen Abschiedsbrief, der die Bitte enthält, dass zu beenden, was er, wenn sie diesen Brief erhält, nicht mehr geschafft hat. Nina zögert, will sie sich auf eine gefährliche Reise in die Vergangenheit begeben? Sich selbst einer drohenden Gefahr aussetzen und zudem das, was sie seit langer Zeit vergessen wollte, wieder ans Tageslicht befördern? Doch eigentlich bleibt ihr keine Wahl, sie will Tims Tod rächen und endlich die Wahrheit ans Licht bringen und einen Mörder, der vor langer Zeit gemordet hat, überführen.

Melanie Raabes neuester Thriller ist ein psychologisches Drama mit einigen spannenden Szenen. Die Spannung wird allerdings vielmehr davon getragen, dass der Leser die Zusammenhänge lange nicht durchschaut, dass gefährliche Situationen sehr gut erzählt werden und man eine latente Gefahr während des gesamten Lesens spüren kann.
Am Ende gibt es noch einige überraschende Wendungen, die aber dann sehr überzeugend Licht in das Dunkel bringen. Ich war relativ schnell mit dem Buch durch, weil ich die ganze Zeit mitgefiebert hatte und ich ich durch die angenehm lesbare und spannde Erzählweise bestens unterhalten gefühlt habe.


  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2020

Psychologische Verwicklungen

Neuschnee
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Neun Freunde verbringen die Tage um Silvester in einer einsam gelegenen Lodge, fernab jedweder Zivilisation. Lediglich zwei Angestellte und ein weiteres Pärchen sind auf dem weitläufigen Gelände. Nach ...

Neun Freunde verbringen die Tage um Silvester in einer einsam gelegenen Lodge, fernab jedweder Zivilisation. Lediglich zwei Angestellte und ein weiteres Pärchen sind auf dem weitläufigen Gelände. Nach drei Tagen ist einer von ihnen tot und Hilfe von außen kann aufgrund des vielen Schneefalls nicht kommen.

Lange bleibt es spannend - wer ist das Opfer und vor allem wer ist der Täter?

Lucy Foley schreibt in zwei Erzählsträngen - eine, die mit der Fahrt in den Urlaub beginnt und ein zweiter, der mit dem Verschwinden des Opfers anfänft. Die Erzählperspektivern wechseln ständig, so bekommt der Leser nach und nach ein sehr guten Eindruck von den Personen im Roman. Nicht alles ist so, wie es anfangs scheint. Nach und nach entpuppt sich der Ausflug nicht als so fröhlich und die Menschen als nicht so glücklich, wie gedacht. Immer mehr Abgründe, Verwicklungen, Spannungen und - ja - auch Hass untereinander werden offenbart.


Die Autorin hat mich am Ende richtig mit diesem Plot gefesselt, auch wenn er am Anfang sehr sacht und auch relativ unspektakulär beginnt. Aber das Durchhalten am Anfang hat sich gelohnt, die Spannung steigert sich gewaltig und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Der Schreibstil von Foley hat mir sehr gut gefallen, die Protagonisten hatten eines gemeinsam: irgendwie konnte jeder Opfer/Täter sein, alle hatten ihren "Dreck am Stecken", jedem hätte ich es zugetraut - naja, fast jedem. Durch die lange offene Frage nach dem "Who done it" bleibt der Spannungsbogen hoch, auch wenn es hier relativ unblutig zugeht.


"Neuschnee" ist kein blutiger Thriller, sondern einer mit Untiefen, Überraschungen und psychologischen Verwicklungen .

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.02.2020

Fesselnde Unterhaltung

Blutige Gnade
4

"Blutige Gnade "ist der 4. Fall von Leo Born mit Mara Billinsky und war mein erster Thriller von ihm, den ich gelesen habe. Die anderen drei werde ich jetzt allerdings nachholen (müssen), da mir der Erzählstil ...

