Profilbild von warmerSommerregen

warmerSommerregen

Lesejury Star
offline

warmerSommerregen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit warmerSommerregen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2025

Wunderbar skurril und unterhaltsam!

Earthventure in Las Vegas
0

Odiklu vom Planeten Angrodan hat nach langen Recherchen auf der Erde die ideale Geschäftsidee: Er möchte Reisen auf diesem naturbelassenen Planeten mit durchsichtigem Wasser anbieten, bevor dieser noch ...

Odiklu vom Planeten Angrodan hat nach langen Recherchen auf der Erde die ideale Geschäftsidee: Er möchte Reisen auf diesem naturbelassenen Planeten mit durchsichtigem Wasser anbieten, bevor dieser noch unter Naturschutz gestellt wird. Zu diesem Zweck benötigt er einen menschlichen Reiseführer, der seinen Kunden authentische Erlebnisse nach ihren Wünschen ermöglicht. Fündig wird er auf einer Comic Con, denn wie erwartet scheinen Nerds dieser Angelegenheit gegenüber angenehm aufgeschlossen zu sein. Und so steigt Josh ins Geschäft ein. Dass die von Odiklu vorgeschlagenen Unternehmungen mit Touristen ziemlich seltsam und teils wirklich herausfordernd wirken, rückt angesichts der versprochenen Bezahlung schnell in den Hintergrund. Es dauert nicht lange bis die erfolgreiche Angrodanerin Ulionk ihr Abenteuer auf der Erde bucht. Als sie als Tante Uli aus Kirgistan getarnt in Las Vegas ankommt, beginnt ein Trip, der Josh immer wieder vor Herausforderungen stellt. Teilweise müssen zur Erfüllung der Wünsche die Grenzen des Legalen überschritten werden. Daher braucht es jede Menge Eis, Donuts und gute Nerven.


Bereits vorm Lesen hat mich die wunderschöne Gestaltung mit dem überaus passenden Motiv-Farbschnitt angesprochen. Kurz nachdem ich mit dem Lesen begonnen hatte, war ich schon tief in die Geschichte abgetaucht. Das Buch ist wunderbar unterhaltsam und durch die vielen kreativen Einfälle der Autorin derart skurril, dass ich bei der Lektüre ständig schmunzeln musste. Dabei wird oft auch die Absurdität für uns selbstverständlicher Gegebenheiten vor Augen geführt, wenn Tante Uli ganz naiv Fragen stellt, die einer Touristin nun mal beim Treffen auf eine fremde Kultur in den Sinn kommen. Beim Boxen wird nur um einen Gürtel gekämpft? Aber immerhin gibt es in Las Vegas wunderbare Süßigkeiten und Autos ohne automatische Anschnallgurte. Natürlich kommt auch die Spannung nicht zu kurz, denn trotz vieler Versuche, nicht aufzufallen, kann man als Alien selbst in Las Vegas nicht perfekt untertauchen. Die Charaktere sind sehr liebevoll gezeichnet und es macht Spaß, sie auf diesem Abenteuer zu begleiten. Das Ende ist schön rund und lässt einen mit einem guten Gefühl zurück.


Daher freue ich mich sehr auf die beiden folgenden Bände, die bereits angekündigt wurden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.10.2025

Mit der aufwendigen Gestaltung perfekt für Halloween!

Rupert präsentiert: Echt unheimliche Gruselgeschichten (Band 3)
1

Passend zu Halloween präsentiert Rupert gruselige Geschichten rund um Werwölfe, Vampire, Gespenster, Zombies, Mumien und andere Gestalten. Von kalten Schauern bis ausgelassenes Gelächter ist mit dieser ...

Passend zu Halloween präsentiert Rupert gruselige Geschichten rund um Werwölfe, Vampire, Gespenster, Zombies, Mumien und andere Gestalten. Von kalten Schauern bis ausgelassenes Gelächter ist mit dieser Lektüre alles möglich.

Ganz vorneweg muss bei diesem Buch die Gestaltung stehen, denn diese ist wirklich außergewöhnlich. Das Cover und den Farbschnitt finde ich wunderbar gelungen. Sowohl die sehr zu Halloween passende Farbwahl als auch das im Dunkeln leuchtende Cover sind super. Zudem beinhaltet das Buch eine schwarze Maske, die sich heraustrennen lässt. Das ist eine sehr süße Idee und rundet das Ganze ab. Die Illustrationen sind so, wie man sie von Jeff Kinney erwartet und fügen sich daher schön in die Reihe.

