Leider emotional nicht packend
"Pans Labyrinth" ist einer meiner Lieblingsfilme, weshalb ich schon aus reiner Neugier Cornelia Funkes Roman-Version lesen "musste". Den Roman - ein wunderschön gestaltetes Hardcover-Buch - habe ich mir ...
"Pans Labyrinth" ist einer meiner Lieblingsfilme, weshalb ich schon aus reiner Neugier Cornelia Funkes Roman-Version lesen "musste". Den Roman - ein wunderschön gestaltetes Hardcover-Buch - habe ich mir direkt nach dessen Erscheinen in Deutschland gekauft. Gelesen habe ich es erst jetzt.
Angeblich hat Frau Funke das Buch auf Bitten von Guillermo del Toro höchstpersönlich geschrieben. Ob das reine Legendenbildung ist oder nicht: Die Qualität des Romans spiegelt jedenfalls wider, was mir schon oft bei den Büchern del Toros aufgefallen ist: Die Idee ist super und er ist ein toller Regisseur, der fantastische Filme abgeliefert hat (und nach wie vor abliefert), aber seine Bücher kommen bei weitem nicht an seine Filme heran.
So ist es auch mit "Das Labyrinth des Faun", auch wenn es diesmal nicht von del Toro, sondern von Cornelia Funke geschrieben wurde. Sie nutzt zwar die Möglichkeiten des Romans, um ins Innere der Figuren vorzudringen -, aber trotz aller Bemühungen - der wunderbare Umschlag, die wunderschönen Zeichnungen, die den Roman begleiten und so weiter - lässt der Roman die Magie des Films nahezu komplett vermissen.
Das liegt zum einen an der Sprache: Ob es nun an der Übersetzung liegt (Cornelia Funke schrieb das Buch in englischer Sprache) oder die Sprache tatsächlich so von Funke gewählt wurde - ich weiß es nicht. Das Buch richtet sich angeblich an Leserinnen ab 14 Jahren. Sprachlich hatte ich aber oft das Gefühl, die Autorin richte sich an 10jährige Kinder.
Für mich das größte Manko ist aber, dass Funkes "Das Labyrinth des Fauns" mich emotional nicht packen konnte. Dabei gäbe es so viel, das uns Leserinnen packen könnte und sollte - aber es geschieht einfach nicht. Ich weiß nicht, ob ich angesichts des Films zu hohe Erwartungen an den Roman gestellt habe. Ehrlich gesagt bin ich aber aufgrund meiner eigenen Situation emotional leicht zu packen - dass es dieser Roman nicht geschafft hat, spricht eher gegen ihn.
Warum also drei Sterne und nicht nur zwei? Nun, zum einen ist das Hardcover-Buch wie gesagt schön gestaltet. Die Illustrationen sind wunderbar geworden. Zudem ist Cornelia Funkes Version nicht zwingend schlecht; sie hat mich durchaus unterhalten, denn die zugrunde liegende Idee ist nun einmal fantastisch. Ein Meisterwerk oder herausragend ist ihre Umsetzung aber eben nicht.