Cover-Bild Das Vierzehn-Tage-Date
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13,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Zsolnay, Paul
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 17.05.2021
  • ISBN: 9783552072411
René Freund

Das Vierzehn-Tage-Date

Roman
Ungewollte Quarantäne: Mit bewährtem Humor erzählt René Freund eine coronabedingte Beziehungsgeschichte.

Corinna ist das Tinder-Date von David. Die beiden haben sich, wenn man ehrlich ist, aus lauter Langeweile und – coronabedingt – bei ihm zu Hause getroffen. Sie ist Kellnerin und wegen der Lokalsperren arbeitslos. Außerdem ist Corinna unordentlich, trinkt, raucht und stopft sich mit Junkfood voll. David ist Musiklehrer und Veganer. Klar, dass die beiden nicht füreinander bestimmt sind. Nach einer gemeinsam verbrachten Nacht, an die sich Corinna wegen einer Flasche Wodka nicht mehr erinnern kann, sind die beiden froh, einander nie wieder sehen zu müssen.
Als sich jedoch herausstellt, dass der Bote, der ihnen Pizza gebracht hat, mit dem Virus infiziert war, müssen die beiden in Quarantäne. Zwei Wochen gemeinsam statt einsam …

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.06.2021

Ungeplante Date-Verlängerung

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Auf dem Titelbild sind zwei Personen, offensichtlich ein Mann und eine Frau auf dem Sofa bzw. dem Boden hockend und einem Laptop auf dem Schoß abgebildet. Sie stehen für die beiden Protagonisten ...

Cover:
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Auf dem Titelbild sind zwei Personen, offensichtlich ein Mann und eine Frau auf dem Sofa bzw. dem Boden hockend und einem Laptop auf dem Schoß abgebildet. Sie stehen für die beiden Protagonisten Corinna und David. Doch sie haben kein Gesicht. Für mich ein Zeichen, dass sich jeder in den beiden wiederfinden kann bzw. ein Teil Corinna und/oder David in jedem Leser steckt. Diese anonymisierte Darstellung finde ich sehr ansprechend und hat mich direkt neugierig gemacht. Von den Farben her wirkt es bunt, aber nicht zu knallig und gefällt mir daher sehr gut.

Inhalt:
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Es ist die Zeit des ersten Lockdowns. Corinna und David haben sich kurz vor Beginn via Tinder zu einem Date verabredet in Davids Wohnung. Eigentlich sind sie grundverschieden: Er ist Veganer, trinkt keinen Alkohol und ist sehr ordentlich, sie isst Fleisch, trinkt sehr gerne Alkohol, kifft manchmal und ist sehr chaotisch. Sie verbringen eher aus Langeweile als aus Leidenschaft einen Abend, bei dem sich Corinna jedoch so betrinkt, dass sie am nächsten Morgen keine Erinnerung mehr an die Nacht hat. Gerade als sie gehen will, steht das Gesundheitsamt vor der Tür: Der Pizzabote (und gleichzeitig Corinnas Chef) hat Corona und könnte die beiden angesteckt haben. Jetzt müssen sie 14 Tage gemeinsame Quarantäne in Davids Wohnung aushalten und lernen sich dabei gezwungener Maßen besser kennen - und vielleicht auch mögen?

Mein Eindruck:
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Ich kenne bereits andere Romane des Autors ("Ans Meer" und "Single Bells"), die ich sehr genossen habe und daher hat mich das Thema Corona und Quarantäne in diesem Fall nicht davon abgehalten, diesen Roman lesen zu wollen. Denn ich wusste, dass es sicherlich amüsant und nachdenkenswert zur gleichen Zeit werden wird. Und ich wurde nicht enttäuscht!

"»Ach du Scheiße«, sagt David noch einmal, als ihm die volle Tragweite dieser Mitteilung bewusst wird. Er sieht Corinna an, die starrt mit weit aufgerissenen Augen zurück. Gerade wollte sie gehen, für immer verschwinden, die Schande vergessen, und jetzt — muss sie zwei Wochen mit einem Fremden verbringen!" (S. 30)

Wieder einmal ist René Freund eine gute Balance zwischen ernsten Themen und Humor geglückt. Der Roman spielt sich vorwiegend mit den beiden Protagonisten auf engem Raum ab und gleicht daher einem Kammerspiel. Es macht Spaß, die beiden zu beobachten, wie sie sich aneinander reiben, nach und nach ihre Unsicherheiten überwinden und sich dem anderen jeweils öffnen. Mir persönlich war David von Beginn an sehr sympathisch, mit Corinna konnte ich anfangs sehr wenig anfangen. Doch im Verlauf der Handlung erfuhr man mehr über ihre Vorgeschichte und ihre Gefühle, sodass ich sie zumindest immer besser verstehen konnte. Ich denke, hier wird jeder Leser seine/n Favoriten haben. Die Unterschiede der beiden sorgen jedenfalls für amüsante Dialoge und gleichsam habe ich bei ihren Gefühlsausbrüchen auch mitgelitten. Bei allen Unterschieden eint die beiden das Gefühl der Unsicherheit und die Liebe zu Musik. Aber ob das reicht für eine Freundschaft oder gar Partnerschaft? Das Ende will ich keinesfalls vorweg nehmen, aber eines kann ich verraten: Nach einigen überraschenden Wendungen in der "Beziehung" der beiden ist das Ende clever gelöst!