In dem Buch finden sich 14 kurze Geschichten, die mal mehr und mal weniger düster sind. Schwarzen Humor findet man jedoch in jeder – und ganz viel Kreativität. Am besten hat mir die Geschichte "Der Streichespieler" gefallen, auch wenn – oder vielleicht gerade weil – das Ende bitterböse war. Immer wieder bieten sich kleine Gespräche zum Thema Moral oder Anderssein an, was mir gut gefällt. Die einzelnen Erzählungen sind sehr kurzweilig und werden durch die Illustrationen schön aufgelockert oder ergänzt. Mir gefällt sehr gut, dass die Illustrationen nicht einfach nur den Text begleiten, sondern Teil des Textes sind und ohne sie die Geschichte eben nur lückenhaft wäre. Immer wieder fallen kleine Details ins Auge, die mich zum Schmunzeln gebracht haben - etwa der Geist, der sich ein Fußballspiel anschaut und bei dem man nicht weiß, ob er die Mannschaft ausbuht oder einfach nur Gespenstergeräusche macht (S.40) oder die Abbildung einer Zeitung, bei der neben der Schlagzeile ein kleiner Artikel mit dem Titel “Kindergeburtstag: Mumie zerschlägt Piñata” abgebildet ist (S.141). Auch Wortspiele wie Zeh-Realien (S.153) sind gelungen und passen natürlich genau in die Geschichte.

Nichtsdestotrotz würde ich bei diesem Buch ganz besonders empfehlen, sich die Geschichten vor dem gemeinsamen Lesen erst mal allein anzuschauen und daraufhin zu untersuchen, ob die Kinder für dieses Buch wirklich alt genug – beziehungsweise bereit – sind. Die Leseempfehlung liegt 8-11 Jahren – beispielsweise die Geschichte über die Oma (“Das Nickerchen”) hat bei manchen Kindern aber vielleicht Tränenpotential.

Insgesamt handelt es sich um ein kurzweiliges Buch, das auch für ältere Leser geeignet ist und durch den schwarzen Humor, viele kreative Ideen und lustige Details für unterhaltsame Lesezeiten sorgt. Die Altersempfehlung würde ich nur als groben Richtwert sehen und empfehlen, für sein Kind erst einmal zu prüfen, ob der Humor angemessen ist. Jeff Kinneys Handschrift merkt man auf jeder Seite, weswegen das Buch sowohl für Fans von Greg und Rupert als auch für Neu-Einsteiger geeignet ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 05.10.2025

Atmosphärischer Wohlfühl-Krimi

Nächster Halt: Mord. Ein Weihnachtskrimi
0

Als die junge Journalistin Rachel von ihrem Arbeitgeber für eine Recherche zwei Karten für die Jungfernfahrt des glamourösen Golden Highlander erhält, steht fest, dass sie ihre 16jährige Schwester Millie ...

Als die junge Journalistin Rachel von ihrem Arbeitgeber für eine Recherche zwei Karten für die Jungfernfahrt des glamourösen Golden Highlander erhält, steht fest, dass sie ihre 16jährige Schwester Millie auf die 3-tägige Reise von London nach Edinburgh mitnehmen wird. An Bord des nostalgischen Luxuszuges gibt es alles, was das Herz höher schlagen lässt: Stilvolle Zwanziger-Jahre-Einrichtung, Stewards, die einem jeden Wunsch erfüllen, luxuriöse Gerichte und Getränke sowie ein hochkarätiges Unterhaltungsprogramm - ebenso wie schillernde Prominenz. Für Rachel gibt es also genug Material für ihre Reportage über die Leute, die sich eine solche Luxusreise leisten können und so beginnt sie mit ihren ersten Interviews. Allmählich tauchen jedoch Spannungen zwischen einigen Gästen auf. All dies gipfelt in einem kaltblütigen Mord im wunderschönen Bibliotheks-Wagon. Liegt das Motiv in dem Diebstahl einer wertvollen Kette oder steckt mehr hinter der Sache? Während Rachel von der ganzen Angelegenheit nichts wissen möchte, stürzt sich die mutige wie neugierige Millie in ihre Ermittlungen. Denn eins ist allen klar: Der Mörder muss noch an Bord des eingeschneiten Zugs sein.

