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Veröffentlicht am 10.05.2022

Faszinierende Zeichnungen und eine tolle Story

Bu Tian Ge - Die Ballade von den Himmelsstürmern - Band 1
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„Bu Tian Ge - Die Ballade von den Himmelsstürmern - Band 1“ von Da Xia ist ein Manhua, also sowas wie ein chinesischer Manga. Da ich Mangas gerne lese und mir gefallen hat, dass historische, aber auch ...

„Bu Tian Ge - Die Ballade von den Himmelsstürmern - Band 1“ von Da Xia ist ein Manhua, also sowas wie ein chinesischer Manga. Da ich Mangas gerne lese und mir gefallen hat, dass historische, aber auch mystische Aspekte in diesen Manhua verbunden werden, war ich sehr neugierig. Und ich bin froh, dass ich den Band gelesen habe.
Erstmal muss ich die unglaublich tollen Zeichnungen loben. Die Bilder sind sehr detailliert und schön gestaltet, die Texte dazu sind kurz und präzise, sodass es nicht so überladen wirkt und das Heftchen sehr schnell gelesen und angeschaut werden kann. Die Geschichte macht einen kleinen Sprung, nachdem die Zwillinge, die später QuCheng und Ating heißen, bei der Geburt voneinander getrennt werden und QuCheng als halber Unsterblicher nach Penglai entführt wird. Ating währenddessen wird ausgesetzt, da sie mit sechs Fingern an einer Hand geboren wurde und sie als Unglücksbringer gilt. Doch ein älterer Mann, der von ihr später Opa Chen genannt wird, nimmt sie auf und erzieht sie. Nach dem Zeitsprung sieht man die Zwillinge als Kinder in ihren unterschiedlichen Leben und QuCheng sieht Ating immer wieder in seinen Meditationen, ohne zu wissen, wer sie ist.
Ich fand die Geschichte von Anfang an sehr spannend. Alleine dass eine Mutter ihre Tochter opfert, um keinen Unheil über ihren Mann und das Land zu bringen fand ich sehr emotional. Aber dann Ating mit ihrem Opa Chen zu sehen, war einfach unglaublich süß. Er ist ein alter Haudegen, der sein Geld scheinbar damit verdient, Mörder umzubringen und durch die Gegend zu reisen. Er bringt Ating den Umgang mit einem Schwert und das Kämpfen allgemein bei, achtet aber auch sehr auf ihre Erziehung, weswegen sie dann gerne mal eine Faust auf ihrem Kopf bekommt, weil sie sich mal wieder nicht benehmen kann. Diese Situationen haben mich unglaublich erheitert. Ating ist ein süßes, aufgewecktes Mädchen, auch wenn sie sich gerne etwas selbst überschätzt. Aber man merkt, wie sehr sie ihren Opa liebt und wie er alles daransetzt, sie zu beschützen. QuCheng hingegen ist ein sehr ruhiges und in sich gekehrtes Kind, was unglaubliche Kräfte besitzt, aber er scheint mir oft auch etwas einsam zu sein. Deswegen finde ich die Momente sehr schön, wo er Ating in seinen Meditationen sieht.
Die Story geht noch nicht sehr weit, immerhin ist es erst Band eins, sodass man erst die Charaktere und die Welt drum herum kennenlernt. Allerdings gab es hier auch schon interessante und spannende Entwicklungen und ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte weitergeht, ob sich die Geschwister irgendwann wiedertreffen und vielleicht sogar zu ihren richtigen Eltern kommen. Ich gebe dem Band daher fünf Sterne, da mich die Charaktere absolut überzeugt haben und der Zeichenstil einfach unglaublich gut gelungen ist.

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Veröffentlicht am 10.05.2022

Interessante Welt, aber mit zu wenigen Erklärungen

Die magischen Buchhändler von London
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„Die magischen Buchhändler von London“ von Garth Nix klang für mich nach einem interessanten Fantasybuch, in dem Buchhändler Fähigkeiten besitzen, um gegen übernatürliche Wesen zu kämpfen und somit die ...

„Die magischen Buchhändler von London“ von Garth Nix klang für mich nach einem interessanten Fantasybuch, in dem Buchhändler Fähigkeiten besitzen, um gegen übernatürliche Wesen zu kämpfen und somit die normalen Menschen zu beschützen. Leider konnte mich das Buch nie wirklich fesseln, auch wenn der Schreibstil einerseits gut war, da man schnell durch die Seiten kam, andererseits auch ein wenig altmodisch beziehungsweise gestelzt rüberkam, obwohl das Buch 1983 spielt, was noch nicht so extrem lange her ist. Sicherlich gab es vor knapp 50 Jahren noch andere Wörter, die heute verschwunden sind, aber der Autor hat mir persönlich oft zu geschwollen geschrieben und auch viel zu viele Details genannt, die für die Story absolut unwichtig waren. Es wurde allgemein sehr viel Augenmerk auf Details gelegt, wie irgendwas aussah, wo man gerade war usw. Das mag vielen Gefallen, aber es gab hier ein zu großes Ungleichgewicht, da so viele Nichtigkeiten genannt wurden, aber es keine wichtigen Erklärungen gab. Susan, die Protagonistin, wird in eine ganz neue Welt geworfen, von der sie keine Ahnung hatte, und erkundigt sich bei Merlin und seiner Schwester immer wieder, was los sei, was das für verschiedene Wesen sind usw. Doch statt irgendwelche Informationen, die ihr und dem Leser helfen würde, die ganze Welt zu verstehen, gibt es nur kurze Ausflüchte und das war es. Manchmal wurden dem Leser kleine Häppchen hingeworfen, die aber viel zu wenig waren, um das Gesamtbild zu sehen und zu verstehen. Mir persönlich war es einfach zu wenig und vor allem fand ich auch vieles einfach unglücklich umgesetzt. Wie zum Beispiel als Susan entführt wird und Merlin mit der Polizei und seiner Schwester redet. So geht es anfangs noch darum, was in dem Haus passiert ist und was mit Susan ist, so reden sie plötzlich über Bücher und welchen Lieblingsautoren man hat. Das passte für mich einfach nicht. Ebenso wie mit Merlins Macke was seine Klamotten angeht. Mich hat nicht wirklich gestört, dass er sich mal als Mann und mal als Frau in Kleidern gekleidet hat, sondern dass er sich immer Gedanken darum gemacht hat, wie er aussieht, was er als nächstes anziehen soll, wie bei der Suche nach Susan, wo ihnen die Zeit verrinnt und sie in einen Wald müssen und er überlegt sich, was er sich dann Schickes anziehen kann. Hallo? Susan wurde entführt und er überlegt sich, wie er sich im Wald kleiden soll. Für mich war das einfach nichts.
Susan selbst war mir größtenteils zu naiv und hat einfach blind vertraut. Merlin rettet sie anfangs zwar vor einem unnatürlichen Wesen, aber sie hinterfragt zu wenig. Anfangs stellt sie noch ein zwei Fragen, nimmt es aber hin, dass ihr keiner irgendwas erklärt, sondern sie noch von einem Ort zum nächsten geschleppt wird, wieder ohne irgendwelche Informationen. Und sie macht es einfach mit, ohne sich was dabei zu denken. Am Ende wurde ihr und Merlin auch noch eine Beziehung angedichtet, die für mich einfach nicht ersichtlich war. Beide haben zusammen Abenteuer erlebt und Susan war stets in Gefahr, dass das irgendwie zusammen schweißt verstehe ich. Allerdings kamen für mich absolut gar keine romantischen Gefühle rüber, sodass dies am Ende absolut fehl am Platz wirkte. Außerdem waren die Kämpfe am Ende viel zu schnell abgehandelt. Das ganze Buch zog sich hin und dann, wo es wirklich spannend wurde, gab es zwei drei Seiten und fertig war es. Für mich hätte das ausgeglichener sein müssen. Weniger Details für Unwichtiges, dafür mehr für den großen Gegner. Vor jedem Kapitel gab es auch kleine Ausschnitte wie von einem Tagebuch, Gedicht oder irgendwas. Leider wurde nie erklärt, was es damit auf sich hat, was ich auch schade fand. Ich dachte das hätte irgendeine Bedeutung, hätte mit Susans Vater zu tun, den sie sucht, oder mit den Buchhändlern, aber es wurde dazu nichts erwähnt. Somit hätte ich es besser gefunden, wenn es einfach weggelassen worden wäre, denn so hinterlässt es einfach nur Fragen, auf die – wie auch bei so vielen anderen – nicht eingegangen wurde.
So sehr ich mich auch auf das Buch gefreut hatte, so schnell wurde meine Euphorie dann auch gedämpft. Leider konnte mich das Buch nicht wirklich mitreißen und vieles hat für mich einfach nicht gepasst. Dennoch gebe ich dem Buch drei Sterne, weil ich die Grundidee sehr interessant finde und ich glaube, dass vielen gerade der sehr detailreiche Schreibstil doch gefallen würde.

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Veröffentlicht am 10.05.2022

Keine Verbindung zu Charakteren oder Story aufgekommen

Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße
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„Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ von Maxim Leo klang für mich erstmal interessant, da das Buch als „eine rasante, anrührende und ungemein vergnügliche Hochstaplergeschichte“ angepriesen wurde, leider ...

„Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ von Maxim Leo klang für mich erstmal interessant, da das Buch als „eine rasante, anrührende und ungemein vergnügliche Hochstaplergeschichte“ angepriesen wurde, leider habe ich davon nicht viel mitbekommen und daher nach etwas über einem Drittel abgebrochen.
Michael Hartung, der eine Videothek besitzt, die kaum Geld einbringt, bekommt zum 30jährigen Jubiläum des Mauerfalls Besuch eines Journalisten, um einer Massenflucht aus der damaligen DDR nachzugehen. Hartung dementiert alles, ehe er sich doch auf die Geschichte einlässt, nachdem ihm 2000 Euro geboten werden. Und auf einmal wird er als Held gefeiert und findet sich in Fernsehshows wieder. Doch dann taucht Paula auf, die damals als Kind in der S-Bahn saß und sich nun bedanken will – und beide verlieben sich ineinander. Wäre da nicht die große Lüge.
An sich klang es recht spannend, doch schon der Einstieg fiel mir schwer. Erstmal wird immer nur von Hartung gesprochen und auch andere Charaktere, wie der Journalist Alexander Landmann, werden mit Nachnamen betitelt, was ich ungewöhnlich und auch irgendwie anstrengend finde. Wieso nutzt der Autor nur die Nachnamen und nicht die Vornamen, wie es üblich ist? Dazu kommt, dass Hartung eigentlich nur auf Geld aus ist, ständig trinkt und das auch recht früh und irgendwie auf nichts Lust hat. Nur Filme gucken, schlafen und trinken. Landmann wird hier als unseriöser Journalist dargestellt, der einfach seine Story rausbringen will, ohne sich richtig an Fakten zu halten und später, als er weiß, dass er einen Fehler begangen hat, noch mehr Lügen aufbaut. Vergnüglich fand ich das Buch daher überhaupt nicht. Vielleicht wird es später unterhaltsamer und lustiger, aber im ersten Drittel war davon absolut nichts zu merken. Dafür gab es einen über 50jährigen Protagonisten, der seinen Ruhm durch die Lügen genießt, trinkt und nicht mal mitbekommen hat, wie seine eigene Tochter erwachsen geworden ist und schon eigene Kinder hat.
Ich gebe dem Buch gutgemeinte zwei Sterne, weil die Idee sicherlich interessant ist, es an der Umsetzung aber eindeutig hapert.

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Veröffentlicht am 09.05.2022

Leider totaler Flop

Only Us – Unerreichbar
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Nachdem ich die Leseprobe zu „Only Us – Unerreichbar“ von Melanie Harlow gelesen habe, war ich wirklich gespannt auf das Buch, denn mir hatte gefallen, dass Noah und Meg so lange befreundet sind und selbst ...

