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Veröffentlicht am 21.06.2026

Düsterer und vielversprechender Reihenauftakt

Anathema
2

Maevyth Bronwick wurde als Säugling am Rande der Eating Woods gefunden. Zwar wird sie von einer durchaus angesehenen Familie aufgenommen, sie ist und bleibt jedoch die Ausgestoßene in einem Dorf, das in ...

Maevyth Bronwick wurde als Säugling am Rande der Eating Woods gefunden. Zwar wird sie von einer durchaus angesehenen Familie aufgenommen, sie ist und bleibt jedoch die Ausgestoßene in einem Dorf, das in allem böse Omen sieht und sektengleich den Roten Gott Caedes anbetet. Regelmäßig werden sündige Gemeindemitglieder geopfert, indem man sie in die Eating Woods schickt. Da Maeve nicht so recht in die Gemeinde passt, wird ihr - erst recht seit ihr Ziehvater gestorben ist - das Leben zur Hölle gemacht. Auch ihre Ziehschwester Aleysia kann ihr nicht helfen, als die Stiefziehmutter sie zwingt, einen alten, reichen Widerling zu heiraten. Die Alternative wäre ähnlich grausam. Die Ereignisse spitzen sich jedoch zu, sodass Maevyth gezwungen wird, ausgerechnet in die verfluchten Eating Woods zu fliehen. Und so trifft sie auf Zevander Rydainn, den tödlichsten Assassinen des gesamten Kontinents Aethyria. Der ist jedoch auf seiner ganz eigenen Mission, um seinen eigenen Fluch zu brechen.



Es ist äußerst schwierig, den Inhalt des 816-Seiten-Buchs zusammenfassen, ohne zu spoilern und ohne, dass es ganz komisch klingt. Schließlich passiert in diesem Werk eine Menge und man kann mit einer kurzen Zusammenfassung dem Worldbuilding überhaupt nicht gerecht werden. Schon zu Beginn ist die düstere Atmosphäre spürbar. Das Dorf, in dem Maevyth lebt, ist in vielerlei Hinsicht grausam und auch ihre Familie, die ihr Geld mit Bestattungen verdient, sorgt direkt für die ersten Eintragungen der Triggerliste ganz hinten im Buch. Selten sind mir in einem Buch derart viele unsympathische Charaktere auf vergleichsweise so wenig Seiten begegnet - ob beim Kult, der Familie oder anderswo. Für mich war es zunächst etwas schwer, in die Erzählung einzutauchen, weil ich mich wirklich konzentrieren musste, um das Gelesene - die Welt - zu verstehen. Gerade zu Beginn ist das Worldbuilding sehr dicht und ich hatte Sorge, etwas Wichtiges zu verpassen, wenn ich nicht ganz aufmerksam lese.

Nach etwa 250 Seiten habe ich aber sehr gut ins Buch gefunden und sobald man die Eckpfeiler und Grundbegriffe verstanden hat, ist man voll im Geschehen. Das Buch wirft immer wieder geschickt Fragen auf, die dann jedoch gut gelöst werden und den nächsten Stein anstoßen. Dies trägt deutlich zur Sogwirkung bei, die das Buch auf mich hatte. Die Welt mit ihren vielen dunklen Facetten ist sehr gut ausgearbeitet und es hat mir Spaß gemacht, in diese Finsternis abzutauchen. Für meinen Geschmack waren die (Body-)Horror-Elemente passend dosiert und ich war von den Einfällen der Autorin begeistert.

Sehr schön ist zudem, dass das Buch aus zwei Perspektiven geschrieben ist. Zevander wird so greifbar und man kann die Welt aus "Anathema" nochmal mit anderen Augen sehen, während man mit Maeve nach und nach aufdeckt, was es mit der Magie und den Glyphen überhaupt auf sich hat.



Zum Ende hin steigt die Spannung dann nochmal stark, vieles wird geklärt - aber es bleibt ein starker Cliffhanger. Ich kann das Buch sehr weiterempfehlen und würde definitiv dazu ermutigen, sich nicht von den ersten 250 Seiten demotivieren zu lassen. Für diesen Part gibt es von mir auch einen halben Stern Abzug, sodass ich bei starken 4,5 von 5 Sternen lande.

