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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.11.2021

Mehr erwartet

Elsewhere - Der Universalschlüssel
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Es war mein erstes Buch dieses Autors und der Klappentext machte mich neugierig, obwohl ich nicht unbedingt ein Fan von SciFi und Fantasy bin.
Schnell ist man jedoch mitten im Geschehen, wenn spooky Ed ...

Es war mein erstes Buch dieses Autors und der Klappentext machte mich neugierig, obwohl ich nicht unbedingt ein Fan von SciFi und Fantasy bin.
Schnell ist man jedoch mitten im Geschehen, wenn spooky Ed den alleinerziehenden Jeffy und seine Tochter Amity aufsucht und ihnen den Universalschlüssel zur sicheren Aufbewahrung überlässt, da ihm böse Verfolger auf den Fersen sind.
Als sie diesen versehentlich auslösen, beginnen ihre Abenteuer in den Parallelwelten. Das ist zu Beginn auch noch spannend, selbst wenn die anderen Welten durchweg dystopischen Charakter haben. Allerdings wiederholt sich dieses Vorgehen und bietet so wenig Abwechslung und Tiefe.
Auch die Charaktere sind schwarz-weiß angelegt. Der liebevolle Vater mit einer sehr innigen Beziehung zu seiner Tochter. Die Tochter, die für ihr Alter äußerst scharfsinnig ist und mutig agiert, um nicht so zu sein, wie die von ihr verhassten weichen Mädchen aus Fantasyromanen. Selbst wenn aufgrund des Alters manche ihrer Fähigkeiten unrealistisch scheinen, ist sie der stärkste Charakter des Buches. Der perverse, sadistische Widersacher.
Die anfängliche Spannung ebbt jedoch ab, vor allem getrieben durch detailreiche Umgebungsbeschreibungen, sich wiederholende Vorfälle und Gedanken. Das Ende gestaltet sich zusätzlich recht zäh und ist einfach zu viel des Guten.
Daneben trübt der Sprecher den Hörgenuss. Er liest zu langsam und nimmt so zusätzlich Spannung, setzt Pausen an eigenartigen Stellen und betont seltsam, teilweise singend zum Wortabschluss.
So konnte mich das Buch während der gut 13h Hördauer nicht packen wie es ein Thriller sollte. Insofern ist es lediglich ein reiner SciFi-Roman mit ein bisschen Action.

Veröffentlicht am 22.11.2021

vergänglich wie eine Welle im Sand

Wie eine Welle im Sand
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Das Cover lässt einen ruhigen und leichten (Urlaubs-)Roman erwarten. Nach der Lektüre finde ich es jedoch nicht zum Inhalt passend.
Zwar reist Pauline nach Mallorca, das in Ansätzen anschaulich schön beschrieben ...

Das Cover lässt einen ruhigen und leichten (Urlaubs-)Roman erwarten. Nach der Lektüre finde ich es jedoch nicht zum Inhalt passend.
Zwar reist Pauline nach Mallorca, das in Ansätzen anschaulich schön beschrieben wird, doch suhlt sie sich dort mehr in ihrem Leid, was für trübe Stimmung sorgt.
Ihre Freundin versucht, ihr mit Selbsthilfetipps zum Weg zu sich und ihrem Glück zu helfen. Für mich ist sie dadurch einfach nur nervig, denn das Buch kommt mit seinen Yoga- und Spiritualitätsausführungen fast schon wie ein Ratgeber à la "Guide to Happiness" daher.
So kommt es, das Pauline sich vornimmt, eine Andere zu sein, erst recht gegenüber ihrer Zufallsbekanntschaft Leander. Weil sie aber keine Emotionen zulässt, das auch so nüchtern geschildert ist, finde ich weder Zugang zu ihr noch zu ihm. Denn auch er ist ein unsympathischer Charakter, verhält sich unerwachsen und sieht in Pauline nur ein Mittel zum Zweck. Von Charisma keine Spur.
Das Buch zieht sich, es kommt keine Spannung auf. Dabei sind die Hintergrundthemen durchaus ernst und könnten weitaus mehr hergeben. Der Schluss war dann einfach nur zu gewollt und unpassend zum Vorangegangenen.
Wenn ich das Buch abgebrochen hätte, hätte ich auch nichts verpasst, denn es ist vergänglich wie eine Welle im Sand.

