Cover-Bild Die Mitternachtsreise
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Droemer
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 368
  • Ersterscheinung: 21.05.2026
  • ISBN: 9783426562499
Matt Haig

Die Mitternachtsreise

Roman
Sabine Hübner (Übersetzer)

Das Buchereignis des Frühjahrs 2026: Der neue Roman vom Autor des internationalen Millionen-Bestsellers und der TikTok-Sensation  Die Mitternachtsbibliothek.

Wenn das Leben im Zeitraffer an dir vorüberzieht – welchen Moment würdest du festhalten?

Die Vergangenheit kann niemand ändern, doch der Mitternachtszug kennt den Weg dorthin:  Zur Chance, die bedeutsamsten Momente noch einmal zu durchleben – und zu erkennen, wer man wirklich war.  Am glücklichsten war Wilbur mit Maggie, der großen Liebe seines Lebens. Damals, in ihren Flitterwochen in Venedig. Bevor er alles aufs Spiel setzte.  Nichts wünscht er sich sehnlicher, als die Zeit zurückdrehen und einen anderen Weg einschlagen zu können. Aber damit könnte er alles zerstören, was ihm je etwas bedeutet hat. 

Eine zauberhafte Liebesgeschichte aus der Welt von “Die Mitternachtsbibliothek”.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.06.2026

Was zählt im Leben wirklich?

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„...Damals stellte sich die Zufriedenheit von selber ein. Sie durchströmte die beiden wie ein Fluss, und sie dachten, es werde immer so bleiben, dieser Strom werde niemals versiegen, und sie mussten sich ...

„...Damals stellte sich die Zufriedenheit von selber ein. Sie durchströmte die beiden wie ein Fluss, und sie dachten, es werde immer so bleiben, dieser Strom werde niemals versiegen, und sie mussten sich keinen Gedanken über seinen Ursprung machen noch die Mühe, das Wasser zu schöpfen und zu trinken…“

Wilbur und Maggie sind auf ihrer Hochzeitsreise in Venedig. Es sind unbeschwerte Tage.
Der Autor hat einen bewegenden Roman geschrieben. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet und gespickt mit einer Menge an passenden Metapher.
Mittlerweile sind 52 Jahre vergangen. Wilbur geht in den Garten seines Hauses und bricht dort zusammen. Der Arzt kann kurze Zeit später im Krankenhaus nur noch den Tod feststellen.
Nur für Wilbur stellt sich das anders dar. Er fühlte sich zwar verändert, aber lebendig. Plötzlich wird er aufgefordert, in einen Zug einzusteigen. Er wird ihn an den verschiedenen Stationen seines Lebens vorbeifahren. Seine Begleiterin und Reiseleiterin ist Agnes, die Buchhändlerin, deren Laden er einst übernommen hat.

„...Ich bin hier, um dich durch dein Leben zu führen, das Leben, das du gerade gelebt hast…“

Manche Lebenssituationen sieht Wilbur nur durch das Zugfenster, An anderen Stellen muss er aussteigen. Dabei kommt ihm die eine oder andere Erkenntnis.

„...Aber man kann nicht acht Jahrzehnte leben, ohne zu merken, dass letztlich jeder Mensch verschiedene Seiten hat. Oder dass es in jedem Mensch etwas gibt, dass der äußeren Wahrnehmung zuwiderläuft…“

Schnell begreift er, warum der Zug an manchen Stellen hält. Und er stellt sich zunehmend die Frage, wann er hätte anders handeln müssen, wann er falsch abgebogen ist oder die Weichen falsch gestellt hat.

„...Es gibt Tage im Leben, die einfach vergehen, ohne dass man sich je wieder an sie erinnert. Und dann gibt es Tage, die einem so ans Herz gewachsen oder so wichtig sind, dass sie schon alles in sich tragen, was danach kommt…“

Am liebsten würde er seinem früheren Ich Ratschläge geben, wie er sich zu verhalten hat. Für die Zugreise aber gibt es drei Regeln. Deren Quintessenz ist es, dass die Vergangenheit nicht verändert werden darf. Wird ihm trotzdem eine Lösung einfallen?

Veröffentlicht am 23.06.2026

Zeit aus den Fugen

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"Und dann gibt es Tage, die einem so ans Herz gewachsen oder so wichtig sind, daas sie schon alles in sich tragen, was danach kommt. Tage wie Matroschka-Puppen, von der sich ausdehnenden Zukunft umschlossen."

Mt ...

"Und dann gibt es Tage, die einem so ans Herz gewachsen oder so wichtig sind, daas sie schon alles in sich tragen, was danach kommt. Tage wie Matroschka-Puppen, von der sich ausdehnenden Zukunft umschlossen."

Mt der Miiterachtsreise kehrt Matt Haig zu seinen Refelektionen über Leben und Tod und Lebensentscheidungen zurück, mit einer neuen Geschichte und neuen Protagonisten. Als Wilbur am Ende eines langen Leben stirbt, holt ihn der Mitternachtszug ab und nimmt ihn mit auf eine Reise durch die wichtigsten Stationen seines Lebens. Und das sind durchaus nicht immer die, denen Wilbur die meiste Bedeutung beigemessen hätte. Glück und Tragik entfalten sich an den Wendepunkten. Wird Wilbur noch einmal eine Chance bekommen, alles ganz anders zu machen?

