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Veröffentlicht am 06.07.2020

Draussen

Draussen
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Der Thriller „Draussen“ von den beiden Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr ist ein eigenständiges Werk und kann daher auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Es ist nicht nötig, dass man bereits andere ...

Der Thriller „Draussen“ von den beiden Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr ist ein eigenständiges Werk und kann daher auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Es ist nicht nötig, dass man bereits andere Bücher aus der Feder von diesem Autorenduo gelesen hat.

Klappentext:
Ein Leben draußen im Wald, kein Zuhause, immer auf der Flucht: Das ist alles, was Cayenne und ihr Bruder Joshua kennen. Nur ihr Anführer Stephan weiß, warum sie hier sind und welche Gefahr ihnen droht. Er lebt mit ihnen außerhalb der Gesellschaft, drillt sie mit aller Härte und duldet keinen Kontakt zu anderen. Cayenne sehnt sich nach einem normalen Alltag als Teenager. Doch sie ahnt nicht, dass sie alles, was Stephan ihr beigebracht hat, bald brauchen wird. Denn der Kampf ums Überleben hat schon begonnen. Und plötzlich steht er vor ihr: der Mann, der sie töten will.

Dies war mein erstes Buch von dem Autorenduo Volker Klüpfel und Michael Kobr, daher bin ich ohne große Erwartungen an dieses Buch heran gegangen. Über ihre bisherigen Kriminalbücher rund um den Kommissar Kluftinger habe ich schon viele positive Meinungen gelesen, daher war ich doch ein wenig gespannt auf diesen Thriller.
Ich muss sagen, dass ich mich erst einmal an den Stil und auch an die Charaktere gewöhnen musste. Der Einstieg ist mir persönlich nicht leicht gefallen. Der Thriller beginnt langsam aber stetig. Man lernt erst einmal die Protagnisten Stephan, Cayenne und Joshua kennen, ihre Lebenssituation und wie der Alltag dieser ungewöhnlichen Gruppe aussieht. Stephan ist Trainer in einem Survival- Camp – er lernt andere, wie man in der Wildnis überleben kann oder welche Tricks es gibt, um in Extremsituationen durchzuhalten. An seiner Seite sind zwei Jugendliche namens Cayenne und Joshua – die Familiensituation ist nicht ganz deutlich. Man weiß, dass die beiden Jugendlichen Geschwister sind – aber die Verbindung zu Stephan klärt sich erst am Ende des Buches. Cayenne ist die taffere von den beiden Jugendlichen. Sie ist willensstark und mutig, kann sich in schwierigen Situationen behaupten und dennoch ist sie manchmal noch naiv, dies ist aber für ihr Alter noch verständlich. Denn eigentlich will sie nur ein normales Leben, sie kämpft für ihre Freiheiten und auch nur kleine Verbesserungen sind für sie schon wichtig. Die Verbindung zu ihrem Bruder ist ziemlich eng, sie passt auf ihn auf und übernimmt die Beschützerposition. Joshua denkt, dass ihr derzeitiges Leben ein riesiges Abenteuer ist. Er vergleicht vieles eher mit einem Spiel und begreift nicht immer den Ernst der Lage, aber woher sollte er es besser kennen, ist er doch auch der Jüngste in dieser Gruppe.
Das Autorenduo gibt sich alle Mühe, den Thriller spannend, abwechslungsreich und auch ereignisreich zu gestalten. Viele actionreiche und spannende Szenen werden eingebaut, dennoch konnte meiner Einsicht nach die Spannung nicht vollständig aufrecht erhalten werden. Es gab sogar Szenen, da war ich von der Story zeitweise etwas genervt. Teilweise auch durch die verschiedenen Handlungsstränge. Diese sollten zusätzliche Spannung erzeugen, aber für mich waren sie besonders zu Beginn eher verwirrend und haben den Lesefluss gestört. Besonders die Sequenzen aus dem Bundestag habe ich als störend empfunden. Sie konnten mich nicht richtig packen und für mich waren sie auch nicht vielseitig geschrieben, mir hat der Zusammenhang zu der Haupthandlung gefehlt. Die Einführung der neuen Charaktere war eher verwirrend. Es war nicht sofort erkennbar, wie sie in die Story passen. Lange ist der Zusammenhang zwischen den einzelnen Handlungssträngen eher nebulös. Man tappt als Leser recht lange im Dunkeln und mir persönlich hat dies nicht so ganz gefallen. Es gab ein paar Andeutungen, die man nicht richtig einordnen konnte. Und dann gibt es auch noch die Perspektive aus der Vergangenheit, welcher im Tagebuchstil erzählt wird. Im Verlauf der Handlung wird erkennbar, wie all diese Geschichten zusammenhängen und welchen Einfluss die Vergangenheit auf das aktuelle Geschehen hat – doch man muss recht lange durchhalten und die Zähne zusammenbeißen.
Zu Beginn klingt es wie ein wilder Survival- Trip von dem Trio, wie diese Gruppe in der Wildnis das Überleben trainiert oder eine Art Camping- Urlaub der anderen Art macht. Auch verschiedene Verschwörungstheorien werden in die Handlung eingebaut. Auch die Pepper sind ein wesentlicher Teil dieses Buches. Für mich wirkte es teilweise ein bisschen überladen oder auch überspitzt. Diese Thematik konnte mich leider nicht vollständig überzeugen. Später stellt sich heraus, dass die Drei auf der Flucht sind und nur langsam erfährt man, welche Gründe dieser Lebensumstand hat. Mich persönlich konnte die Auflösung nicht komplett überzeugen. Auch der Showdown konnte mich nicht restlos begeistern. Dies wirkte auf mich überladen und auch teilweise unrealistisch.

