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Veröffentlicht am 15.03.2026

Der Junge im Taxi

Der Junge im Taxi
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Der Roman „Der Junge im Taxi“ stammt aus der Feder von Sylvain Prudhomme. In diesem Werk wird das Thema der Besatzungskinder in den Vordergrund gerückt. Es ist ein eigenständiger Roman, welcher ohne Vorkenntnisse ...

Der Roman „Der Junge im Taxi“ stammt aus der Feder von Sylvain Prudhomme. In diesem Werk wird das Thema der Besatzungskinder in den Vordergrund gerückt. Es ist ein eigenständiger Roman, welcher ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann.

Klappentext:
Wer ist dieser M., über den die Familie nicht reden will? Auf der Beerdigung seines Großvaters erfährt Simon von dessen verleugnetem Sohn. Am Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland gezeugt und zurückgelassen, ist M. nicht mehr als eine Leerstelle, eine vage Erinnerung. Simon, selbst mit dem Ende seiner Beziehung konfrontiert, lässt der Gedanke an diesen deutschen Jungen nicht los. Was für ein Leben hat er gelebt, war er einsam, verlassen, frei? Ist er es noch? Die Suche treibt Simon von Südfrankreich an den Bodensee, wo sich vergessene Spuren mit den seinen kreuzen und ein neues Bild ergeben.

Nur durch Zufall bin ich auf diesen Roman aufmerksam geworden. Ich persönlich hatte mich gefragt, was hinter dem Titel wohl stecken könnte und habe mir mit dieser Frage im Hinterkopf den Klappentext näher angeschaut. Dieser hat mich neugierig gemacht, wie dieser das Thema der Besatzungskinder aufgreift und umsetzt.
Zu Beginn des Romans gibt es im Prolog eine kurze Rückblende zum damaligen Geschehen. Der Leser ist dabei, als ein französischer Soldat auf einem Hof in Deutschland beherbergt wird. Wir erfahren auch, wie eine junge Frau auf einem Fest von eben jenen Soldaten zum Tanz aufgefordert wird und wie sich daraus eine kurze heftige Affäre mit Folgen entwickelt. Im nächsten Kapitel sind wir auf einer Beerdigung. Bei dieser hat die Geschichte aus dem Prolog Wellen geschlagen. Simon, der Enkel von diesem französischen Soldaten, hat erfahren, dass sein Großvater damals in Deutschland einen Sohn gezeugt hat, welcher aber in der Familie verleugnet wird. Nach der Besatzungszeit hat er die junge Frau und auch sein ungeborenes Kind zurückgelassen und nie anerkannt. Auch durfte in der Familie nicht darüber geredet werden. Und auch auf der Beerdigung des Großvaters darf über dieses Thema nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen werden. Simon ist von dieser Tatsache schockiert und möchte den verleugneten Sohn ausfindig machen. Lediglich sein Onkel redet über dieses sensible Thema. Aber auch nur im Flüsterton, er erzählt eher im Geheimen von diesem vergangenen Kapitel. Während der Suche kommen neue Informationen ans Licht und es hat Spaß gemacht, der Suche nach dieser Person mitzuverfolgen. Es hat sich wie ein Puzzle angefühlt, auf jeder Seite ergibt sich ein neues Stück und man kommt der Lösung dabei immer näher. Als Leser wird man sofort mitten in die Handlung reingeworfen und Stück für Stück setzt sich die Geschichte zusammen, man erkennt immer neue Fragmente, sowohl zur Vergangenheit als auch zur Gegenwart. „Der Junge im Taxi“ wird aus der Ich- Perspektive von Simon erzählt, dadurch kann man gut seine Gedankengänge nachvollziehen, was ich persönlich sehr gekonnt umgesetzt fand. Simon selbst befindet sich gerade in Trennung und abwechselnd kümmern sie sich um die beiden gemeinsamen Jungs. Ich fand die Gedankengänge und Gefühle von Simon hier sehr eindringlich. Er selbst macht sich viele Gedanken, auch weil er selbst Vater ist und gleichzeitig in der Situation ist, dass er ein Sohn von seinem Vater ist. Er kann beide Seiten verstehen, aber er kann nicht verstehen, warum in seiner Familie nie darüber geredet wird. Für ihn ist es nicht begreiflich, dass ein Familienmitglied komplett ignoriert und verleugnet wird. Er möchte diesen verleugneten Sohn ausfindig machen und bezieht auch seine eigenen Söhne in die Suche mit ein. Interessant ist hier auch, dass die Ex- Partnerin hier nur mit A abgekürzt wird. Dadurch entsteht eine gewisse Distanziertheit und der Charakter bleibt eher blass. Anders bei dem verleugneten Sohn, welcher nur mit M abgekürzt wird. Dies hat auf mich eher geheimnisvoll gewirkt und hat diese ominöse Person noch sagenumwobener gemacht, hat eher meine Neugier gesteigert.
Positiv konnte mich auch der Schreibstil überzeugen. Dieser ist auf der einen Seite sehr eindringlich, findet direkte Worte. Auf der anderen Seite ist dieser poetisch und feinfühlig. Gekonnt werden hier Gefühle beschrieben und eine dichte Atmosphäre erschaffen. Der Stil ist lebendig und schafft es, dass eine Sogwirkung entsteht. Dabei habe ich den poetischen Stil sehr genossen und habe mich von den Emotionen tragen lassen.
Thematisch fand ich „Der Junge im Taxi“ auch gekonnt umgesetzt. Das Thema der Besatzungskinder finde ich hier interessant umgesetzt. Es gibt viele Kinder, welche am Ende des zweiten Weltkrieges zurückgelassen worden und nicht oft wird über diese geredet. Dies ist ein Roman, welcher den Leser melancholisch zurücklässt und nachklingt. Man beschäftigt sich mit diesem Thema und es hat mich so schnell nicht losgelassen. Ich fand die Botschaft von diesem Roman wichtig, mich hat dies berührt.