Nebenher werden die Themen Freiheit versus Sicherheit, Verschwörungstheorien, Hamsterkäufe, ob Covid-19 gut oder schlecht ist für das Thema Umweltschutz u. ä. zur Diskussion gebracht. Das hätte es für mich nicht unbedingt gebraucht, da diese Themen bereits mehr als genug in den Medien behandelt worden sind. Allerdings entstand und spielt der Roman am Anfang der Pandemie, sodass diese Themen passend sind und einem klar wird, wie rasant die Entwicklung seit dem Beginn der Pandemie vorangeschritten ist und man den ein oder anderen Punkt aus einem anderen Blickwinkel sieht.
Auch Themen wie Date-Profile bzw. Ehrlichkeit bei Date-Foren und Ablauf erster Dates werden auf die Schippe genommen.

"»Ich habe Musiker geschrieben, weil ich gelesen habe, dass die Berufsbezeichnung Lehrer der zweithäufigste Grund ist, weggewischt zu werden«, antwortet David." (S. 19)

Am Ende wird auch klar, weshalb die Namen der beiden so gewählt worden sind vom Autor.
Schade, dass das 14-Tage-Date schneller als 14 Tage ausgelesen war!

Fazit:
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Ein gefühlvoller und gleichsam amüsant geschriebener Roman über ein Date unter Corona-Bedingungen, bei denen Themen wie Blind Dates, Pandemie-Themen und Beziehung gekonnt auf die Schippe genommen werden.

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Veröffentlicht am 13.06.2021

Stell Dir vor, Du triffst Dein Tinderdate…

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… und plötzlich musst Du die nächsten vierzehn Tage miteinander in einer Wohnung verbringen. Wir alle erleben seit über einem Jahr, was Corona mit uns und unserem Leben anstellt. Da wäre genau diese Situation ...

… und plötzlich musst Du die nächsten vierzehn Tage miteinander in einer Wohnung verbringen. Wir alle erleben seit über einem Jahr, was Corona mit uns und unserem Leben anstellt. Da wäre genau diese Situation sicher denkbar, und nach der Lektüre dieses Buches habe ich mich gefragt, ob es nicht ganz vielen Menschen sogar gut tun würde, wenn sie aus welchen Gründen auch immer einfach gezwungen wären, sich mal wirklich mit dem Gegenüber auseinanderzusetzen. Sind wir nicht alle oft viel zu schnell am Verurteilen, in Schubladen stecken, und womöglich tun wir dem Anderen damit total unrecht?

Mir gefällt der Schreibstil des Autors, und da natürlich viele Dialoge passieren ist man ruckzuck mitten in der Geschichte, und viel zu schnell auch schon wieder durch. Ich fand es höchst amüsant, wie diese zwei so unterschiedlichen Menschen es schaffen, sich nicht komplett zu hassen und anzufeinden, obwohl ihre offensichtlichen Unterschiede ihres Wesens Grund genug dazu bieten würden. Nein, im Gegenteil, man spürt beim Lesen förmlich, wie da etwas Gutes entsteht. Ich wüsste gerne, ob so etwas am Ende wirklich irgendwo so passiert ist, obwohl ich mir da sogar recht sicher bin. Die Welt ist groß, wir mussten alle da durch. Ich würde zum Abschluss sagen, ich bin dankbar, dass die Menschen die mir etwas bedeuten bislang gut durch diese Corona-Schei… durchgekommen sind ohne größere Schäden, nach und nach sinkt das Risiko, weil immer mehr Menschen vollständig geimpft sind, und wir werden lernen müssen mit Corona zu leben. Der Mensch an und für sich sollte aber bitte auch endlich begreifen, dass er selbst das zu verantworten hat. Und dass Corona vielleicht nur der Beginn von noch viel Schlimmerem war. Ich möchte nicht schwarzmalen, aber angesichts dessen, was alles schief läuft auf unserem Planeten und der Tatsache, dass viel zu wenig viel zu langsam dagegen passiert, lässt mir nur wenig Hoffnung, dass wir uns und unsere wundervolle Erde noch retten. Trotzdem wünsche ich es uns allen. In diesem Sinne, alles Gute allen die das Lesen! Namasté.

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Veröffentlicht am 17.09.2021

Tindern während Corona

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Das Buch nimmt sich auf leichte Weise den gegenwärtigen Themen Corona und dem dadurch häufigen Dating via Tinder an, erfährt aber an gewissen Stellen etwas Tiefgang und Gesellschaftskritik.
Im Vordergrund ...

Das Buch nimmt sich auf leichte Weise den gegenwärtigen Themen Corona und dem dadurch häufigen Dating via Tinder an, erfährt aber an gewissen Stellen etwas Tiefgang und Gesellschaftskritik.
Im Vordergrund stehen jedoch David und Corinna, die kurz vor dem Lockdown noch ein persönliches Treffen wagen. Sie sind sich zwar schnell einig, dass sie nicht zueinander passen, dumm nur, dass sie dann durch unglückliche Umstände zur gemeinsamen Quarantäne gezwungen werden.

Die beengten Raumverhältnisse, die beiden unterschiedlichen Charaktere wie Feuer und Wasser, die Dialoglastigkeit des Buches - eigentlich gute Zutaten für einen spritzigen und witzigen Schlagabtausch à la Screwball. Doch leider ist der Austausch eher fad, lässt den Funken bei mir nicht überspringen und animiert kaum zu Lachern. Corinna war an vielen Stellen einfach nur anstrengend und David zu sehr Moralapostel. Ich konnte mich für keinen erwärmen.

Insgesamt leichte Kost, die sich zügig lesen lässt, von der ich mir aber mehr versprochen habe.