Insgesamt konnte mich das Autorenduo Klüpfel und Kobr mit ihrem Thriller „Draussen“ nicht vollständig überzeugen. Es gab interessante Ansätze, aber teilweise auch gewisse Längen, sodass ich das Buch nicht immer vollkommen genießen konnte. Die Charaktere haben mich hier bei Laune gehalten, die Story konnte die Spannung leider nicht über die gesamte Länge halten. Daher kann ich leider nur 3 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 02.07.2020

Stolen

Stolen 1: Verwoben in Liebe
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Das neuste Werk aus der Feder von Emily Bold mit dem Titel „Stolen 1- Verwoben in Liebe“ ist ein fantastisches und zugleich romantisches Jugendbuch. Dieses Werk stellt einen Reihenauftakt dar, indem die ...

Das neuste Werk aus der Feder von Emily Bold mit dem Titel „Stolen 1- Verwoben in Liebe“ ist ein fantastisches und zugleich romantisches Jugendbuch. Dieses Werk stellt einen Reihenauftakt dar, indem die Geschichte rund um Abigail Woods und die Tremblay Brüder Tristan und Bastian erzählt wird.

Klappentext:
Wenn der erste Junge, den du küsst, deine Seele stehlen will, dann läuft etwas gewaltig schief. So wie bei Abby Woods. Sie hat schon viele Fehler begangen. Diese haben sie nach Darkenhall geführt, eine Londoner Schule, die sich rühmt, auch aus den unbezähmbarsten Schülern bessere Menschen zu machen. Als sie dort dem charismatischen Tristan und seinem geheimnisvollen Bruder Bastian begegnet, begeht sie einen noch viel größeren Fehler. Sie stiehlt Bastians Ring, nicht ahnend, welche Kraft sie damit entfesselt. Denn die Tremblays sind keine gewöhnlichen Schüler, und der Ring kein einfaches Schmuckstück. Abby gerät in große Gefahr und sie muss erkennen: Einen Tremblay küsst man nicht.