Insgesamt hat der Autor Sylvain Prudhomme mit seinem Roman „Der Junge im Taxi“ gekonnt ein wichtiges Thema in den Fokus gerückt. Mich hat dieses nachdenklich zurückgelassen. Gefallen hat mir hier der Erzählstil und auch die Geschichte an sich konnte mich überzeugen. Hierfür möchte ich 4 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 10.03.2026

Seelenwächter

Guardian 1. Seelenwächter
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Mit dem Danmei-Light- Novel „Guardian – Seelenwächter“ hat die Autorin Priest ihren Reihenauftakt rund um die Abteilung für Sonderermittlungen geschrieben. Für dieses Buch sind keinerlei Vorkenntnisse ...

Mit dem Danmei-Light- Novel „Guardian – Seelenwächter“ hat die Autorin Priest ihren Reihenauftakt rund um die Abteilung für Sonderermittlungen geschrieben. Für dieses Buch sind keinerlei Vorkenntnisse relevant.

Klappentext:
Der junge Ermittler Zhao Yunlan leitet eine verdeckte Abteilung des Ministeriums für öffentliche Sicherheit, die sich mit dem Übernatürlichen befasst. Gemeinsam mit seinem Team und seiner sprechenden Katze Daqing muss Yunlan die Grenzen zwischen der Welt der Sterblichen und der Unterwelt häufig überschreiten. Hinter Yunlans großspuriger, lässiger Art verbergen sich ein scharfer Verstand und ein Arsenal an arkanem Wissen, die er einsetzt, um seine Fälle zu lösen. Bei der Untersuchung eines furchtbaren Todesfalls an einer Universität trifft Zhao Yunlan auf den mysteriösen Professor Shen Wei. Zhao Yunlan ist sofort von Shen Weis gutem Aussehen und seiner geheimnisvollen Art fasziniert. Die Anziehungskraft zwischen den beiden ist unleugbar, auch wenn Shen Wei versucht, auf Distanz zu bleiben. Schon bald stellt Zhao Yunlan fest, dass er das Rätsel um Shen Wei lösen muss, wenn er seinen aktuellen Fall aufklären will – der ihn und den attraktiven Professor tiefer als jemals zuvor in die Unterwelt führen wird.

