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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.08.2024

Die Länge der Primzahlen

Pi mal Daumen
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Alina Bronskys Romane sind immer sehr unterhaltsam, amüsant, aber stets auch mit einem kleinen, ernsten Hintergrund. Da bildet auch Pi mal Daumen keine Ausnahme.
Die Handlung spielt im Bereich der Universität ...

Alina Bronskys Romane sind immer sehr unterhaltsam, amüsant, aber stets auch mit einem kleinen, ernsten Hintergrund. Da bildet auch Pi mal Daumen keine Ausnahme.
Die Handlung spielt im Bereich der Universität und dem Studienfach Mathematik. Der junge Oscar ist sehr begabt und entsprechend von sich selbst überzeugt. Außer Mathematik interessiert ihn nicht. Kein Wunder das er ein wenig isoliert ist. Das ändert sich als er auf eine neue Studentin trifft. Moni Kosinsky, 53 Jahre alt und mit nebenbei mit drei Jobs unterwegs. Sie ist ein Original und immer direkt und geradeheraus. Schnell bildet sie mit Oscar ein Team, indem Studieren und Privatleben miteinander verschwimmen.
Oscar ist schon sehr an Young Sheldon angelehnt, aber man kann nicht von Plagiat sprechen. Die Vorstellungen von wunderlichen Wunderkindern gab es auch schon früher.
Das Buch ist vielleicht nicht das originellste, aber routiniert geschrieben. Es funktioniert und bietet großartige Unterhaltung. Das Lesen war fast wie einen amüsanten Film sehen.

Veröffentlicht am 14.08.2024

Luisas Geschichte

Brennende Felder
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Luisa stammt aus dem ländlichen Österreich, führt aber ein unstetes Lebein verschiedenen Ländern. Von ihrem Sohn Eric lebt sie getrennt.
Ihre Beziehung zu Bob, der einmal ihr Stiefvater gewesen ist, endet ...

Luisa stammt aus dem ländlichen Österreich, führt aber ein unstetes Lebein verschiedenen Ländern. Von ihrem Sohn Eric lebt sie getrennt.
Ihre Beziehung zu Bob, der einmal ihr Stiefvater gewesen ist, endet fatal.
In der Heimat kommt sie Ferdinand und dessen Sohn Anton näher. Aber kann die Beziehung von Dauer sein?

Schwerer fassbar  als die früheren Romane von Reinhard Kaiser Mühlecker.
Stilistisch aber wieder stark. Der Roman lebt mehr von Stimmungen als von der Handlung.

Veröffentlicht am 13.08.2024

Am Ende gilt doch nur das Erzählen

Die Welt zwischen den Nachrichten
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Die 1959 geborene Judith Kuckart schreibt an den Stationen ihres Lebens entlang, gekennzeichnet durch die gesellschaftspolitischen Ereignisse der Zeit.
Natürlich auch verbunden mit dem Familiären. Die ...

Die 1959 geborene Judith Kuckart schreibt an den Stationen ihres Lebens entlang, gekennzeichnet durch die gesellschaftspolitischen Ereignisse der Zeit.
Natürlich auch verbunden mit dem Familiären. Die Eltern wie Freundinnen ihrer Kindheit sind prägend.
Ihr Stil dabei ist geprägt von dem, was sie ausmacht: Sprache, Theater, Tanz.
Dem Stil und dem geschilderten wird dadurch eine spielerisch wirkende Leichtigkeit verliehen.
Ein faszinierendes Buch.

Veröffentlicht am 06.08.2024

Sergio und Selina

An den grünen Hängen des Vesuv
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An den grünen Hängen des Vesuv wurde von einer deutschen Autorin unter Pseudonym geschrieben. Italien gibt es hier also nur aus einem touristischen Blickwinkel.
Geschrieben ist es ordentlich, es wirkt ...

An den grünen Hängen des Vesuv wurde von einer deutschen Autorin unter Pseudonym geschrieben. Italien gibt es hier also nur aus einem touristischen Blickwinkel.
Geschrieben ist es ordentlich, es wirkt routiniert.
Es beginnt in Wuppertal mit der Hauptfigur Selina. Selina ist noch ziemlich auf der Suche nach ihrem Platz im Leben. Sie beschließt, ihre Wurzel zu erforschen. Daher spielt auch die Vergangenheit eine Rolle und es gibt Kapitel, die 1956 in dem fiktiven Ort Pietra Alta handeln. Hier ist Sergio der Protagonist und er wird Italien Richtung Deutschland verlassen.
Sergios und Selinas Wege sind zwar entgegengesetzt, dennoch haben sie auch einiges gemein.
Die Figuren spiegeln sich im Prinzip. Das ist ein literarisch guter Einfall. Ganz rettet es den Roman aber auch nicht. Wenn man aber keine großen Erwartungen hat, ist es ein immerhin ein ordentlicher Unterhaltungsroman.

Veröffentlicht am 06.08.2024

Neuanfang

Die einsame Buchhändlerin von Tokio
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Die einsame Buchhändlerin von Tokio ist sicher kein schlechtes Buch, und doch hat es mich irgendwie enttäuscht.
Literarisch ist es schlicht. Die Protagonistin steht an einem Wendepunkt im Leben Sie hat ...

Die einsame Buchhändlerin von Tokio ist sicher kein schlechtes Buch, und doch hat es mich irgendwie enttäuscht.
Literarisch ist es schlicht. Die Protagonistin steht an einem Wendepunkt im Leben Sie hat sich von ihrem Mann getrennt und beruflich sucht sie eine Neuorientierung. Sie muss sich auch über sich selbst klarwerden. Ist sie die Abenteuerlustige oder die Zurückgezogene.
Ihre Idee für einen Neustart ist das Kennenlernen von Männern auf einer Dating-App und dem geben von auf diese Leute abgestimmte Literaturtipps.
Leider sind diese Begegnungen teilweise eher langweilig geschrieben und die Buchberatung erscheint mir mehr wie ein willkürliches Namedropping. Zum Ende hin wird das etwas besser, erfüllt aber meine Erwartungen dennoch nicht.