„Stolen – Verwoben in Liebe“ war nicht mein erstes Buch von dieser Autorin. Ich hatte von Emily Bold bereits „Silberschwingen – Erbin des Lichts“ gelesen, welches mich jedoch nicht vollständig überzeugen konnte. Dennoch wollte ich der Autorin eine weitere Chance geben und habe mich an dieses Buch herangewagt.
Wie ich es bereits aus „Silberschwingen“ kannte, war auch dieses Mal der Schreibstil von Bold sehr angenehm. Durch seine jugendliche und leichte Art hat sich auch dieses Buch flüssig lesen lassen und man konnte vollkommen in diese Welt rund um die Schule Darkenhall mitsamt seiner Bewohner eintauchen.
Dieses Jugendbuch wird größtenteils aus der Ich- Perspektive von der Protagonistin Abigail Woods, genannt Abby, erzählt. Dadurch bekommt man einen intensiven Einblick in ihre Gedankengänge und Beweggründe, wie sie mit ihrem Leben und auch den Ereignissen hadert. Auch bekommt man hierdurch einen recht guten Einblick in das Geschehen. Ich finde es gut, dass man einen solch umfangreichen Einblick in das Seelenleben von Abby bekommt, kann man dadurch ihre Handlungen besser verstehen. Es gibt aber auch kurze Passagen, in denen nicht die Ich- Perspektive verwendet wird. In diesen wird das Geschehen aus der Sicht der männlichen Protagonisten beleuchtet – die Handlungen von Bastian oder auch Tristan. Dadurch bleibt man bei der Handlung immer auf den Laufenden und kann auch ihre Motivationen besser verstehen.
Abby ist in diesem Buch die weibliche Protagonistin, ihre Geschichte steht definitiv im Vordergrund. Sie ist ein Teenager und zieht dabei Probleme magisch an. Sie hat einen tragischen Schicksalsschlag erleiden müssen, ihre Eltern sind bei einem Unfall ums Leben gekommen. Seitdem lebt sie bei Pflegefamilien und hat das Gefühl, dass sie alle verlassen, fühlt sich nirgends zu Hause oder auch geliebt. Der männliche Gegenpart sind die Tremblay Brüder Tristan und Bastian. Tristan ist der jüngere Bruder und geht in dieselbe Klasse. Bastian ist der ältere von beiden und bietet einen Anti- Aggression- Kurs in dieser Schule an, hat daher auch engen Kontakt zu den Schülern von Darkenhall. Die Familiengeschichte ist wesentlich für die Handlung. Die Tremblays haben ein magisches Erbe, welches sie beschützen und sie zu etwas Besonderen macht. Die Grundidee mit den Ringhütern oder auch die Idee mit den Weben und auch die Geschichte dahinter haben mir persönlich ganz gut gefallen, auch wenn sie nichts Neues sind. Dennoch hätte ich mir einfach mehr Hintergrundwissen gewünscht. Es werden diverse Andeutungen gemacht, ein paar Informationshappen werden dem Leser gegönnt, aber leider auch nicht mehr. Ich hoffe einfach, dass die Vergangenheit und auch die Besonderheiten von diesem Familienerbe in Verlaufe der Trilogie noch weiter beleuchtet werden.
Es gibt in „Stolen“ durchaus spannende Aspekte. Allein Abby – man fragt sich, warum sie so anders ist. Auch werden zu ihrem Leben und ihrer kriminellen Vergangenheit oder auch ihr Talent, Probleme quasi magisch anzuziehen immer wieder Andeutungen gemacht, sodass man einfach mehr erfahren möchte. Oder auch die Geschichte rund um die Ringhüter und was man mit diesen Ringen bewerkstelligen kann, was es mit ihnen Besonders auf sich hat. Doch meiner Meinung nach wird der spannende Part des Buches durch die teilweise tragische Lovestory überdeckt. Mir persönlich war diese zu aufdringlich, stand im Vordergrund. Das Gefühlschaos von Abby ist der wesentliche Teil der Handlung, sehr umfangreich wird die Gefühlswelt des Teenagers behandelt. Dadurch plätschert die Geschichte teilweise dahin oder bewegt sich nicht von der Stelle, weil eine intensive Beleuchtung der emotionalen Ebene wichtiger ist. Auch die Anziehung zwischen den zwei Protagonisten wird ausführlich beschrieben und auch, warum sie mit dieser hadern. Ich fand es schade, dass die Spannung zu Gunsten der Liebesgeschichte größtenteils auf der Strecke bleibt. Hier hätte ich mir eine andere Gewichtung gewünscht.
Der spannende Cliffhanger tröstete mich etwas über die Story des Buches hinweg, steht hier die Handlung und der weiterer Verlauf der Story doch wieder mehr im Vordergrund.

Die Autorin Emily Bold hat mit “Stolen 1- Verwoben in Liebe“ ein romantisches Jugendbuch mit fantastischen Elementen geschrieben. Doch zu meinem Bedauern lag der Fokus in diesem Reihenauftakt zu sehr auf der Lovestory und dem Gefühlschaos der Protagonisten. Darunter hat die Spannung gelitten. Daher möchte ich 3 Sterne vergeben. Wer ein leichtes Jugendbuch mit tragischer Liebesgeschichte und fantastischen Elementen lesen will, wird mit diesem Buch vielleicht mehr Freude haben.

Veröffentlicht am 25.06.2020

Halligmord

Halligmord
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Der Nordseekrimi „Halligmord“ von der Autorin Greta Henning spielt zum größten Teil auf der kleinen Hallig Nekpen. Dies ist der Auftakt von einer geplanten Krimireihe rund um die Kommissarin Minke van ...

Der Nordseekrimi „Halligmord“ von der Autorin Greta Henning spielt zum größten Teil auf der kleinen Hallig Nekpen. Dies ist der Auftakt von einer geplanten Krimireihe rund um die Kommissarin Minke van Hoorn.

Klappentext:
Ein herbstlicher Sturm an der friesischen Küste fördert ein düsteres Geheimnis zutage: Auf der kleinen Hallig Nekpen hat die See menschliche Knochen freigespült, die schon seit Jahrzehnten im friesischen Marschboden gelegen haben müssen. Wer war der Tote? Minke van Hoorn, ehemalige Meeresbiologin und erst seit kurzem als Kommissarin zurück in ihrer friesischen Heimat, hat bei ihrem ersten Fall eine harte Nuss zu knacken. Denn die beiden alteingesessenen Familien auf Nekpen wollen von dem Skelett unter der grünen Halligwiese nichts gewusst haben. Jeder kennt jeden, einige benehmen sich merkwürdig, friesisches Schweigen liegt über dem Fall. Dann verschwindet der Sohn des alten Deichgrafen, und längst vergangene Ereignisse scheinen plötzlich ihre Finger bis in die Gegenwart auszustrecken. Minke muss sich beeilen, denn der nächste Herbststurm kündigt sich an...

Der Reihenauftakt „Halligmord“ spielt an der Nordseeküste – man erwartet einen spannenden Kriminalroman mit entsprechendem Lokalkolorit.
Der Schreibstil von Henning ist flüssig und lässt sich angenehm lesen. Gekonnt schafft es die Autorin, dass eine Atmosphäre aufgebaut wird, sodass man den friesischen Wind quasi im Gesicht spürt. In diesem Buch spielt ein aufbauender Orkan eine wichtige Rolle- ein Unwetter bahnt sich an. Dieses Naturphänomen wird eingesetzt, um eine Art zeitliches Limit zu setzen, in dem die Ermittlungen abgeschlossen sein sollten. Gekonnt wird Spannung aufgebaut. Viele Zusammenhänge aus der Vergangenheit sind relevant. Ein Ereignis von vor 33 Jahren ist für den Kriminalfall relevant. Aber die Anwesenden schweigen oder geben zumindest nicht alles preis. Diese Vergangenheit wirkt sich auch die Gegenwart aus, die Folgen daraus sind auch noch in der heutigen Zeit spürbar. Dieses Buch ist voller Geheimnisse, welche aufgedeckt werden müssen. Einiges ist in der Vergangenheit passiert und irgendwie scheint alles zusammenzuhängen. Aber in welcher Art und Weise ist leider noch ungewiss. Gut gefallen hat mir in diesem Buch auf der Lokalkolorit. Man spürt als Leser quasi die Einsamkeit und Isoliertheit, die auf so einer kleinen Hallig herrscht. Aber es ist auch der Zusammenhalt spürbar und der raue Wind, aber auch der Schlick aus dem Watt.
„Halligmord“ ist ein Reihenauftakt – das zentrale Element scheint die Kommissarin Minke von Hoorn zu sein. Früher war sie Meeresbiologin, aber nach dem Tod ihres Vaters hat sie seinen Posten als Kommissar an der friesischen Küste angenommen. Zusammen mit ihrem Kollegen Klaus muss sie ihren ersten Fall meistern. Jedoch ist Klaus keine große Hilfe, er steht kurz vor seiner Pension und ist mehr mit der Planung seiner Abschlussfeier beschäftigt. Daher muss sich Minke alleine durch den Fall beißen und stößt dabei auf einige Hindernisse. Diese meistert sie auf ihre eigene Art. Sie stürzt sich in die umfangreichen Ermittlungsarbeiten und findet neue Zusammenhänge aber auch Rätsel, welche sie lösen muss. Dennoch finde ich, dass Minke teilweise etwas starr wirkt. Nicht alle Charaktere bekommen meiner Meinung nach Leben eingehaucht. Teilweise wirkten sie recht stereotypisch. Es fehlte mir – nicht nur bei den Charakteren, sondern auch im Allgemeinen- das besondere Etwas, etwas Innovatives. Dennoch ist es ein unterhaltsamer Kriminalroman, indem man zusammen mit Minke immer mehr über ein längst vergangenes Ereignis erfährt und versucht, dessen Geheimnis zu entschlüsseln.
Was ich auch noch positiv erwähnen möchte: dieses Werk kommt ohne große Liebesgeschichte aus. Es gibt zwar ein paar Andeutungen und zwischenmenschliche Nähe, aber diese nehmen nicht viel Raum ein. Dies fand ich positiv, dass sich das Buch auf das Wesentliche – einen Toten am Strand – konzentriert.

Insgesamt ist der Kriminalroman „Halligmord“ aus der Feder von Greta Henning ein solides Buch mit einer richtigen Portion Lokalkolorit, Spannung und einer Menge Geheimnisse, die es zu entschlüsseln gilt. Dennoch hat es kleinere Schwächen, dennoch konnte es mich gut unterhalten. Daher möchte ich 4 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 22.06.2020

Die Henkerstochter und der Fluch der Pest

Die Henkerstochter und der Fluch der Pest
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Der historische Roman „Die Henkerstochter und der Fluch der Pest“ spielt im 17. Jahrhundert und ist aus der Feder von Oliver Pötzsch. Dieses Buch ist der achte Teil einer Reihe rund um die Henkersfamilie ...

Der historische Roman „Die Henkerstochter und der Fluch der Pest“ spielt im 17. Jahrhundert und ist aus der Feder von Oliver Pötzsch. Dieses Buch ist der achte Teil einer Reihe rund um die Henkersfamilie Kuisl. Jedoch kann man dieses Werk auch ohne jegliche Vorkenntnisse lesen, ohne dabei Probleme zu haben, da die Geschichte gut verständlich ist.

Klappentext:
Sommer 1679. Die Pest, die bereits in Wien wütet, breitet sich in Bayern aus. Der Schongauer Scharfrichter Jakob Kuisl wird von einem Pestkranken aufgesucht, der kurz darauf zusammenbricht. Bevor er stirbt, flüstert er Jakob Kuisl noch ein paar rätselhafte Worte ins Ohr: Kuisl muss Kaufbeuren retten, ein schwarzer Reiter spielt dort mit seiner Pfeife zum Tanz auf, der Mörder hat zwei Gesichter. Gemeinsam mit seiner Tochter Magdalena geht Jakob Kuisl den geheimnisvollen Andeutungen nach. Ein gefährliches Unterfangen, denn inzwischen gibt es immer mehr Tote in Kaufbeuren. Doch was steckt dahinter – die Seuche oder ein raffinierter Mörder?