Bei diesem Buch, welches in China sehr erfolgreich war, hat mich vor allem der Klappentext neugierig gemacht. Eine Abteilung im Ministerium, welche sich mit Fällen im Bereich des Übernatürlichen befasst – hier konnte mich die Grundidee sofort begeistern. Als ich dann noch gesehen habe, dass eine Katze eine wesentliche Rolle spielt, war für mich sofort die Entscheidung klar, dass ich dieses Werk nur zu gerne lesen möchte.
Schon die Gestaltung konnte mich auf den ersten Blick überzeugen, sie ist sehr liebevoll gestaltet. Es gibt ansprechende Illustrationen, welche dem Leser gewisse Szenen und auch Charaktere verdeutlicht. Sehr hilfreich ist aber vor allem das ausführliche Glossar. Im anhang befindet sich ein umfangreiches Personenregister, aber auch eine Einführung in die übernatürlichen Wesen und Orte. Sehr hilfreich ist auch der Einblick in die Mythologie und Volkskunde Chinas. Dies hilft dem Leser, dass man gewisse Szenen besser verstehen und einordnen kann. Zusätzlich ist auch ein Leitfaden zur Aussprache der Wörter beigefügt worden, welcher ebenfalls zum umfangreichen Bonusmaterial gehört.
Leider hatte ich ein paar Schwierigkeiten, in dieses Buch hineinzukommen. Als Leser wird man sofort mitten in das Geschehen geworfen, es geht auf jeden Fall bereits auf den ersten Seiten zur Sache. Dabei lernt man die Protagonisten etwas kennen und bekommt einen Einblick in ihren Aufgabenbereich. „Guardian – Seelenwächter“ wird aus der dritten Person erzählt. Dies hat zur Folge, dass einem die Charaktere unnahbar bleiben. Man bekommt keinen direkten Einblick in ihre Gedanken und Probleme. Aber dies war für mich nicht das größte Problem. Ich empfand den Erzählstil als recht gewöhnungsbedürftig. Es gab einige sprunghafte Wechsel, sowohl in der Story an sich als auch bei der Erzählperspektive. Oftmals hatte ich während des Lesens das Gefühl, dass ich etwas überlesen habe. Manchmal habe ich zurückgeblättert und die letzten Seiten erneut gelesen. Jedoch hat sich herausgestellt, dass es einfach einen unvorhersehbaren Sprung in der Geschichte gab. Diese Gedankensprünge waren stellenweise echt verwirrend, weil sie von einem Satz auf den nächsten erfolgten. Dies alles führt dazu, dass man sich während des Lesens ganz schön auf die Story konzentrieren muss. Im Verlauf des Buches habe ich mich auch einfach an das Gefühl gewöhnt, etwas überlesen zu haben. Es hat mich irgendwann nicht mehr weiter gestört, ich habe es einfach hingenommen. Dies ist eigentlich kein gutes Zeichen und spricht nicht unbedingt für den Erzählstil des Buches.
Die Grundidee mit der Abteilung im Ministerium fürs Übernatürliche fand ich recht interessant und auch der Fall, welcher im ersten Band im Mittelpunkt steht, scheint ansprechend zu sein. Man bekommt sehr Fragment artig Informationen zur Welt des Übernatürlichen und versucht als Leser, sich in dieser zurechtzufinden. Doch im Verlauf der Story rückt dieser Kriminalfall immer mehr in den Hintergrund. Andere Themen und Charaktere sind auf einmal wichtig. Ich konnte nicht ganz nachvollziehen, warum auf einmal die Ermittlungen nicht mehr so relevant waren, dafür aber ein altes Volk dafür umso wichtiger. Für mich hat sich der Fokus in die falsche Richtung verschoben. Theoretisch hat sich der zweite Part auch interessant gelesen, jedoch hat für mich dieser Szenenwechsel keinen Sinn ergeben.
Ein Schwachpunkt ist in meinen Augen auch etwas die Charakterdarstellung. Sie sind mir leider nicht wirklich ans Herz gewachsen, stellenweise gingen sie einen eher auf die Nerven. Der junge Ermittler Zhao Yunlan ist mir leider immer noch ein Rätsel, auch sein Charakter habe ich als eher sprunghaft wahrgenommen. Mein persönliches Highlight war hier der Kater Darqing, welche meiner Ansicht nach viel zu wenig Raum bekommen hat. Er hat immer einen passenden Spruch auf Lager und behält oftmals den Überblick.
Die Lovestory, welche sich im Verlauf der Handlung anbahnt, fügt sich gut in die Geschichte ein. Sie ist stellenweise nicht sehr dominant, aber im späteren Verlauf rückt diese immer mehr in den Fokus. Dies fand ich etwas schade, auch wenn dies für die Handlung von Bedeutung ist.

Insgesamt konnte mich der Reihenauftakt „Guardian – Seelenwächter“ aus der Feder von Priest nicht vollständig überzeugen. Es gab ansprechende Ansätze und auch die Grundidee finde ich interessant. Jedoch war die Umsetzung in mehreren Hinsichten mangelhaft. Sowohl der Erzählstil als auch die Charakterbildung zeigten meiner Meinung nach Schwachstellen auf. Daher möchte ich 3 Sterne für diesen Danmei- Roman vergeben.

Veröffentlicht am 29.01.2026

Der Hobbit

Der Hobbit - Illustriert von Tove Jansson
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Mit „Der Hobbit“ hat der Autor J.R.R. Tolkien ein Stück Weltliteratur erschaffen, dies ist einfach ein Klassiker. Nun hat der Klett- Cotta Verlag eine wunderbare illustrierte Ausgabe auf den Markt gebracht. ...

Mit „Der Hobbit“ hat der Autor J.R.R. Tolkien ein Stück Weltliteratur erschaffen, dies ist einfach ein Klassiker. Nun hat der Klett- Cotta Verlag eine wunderbare illustrierte Ausgabe auf den Markt gebracht. Diese kann sowohl Liebhaber des Buches dazu anzuregen, dieses Buch nochmal in die Hand zu nehmen. Es eignet sich aber auch für Leser, welche dieses Stück Weltliteratur noch nicht gelesen haben.

Klappentext:
Bilbo Beutlin lebt im Auenland, bis er von dem Zauberer Gandalf und einer Horde Zwerge aus der Beschaulichkeit seines gemütlichen Alltags gerissen wird. Auf einmal findet er sich mitten in einem Abenteuer wieder, das ihn nicht nur zu den Elben, sondern auch zu dem riesigen und gefährlichen Drachen Smaug führt, der einen kostbaren Schatz in seinen Besitz gebracht hat und eifersüchtig hütet ... Bilbo reist also durch unheimliche Landschaften und Gebirge, die von seltsamen Wesen wie Trollen, Orks und Riesenspinnen unsicher gemacht werden. Und er trifft natürlich auf Gollum, dessen verlorenen Ring er wiederfindet – den Einen Ring!

Als ich gehört habe, dass es von „Der Hobbit“ eine illustrierte Ausgabe mit Illustrationen von der Zeichnerin Tove Jansson war ich sofort begeistert. Ich persönlich mag die Geschichten rund um die Mumins total gerne und auch die Zeichnungen dazu fand ich immer ansprechend. Daher war für mich sofort klar, dass ich mir diese illustrierte Ausgabe zulegen möchte.
Der Fantasy- Klassiker „Der Hobbit“ stammt aus der Feder von J.R.R. Tolkien und ist recht wahrscheinlich schon vielen bekannt. Dieses Buch besticht durch seine bildliche und poetische Sprache. Gekonnt werden hier die Landschaften und auch unterschiedlichen Rassen beschrieben, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Als Leser wird man sofort mitten in das Geschehen hineingeworfen und lernt die wesentlichen Charaktere kennen. Das Buch selbst lässt sich flüssig lesen, der Schreibstil ist angenehm, sodass man dabei seinen Alltag vergessen kann. In diesem Werk begleiten wir den Protagonisten Bilbo, ein Hobbit, auf seiner abenteuerlichen Reise. Daher ist es nicht verwunderlich, dass wir an seiner Seite einige Hürden meistern müssen. Wir lernen einige furchterregende Kreaturen kennen und müssen das ein oder andere Problem lösen. An seiner Seite lernen wir viele Facetten dieser Welt kennen und es hat mir Spaß gemacht, diese fantastische Welt zu erkunden. Diese Welt steckt voll liebevoller Facetten und konnte mich mit ihren vielseitigen Seiten vollkommen überzeugen.
Bilbo ist bekanntermaßen ein Hobbit. Diese mögen eigentlich gutes Essen und Gemütlichkeit in den eigenen Wänden. Doch Bilbo scheint anders als der typische Hobbit zu sein. Und daher begibt er sich mit zwölf Zwergen und dem Zauberer Gandalf auf eine abenteuerreiche Reise. Es hat mir Spaß bereitet, an seiner Seite all diese Abenteuer zu bestreiten. Besonders positiv ist mir hier die Begegnung mit Gollum in Erinnerung geblieben, diese fand ich sehr beeindruckend. Aber auch, wie Bilbo mit seinen Aufgaben gewachsen ist, wie er reifer geworden ist, hat mir große Freude bereitet. Er ist mit seinen Aufgaben gewachsen und die Reise hat ihn positiv geprägt. Was mir persönlich gar nicht so in Erinnerung mehr war, dass die Zwerge recht passiv sind. Nur in begrenztem Maße nehmen sie aktiv an der Story teil oder beeinflussen diese. Der Umgang mit Bilbo fand ich hier sehr faszinierend und war mir gar nicht mehr so in Erinnerung. Daher ist es auch empfehlenswert, dieses Buch nochmal zu lesen, auch wenn man es bereits kennt – man entdeckt immer wieder neue Facetten oder manche Ereignisse sind in den Hintergrund gerückt. Auch die Beziehung zwischen Bilbo und Gandalf fand ich sehr interessant. Wie diese sich entwickelt hat und zu einer ganz besonderen Bindung herangereift hat. Sehr lesenswert fand ich auch die Entwicklung von Bilbo hinsichtlich seiner Talente als Meisterdieb.
Schon alleine von der Handlung her, ist „Der Hobbit“ ein empfehlenswertes Buch, welches sich zügig lesen lässt und unterhaltsam ist. Das Besondere an dieser Ausgabe sind jedoch die Illustrationen von Tove Jansson. Mir persönlich haben die Illustrationen ausgesprochen gut gefallen, sie fügen sich harmonisch in die Geschichte ein und bereichern diese zusätzlich. Ich fand diese ansprechend und ausdrucksstark, verleihen sie der Geschichte nochmal einen ganz anderen Anstrich. Ich habe jede einzelne Illustration genossen, haben sie das Buch nochmal zusätzlich aufgewertet. Nur zu gerne habe ich mir die dargestellten Illustrationen bis ins Detail angeschaut, sie haben mich zum Verweilen eingeladen. Für mich ist dies ein wunderbares Sammelstück, welches mit viel Liebe angefertigt wurde.

Insgesamt konnte mich die illustrierte Ausgabe von „Der Hobbit“ von J.R.R. Tolkien rundum begeistern. Die Geschichte ist spannend, die Welt liebevoll gestaltet, der Schreibstil ist angenehm und die Illustrationen runden dieses Gesamtbild noch ab. Für mich war dies ein gelungener literarischer und künstlerischer Ausflug auf ein Abenteuer mit Bilbo und seinen Zwergenfreunden. Von mir gibt es 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 20.01.2026

Schattenverführt

The Games Gods Play – Schattenverführt
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Die Autorin Abigail Owen hat mit „The games gods play – Schattenverführt“ den Reihenauftakt rund um Lyra und Hades veröffentlicht. Dies kann man daher ohne Vorkenntnisse lesen.

Klappentext:
Lyra hätte ...

Die Autorin Abigail Owen hat mit „The games gods play – Schattenverführt“ den Reihenauftakt rund um Lyra und Hades veröffentlicht. Dies kann man daher ohne Vorkenntnisse lesen.

Klappentext:
Lyra hätte nie gedacht, dass ausgerechnet sie für die Crucible-Spiele ausgewählt werden könnte, bei denen die zwölf Gottheiten des Pantheons um die Vorherrschaft kämpfen. Doch ausgerechnet Hades, der geheimnisvolle Gott der Schatten und der Unterwelt, beruft sie als seine Championesse. Schon gar nicht hätte Lyra erwartet, dass Hades so … sexy ist. Tatsächlich entsteht zwischen den beiden eine unbestreitbare Nähe, je länger die Spiele andauern und je öfter Hades die Regeln für sie bricht. Denn Hades spielt aus ganz eigenen Motiven – und die könnten für Lyra in mehrfacher Hinsicht gefährlich werden ...

Mich persönlich hat bei diesem Werk der Klappentext interessiert, ich fand den Mix mit den Crucible- Spielen und den griechischen Gottheiten recht ansprechend. Voller Vorfreude habe ich mich daher in das Werk gestürzt und wurde definitiv nicht enttäuscht. Ich hatte keine großen Erwartungen, war einfach nur auf die Umsetzung der Idee gespannt und wurde dabei positiv überrascht.
Bei diesem Fantasy- Werk habe ich zum Hörbuch gegriffen. Dieses wird von Franziska Trunte vorgelesen. Bisher habe ich noch kein Hörbuch gehört, welches von ihr vorgelesen wurde. Doch Franziska Trunte hat mich persönlich positiv überrascht. Meist tue ich mich etwas schwer mit weiblichen Vorlesestimmen, doch hier wird gekonnt das Hörbuch in Szene gesetzt. Mir hat hier sowohl das Tempo gefallen, als auch die Art der Betonung. Mit Freude wird hier der Inhalt des Buches vorgelesen und es hat mir Spaß gemacht, diesem Hörbuch zu lauschen. Auch fand ich die Stimme von Franziska Trunte recht angenehm, sodass dies ein wahres Hörerlebnis wurde. Ich war von der Umsetzung positiv überrascht und die Sprecherin hat dafür gesorgt, dass ich dies zu einem Hörerlebnis für mich wurde – nur zu gerne habe ich ihrer Stimme und auch der Story gelauscht.
Zu Beginn wird man gleich in das Buch hineingeworfen und lernt die Protagonistin und ihre Situation kennen. Sie lebt bei einer Diebesgilde und wurde mit einem göttlichen Fluch belegt, der dazu führt, dass sie nicht geliebt werden kann. Daher führt Lyra ein ziemlich isoliertes Leben und hadert daher mit ihrem Schicksal. Mir persönlich hat dieser direkte Einstieg ziemlich gut gefallen. Als Leser ist man sofort mitten im Geschehen und wird dennoch Stück für Stück in diese Welt eingeführt. Der Schreibstil ist sehr angenehm und leicht, sodass die Seiten nur so dahinfliegen – oder in meinem Fall die Hörminuten. Gebannt habe ich gelauscht und wollte einfach nur wissen, wie die Geschichte weitergeht. Positiv möchte ich auch noch die lebendigen Dialoge erwähnen. Diese haben dem Werk Leben eingehaucht und konnten mich stets gut unterhalten, haben mir oftmals ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Das Buch wird aus der Perspektive von der Protagonistin Lyra erzählt. Dadurch lernt man sie besser kennen, Lyra wirkt so nahbarer und als Leser erfährt man auch mehr über ihre Gedankengänge. Dies führt dazu, dass man ihre Handlungen besser nachvollziehen kann. Ich persönlich fand die Perspektive auch gut gewählt, weil man so näher an den Gedanken und Emotionen der sympathischen Protagonistin war.
Die Handlung an sich konnte mich ebenfalls überzeugen. Die Story ist rundum spannend. Permanent wird auf gekonnte und auf verschiedene Weise der Spannungsbogen oben gehalten. Die Seiten fliegen nur so dahin. Man möchte als Leser nur zu gerne wissen, wie es mit den Crucible- Spielen weitergeht oder wie sich die Charaktere weiterentwickeln. Hierbei sollte man sich bewusst sein, dass diese Spiele Machtspiele sind und die griechischen Gottheiten ihre Finger im Spiel haben. Dies hat zur Folge, dass oftmals Blut vergossen wird und nicht wenige Aspekte gehen hier blutig aus. Im Verlauf des Buches muss man sich von dem ein oder anderen Charakter leider verabschieden. Mir persönlich hat hier der Mix zwischen actionreichen und teils blutigen Szenen im Austausch mit emotionalen Szenen, in denen sich die Charaktere entwickeln, gut gefallen – für mich persönlich war diese Mischung genau richtig. Die Wettkämpfe und die einzelnen Aufgaben der Götter haben hier die richtige Portion Spannung erzeugt, ich wollte hier einfach wissen wie es ausgeht.
Überzeugend fand ich auch die Charakterdarstellungen. Die Protagonistin Lyra hat eine ironische und selbstkritische Art an sich, welche mir gefallen hat. Oftmals hat sie mich zum Schmunzeln gebracht und hat Situationen aufgelockert. Auch mochte ich ihre toughe Art. Lyra ist mutig und kämpft für die Werte und Leute, welche ihr wichtig sind. Dabei trifft sie eine Entscheidung und steht dann auch zu dieser. Mir persönlich war Lyra sofort sympathisch und es hat mir Spaß bereitet, die Spiele an ihrer Seite zu bestreiten. Auch der Gott der Unterwelt Hades spielt in diesem Fantasy- Werk eine essentielle Rolle. Er hat viele Geheimnisse und es ist nicht leicht, sein Vertrauen zu gewinnen. Dennoch kämpft er auf diejenigen, welche ihm am Herzen liegen. Zu Beginn gibt er sich einfach nur lässig, aber Seite für Seite lernt man ihn besser kennen und erkennt seinen weichen Kern. Hades hat hier viele Seiten und es machte mir großen Spaß, diese Vielschichtigkeit zu erleben. Die Dialoge zwischen Lyra und Hades fand ich persönlich immer sehr unterhaltsam. Unterhaltsam fand ich auch die Darstellung von Zerberus, dem Höllenhund – dies waren die kleinen Details, welche dieses Werk so liebenswert gemacht haben. Aber auch die anderen Charaktere, sei es Gottheiten oder auch andere Mitspieler der Crucible- Spiele, sind recht gut ausgebarbeitet. Natürlich hat der ein oder andere Nebencharakter hier mehr Raum bekommen als ein anderer. Dennoch fand ich alle Charaktere schlüssig und konnten mich überzeugen, auch wenn ich teilweise natürlich gerne mehr über den ein oder anderen Charakter erfahren hätte. Aber dies hätte wahrscheinlich den Rahmen gesprengt.
Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich ein bisschen das Worldbuilding. Im Grunde ist es überzeugend dargestellt und in sich auch stimmig. Jedoch beruft sich die Autorin hier auf altbewährtes – mir fehlte ein bisschen das besondere Etwas. Aber dies ist wahrscheinlich meckern auf hohem Niveau.