"Blutige Gnade "ist der 4. Fall von Leo Born mit Mara Billinsky und war mein erster Thriller von ihm, den ich gelesen habe. Die anderen drei werde ich jetzt allerdings nachholen (müssen), da mir der Erzählstil und die packende Handlung fesseln und überzeugen konnte.
Man brauche kein Vorwissen um in die Handlung hineinzukommen, aber sicherlich ist es für das Verständnis der Figurententwicklung vorteilhafter, die Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Gleich am Anfang gibt es in "Blutige Gnade" das erste Opfer: die Frau eines einflussreichen Geschäftsmannes wird in ihrem Haus ermordert. Doch dies ist nur der Auftakt zu einer Reihe weiterer Leichen. Das zweite Opfer ist ein Journalist, der brisantes Material veröffentlichen wollte, doch dazu kam es nicht mehr, er wird brutal mit einer Nagelpistole über Stunden gefoltert, bis hin zu seinem qualvollen Tod.

Mara Billinsky und ihr Kollege Jan Rosen von der Frankfurter Kriminalpolizei können keine Zusammenhänge bei den Opfern feststellen, sie müssen breitgestreut Ermittlungen anstellen und treten auf der Stelle, denn Motive sind nur bei dem toten Journalisten feststellbar, doch alle seine gesammelten Daten sind verschwunden. Lange tappen die beiden im Dunkeln und die Zeit läuft ihnen mit jedem weiteren Opfer davon...

Mir hat der spannende, abwechslungsreiche Erzählstil mit verschiedenen Perspektiven von Leo Born sehr gut gefallen. Lange kann man mitraten, wer hinter den Taten steckt, an manchen Stellen wird sehr schonungslos von Taten und Zuständen (dazu gleich mehr) berichtet, aber alles noch in den Grenzen der Zumutbarkeit für den Leser. Für mich ein gelungener Thriller, aber keiner, der - für mich- zu brutal wäre.

Ein großes Thema im Buch spielt auch eine Wurstfabrik, hier werden Zustände geschildert, die man beim Lesen kaum ertragen kann, dennoch sind sie, wie aktuelle Fälle in der Vergangenheit bewiesen haben, nicht aus der Luft gegriffen, sondern könnten sich so oder so ähnlich auch zugetragen haben.

Leo Born hat den Figuren, besonders dem Ermittlerduo und hier insbesondere natürlich Mara, die Krähe genannt, realistische und sehr facettenreiche Wesenszüge, Gefühle, Gedanken und allgemein Leben eingehaucht, Dialoge klingen passend und Situationen wurden Kopf-Kino-mäßig beschrieben.

Am Ende hatte ich, vielleicht auch durch den Austausch in einer Leserunde mit vielen anderen lesenden "Ermittlern", eine große Vorahnung, wie sich alles zusammensetzt und zugetragen hatte, desshalb fehlte vielleicht ein kleine Wow-Effekt am Ende, aber dennoch hat mir dies nicht die Leselust genommen, im Gegenteil, ich möchte jetzt noch mehr Frankfurt-Tatort-Thriller des Autors lesen. Gut, dass auch der nächste Fall für die Krähe und das Team schon in diesem Jahr folgen wird.

Hier: 4,5 Sterne von mir und eine Lesempfehlung für alle Krimi/Thriller-Leser.

  • Spannung
  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.02.2020

Ungewöhnlich und sehr fesselnd

Alles, was geschieht, hat seinen Grund
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ch hätte nicht gedacht, dass mich dieses Buch so packen und überraschen würde. Neugierig geworden bin ich schon durch die Klappentexte. Vier Frauen, vier Schicksale. Ich wollte mehr davon wissen und bin ...

ch hätte nicht gedacht, dass mich dieses Buch so packen und überraschen würde. Neugierig geworden bin ich schon durch die Klappentexte. Vier Frauen, vier Schicksale. Ich wollte mehr davon wissen und bin vollkommen eingetaucht in dieses ungewöhnliche Buch.

Der Erzählstil ist einzigartig und sehr fesselnd. Schnell findet man in den ungwöhnlichen Stil hinein, man beginnt die Protagonistinnen zu verstehen, ihre Situationen, aber vor allem ihre Gefühle, ihre Wut, ihre Trauer, ihre Träume, ihr Abschied. Der Roman handelt von vier ganz unterschiedlichen Frauen: Carmela, Viviana, Sara und Marina, alle haben ihre ganz besonderen Probleme, ise kommen aus verschiedenen Schichten, sind verschieden alt und haben eigentlich nicht miteinander zu tun....eigentlich.