Matt Haig schafft das Kunststück, die Mitternachtsreise ebenso tiefgründig wie kurzweilig zu gestalten. Die Story fesselt und regt noch lange zum Nachdenken an. Wo die Mitternachtsbibliothek Bücher für die Reise zwischen Leben und Tod nutzte, dient hier der Mitternachtszug als Vehikel für die Fahrt in das Leben nach dem Tod. Für mich hat die Mitternachtsbibliothek sogar noch mehr Charme und Originalität entfaltet. Aber natürlich war auch der Mitternachtszug auf jeder Seite die Reise wert.

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Veröffentlicht am 15.06.2026

Für Fans von Sophies Welt

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„Der Mitternachtszug bietet dir die Gelegenheit, dein eigenes Leben im Rückblick so wahrheitsgemäß wie möglich zu beurteilen. Sodass du dich, wenn du in die Ewigkeit eingehst, selbst ganz und gar verstehst.“ ...

„Der Mitternachtszug bietet dir die Gelegenheit, dein eigenes Leben im Rückblick so wahrheitsgemäß wie möglich zu beurteilen. Sodass du dich, wenn du in die Ewigkeit eingehst, selbst ganz und gar verstehst.“ (S. 73)
Wilbur ist 81 Jahre alt, als er stirbt, und sein Leben ganz anders verlaufen, als er es sich einst vorgestellt hatte. E wurde zwar viel erfolgreicher, als er je zu träumen gewagt hätte, doch der berufliche Erfolg hatte seinen Preis: Er stellte seine Arbeit über seine große Liebe Maggie und wurde mit den Jahren immer einsamer.
Zu seinem Erstaunen endet mit dem Tod jedoch nicht alles. Stattdessen findet er sich auf einem verlassenen Bahnsteig im Nirgendwo wieder, mit einer Fahrkarte für den Mitternachtszug. Außerdem ist er plötzlich wieder jung und fühlt sich lebendiger als seit Jahrzehnten. Eine weitere Überraschung ist seine Zugbegleiterin: Agnes Bagdale, in deren Buchhandlung er als Kind sehr viel Zeit verbracht hat. Gemeinsam reisen sie noch einmal durch die wichtigsten Stationen seines Lebens, die besonders schönen, aber auch besonders traurigen. Dabei wird Wilbur zunehmend klar, welche Entscheidungen ihn auf seinen Lebensweg geführt haben und welche Fehler er gemacht hat. Eigentlich darf er sein jüngeres Ich nur beobachten, doch gegen Agnes’ ausdrücklichen Rat versucht er, Einfluss auf die Vergangenheit zu nehmen. Aber was geschieht, wenn er tatsächlich etwas verändert? Welche Auswirkungen hätte das auf seine Gegenwart und auf die Menschen, die sein Leben geteilt haben?

„Welche Ironie, dass man nur einen Augenblick braucht, um zu sterben, aber ein ganzes Leben, um zu lernen, wie man lebt.“ (S. 210) „Die Mitternachtsreise“ hat mich sehr an „Sophies Welt“ erinnert. Matt Haig beschäftigt sich mit philosophischen Fragen wie: Was ist Realität? Was ist Zeit? Wie sollte man sein Leben führen? Welche Entscheidungen bereut man, und welche Konsequenzen muss man tragen? Dabei regt er immer wieder dazu an, über das eigene Leben und die eigenen Prioritäten nachzudenken.

Die Handlung verläuft bewusst ruhig. Während der Zugfahrt zieht Wilburs Leben außen an den Fenstern vorbei; an den entscheidenden Wegmarken steigen er und Agnes aus, um die Ereignisse nochmal mitzuerleben. Dabei gelten klare Regeln: Wilbur darf nicht eingreifen, keinen Kontakt aufnehmen und nicht anwesend sein, wenn sein jüngeres Ich schläft. Doch je deutlicher ihm seine Versäumnisse und Fehlentscheidungen vor Augen geführt werden, desto stärker wird sein Wunsch, die Vergangenheit zu korrigieren.

Das Buch ist melancholisch, aber zugleich warmherzig und hoffnungsvoll. Es lädt dazu ein, über verpasste und zweite Chancen, über Liebe und Familie, Freundschaft und Zusammenhalt nachzudenken. „Vielleicht will jeder von uns einfach irgendwo dazugehören. Und ich glaube, … das Traurige an den Menschen ist, dass man, um dazuzugehören, immer irgendwo jemanden ausschließen muss.“ (S. 180)

Besonders gefallen hat mir die Entwicklung, die Wilbur im Laufe der Geschichte durchmacht. Obwohl ihm schon zu Lebzeiten bewusst war, welche Fehler er begangen hatte, versteht er erst im Rückblick wirklich, an welchen Weggabelungen er falsch abgebogen ist und welche Entscheidungen sein Leben nachhaltig geprägt haben. Seine Erkenntnisse wirken glaubwürdig und berührend.