Insgesamt konnte mich Abigail Owen mit ihrem Reihenauftakt „The games gods play – Schattenverführt“ richtig gut unterhalten, sowohl die Story als auch die Charaktere fand ich überzeugend. Positiv möchte ich auch noch die Sprecherin des Hörbuches Franziska Trunte hervorheben, sie hat dieses Hörbuch für mich in ein wahres Erlebnis verwandelt. Von mir gibt es 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung. Ich bin schon sehr auf die Fortsetzung der Reihe gespannt.

Veröffentlicht am 02.12.2025

With you and the Rain

With you and the Rain 1
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Der Manga „With you and the rain“ stammt aus der Feder von Ko Nikaido. Ich habe hier zum Auftakt gegriffen und war gespannt, was mich erwartet.

Klappentext:
An einem regnerischen Tag entdeckt eine junge ...

Der Manga „With you and the rain“ stammt aus der Feder von Ko Nikaido. Ich habe hier zum Auftakt gegriffen und war gespannt, was mich erwartet.

Klappentext:
An einem regnerischen Tag entdeckt eine junge Frau zufällig ein einsames Tier, das ganz vielleicht ein Hund sein könnte, in einer kleinen Box. Völlig durchnässt und der Kälte ausgeliefert, bittet das kleine Wesen um Unterschlupf. Ein Ding der Unmöglichkeit, da zu widerstehen! Und so nimmt die schicksalhafte Begegnung zwischen einer jungen Frau und einem Tanuki, der ganz vielleicht ein Hund ist, ihren Lauf.