Abwechselnd, in immer sehr kurzen Sequenzen von 1-3 Seiten, schütten sie ihr Herz aus, aber nicht irgendwem, sondern sie sprechen auf Anrufbeantwortern oder texten Mailboxen zu. Sie erwarten gar keine Antwort, sie schöpfen durch ihre Selbstgespräche Mut, sie lassen ihren Frust heraus, sie reflektieren ihre Situationen. Nach und nach schöpfen sie Mut, sie fangen an sich zu verändern. Nach und nach lernt auch der Leser sie besser kennen, ihren Hintergründe, ihre Beweggründe.
Die Autorin hat immer wieder für den Leser überraschende Wendungen eingebaut, immer wieder ergibt sich ein AHA-Effekt, Fäden, die zusammen führen und irgendwann konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe am Ende mit Wehmut die letzten Seiten gelesen. Die Protagonistinnen sind mir sehr ans Herz gewachsen, alles wirkte real und aus dem Leben gegriffen.


Das Buch war für mich ein Lesehighlight !

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.01.2020

Pageturner mit Tiefgang und Emotionen

Die Schleusen des Himmels
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Allie und ihr Mann haben schon lange Zeit große Probleme. Ihr letztes Telefonat besteht von ihrer Seite nur aus Vorwürfen und bösen Worten. Nur noch wenige Milen trennen Jake von Allie, als er mit dem ...

Allie und ihr Mann haben schon lange Zeit große Probleme. Ihr letztes Telefonat besteht von ihrer Seite nur aus Vorwürfen und bösen Worten. Nur noch wenige Milen trennen Jake von Allie, als er mit dem Sattelzug einen katastrophalen Unfall baut.

Joseph( Jo-Jo) Brooks lebt zurückgezogen in den Bergen. Aber dann eilt er einer jungen Frau mit ihren Kindern zur Hilfe, die auf der Flucht sind. Gleich zwie rasante Kapitel als Einstieg, bei denen es gleich am Anfang hart zur Sache geht, Leben auf dem Spiel stehen und es nicht zimperlich zugeht.

Durch Zufall ist Jo-Jo kurz danach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Bei einem Abstecher, den er an seinen Heimatort machen will, eigentlich unerkannt und in aller Stille, erfährt er vom Unfalltod des Ehemannes seiner Jugendliebe Allie. Auch hier kann er nicht anders, er muss ihr helfen, nachdem er festgestellt hat, wie verzweifelt ihre Situation ist. Doch immer wieder wacht er schweißgebadet auf, immer wieder hat er Aussetzer, Ausraster, Ausfälle....seine Vergangenheit kann der 64jährige nicht abstreifen und nun muss er auch darum kämpfen sein lange gehütetes Geheimnis nicht preiszugeben.


Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber nicht ein dermaßen packendes Buch! Hier wird man regelrecht hineingesogen. Ich jedenfalls konnte es kaum aus meinern Händen legen.

Zum einen ist die Figur des Jojo sehr einfühlsam beschrieben, seine Ecken und Kanten, sein hilfreiches Wesen, dass so im Kontrast zu seiner eher rauen und verschlossenen Schale steht. Man wird lange nicht schlau aus seinem Verhalten, doch nach und nach bekommt seine Schale Risse, man kann hinter seine Fassade ins Innere schauen. Alles spannend und packend erzählt, so dass man peu á peu mehr erfährt und ihn immer mehr verstehen kann, aber auch emotional durch seine Geschichte berührt wird.

Und das ist das zweite, was Charles Martin so fantastisch hinbekommen hat: nicht nur den Spannungsfaktor hoch zu halten, sondern auch den emotionalen Schalter an den richtigen Stellen umzulegen, so dass man am Ende die Figuren mit Wehmut zurück lässt.


Der packende Erzählstil rundet das ganze noch ab. Die Dialoge, die Gedanken, die Wechsel der Perspektiven an den richtigen Stellen, der ein oder andere Cliffhanger, die überraschenden Wendungen, ergeben zusammen einen wahren Pageturner.

Den Stoff zum Nachdenken in "Die Schleusen des Himmels" bieten posttraumatische Belastungstörungen, sowe die Themen Liebe ,Hass, Familienbande, Schuld, Vergebung, Erinnerungen und Vergessen-Können.

FAZIT: Packender Erzählstil, ein Pageturner mit viel Stoff zum Nachdenken und Tiefgang, sowie vielen Emotionen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere