Nette Idee zum Erlkönig
Der Prinz des Nachtreichs 1. Midnight SpyDie Idee von dem Buch „Der Prinz des Nachtreichs – Midnight Spy“ von Sandra Regnier fand ich sehr interessant. Ich denke jeder kennt den Erlkönig. Ich persönlich musste ihn mit etwa 14 Jahren lernen und ...
Die Idee von dem Buch „Der Prinz des Nachtreichs – Midnight Spy“ von Sandra Regnier fand ich sehr interessant. Ich denke jeder kennt den Erlkönig. Ich persönlich musste ihn mit etwa 14 Jahren lernen und kann ihn auch über 20 Jahre später noch auswendig. Ich war daher sehr neugierig, wie die Autorin diesen Klassiker neu interpretiert und daraus eine Romantasy gemacht hat.
Letitia ist als Kind von Deutschland nach Nottingham, England, gezogen und nach einem Albtraum lernt sie Will kennen, den Sohn des Erlkönigs. Über die Jahre wächst zwischen den beiden eine Freundschaft heran, sodass sie mit ihm in die Parallelwelt Annwn reisen kann. Dort wird sie, als sie alt genug ist, zur Spionin. Doch sie darf sich niemals verlieben, denn dann kann sie nicht mehr dorthin reisen. Dass gerade Will gefährlich für sie wird, hätte sie nie gedacht. Aber auch eine Verschwörung bringt alles in Gefahr.
Ich fand die Geschichte recht gut gestaltet, sei es mit Letty, wie Will sie nennt, in Annwn als auch in Nottingham. Sie führt zwei sorgsam getrennte Leben, weil niemand von ihren Freunden Will sehen kann. Das führt zu einigen unterhaltsamen Szenen, wie als Will sie in der Jungsumkleidekabine aus dem Spiegel herauslässt. Ich finde nur manchmal nimmt sie das Leben in Annwn zu sehr auf die leichte Schulter. Sie sieht es als Abenteuer und Gefahren kennt sie nicht, obwohl die dort lebenden Wesen sie am liebsten mindestens verskalven würden. Das ist mir manchmal etwas zu naiv. Ich kann aber verstehen, dass sie die Sorgen um ihre Zukunft nach ihrem Abschluss verdrängen will, da sie weiß, dass sich mit Will dann vieles verändern wird. Ihn selbst mag ich auch gerne. Ich habe richtig gemerkt, wie sehr er sich um Letty sorgt und wie wichtig ihm sie ist. Die Nebencharaktere, sei es ihre Freunde oder seine Schwestern, fand ich auch gut gelungen. Auch wenn ich es merkwürdig fand, wie die Schwestern Letty teilweise angegiftet haben, da es hieß, dass sie sich eigentlich verstehen. Ich mochte auch gerne, wie die Unterschiede der zwei Welten aufgezeigt wurden, aber auch die Gemeinsamkeiten.
Ich habe recht schnell geahnt, wie das Buch enden wird, wie was verläuft, aber das war nicht weiter schlimm. Wenn etwas gut geschrieben ist, macht es mir nichts aus, nicht überrascht zu werden. Leider gab es aber viele Fehler, sei es Wortfehler oder auch vom Inhalt her. Zum Beispiel hat Wills Schwester Callisto Daphne, die jüngste, verarztet. Dann stand, dass sie damit fertig war und auf der nächsten Seite stand wieder, dass sie damit fertig war. Oder es heißt es funktioniere keine Technik, wenn Will da ist. Dann ging nicht einmal eine Taschenlampe. Komischerweise konnte Letty an ihre Mutter aber eine WhatsApp verschicken. Solche Sachen stören mich leider. Zudem kam es vor, dass es viele Entwicklungen gab, die dann aber irgendwie nicht weiter verfolgt wurden, wie dass Will Lettys Tante erkannte. Auch hat es mich gestört, dass es immer mal wieder vorkam, wie es einen Szenen-/Zeitwechsel gab, der nicht wirklich passte und das davor, was abgebrochen wurde, nicht wieder aufgenommen wurde. Das fand ich doch recht schade. Alles in allem fand ich das Buch ganz gut, hatte aber auch seine Schwachpunkte, wie eben Lettys Naivität. Daher kriegt das Buch drei Sterne.