Das Buch ist aus der Sicht von Millie geschrieben, die selbst keine begeisterte Krimi-Leserin ist und sich daher erst ins Ermitteln hineinfinden muss. In meinen Augen ist ihr Charakter, wie auch jeder andere im Buch, sehr schön ausgearbeitet worden und dadurch überzeugend. Dass sie 16 Jahre alt ist, glaubt man sofort. Dabei ist sie jedoch kein tollpatschiges Mädchen, sondern eine glaubhafte und liebenswerte Figur, die ich sehr gerne beim Lesen begleitet habe. Humorvoll und mit Liebe fürs Detail wird der luxuriöse Zug beschrieben, sodass man beim Lesen wunderbar in die winterliche Welt abtauchen kann. Beim Lesen habe ich mir bewusst Zeit dafür genommen, mir die Szenen genau vorzustellen. Dazu laden die Ausführungen wunderbar ein, ohne jemals zu ausschweifend oder gar langweilig zu werden. Ich habe den sehr atmosphärischen Krimi sehr genossen.

Gekonnt führt einen die Autorin immer wieder auf falsche Fährten und obwohl ich bei der Lektüre zusammen mit Millie zahlreiche Theorien aufgestellt habe, war ich von der Auflösung überrascht. Nichtsdestotrotz war sie absolut schlüssig. "Nächster Halt: Mord" wird als Cosy Crime gelistet und diese Bezeichnung verdient das Buch voll und ganz. Ich konnte bei der Lektüre wunderschön abschalten und fand es schade, als ich das Buch ausgelesen hatte - und dann noch nicht mal Schnee lag. Für mich ist der Krimi die perfekte Einstimmung auf die Weihnachtszeit und einfach wunderschön geschrieben - mit allem, was ein guter Weihnachts-Krimi braucht. Von mir gibt es daher eine klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.10.2025

Kleine Winter-Leseauszeit

Drei Tage im Schnee
0

Hannah, die beruflich sehr erfolgreich ist, braucht dringend eine Auszeit. Ihr Alltag ist voller Hektik und Stress, aber Sachen, die ihr Freude bereiten, fehlen gänzlich. Also mietet sie sich für ein Wochenende ...

Hannah, die beruflich sehr erfolgreich ist, braucht dringend eine Auszeit. Ihr Alltag ist voller Hektik und Stress, aber Sachen, die ihr Freude bereiten, fehlen gänzlich. Also mietet sie sich für ein Wochenende eine bescheidene Holzhütte fernab der turbulenten Großstadt. Diese ist nicht nur ziemlich abgelegen, sondern auch wunderschön eingeschneit. Plötzlich taucht Sophie, ein kleines Mädchen im roten Schneeanzug, auf und wirbelt Hannahs Leben herum. Während die beiden ein Schneinhorn bauen, Schneeengel machen, ein Iglu bauen oder gemeinsam Kakao trinken und Kekse essen, freunden sie sich an. Obwohl sie noch sehr jung ist, kann Sophie Hannah Tipps geben, wie sie besser im Moment leben und auf sich achten kann. Das inspiriert Hannah dazu, über ihr eigenes Leben nachzudenken - und darüber, was sie im Leben wirklich möchte. Nach und nach kommen immer mehr Erinnerungen hoch und Hannah verspürt zunehmend den Wunsch, etwas zu ändern.



Mit 176 Seiten ist das Buch ideal für Zwischendurch. Es liest sich gut und man kann den Ausführungen leicht folgen. Bei einigen Aspekten, die Hannah beim Blick auf ihr Leben auffallen, habe ich mich ein bisschen ertappt gefühlt; andere Aspekte waren mir (glücklicherweise) fremd. Als Charakter fand ich Hannah nicht greifbar, da sie so verloren wirkt und so viel Ballast an dem Wochenende hochkommt. Sophie hingegen hat mir als Figur gefallen und ich konnte sie mir sehr gut vorstellen. Mit ihrer kindlich-naiven Art stuppst sie Hannahs Gedankengänge an und spricht frei heraus, was sie denkt und wie einfach das mit dem Glücklichsein doch eigentlich geht.

