Pure Langeweile
„Verschwörung" von Petros Markaris spielt während der ersten Phase der Corona-Pandemie in Athen. Kommissar Kostas Charitos wird auf den Selbstmord eines alten Mannes aufmerksam gemacht, dessen Abschiedsbrief ...
„Verschwörung" von Petros Markaris spielt während der ersten Phase der Corona-Pandemie in Athen. Kommissar Kostas Charitos wird auf den Selbstmord eines alten Mannes aufmerksam gemacht, dessen Abschiedsbrief mit dem Satz „Es lebe die Bewegung der Selbstmörder“ endet und als „Widerstand“ gegen die Corona-Maßnahmen inszeniert erscheint. Obwohl der Brief von der Polizei konfisziert wird, erscheint eine Kopie in den sozialen Medien und geht viral. Weitere Selbstmorde alter Männer folgen, alle Abschiedsbriefe enden mit den gleichen Satz: „Es lebe die Bewegung der Selbstmörder“. Dadurch ausgelöst finden Protestaktionen gegen die Corona-Maßnahmen statt, die auf die verheerenden Auswirkungen der Pandemie vor allem auf die ärmere Bevölkerung aufmerksam machen.
Bis hier hin hat noch kein Verbrechen stattgefunden und es erschließt sich nicht wirklich, warum die Mordkommission überhaupt ermittelt! Die Selbstmordserie motiviert aber anscheinend auch die gewaltbereiten „Kämpfer von 2021“, Kritiker der Maßnahmen, die nicht davor zurückschrecken, Impfstoff-Transporter zu überfallen und Impfstoffe unbrauchbar zu machen. Auch vor Anschlägen auf Befürworter der „Herdenimmunität“ wird nicht halt gemacht.
Dies ist bereits der 15. Fall aus der Petros Markaris Reihe, für mich allerdings erst der 2. Fall aus dieser Reihe. Schon „Das Lied des Geldes“ hat mich nicht sonderlich gefesselt, aber „Verschwörung“ hat mir jetzt den Rest gegeben. Als Kriminalroman überzeugt mich dieses Buch überhaupt nicht. Die ganze Geschichte wirkt konstruiert, jede Art von Spannung fehlt, die Dialoge wirken künstlich bzw. hölzern.
Auch wenn man den Roman nicht als Krimi betrachtet, sondern als Zeitdokument, das die gesellschaftliche und politische Lage Griechenlands während der Pandemie thematisiert, überzeugt es nicht. Die ständigen Wiederholungen zur allgemeinen Lage sind einfach nur ermüdend, die Geschichte plätschert vor sich hin und auch sprachlich ist es eine mittlere Katastrophe.