Jetzt heißt es bis zum 02. November 2026 auf den zweiten Band, "Eldritch", warten.

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Veröffentlicht am 15.06.2026

Enttäuschend...

Die Mitternachtsreise
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Als Wilbur eines Tages einen Anruf von seiner großen Liebe Maggie, die er jedoch schon Jahrzehnte nicht mehr gesehen hat, erhält, wächst sein Bedürfnis, die Gefühle von damals aufleben zu lassen. Aber ...

Als Wilbur eines Tages einen Anruf von seiner großen Liebe Maggie, die er jedoch schon Jahrzehnte nicht mehr gesehen hat, erhält, wächst sein Bedürfnis, die Gefühle von damals aufleben zu lassen. Aber er ist nicht mehr derselbe, er ist alt und gebrechlich und schafft es noch gerade so, Maggies Abschiedsbrief vom Dachboden zu holen, bevor er stirbt. Doch ist mit seinem Tod noch lange nichts zu Ende, denn schon bald befindet er sich, wieder ganz jung, im Mitternachtszug. An der Seite des Geists von Agnes Bagdale, deren Buchladen er früher übernommen und dann zu einem großen Imperium aufgebaut hat, wandelt der Geist von Wilbur durch verschiedene Stationen seines Lebens. Allerdings darf er nur Zuschauer sein, weil ein Eingreifen des Geists fatale Folgen haben könnte. Und so sieht er die glücklichen, aber auch die vielen unglücklichen Momente seines Lebens. Als er begreift, was er hätte anders machen müssen, um sich und seiner Liebe treu zu bleiben, wittert er eine letzte Chance.

Ich habe mich sehr schwergetan, in die Erzählung abzutauchen. Zwischendurch sind schöne Sätze eingestreut, vieles wirkte auf mich aber sehr aufgebauscht und pseudo-philosophisch. Generell kamen bei mir die Emotionen des Buches nicht rüber und die Geschichte zog sich. Grundsätzlich hat mir die Idee des Mitternachtszuges sehr gefallen und es war auch ganz interessant, zu sehen, wie sich Wilbur verändert und verliert. Aber so wirklich packen konnte mich das nicht. Die Handlung beinhaltet keine großen Wendungen und auch das Ende war für mich nicht überraschend. Nun mag das auch gar nicht das Ziel des Buches gewesen sein; packen konnte es mich trotzdem nicht. Außerdem hatte ich das Gefühl, immer wieder ähnliche Situationen zu lesen, weil die Veränderung, die Wilbur durchläuft, offenbar an vielen Beispielen deutlich gemacht werden sollte.

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Mittelerde ruft!

Der inoffizielle Herr der Ringe Reiseführer
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25 Jahre ist es inzwischen her, dass der erste „Herr der Ringe“-Film in die Kinos kam – und die Faszination für Mittelerde scheint bis heute ungebrochen. Dieser Reiseführer lädt dazu ein, noch tiefer in ...

25 Jahre ist es inzwischen her, dass der erste „Herr der Ringe“-Film in die Kinos kam – und die Faszination für Mittelerde scheint bis heute ungebrochen. Dieser Reiseführer lädt dazu ein, noch tiefer in Tolkiens Welt einzutauchen und die realen Schauplätze der Filme zu entdecken.
Dabei beschränkt sich das Buch nicht nur auf die bekannten Drehorte aus „Der Herr der Ringe“. Auch Schauplätze aus den „Hobbit“-Filmen und der Serie „Die Ringe der Macht“ werden vorgestellt. Besonders beeindruckend ist, wie viel Liebe zum Detail in diesem Reiseführer steckt. Durch genaue Koordinatenangaben erhält man die bestmögliche Chance auf den großen Wiedererkennungsmoment. Gleichzeitig bleibt der Reiseführer angenehm ehrlich: Einige Drehorte haben sich durch die Natur verändert oder liegen auf Privatgrundstücken und lassen sich heute nur noch eingeschränkt besichtigen. Andere Orte sind nur per Hubschrauber oder nach einer anspruchsvollen Wanderung erreichbar, was dann aber auch klar so benannt wird. Generell fokussiert sich der Reiseführer jedoch auf die Drehorte, die sich ohne Schwierigkeiten erreichen lassen - und das sind einige!

Neben den bekannten Zielen finden sich auch zahlreiche Geheimtipps. Immer wieder gab es Momente, in denen ich völlig fasziniert war, was Fans tatsächlich erleben können. Besonders begeistert hat mich beispielsweise die Hobbit-Kajaktour entlang eines echten Drehorts – glücklicherweise ohne „schießwütige Orks“ (S. 92).
Zwischendurch streut die Autorin spannende Hintergrundinformationen zum „Herr der Ringe“- und „Hobbit“-Universum ein, erzählt kleine Geschichten vom Filmdreh sowie von eigenen Reisen und ergänzt die Kapitel durch praktische Hinweise. Sehr gelungen sind die Boxen zu Beginn jeder Region mit „Spannend, weil...“ sowie den jeweiligen Must-Dos. Wer selbst eine Reise plant, findet zudem liebevoll ausgearbeitete Roadtrip-Vorschläge für Selbstfahrer oder Eisempfehlungen.
Und selbst für alle, denen Neuseeland momentan zu weit entfernt erscheint, hält das Buch interessante Alternativen bereit: Vorgestellt werden unter anderem Drehorte und Tolkien-Spuren in England, der Schweiz und auf Teneriffa. Dort entstanden nicht nur Szenen für „Die Ringe der Macht“, sondern einige Orte dienten J. R. R. Tolkien selbst als Inspiration für Mittelerde.
Auch optisch ist das Buch ein kleines Highlight. Das handliche Format passt problemlos in die Reisetasche oder den Wanderrucksack, während die Gestaltung mit Pergamentrollen, Farbfotografien, Filmscreenshots, Hintergrundillustrationen wie Smaug sowie übersichtlichen Infoboxen große Lust aufs Stöbern macht.

Mir persönlich macht es unglaublich viel Spaß, dieses Buch immer wieder zur Hand zu nehmen und neue Details zu entdecken. Es unterstützt nicht nur wunderbar bei der Planung einer eigenen Reise, sondern funktioniert gleichzeitig auch als kleines „Express-Ticket“ nach Mittelerde. Ob Auenland, Mordor oder die vielen anderen faszinierenden Regionen – die Begeisterung der Autorin ist herrlich ansteckend und sorgt beim Lesen immer wieder für ein Lächeln.
Ich vergebe volle fünf Sterne und empfehle den Reiseführer gerne weiter!

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Veröffentlicht am 20.05.2026

Nicht mein Fall.

A Fairytale of Lies
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Ein paar Jahre ist es schon her, dass sich Emilia und Chris Thalberg getrennt haben. Schon damals war die Beziehung eine Achterbahnfahrt und hat der Medizinstudentin, die als Fotografin durchstarten wollte, ...

Ein paar Jahre ist es schon her, dass sich Emilia und Chris Thalberg getrennt haben. Schon damals war die Beziehung eine Achterbahnfahrt und hat der Medizinstudentin, die als Fotografin durchstarten wollte, nicht gut getan. Auf einmal tritt ihr Ex wieder in ihr Leben und ihr Verlangen nach ihm ist so stark wie früher. Emilia - mittlerweile erfolgreiche Fotografin und in einer neuen Beziehung - verfällt dem dunklen Nachtclubbesitzer erneut. Allerdings befördert sie nach und nach seine Geheimnisse ans Tageslicht. Und er muss sich entscheiden, ob er sein Netz aus Lügen weiterstrickt, sie beschützt, alles verliert. Bald schon sind mehr Figuren involviert und die Lage spitzt sich zu. Gibt es für die beiden Hoffnung oder nur Verderben?

Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht von Emilia und Chris geschrieben, was beim Lesen dabei hilft, beide Perspektiven zumindest ansatzweise zu verstehen. So erfährt man beispielsweise, wie Chris zu dem Mann geworden ist, der er ist - aber auch, wie er Emilia über Jahre gestalkt hat. Mit beiden Figuren wurde ich im Verlauf des Buches nicht warm und vieles blieb für mich unverständlich. Insbesondere wenn es um die Anziehungskraft, die von Chris auszugehen scheint, geht, war ich raus. Außerdem werden in dem Buch viel zu viele Themen aufgegriffen: Essstörungen, Tod, Vergewaltigung, Drogen, Mafia und und und. Ab einem gewissen Punkt konnte ich das Buch einfach nicht mehr ernst nehmen. Ein paar Handlungsstränge waren ganz gut gelöst und mir hat gefallen, dass das Buch zwei alternative Enden bereithält. Durch manche Passagen habe ich mich gequält, während einzelne ganz spannend waren. Für mich war es das erste Dark-Romance Buch und mich konnte es nicht abholen.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Bestärkend und verständlich

Wenn es besser ist zu gehen
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Aus verschiedenen Gründen bleiben Menschen in Beziehungen, in denen sie unglücklich sind. Doch was hält von einer Trennung ab? Oft gibt es viele Gründe, die weit über finanzielle Gedanken hinausgehen, ...

Aus verschiedenen Gründen bleiben Menschen in Beziehungen, in denen sie unglücklich sind. Doch was hält von einer Trennung ab? Oft gibt es viele Gründe, die weit über finanzielle Gedanken hinausgehen, die verhindern, dass unglückliche Partner aus einer Beziehung ausbrechen. In diesem Buch geht es darum, warum das so ist und wie der letzte Schritt auf dem eigenen Weg gegangen werden kann.

Persönlich fand ich den Anfang und das Ende des Buches extrem stark. Gerade zu Beginn geht es viel um Dynamiken, Studien aus der Psychologie, Emotionen und so weiter. Es war sehr spannend, davon zu lesen, warum Menschen überhaupt in unglücklichen Beziehungen bleiben, wie unglücklich unglücklich genug ist, welche Säulen eine Beziehung ausmachen (und welche bröckelnden Säulen wie kompensiert werden können - oder eben nicht), wie Trennungen funktionieren und was dies mit dem eigenen Bindungstyp zu tun hat. Die Ausführungen waren stets fundiert und ich habe mich über die vielen Literaturverweise im Anhang gefreut. Zu Beginn gab es für mich den ein oder anderen aha-Effekt und mir hat die verständnisvolle Art der Autorin, die nicht wertet oder gar verurteilt, sehr gefallen. Danach gibt es einen Teil zum Selbst-Coaching und zur Transformation von Emotionen, der mich nicht gänzlich zu überzeugen vermochte. Die Unterscheidung primärer und sekundärer Emotionen leuchtete mir zwar als wichtig ein, ich konnte mit dem Gelesenen aber nicht ganz so viel anfangen wie in den Kapiteln zuvor. Außerdem hatte ich bei einem Test das Gefühl, dass bei der Auswertung mit inversen Items, deren Bewertung umgepolt werden muss, etwas durcheinander geraten ist. Generell finden sich zwischendurch auch immer wieder Tippfehler wie kleingeschriebene Satzanfänge (S.140) oder unstimmige Relativsätze. Der letzte Teil des Buches konnte mich dann wieder packen, da er sehr ermutigend ist und wieder zum Denken (und Handeln?) anstoßende Gedankengänge und Metaphern beinhaltet. Zudem erfolgt ein Ausblick auf das Thema Prävention, damit man nicht erneut in die womöglich gleichen Fallen tappt. Im Anhang finden sich neben den Literaturhinweisen und gesammelten Infoboxen aus dem Buch auch ein paar weitere Selbsttests. Sehr schön finde ich, dass einen die angeführten Fallbeispiele durch das gesamte Buch begleiten und verschiedene Theorien und Blickwinkel miteinander verknüpft werden. So bleibt das Werk stets anschaulich und gibt einem das Gefühl, mit seiner Situation nicht allein zu sein.

Insgesamt kann ich das Buch sehr weiterempfehlen, da es anschaulich, verständlich und fundiert Beziehungen greifbar macht und ermutigt, den eigenen Weg zu gehen - ohne Angst oder Scham. Dabei richtet sich das Werk sowohl an Frauen als auch an Männer.