Allerdings kann man auf derart wenig Seiten nicht viel Tiefgang erwarten. Im Klappentext heißt es: "Eine Geschichte über den Mut, auf die eigene Stimme zu hören. Und darüber, wie wir den Menschen finden, der wir werden wollten, als wir klein waren". Ich denke, das ist etwas weit gegriffen. Vielmehr ist das Buch in meinen Augen eine kleine winterliche Auszeit aus dem Alltag, bei der man seicht dazu angeregt wird, das eigene Glück zu reflektieren. Das passt gut in die Weihnachtszeit, ist aber gleichwohl nicht revolutionär. Während ich die Szenen mit Sophie amüsant und schön zu lesen fand, waren mir die Reflexionen teilweise zu unaufgeregt.

Insgesamt halte ich das Buch für eine unaufgeregte und entspannte Lektüre, mit der einem eine kleine Auszeit vom stressigen Alltag gelingen kann. Poetisch oder inspirierend fand ich es allerdings weniger.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.09.2025

Ein wunderschönes und tröstliches Buch mit toller Botschaft!

Der Regenzaubermarkt: Der Feel-Good-Bestseller aus Korea – tauche ein in eine magische Welt, in der alles möglich ist!
0

Jedes Jahr öffnet ein ganz besonderer und magischer Ort seine Pforten: Der Regenzaubermarkt. Überall hört man Gerüchte über den Ort, an dem man zu Beginn der Regenzeit sein Unglück gegen ein neues Lebensglück ...

Jedes Jahr öffnet ein ganz besonderer und magischer Ort seine Pforten: Der Regenzaubermarkt. Überall hört man Gerüchte über den Ort, an dem man zu Beginn der Regenzeit sein Unglück gegen ein neues Lebensglück eintauschen und somit seinen tiefsten Wunsch in Erfüllung gehen lassen kann. Serin, die in ihrem Leben bereits viel Unglück erfahren hat, setzt all ihre Hoffnung in den Regenzaubermarkt und recherchiert alles, was sie über ihn in Erfahrung bringen kann - auch, wie sie eine Einladung erbeten kann. Dafür schreibt sie einen Brief, in dem sie all ihr Unglück von der Seele wegschreibt. Als sie per Post eine goldene Eintrittskarte erhält, kann sie es kaum glauben und macht sich auf den Weg nach Rainbow Town. Dort findet sie tatsächlich den Regenzaubermarkt und begibt sich auf die Suche nach ihrem Lebensglück. Allerdings gibt es auch einen Haken: Serin hat nur bis zum Ende der Regenzeit in einer Woche, um ihr Glück zu finden. Schafft sie es nicht, muss sie für immer an diesem Ort gefangen bleiben... Zum Glück hat sie die Katze Isha als Gefährtin an ihrer Seite, denn es lauern noch ein paar andere Gefahren.
Mich hat das Cover des Buches, als ich es das erste Mal sah, direkt in seinen Bann gezogen. Ich finde es ganz liebevoll gestaltet und es passt perfekt zur Geschichte. Der Schreibstil ist sehr angenehm und es fiel mir schwer, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen. Auch wenn es sich um ein absolutes Wohlfühlbuch handelt, kommt nämlich die Spannung nicht zu kurz. Während man Serin auf ihrer Suche begleitet, lernt man viele verschiedene und vielschichtige Figuren kennen, die allesamt liebevoll gezeichnet sind. Es fließen koreanische Fabelwesen in die Erzählung ein, was ich sehr schön fand. Die Welt des Regenzaubermarktes ist absolut bezaubernd und der Autor hat viele kreative Ideen einfließen lassen, die die Lektüre zu einem echten Lesegenuss machen. Immer wieder werden humorvolle - aber auch düstere - Elemente eingewoben, die für reichlich Spannung sorgen. Dabei ist das Buch versöhnlich und hat ein wunderschönes Ende, bei dem ich Tränchen in den Augen hatte.

Für mich ist "Der Regenzaubermarkt" ein bezauberndes und tröstliches Buch, das einem vor Augen führt, wie gut man es hat - und ein Buch, das die Zuversicht schenkt, dass alles besser werden kann. Außerdem wird man beim Lesen dazu angeregt, darüber nachzudenken, was für einen selbst Glück ausmacht. Beim Lesen begegnen einem immer wieder schön gewählte Symbole und das Werk hält plausible, aber unerwartete, Wendungen bereit. Mir hat es sehr viel Freude bereitet, Serin auf ihrer Suche zu begleiten.

Diese Geschichte ist mein persönliches Lese-Highlight für dieses Jahr.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere