Cover-Bild Hotel Love
(2)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Leykam
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 256
  • Ersterscheinung: 19.08.2025
  • ISBN: 9783701183852
Petra Piuk

Hotel Love

Roman

Roman & Julia: eine KI-Lovestory

Der Reality-Star Roman erschafft sich im Hotel Love eine perfekte Frau, die Androidin Julia. Ihr einziges Ziel: Roman glücklich zu machen – allerdings kommt alles anders als gedacht

Die Männerpartei ist an der Macht. Frauenrechte werden über Nacht abgeschafft. Propagiert wird die »neue Familie«, bestehend aus einem Mann, einer Roboterfrau und einem künstlich produzierten (menschlichen) Sohn. Der Reality-Star Roman ist besessen von seiner Ex-Freundin Julia und erschafft sich eine Androidin nach Julias Vorbild – perfekt aussehend, gehorsam, dazu programmiert, Roman glücklich zu machen. Anfangs fasziniert, aber zunehmend genervt, erkennt Roman, dass auch die perfekte Julia nie die echte sein wird. Die Androidin versucht herauszufinden, was Roman unter Liebe versteht, und beginnt – in bester Absicht – Romans Verhalten zu spiegeln. Wird Roman jemals glücklich sein?

Mit »Hotel Love« hat Petra Piuk ein beklemmendes Zukunftsszenario erschaffen, in dem Männer und KI die Welt regieren. Ein schonungsloser, bitterböser und dabei höchst unterhaltsamer Roman.

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.08.2025

Ein szenischer Knaller

0

Am 5. Mai 2031 checkt Roman im Hotel Love ein. In sechs Tagen wird er seine Traumfrau, eine geduldige, liebevolle Androidin, eigens für ihn hergestellt, heiraten. Tippgeber des Hotels ist Fabio aus dem ...

Am 5. Mai 2031 checkt Roman im Hotel Love ein. In sechs Tagen wird er seine Traumfrau, eine geduldige, liebevolle Androidin, eigens für ihn hergestellt, heiraten. Tippgeber des Hotels ist Fabio aus dem Männerministerium. Die Androidin an der Rezeption weist ihn ein. „Sie haben das Sieben Tage Programm Wifey Material – So erschaffe ich die perfekte Ehefrau gebucht?“ Bestätigendes Nicken. „Danke.“ „Heute um 16 Uhr findet das Einführungsseminar statt.“ „Sie finden ihr Single-Zimmer mit Blick auf die Jagdgründe im dritten Stock, bitte schauen sie kurz in den Scanner zum Netzhautabgleich, vielen Dank.“ „Im Untergeschoss befindet sich die Shopping-Mall und unsere derzeitige Kunstausstellung von der Gebärmutter zum Gebärvater, gleich gegenüber der Wedding Chapel.“ „Wir wünschen einen zauberhaften Aufenthalt im Hotel Love.“

In Zimmer 317 angekommen, heißt ihn die freundliche Zimmerservicestimme willkommen. Nachdem sein Blick das Zimmer erfasst hat, hält er vor dem Spiegel inne. Cute schaut er aus mit seinen stahlblauen Augen. Er könnte jede haben, will aber nur die eine. Seine Gedanken entschwinden in die Zeit, als er Julia kennengelernt hat. Er hat sie bei Tinder geswipt. Kurz zuvor hatte Jasmin ihn verlassen. Ganz gegen seine Gewohnheiten hatte er im Bett gegammelt und seine Wunden geleckt. Dann trat Julia in sein Leben und versüßte seinen Alltag. Und dann hat sie ihm in der Reality Show Temptation Paradise cool den Laufpass gegeben, die Schlampe. Er hat sie mehr geliebt als jemals jemand zuvor.

Laut Männerministerium hat jeder Mann ein Anrecht darauf, glücklich zu sein. Die Bezeichnung „Alte weiße Männer“ existiert nicht mehr. Die heißen jetzt alte weise Männer und das ist ja auch nicht mehr als richtig, denn schließlich haben wir ihnen den ganzen Fortschritt zu verdanken. Hier wird er die ideale Frau herstellen. Sie wird aussehen wie Julia, jedoch anders als sie keine Forderungen stellen, sondern ihre Pflichten als Frau mit Präzision und Hingabe erfüllen. In sechs Tagen wird geheiratet.

Fazit: Petra Piuk hat eine durch und durch dystopische Zukunftsversion erschaffen. Männer haben vollumfänglich die Macht übernommen. Echte Frauen dienen nur noch der Unterhaltungsindustrie des einzigen Fernsehsenders. Alles ist gleichgeschaltet. Jeder Mann kann sich am Laptop seine eigene Frau erschaffen, ganz nach seinem Idealbild. Die wird dann schnellstmöglich hergestellt und ausgeliefert. Silikon Valley lässt grüßen. Ihr Protagonist ist eine narzisstische Persönlichkeit, wie sie im Buche steht. Die Autorin bedient sich einiger genialer Stilrichtungen, springt von der Gegenwart im Hotel in die Vergangenheit und ich erfahre alles über die toxische Beziehung zwischen Roman und Julia. Die Androidin Julia 2.0 der Gegenwart tut alles, um Roman zu beglücken, aber es reicht ihm nicht. Die Geschichte ist so abgefahren, dass ich durch die meisten Seiten mit offenem Mund geflogen bin. Das war zynisch, heftig, lustig, nüchtern, aber vor allem bildreich. Ich war emotional voll dabei. Ein kunterbunter Silvesterknaller!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.08.2025

Ultrafeministischer Banger!

0

Du stehst auf ultrafeministische Romane? Du liest gerne Dystopien und hast nichts dagegen, wenn es ordentlich abgeht?
Dann willkommen im „Hotel Love“, dem knalligen Must-Read aus dem leykam-Herbstprogramm!

Schon ...

Du stehst auf ultrafeministische Romane? Du liest gerne Dystopien und hast nichts dagegen, wenn es ordentlich abgeht?
Dann willkommen im „Hotel Love“, dem knalligen Must-Read aus dem leykam-Herbstprogramm!

Schon von außen signalisieren Cover und Farbschnitt in Warnfarben, was dich innen erwartet: eine bitterböse und und gleichzeitig unterhaltsame Abrechnung mit der toxischen Männerwelt.
Die hat in der Piuks Zukunftsversion alle Frauenrechte abgeschafft und die Frauen durch von ihren programmierte Fem-Bots ersetzt. Die sind nämlich, anders als reale Frauen, fügsam, formbar und setzten immer das Wohl der Männer an erste Stelle.
Die männliche Hauptfigur des Romans heißt Roman (und nein, diese Übereinstimmung ist kein Zufall, es gibt nämlich eine Roman-Metaebene 😂) und trauert immer noch seiner (realen) Traumfrau Julia hinterher.
Im Love Hotel, einer Mischung aus Reality-Show und Coaching-Camp für Männer, darf er jetzt unter Anleitung seine perfekte Ehefrauen-Androidin generieren inklusive Traumhochzeit am Ende der Woche.
Und genau wie die anderen Campteilnehmer hat Roman schon klare Vorstellungen für seine neuen Traumfrau: ihm geht es weniger um große Brüste und optimierten Vaginas, er möchte sich seine Julia 2.0 erstellen.


„Was, wenn es nicht funktioniert? Wenn ihm ein Fehler unterläuft? Wenn auch Julia 2.0 am Ende nur mit ihm spielt? Könnte sie das? Mit ihm spielen? Nein, oder? Ihr programmiertes Ziel wird es sein, ihn glücklich zu machen. Sie wird ihn lieben, wie er sie liebt, immer geliebt hat, dass sie das nicht kapiert hat, dass das nicht in ihren Schädel ging!“

In Rückblicken erfährst du übrigens auch, warum es damals mit der echten Julia und Roman nicht funktioniert hat. Aber vielleicht kannst du es dir auch schon denken.

Wenn du schon mal einen Roman über künstliche Roboterfrauen, oder Filme wie beispielsweise „Ex Machina“ geschaut hast, kannst du dir auch wahrscheinlich auch denken, dass eine gewisse Eskalation mit zum Genre gehört.

In Zeiten, in denen manche Männer es vorziehen mit einer KI oder einer Sexpuppe eine Beziehung zu führen und die Kluft zwischen den Geschlechtern größer wird, wirkt die Zukunftsperspektive von Piuk nicht so unrealistisch, wie es vielleicht den Anschein hat. Und wir leben in Zeiten, in denen es nicht mehr unsagbar oder undenkbar ist, Frauen* wieder vermehrt von Menschenrechten auszuschließen.

Das gibt „Hotel Love“, obwohl er poppig und leicht zugänglich angelegt ist und auch einfach Spaß beim Lesen macht, eine sehr bittere Note. Ich finde seine Gesellschaftskritik hochrelevant und schmerzhaft realistisch.

Große Leseempfehlung für „Hotel Love“ - unter Berücksichtigung eingangs erwähnter Disclaimer.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere