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Veröffentlicht am 15.04.2026

Täter und Opfer

Hammerfrau
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Eine Frau wird auf der Straße brutal von einem fremden Mann überfallen und mit einem Hammer geschlagen. Ein schockierender Vorfall von Frauenhass, fast ein Femizid.

Der Roman teilt die Erzählabschnitte ...

Eine Frau wird auf der Straße brutal von einem fremden Mann überfallen und mit einem Hammer geschlagen. Ein schockierender Vorfall von Frauenhass, fast ein Femizid.

Der Roman teilt die Erzählabschnitte wechselnd zwischen Opfer und Täter auf. Sie ist in schwerer Rekonvalesz

enz, er sitzt im Gefängnis.

Beide ziehen eine Art Rückblick über ihr Leben. Kann sie, die eine hoffnungsvolle Sängerin war, in ihren Beruf zurückkehren? Wie steht er zu seiner Tat?

Es kommt nicht, wie ich eigentlich erwartet hätte, zu einem direkten Austausch zwischen ihnen. Dennoch schafft es der Autor, einen tiefen Blick in die Gefühlswelt von Täter und Opfer zu gewähren und das ist keine kleine Leistung.

Veröffentlicht am 15.04.2026

Die eigene, wirkliche Stimme finden

Regentropfen fallen langsam
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Regentropfen fallen langsam ist ein ruhiger Roman, auf den man sich einlassen muss.
Die Protagonistin und Icherzählerin Nina ist hypersensibel und vom Wunsch beseelt, Sängerin zu werden. Sie will es unbedingt ...

Regentropfen fallen langsam ist ein ruhiger Roman, auf den man sich einlassen muss.
Die Protagonistin und Icherzählerin Nina ist hypersensibel und vom Wunsch beseelt, Sängerin zu werden. Sie will es unbedingt schaffen, auch ohne Studium.
Eine großartige Nebenfigur im Buch ist die hochmotivierte Gesangslehrerin Eva. Sie unterstützt und fördert Eva auf ihrem Weg, ihre eigene, wirkliche Stimme zu finden.
Mit Yuko kommt eine weitere interessante Figur hinzu.

Ingrid Kloser hat eine eigenständigen Stil und mit Regentropfen fallen langsam hat sie ein bemerkenswertes Buch geschrieben.

Veröffentlicht am 13.04.2026

Onesto

Meine Berge bist du
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Der italienische Schriftsteller Francesco Vidotto hat für seinen Roman eine Erzählform gefunden, die daraus besteht, dass aus Briefen und Fotos eines alten Mannes einer Lebensgeschichte gefolgt wird.
Da ...

Der italienische Schriftsteller Francesco Vidotto hat für seinen Roman eine Erzählform gefunden, die daraus besteht, dass aus Briefen und Fotos eines alten Mannes einer Lebensgeschichte gefolgt wird.
Da sind die Brüder Onesto und Santos und die Liebe zu Celeste.
Der Autor hat einen weichen Erzählton, nicht immer ohne Kitsch. Zu oft gibt es Wiederholungen. De Erzähler wirkt naiv. Manches wirkt verklärt. Vielleicht war es deswegen nicht so ganz mein Buch.

Veröffentlicht am 10.04.2026

Aus dem Banat

Das schönste aller Leben
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Der Roman besteht aus sich abwechselnden Teilen. Zum einen die Icherzählerin, deren Tochter bei einem Unfall im Gesicht verletzt wurde.
Dann in Rückblicken die Zeit, als sie, Vio, noch als Kind im rumänischen ...

Der Roman besteht aus sich abwechselnden Teilen. Zum einen die Icherzählerin, deren Tochter bei einem Unfall im Gesicht verletzt wurde.
Dann in Rückblicken die Zeit, als sie, Vio, noch als Kind im rumänischen Banat lebte und dann mit der Familie nach Deutschland ging. Schließlich als Drittes die Geschichte von Theresia im 18.Jahrhundert.

Das ist vielleicht etwas viel, denn ich finde, die einzelnen Handlungsstränge sind nicht gut miteinander verknüpft. Für sich gesehen hat jeder Teil seine Berechtigung. Wie Vio sich in Deutschland integriert, hat auch die Folge, dass sie danach strebt, nicht aufzufallen. Der Teil der Gegenwart ist meiner Meinung nach der Stärkste. Vio kann die Schuldgefühle, weil sie den Unfall verursachte, der ihre Tochter verletzte, nicht verwinden und steigert sich immer mehr rein.

Der Handlungspart um Theresia geht ein Stück weit an mir vorbei.

Es ist kein perfektes Buch, aber das sollte man einen Debütroman auch mal zugestehen. Ich habe „Das schönste aller Leben“ dennoch gerne gelesen und ein weiteres Buch der Autorin wäre mir sehr willkommen.

Veröffentlicht am 08.04.2026

Zwei autofiktionale Texte

Grindelwald & Liebevolle Gleichgültigkeit
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Der 1959 geborene Mönchengladbacher Lothar Struck schreibt auf realistische Art über das Leben in Deutschland in den siebziger Jahren und benennt alle Umstände inklusive Spießigkeit klar.
Im Mittelpunkt ...

Der 1959 geborene Mönchengladbacher Lothar Struck schreibt auf realistische Art über das Leben in Deutschland in den siebziger Jahren und benennt alle Umstände inklusive Spießigkeit klar.
Im Mittelpunkt steht die schwierige Beziehung zum Vater, der oft abwesend und vor allen Spielsüchtig war. Später spielte auch seine Krebserkrankung eine große Rolle.
Der Text ist dicht und ein wenig deprimierend, sehr wohl aber auch beeindruckend. Grindelwald war schon 2014 erschienen.

Jetzt neu erschienen ist der Text um eine zweite Erzählung ergänzt. Dieser zweite, ebenfalls autofiktionale Text widmet sich dem 10 Jahre älteren Bruder U.
Auch hier gibt es viel Zeitkolorit, der das Buch prägt.
Erstaunlicherweise packt der zweite Text einen nicht nur so wie der erste, er lässt einen sogar ganz nahe an der Erzähler kommen.
Mich erinnert besonders der zweite Text an den Stil von Edouard Louis, wenn auch an eine deutsche Variante.
Dieses Buch ist lesens- und empfehlenswert.