Nachdem ich die Leseprobe zu „Only Us – Unerreichbar“ von Melanie Harlow gelesen habe, war ich wirklich gespannt auf das Buch, denn mir hatte gefallen, dass Noah und Meg so lange befreundet sind und selbst die räumliche Distanz nie was dran geändert hat. Für mich klang es immer so, als wären sie stets füreinander da gewesen und ihre Freundschaft wäre stabil und ehrlich. Vielleicht war sie das auch, aber irgendwie wurde das nie rübergebracht. Es wurden zwar immer mal wieder Ereignisse erwähnt, wo sie füreinander da waren, wie der Tod von Noahs Vater, aber es gab keine Rückblicke, wo ich das als Leser miterleben konnte. Es wurde nur nebenbei erwähnt, wie gut sie doch befreundet seien, aber leider kam das nie in der Story selbst rüber. Das lag daran, dass die beiden sich wie pubertierende und notgeile Teenager verhalten haben. Der eine musste nur an den anderen denken und war schon geil… Und hat sich dann selbst berührt. Und so ging es eigentlich das ganze Buch über: Die beiden waren heiß auf den anderen, konnten nicht einmal mit dem anderen etwas Essengehen, ohne sexuelle Fantasien zu haben und jeder Gedanke hat sich nur darum gedreht, wie heiß der andere sei. Freundschaft? Fehlanzeige! Und als die beiden dann ihrem Verlangen „endlich“ nachgaben, da drehte sich wirklich alles um Sex. Es gab so gut wie keine Gespräche, sodass ich die Verbundenheit der beiden gespürt hätte. Ihre einzige Beziehung bestand aus körperlicher Anziehung. Jedenfalls kam das so für mich rüber. Wäre es wenigstens gut geschrieben gewesen, hätte ich es vielleicht auch nicht als so schlimm empfunden, aber es wurde dann auch unglaublich plump und Noah absolut charakteruntypisch. Der negative Höhepunkt kam, als sie beide dann wirklich mal geredet haben. Denn Noah ging es nach seinem Arbeitstag als Polizist sehr schlecht, denn er hatte sich um einen Fall kümmern müssen, bei der es um Kindesmisshandlung ging. Ein sehr ernstes Thema und ich dachte: Endlich reden die beiden miteinander. Wie schwer sein Job ist, wie ihn das auch oft mitnimmt usw. Und dann bekam er von ihr einen BJ. Wie kann man bitte ein so ernstes Thema anschneiden und dann mit einem BJ verbinden? Sorry, aber da fehlt mir jedes Verständnis… Das ging einfach gar nicht…
Die Protagonisten waren teilweise super, andererseits auch anstrengend. So hat mir gefallen, dass Noah sehr aufopferungsvoll und loyal ist. Er liebt seine Familie und würde alles für sie tun, gerade auch bei seinem Zwillingsbruder Asher, der pflegebedürftig ist. Noah liebt auch seinen Job und seinen Hund Renzo und nimmt sich Zeit für die Bewohner, was mir gut gefallen hat. Aber etwa ab der Hälfte des Buches wurde er sehr charakteruntypisch. Er hatte gefühlt nur noch schlechte Laune, natürlich nur, wenn er nicht gerade heiß auf Meg gewesen ist, und hat Dinge gemacht, die absolut nicht zu ihm passten. Und Meg fand ich mit ihrer Familie unglaublich toll. Die Familie hatte eine schöne Dynamik und ich habe gemerkt, wie nahe sich die Schwestern stehen. Das fand ich toll, auch wenn es mir manchmal etwas zu viel war, denn sie teilt jedes Detail ihres Zusammenseins mit Noah mit den Schwestern und das war mir dann doch ein wenig zu viel. Allerdings wurde Meg als eine Workaholikerin beschrieben und dass sie sich nie sonderlich Zeit für sich nimmt und ihre Beziehungen deswegen immer kaputtgingen. Aber davon habe ich nie was gemerkt. Sie hat im ganzen Buch nie wirklich an ihre Arbeit gedacht, obwohl sie ja so arbeitswütig sein soll. Zwei Mal checkt sie kurz ihre Emails, aber das war es gewesen. Passte für mich nicht zusammen. Außerdem hat sie sich am Ende des Buches absolut kindisch benommen. Sie hatte eine Entscheidung getroffen, die sie auf jeden Fall durchziehen wollte und wollte diese nur Noah mitteilen, der diese aber nicht gefiel und dagegen war. Und auf einmal wollte sie das eben nicht mehr machen, weil er das ja nicht wollte und war nur am Heulen. Hätte ich nicht gewusst, dass beide über dreißig Jahre alt sind, hätte ich das gesamte Buch über gedacht, dass die beiden vielleicht 16, maximal 17 Jahre alt wären. Das fand ich anstrengend.
Punkten konnten nur die ganzen Nebencharaktere wirklich. Sei es Asher, der selbstständiger ist, als gerade seine Mutter glaubt, oder auch Sylvia, die von ihrem Mann offen betrogen wird. Zum Glück gab es diese und die Interaktionen zwischen ihnen und Noah und Meg fand ich auch wirklich gut. Das hat das Buch wenigstens einigermaßen erträglich gemacht.
Da das Buch einfach absolut nicht meines war und es kein Friends to Lovers Buch war, wie es klang, sondern beide schon scharf auf den anderen waren, seit sie sich begegnet waren und deren Beziehung immer nur rein körperlich rüberkam, kann ich dem Buch nur eineinhalb Sterne geben. Auf Portalen, bei denen es keine halben Sterne gibt, runde ich aber auf zwei auf, allerdings nur wegen den tollen Nebencharakteren. Wer nichts dagegen hat, dass es hier wirklich nur um Sex geht, dem wird das Buch vielleicht gefallen, aber für mich war es einfach ein totaler Reinfall.

