Awrr, ich liebe Luca und Sage!
Rezension zu Berühre mich. Nicht. von Laura Kneidl
Der Klappentext:
Als Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts - kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Nichts außer dem eisernen Willen, neu zu ...
Rezension zu Berühre mich. Nicht. von Laura Kneidl
Der Klappentext:
Als Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts - kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Nichts außer dem eisernen Willen, neu zu beginnen und das, was zu Hause geschehen ist, zu vergessen. Das ist allerdings schwer, wenn einen die Erinnerungen auf jedem Schritt begleiten und die Angst immer wieder über einen hereinbricht. So auch, als Sage ihren Job in einer Bibliothek antritt und dort auf Luca trifft. Mit seinen stechend grauen Augen und seinen Tätowierungen steht er für alles, wovor Sage sich fürchtet. Doch Luca ist nicht der, der er auf den ersten Blick zu sein scheint. Und als es Sage gelingt, hinter seine Fassade zu blicken, lässt das ihr Herz gefährlich schneller schlagen …
Meine Meinung:
Hach ich weiß gar nicht, was ich über dieses Buch anderes sagen soll als: Ich bin verliebt. Laura Kneidl hat ein ganz empfindliches Thema angesprochen und das wirklich gut rübergebracht. Es geht um ein Opfer, welches von einem Mann misshandelt wurde (inwiefern werde ich nicht ausführen, da das zu viel vorwegnimmt) und deswegen die Nähe zu Männern im Allgemeinen nicht erträgt. Und das hat sie sehr authentisch dargestellt! Sage wird noch lange von diesen Ängsten verfolgt, es wäre nicht realistisch gewesen, wenn sie auf z.B. Seite 200 überhaupt keine Angst mehr gehabt hätte, deswegen finde ich es ganz großes Kino, wie sie dieses Thema aufgegriffen hat. Die Protagonisten sind überdacht erstellt worden und mir übrigens überaus sympathisch.
Das Buch ist ganz normal in Kapitel unterteilt und aus der Sicht der Protagonistin Sage geschrieben. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und überaus detailliert. Über wichtige Szenen wird nicht schnell hinweggegangen und bestimmte Situationen können sich schon einmal über mehrere Kapitel ziehen, wenn sie ausschlaggebend für die Situation sind. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Dadurch, dass die Kapitel oft mit einem Cliffhanger enden, baut sich auch eine gute Spannung auf. Aber insgesamt will man immer wissen, wie es mit den beiden weiter geht und genau deswegen konnte ich auch dieses Buch kaum aus der Hand legen.
Endlich mal wieder ein Cover ohne Personen – auch wenn diese natürlich auch sehr schön aussehen können. Aber ich finde solche Bücher wie dieses hier – mit einem schlichten aber auch wieder außergewöhnlichen Cover – manchmal viel schöner. So hat mich auch dieses hier von Anfang an überzeugt. Dieses schöne altrosa des Einbandes mit den wunderschönen Blumen hat mich sofort angezogen. Ich finde es toll, wie sie mit geometrischen Formen arbeiten, und dass weiße Auslassungen dafür sorgen, dass das Buch nicht überladen aussieht. Die Schrift, die gewählt wurde spricht mich auch sehr an. Ebenso wie die gesamte Farbgestaltung. Am Anfang muss ich sagen, dass ich mit dem Titel überhaupt nichts anfangen konnte, aber nachdem ich das Buch gelesen habe, habe ich gemerkt, wie perfekt er eigentlich auf dieses Buch passt.
Sage ist ein sehr seelisch instabiler Charakter. Von Anfang an weiß man ungefähr, wieso das so ist, aber lange lange weiß man es als Leser nicht. Nicht einmal am Ende ist man komplett aufgeklärt. So lernt man sie aber erstmal kennen, aber mit der Zeit merkt man, dass sie sich ihren Ängsten stellt. Sie hat wahnsinnige Angst vor Männern, aber sie weiß, dass sie so nicht weiter leben will. Und deswegen geht sie das Problem an. Es ist wirklich schön zu lesen, wie sie immer weiter kämpft. Eine große Stütze dafür ist der gute, alte Luca. Ich habe mich total verliebt in diesen Charakter. Ein realistischer Charakter, der so auch neben mir in der Schule sitzen könnte. Luca ist authentisch, lustig und total fürsorglich. Er liebt Bücher und hasst eigentlich so gut wie alle Menschen. Aber die Menschen, die ihm etwas bedeuten, die beschützt er mit all seinen Mitteln. Ich muss sagen, es ist ein toller Charakter, den ich sehr ins Herz geschlossen habe. Beide Protagonisten agieren toll zusammen, sodass man sie beide sehr gerne beim Handeln beobachtet. Außerdem gibt es da noch April, die total herrlich ist. Sie sprüht einfach total von positiver Energie und rettet irgendwie jede Situation. Sie ist wirklich eine gute Freundin für Sage und eine sichere Konstante in ihrem Leben.
Mein Fazit:
Dieses Buch gehört meiner Meinung nach in jedes Regal, der in diesem Genre unterwegs ist. Aber ich muss natürlich auch noch kurz ein bisschen kritisch sein: Ich brauch mehr Liebe! Die kommt mir ein bisschen zu kurz, wo Sage ihre Krankheit doch mehr im Fokus steht als die Beziehung zwischen Luca und Sage. Und das Ende ist der schlimmste Cliffhanger in dem ganzen Buch! Also wer unter sowas auch immer leidet: Haltet gleich Band 2 bereit! Nichtsdestotrotz ist es ein wirklich gutes Buch, in dem man mitleiden und mithoffen kann. Also ist es meiner Meinung nach eine absolute Leseempfehlung!
5 Sternchen von 5 Sternchen