Bei diesem Manga habe ich mich mal aus meiner Komfortzone herausgewagt, lese ich doch sonst eher Bücher. Aber hier hat mich einfach dieser total niedliche Tanuki interessiert. Ich wollte einfach wissen, was es mit ihm auf sich hat – hatte ich bisher mit Mangas noch nicht allzu viele Berührungspunkte gehabt. Voller Vorfreude habe ich mich in dieses Abenteuer gestürzt und habe mich auf die Geschichte rund um den kleinen Tanuki gefreut.
Zunächst einmal möchte ich den wunderbaren Zeichenstil hervorheben. Dieser hat mir wirklich gut gefallen. Man merkt diesem Manga an, dass es mit viel Liebe gezeichnet wurde. Liebevolle Details dominieren den Stil und man kann sich richtig in den Zeichnungen fallen lassen, entdeckt immer wieder neue Details. Und dabei sind die Zeichnungen total niedlich und einfach etwas fürs Herz. Mir hat es Spaß gemacht, in diesem Manga zu blättern, habe ich mich sehr an den Zeichnungen erfreut. Der Manga selbst in recht kurze Episoden unterteilt, welche aber aufeinander aufbauen. Wir haben hier Anteil am Alltag von den beiden und erleben mit ihnen zusammen recht gewöhnliche Situationen, welche eine cozy Atmosphäre ausstrahlen.
Die Handlung selbst ist schnell zusammengefasst. An einem regnerischen Tag findet eine junge Frau ein Tier in einem Pappkarton. Sie nimmt dieses Tier auf und ist der Meinung, dass sie einen Hund gefunden hat. Sie möchte für ihn sorgen und zwischen den beiden entsteht eine liebevolle Beziehung. Es ist eine wunderschöne cozy Geschichte, bei der man den Alltag um sich herum vergessen kann.
Die junge Frau ist eher eine Einzelgängerin und meidet große Gesellschaften. Sie ist eher alleine und geht auch nicht sooft aus den Haus. Verwunderlich fand ich es, dass man über die komplette Länge des ersten Bandes nicht ihren Namen erfährt. Durch die Gesellschaft ihres neuen Gefährten traut sie sich mehr, geht öfters raus und begibt sich in neue Situationen. Sie wird offener und geht auch mal aus ihrer Komfortzone heraus. Dies gefällt mir, sie wächst durch diese neuen Situationen. Die Gesellschaft von dem Tanuki tut ihr gut und ich finde, dass die beiden ein gutes Team abgeben.
Der kleine Tanuki ist ein cleveres Kerlchen, welches weiß, was es möchte. Es kann für sich einstehen und auch mitteilen, was es möchte. Dennoch strahlt es viel Charme aus und ist sehr liebevoll. Ich mochte die gerissene Art und wie es sich durchsetzen kann. Dabei lässt es die junge Frau denken, dass es ein Hund ist. Dies hat mir das ein oder andere Mal ein Schmunzeln ins Gesicht gerufen. Mit seinem Blatt auf den Kopf ist es total niedlich und es hat mir Freude bereitet, zu erfahren, wie es sich bei dieser jungen Frau heimisch fühlt. Die Beziehung zwischen den beiden hat mir wahrlich gefallen. Interessant fand ich auch das Miteinander von dem Tanuki und dem Vater der jungen Frau. Dies hat meiner Meinung nach den Manga bereichert und für einige humorvolle Szenen gesorgt.
Allgemein würde ich mir jedoch noch ein paar mehr inhaltliche Informationen und Details wünschen. Einfach mehr über das Leben der jungen Frau erfahren und auch das Zwischenspiel zwischen den beiden ist interessant und ich bin schon auf weitere Episoden mit den beiden gespannt, sie haben gut miteinander harmonisiert.

Insgesamt konnte mich Ko Nikaido mit „With you and the rain“ gut unterhalten und mir hat dieser cozy Manga gut gefallen. Der Zeichenstil ist wirklich schön anzusehen und es war ein richtiger Wohlfühlmanga. Von mir gibt es 4 Sterne.