Veröffentlicht am 18.11.2021

detailverliebter Auftakt

Das Leuchten der Sehnsucht - Töchter der Freiheit
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Dieses Buch stellt den Auftakt zu einer mehrbändigen (wie viele genau ist zzt. unbekannt) Familiensaga dar, die sich rund um den amerikanischen Bürgerkrieg dreht und wie dieser Familien, Freunde und die ...

Dieses Buch stellt den Auftakt zu einer mehrbändigen (wie viele genau ist zzt. unbekannt) Familiensaga dar, die sich rund um den amerikanischen Bürgerkrieg dreht und wie dieser Familien, Freunde und die Gesellschaft spaltet.
Im Mittelpunkt steht Annie, eine junge, exzellent ausgebildete Frau aus dem Norden, die eine Stelle als Lehrerin in den Südstaaten antritt. Mit ihrer forschen Art, ihrem Gerechtigkeitssinn und kritischem Blick auf das System fällt sie zwischen den aristokratischen und blasierten Südstaatlern schnell negativ auf.
Ein weiterer Strang beschäftigt sich mit ihrer Schwester Sophia und deren Familie in Kansas, die durch Revolten in ihrer Existenz bedroht wird.
Weitere Stränge um zahlreiche Nebencharaktere sind eingewoben, wobei für deren Verbindungen zu viele Zufälle bemüht werden.
Die knapp 400 Seiten des Buches umfassen dabei nur einen Handlungszeitraum von acht Monaten, in denen vergleichsweise wenig passiert. Einerseits nehmen die detailreichen Beschreibungen der Landschaft, Gebäude, Kleidung viel Raum in Anspruch. Andererseits fühlt sich das Buch so eher an wie die Vorgeschichte zu etwas, indem Grundlagen geschaffen werden mit auftretenden Personen und Ausgangspunkten für Handlungsstränge.
Zudem bleibt das Ende sehr offen, indem viele Fragen unbeantwortet und Stränge ungelöst bleiben. So hört das Buch mittendrin auf und lässt sich nicht eigenständig lesen. Als Leser hängt man quasi in der Luft und muss mindestens auf den für Februar 2022 in Aussicht gestellten Band 2 warten, da es unwahrscheinlich, dass bei Beibehaltung des gegenwärtigen Erzähltempos darin alle Stränge und Fragen gelöst werden.
Insgesamt lässt sich das Buch trotz der Detailfülle und ernsten Hintergrundthematik leicht und flüssig lesen. Allerdings konnte es mich nicht so fesseln, dass es der beworbene Pageturner wurde.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 15.11.2021

mäßiger Abschluss

Hurenglück - Die Lilien von London
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Mit diesem Buch schließt sich die Trilogie um die ehemaligen Huren Emily und Christine, wobei diese hier nicht mehr im Mittelpunkt stehen - der Titel daher ziemlich unpassend ist -, sondern vielmehr Emilys ...

