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Veröffentlicht am 14.03.2026

Meredith Downs

Ein weites Leben
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Ein weites Leben ist ein tiefgründiger Familienroman, angesiedelt in Australien. Es beginnt in den fünfziger Jahren, als der McBride-Familie ein Unfall einen schrecklichen Verlust zufügt. Vater und Sohn ...

Ein weites Leben ist ein tiefgründiger Familienroman, angesiedelt in Australien. Es beginnt in den fünfziger Jahren, als der McBride-Familie ein Unfall einen schrecklichen Verlust zufügt. Vater und Sohn sterben, ein weiterer Sohn (Matt) überlebt schwerverletzt. Zurück bleiben Lorna und ihre Tochter Rose, die sich auf der Schaffarm Meredith Downs um Matt kümmern.
Dann folgt ein weiterer tragischer Vorfall, über den an dieser Stelle nichts verraten werden darf. Geheimnisse sind ein wesentlicher Baustein des Buches.
M.L.Stedman schafft es, den Figuren Leben zu verleihen. Man ist als Leser gepackt von dem, was der Familie zustößt und wie es mit ihnen weitergeht.
Der zweite Teil des Romans setzt 1969 ein und mit dem jungen Andy gibt es einen weiteren McBride.

Zeit und Schauplatz prägen den Roman. Der Autorin gelingt es, viel Stimmung und Atmosphäre zu erzeugen.

Veröffentlicht am 11.03.2026

Ein bemerkenswertes Buch

Dieser Drang nach Härte
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Eva von Redecker betrachtet in ihrem Buch den zeitgenösischen Rechtsruck und damit den neuen Faschismus mit philosophischen Blickwinkel und umkreist den Faschismusbegriff. Alte Definitionen werden ebenso ...

Eva von Redecker betrachtet in ihrem Buch den zeitgenösischen Rechtsruck und damit den neuen Faschismus mit philosophischen Blickwinkel und umkreist den Faschismusbegriff. Alte Definitionen werden ebenso rangezogen wie aktuelle Situationen, die als faschistisch gewertet werden können. Es wird somit das Jetzt wie das Damals gewertet.
Wichtige Beiträge stammen von Hannah Arendts Texten, die offenbar ein wichtiger Enfluß auf Eva von Redecker ist.

Es ist ein lebendiges Buch und so treibt die Autorin verschiedenen Erkenntnissen zu, die in einem überzeugenden Schlußkapitel münden.

Veröffentlicht am 11.03.2026

Riss der Erinnerung

Landschaft ohne Zeugen
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Bücher über Buchenwald gibt es einige. Da war zunächst erstaunlich, dass Ines Geipel auch eins veröffentlicht. Aber sie hat einen Ansatz, der die Rolle der Linken in diesem Zusammenhang betrachtet.
Es ...

Bücher über Buchenwald gibt es einige. Da war zunächst erstaunlich, dass Ines Geipel auch eins veröffentlicht. Aber sie hat einen Ansatz, der die Rolle der Linken in diesem Zusammenhang betrachtet.
Es geht um die Rolle der Kommunisten in Buchenwald. Die Widerstandsbewegung im KZ Buchenwald wurde in der DDR heroisiert.
Ihre Täterschaft wurde systematisch verschwiegen.
Der Umgang und Fälschung in der DDR mit den Fakten baute eine falsche Erinnerungskultur auf, z.B. mit der Sage von Kommunisten, die angeblich Buchenwald befreiten.
Das ist nicht zutreffend, wie man weiß. Es waren die Amerikaner, die Buchenwald befreiten.
Beispielhaft schreibt die Autorin kritisch über den Buchenwald-Roman von Bruno Apitz: Nackt unter Wölfen, der ideologisch gestaltet war.
Wahrhaftigkeit findet Geipel hingegen in den Texten von Imre Kertesz, dem Literaturnobelpreisträger.

Zwischen den Kapiteln sind viele Quellen geschaltet.
Ines Geipel hat einiges in ihr Buch gepackt. Das ist beeindruckend.

Veröffentlicht am 11.03.2026

Flussbett der Phantasie

Das Alter der Elbe
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Uwe Kolbe ist ein Lyriker von Format. In diesem neuen Gedichtband folgt er vielfach der Elbe, in direkter Form, oft aber auch geschichtlich und in Mythen.
Das Band hat sieben Teile, jeweils am Ende ein ...

Uwe Kolbe ist ein Lyriker von Format. In diesem neuen Gedichtband folgt er vielfach der Elbe, in direkter Form, oft aber auch geschichtlich und in Mythen.
Das Band hat sieben Teile, jeweils am Ende ein Abschnitt
Woher ich alles habe. Da nennt er diverse Einflüsse.
Oft den Gewässern folgend, wird es zum Sprachfest, das aber kein Selbstzweck ist, sondern den Gedichten Tiefe verleiht.
Fazit: ein mächtiges Gedichtband!

Veröffentlicht am 10.03.2026

Die sechziger Jahre

Der blaue Sommer
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Roman über einen kleinen, lebhaften Jungen, der Anfang der sechziger Jahre bei den Großeltern aufwächst. In Briefen der Eltern, die zwischen den Kapiteln geschoben sind, erfährt man, warum sie nicht zusammen ...

Roman über einen kleinen, lebhaften Jungen, der Anfang der sechziger Jahre bei den Großeltern aufwächst. In Briefen der Eltern, die zwischen den Kapiteln geschoben sind, erfährt man, warum sie nicht zusammen gekommen sind. Tatsächlich bekommen beide durch die Briefe ein Profil, das man glaubt, sie kennen gelernt zu haben.
Der Roman hat Zeitkolorit, die vom Autor, der 1950 geboren ist, authentisch dargestellt wird.