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Veröffentlicht am 04.05.2022

Berührende Geschichte, in der aus Freunde Liebende werden

Everything We Lost (Love and Trust 2)
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„Everything We Lost“ ist nach „Everything We Had“ der zweite Teil der Love-and-Trust-Reihe von Jennifer Bright, kann aber unabhängig voneinander gelesen werden, da jeder Band eine eigenständige Geschichte ...

„Everything We Lost“ ist nach „Everything We Had“ der zweite Teil der Love-and-Trust-Reihe von Jennifer Bright, kann aber unabhängig voneinander gelesen werden, da jeder Band eine eigenständige Geschichte mit unterschiedlichen Protagonisten ist. Allerdings lernt man Hope und Yeonjun auch schon im ersten Teil etwas kennen.
Hope kommt immer wie eine gutgelaunte und selbstbewusste junge Frau rüber, die ihr Musikstudium liebt und gerne im Café Cosy Corner arbeitet. Doch in ihr drinnen sieht es anders aus. Nach dem Tod ihrer älteren Schwester ist ihre Familie zerbrochen und ein Teil von ihr fehlt. Doch nachdem Yeonjun ihr sagt, dass er mit ihr befreundet sein möchte, ändert sich alles. Er schafft es, sie aufzufangen, ihr Halt zu geben und eine Wohlfühloase zu schaffen, wo auch immer sie mit ihm ist. Doch langsam empfinden beide mehr als Freundschaft, doch beide haben unterschiedliche Gründe, dem nicht nachzugehen…
Ich mag Friends-to-Lovers-Geschichten sehr gerne, da ich es schön finde, wie erst eine gewisse Verbundenheit aufkommt, ehe daraus Liebe entsteht. Und im Gegensatz zu anderen Büchern wurde diese Entwicklung hier auch wunderbar beschrieben. Ich konnte die Freundschaft richtig mitverfolgen, vom ersten Treffen über erste Geheimnisse und die entstehende Vertrautheit und Geborgenheit und das hat mir wirklich gut gefallen. Zwar gab es später immer paar kleinere Sprünge, aber das hat mich nicht gestört, weil ich nicht das Gefühl hatte, dass ich irgendwas Wichtiges verpasst habe. Stattdessen konnte ich richtig miterleben, wie beide beste Freunde wurden und wie auch langsam Gefühle entstanden sind, die ich nachvollziehbar fand, weil es nicht von heute auf morgen kam, sondern sich wirklich langsam entwickelte. Außerdem konnte ich die Zurückhaltung von beiden nachvollziehen, auch wenn diese bei Yeonjun nur angedeuteter waren. Allgemein haben mir beide Charaktere auch sehr gut gefallen. Ihre Chemie war immer greifbar, sei es nun die freundschaftliche oder die romantische Version. Zudem mochte ich es, wie Hope für ihre kleine Schwester da war, wie sehr sie diese immer beschützen wollte und wie Yeonjun mit seiner Familie trotz der Entfernung verbunden war.
Die Autorin hat auch immer wunderbar die verschiedenen Orte beschrieben, die die beiden Protagonisten aufgesucht haben, sodass ich das Gefühl hatte, selbst dabei zu sein. Das schafft auch nicht jeder. Und auch wenn die Story keine wirklichen Überraschungen hat, fand ich das Buch sehr gut gelungen. Ich war die ganze Zeit ganz in den Verlauf vertieft, habe mit beiden mitgelitten, gerade wenn es um Hopes Verlust und ihre innerliche Zerrissenheit ging, sodass die Seiten nur dahinflossen. Daher gebe ich dem Buch viereinhalb Sterne. Auf Portalen, bei denen es keine halben Sterne gibt, runde ich allerdings auf vier ab, da ich von dem Buch zwar wirklich begeistert bin, aber noch etwas fehlt, um wirklich die vollen fünf zu werden.

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