Mit diesem Buch schließt sich die Trilogie um die ehemaligen Huren Emily und Christine, wobei diese hier nicht mehr im Mittelpunkt stehen - der Titel daher ziemlich unpassend ist -, sondern vielmehr Emilys Kinder Margery, Ines und Victor. Insofern kann dieser Band unabhängig von den Vorgängern gelesen werden, wobei es selbstredend schöner ist, die gesamte Entwicklung der Familien nachzuverfolgen.
Nach einem Zeitsprung von 20 Jahren ins Jahr 1908 befinden sich die drei Jugendlichen auf dem Weg ins Erwachsenwerden bzw. -sein. Während Margery eher eine Nebenrolle bekommt, sind es vielmehr Ines, die mit ihrem Kampf für Frauenrechte in den Mittelpunkt rückt, und Victor, der eine gefährliche Liebe lebt.
Die historischen Hintergründe und Wertvorstellungen der damaligen Zeit und Gesellschaftsschichten scheinen wieder gut recherchiert - der Epilog gibt erklärende Erläuterungen - und sind fließend mit der Fiktion der Charaktere verwoben, sodass sich mit beiden mitfühlen lässt.
Sonst hält sich das Buch mit Spannung eher zurück, denn der hauptsächliche Widersacher im Buch steht bereits früh fest und begleitet die Handlung durchgehend. Das ist schade, da das Buch nicht mehr so wie die Vorgänger fesseln kann. Außerdem ist es aufgrund der vielen Perspektiven- und Ortswechsel unruhig zu lesen.
Ebenso ist bedauerlich, welch negative Persönlichkeitsentwicklung die bisherigen Hauptcharaktere Emily, Christine und John durchlaufen haben. Sie fühlen sich plötzlich fremd an und sind nicht mehr so sympathisch wie in den Vorgängerbänden. Lediglich Liam bekommt ein paar mehr Auftritte mehr zugestanden und kann das Minus der Vorgängerbände ausgleichen.
Für mich daher der schwächste Teil der Reihe mit 3,5*.

Veröffentlicht am 09.11.2021

Tolle Fortsetzung

Hurenmord - Die Rose von Whitechapel
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Dieses Buch stellt den zweiten Teil einer Trilogie dar. Er kann unabhängig vom Vorgänger gelesen werden, da die Protagonisten aus Band 1 nur noch Nebenrollen haben; wobei es selbstredend schön ist, ihre ...

Dieses Buch stellt den zweiten Teil einer Trilogie dar. Er kann unabhängig vom Vorgänger gelesen werden, da die Protagonisten aus Band 1 nur noch Nebenrollen haben; wobei es selbstredend schön ist, ihre Entwicklung weiter zu verfolgen, wenn man sie bereits kennt.
In diesem Band steht Christine im Mittelpunkt, die im Vorgänger nur eine Nebenrolle innehatte. Auch ihr Schicksal ist getrieben durch ihre frühere Arbeit im Bordell. Sie hatte klare Vorstellungen vom Leben und hat sich willensstark, mutig und tapfer nunmehr einen ansehnlichen Stand innerhalb der Gesellschaft erarbeitet.
Um anderen Frauen ein ähnliches Schicksal wie das ihre zu ersparen und eine bessere Zukunft zu ermöglichen, betreibt sie eifrig ein Frauenhaus in London. Doch plötzlich kommt es bei vielen ihrer Bewohnerinnen zu Todesfällen. Ursache Mord - durch Jack the Ripper; weswegen das Buch nur den engen Zeitraum 1888-1889 umfasst.
Hier gelingt es der Autorin abermals gut, den realen historischen Hintergrund, der gut recherchiert scheint und mit erklärenden Erläuterungen nach dem Epilog aufwartet, fließend mit der Fiktion ihrer Charaktere zu verweben.
Während in der Realität die Identität bis heute unbekannt ist, gibt es im Buch hingegen eine Auflösung. Bis dahin bleibt es jedoch spannend und eventuell zu viel für Zartbesaitete. Denn nicht nur die Szenerie ist detailliert bildreich geschildert, wodurch man sich direkt mitten in London wähnt, sondern auch die bestialischen Gräueltaten.
Die Aufklärung selbiger steht im Buch im Mittelpunkt, die Liebe tritt eher in den Hintergrund. Nichtsdestotrotz gibt es auch einen solchen Handlungsstrang. Doch da es sich dabei um eine nicht standesgemäße Verbindung handeln würde, bliebt lange fraglich, ob die zwei Herzen zueinander finden.
Mir hat dieser Teil sogar noch etwas besser gefallen als der Vorgänger.