Wer philosophische Gedankenspiele, eine Prise Magie und Geschichten über die großen Fragen des Lebens mag, wird sich auf diese Reise gerne einlassen. Für mich ist „Die Mitternachtsreise“ eine nachdenkliche und emotionale Lektüre, die noch lange nach dem Zuklappen des Buches nachwirkt.

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Veröffentlicht am 08.06.2026

Lebenssinn

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Wilbur, der am Ende seines Lebens steht, blickt auf die wichtigsten Stationen seines Daseins zurück: auf Momente, Entscheidungen und Menschen, die ihn geprägt haben. Besonders spannend ist, dass er manche ...

Wilbur, der am Ende seines Lebens steht, blickt auf die wichtigsten Stationen seines Daseins zurück: auf Momente, Entscheidungen und Menschen, die ihn geprägt haben. Besonders spannend ist, dass er manche Zusammenhänge und Fehler offenbar erst jetzt wirklich erkennt. Kann er noch etwas wiedergutmachen? Wird er sich entscheiden, in die Vergangenheit einzugreifen und den Lauf der Dinge zu verändern?

In Matt Haigs Roman geht es um die Werte, die uns durchs Leben tragen – oder tragen sollten. Was zählt am Ende wirklich: Job, Karriere und Erfolg oder die Beziehungen zu den Menschen, die wir lieben? Eigentlich scheint die Antwort offensichtlich. Doch durch Umwege, falsche Entscheidungen und verdrängte Gefühle verlieren wir unsere Prioritäten manchmal aus den Augen. Die Folgen können schmerzhaft und tragisch sein. Genau vor diesen Gefühlen ist der Protagonist sein Leben lang geflohen.

„Die Mitternachtsreise“ war mein erstes Buch von Matt Haig. Ich mochte den warmherzigen Ton und die eingestreuten philosophischen Gedanken über das Leben. Die Geschichte ließ sich leicht verfolgen und blieb durchgehend interessant. Wirklich berührt hat sie mich jedoch nicht. Durch die vielen fantastischen Elemente – parallele Welten und die Möglichkeit, in die Vergangenheit einzugreifen – blieb ich emotional eher auf Distanz. Zudem klingen viele Passagen zwar wie schöne Lebensweisheiten, ohne dass sie mir tatsächlich neue Erkenntnisse vermittelt hätten. Auch die Figur Maggie konnte mich nicht vollständig überzeugen; sie wirkte auf mich zu abhängig und zu sehr auf Wilbur ausgerichtet.

Von der Atmosphäre und den behandelten Themen her erinnerte mich „Die Mitternachtsreise“ an die Bücher von John Strelecky. Wer sich für Sinnsuche, Lebensfragen und persönliche Entwicklung interessiert und noch nicht viele Bücher zu diesen Themen gelesen hat, findet hier sicherlich einen guten Einstieg. Für mich war es insgesamt eine nette Lektüre für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Wenn die eigene Vergangenheit Neuland ist

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Matt Haig verleiht in «Die Mitternachtsreise» einem bekannten Konzept ein neues Gewand: Ein Mann, der nach seinen Tod reuevoll auf sein Streben nach Reichtum zurückschaut. Nicht Arbeit allein, sondern ...

Matt Haig verleiht in «Die Mitternachtsreise» einem bekannten Konzept ein neues Gewand: Ein Mann, der nach seinen Tod reuevoll auf sein Streben nach Reichtum zurückschaut. Nicht Arbeit allein, sondern ein Leben im Einklang mit Menschlichkeit und Verbundenheit macht glücklich. Wie bei Dickens’ Scrooge, der auch erwähnt wird, zeigt Haig, dass reiner Fleiß und materieller Erfolg ohne Mitgefühl und Gemeinschaft in Einsamkeit und Unzufriedenheit enden.

Der Mitternachtszug bietet dem Geist von Wilbur nach seinem Tod die Gelegenheit, sein Leben im Rückblick zu beurteilen und diese wertvollen Einsichten zu gewinnen. Doch ist es dafür nicht zu spät?

«Es ist wie in dem Zitat von Kierkegaard: ›Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden‹.»

Es bricht einem das Herz, diese vielen Momenten beizuwohnen und mitzuerleben, wie blind Wilbur für sein Glück war, wie er sich verändert und alles verliert, was ihm wichtig war – vor allem die Liebe seines Lebens. Dabei geht es um existenzielle Fragen über das Glück mit zahlreichen Denkanstößen:

«Und doch fragte sich jetzt der Geist: Weiß denn irgendein junger Mensch die Zeit, in der er lebt, wirklich zu schätzen? Wandelte sich die Speisestärke der Alltagswirklichkeit nicht stets erst durch die Erinnerung in Zucker um? Bedeutete nicht genau dies Nostalgie?»

Vorhersehbar mit offensichtlicher Botschaft, aber gewohnt flüssig, sehr emotional aufgebaut und natürlich mit einem wohlwollenden Ende. Routiniert leicht zu lesen und gut geeignet für alle, die bei leichter Unterhaltung nicht völlig auf den Anspruch verzichten wollen, es aber unmissverständlich mögen.

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