Ich habe von dem Autor Oliver Pötzsch schon bereits den ein oder anderen historischen Roman gelesen. Dabei ist mir vor allem „Die Burg der Könige“ positiv in Erinnerung geblieben. Ich war sehr auf die Weiterführung von der Geschichte rund um die Henkerstochter Magdalena gespannt. Meine Erwartungen an dieses Buch wurden dabei erfüllt, ich habe einen spannenden und authentischen historischen Roman bekommen.
Zuerst möchte ich das vielseitige und liebevolle Bonusmaterial loben. Ein nützliches Personenregister und auch eine hilfreiche Karte wurden beigefügt, diese habe ich während des Lesens gerne zu Rate gezogen. Aber besonders hat mir hier auch das Nachwort gefallen. In diesem geht der Autor noch einmal auf die Trennung von Fakten und Fiktion ein. Aber auch ein kleiner Reiseführer ist am Ende beigefügt wurden, sodass man die Gegend aus dem Buch nochmal aus einem anderen Blickwinkel kennen lernt. Dieser kleine Ausflug hat mir persönlich sehr gefallen.
Der Schreibstil von Pötzsch ist, wie ich es bereits aus anderen Büchern von ihm gewohnt war, flüssig und angenehm zu lesen. Gekonnt erschafft Pötzsch Bilder, man fühlt sich in das 17. Jahrhundert versetzt. Alles wirkt so lebendig, es entstehen Bilder vor dem geistigen Auge. Dabei wirkt dieser Band der Henkerstochter- Reihe so lebendig, dass man den Gestank auf den Straßen quasi riechen kann. Dabei schafft es der Autor, dass man als Leser gar nicht merkt, wie diese Seiten nur so dahin fliegen. Zügig ist dieses umfangreiche Werk gelesen. Und dabei ist es fesselnd und packend – mir wurde auf keiner Seite langweilig. Es gibt viele unerwartete Wendungen und gespannt habe ich die Geschichte verfolgt. Der Einstieg in das Geschehen fiel mir leicht. Man wird in die aktuellen Gegebenheiten hineingeworfen, ohne dass man jedoch den Überblick dabei verlor. Es wurde Spannung, Tempo und auch eine dichte Atmosphäre aufgebaut, sodass man nur allzu gebannt den Verlauf der Geschichte verfolgt.
Dieses Werk ist ein wirklich gelungener Genremix. Es ist ein authentischer historischer Roman und zeitglich ein spannender Kriminalroman. Man merkt diesem Buch die umfangreiche und vielseitige Recherche stetig an. Wissen wird auf vielseitige und wirklich interessante Art erzählt, zu gerne möchte man mehr über diese Zeiten erfahren. Gut gefallen haben mir vor allem die Details über die medizinischen Erkenntnisse der damaligen Zeit. Aber auch der Krimiaspekt konnte mich überzeugen. Spannend wird ermittelt, die Pest geht um und anscheinend steckt hinter diesen Geschehnissen mehr, als man zunächst vermuten würde. Stück für Stück werden neue Erkenntnisse gewonnen, langsam fügen sich die Zusammenhänge zu einem großen Ganzen – wie ein Puzzle werden die einzelnen Gegebenheiten zusammengefügt, die dann zu diesen Taten geführt haben. Dabei gibt es viele unerwartete Wendungen und nicht alle Spuren führen zum Erfolg. Ich fand es gut, dass nicht immer alles sofort gelingt, dass die Familie Kuisl auch Schicksalsschläge hinnehmen muss und schwere Hürden dabei meistert.
Durch den Perspektivenwechsel wird die Spannung noch zusätzlich gesteigert. Aber dadurch ist man auch immer nah am Geschehen. Man erlebt alles quasi aus erster Hand und ist dabei, wenn es neue Erkenntnisse gibt aber auch, wenn die Familienmitglieder sich immer mehr in Schwierigkeiten bringen und immer tiefer in das Geschehen hineingezogen werden. Aber auch allgemein konnten mich die Charaktere durch ihre Vielseitigkeit überzeugen. Nicht nur die Mitglieder der Familie Kuisl wirken lebendig, auch die Nebencharaktere konnten mich überzeugen. Man leidet mit ihm mit – oder man baut Abneigungen auf. Jeder konnte mich auf seine persönliche Art in ihren Bann ziehen, man rätselt mit, welche Geheimnisse dieser Charakter haben könnte.

Insgesamt konnte mich Oliver Pötzsch mit seinem neuen historischen Roman „Die Henkerstochter und der Fluch der Pest“ wieder von seinem Erzähltalent überzeugen. Dieses Buch war spannend und authentisch, ich habe jede Seite genossen. Dabei habe ich ein gutes Gefühl für die damalige Zeit bekommen, aber auch die Charaktere waren überzeugend. Dafür möchte ich 4,5 Sterne und eine Empfehlung für Leser von historischen Romanen vergeben.

Veröffentlicht am 16.06.2020

Die Verzauberung der Schatten

Die Verzauberung der Schatten
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Der Fantasy- Roman „Die Verzauberung der Schatten“ aus der Feder von der Autorin V.E. Schwab ist der zweite Band der Weltenwanderer- Trilogie. Der Vorgänger trägt den Titel „Vier Farben der Magie“ – ich ...

Der Fantasy- Roman „Die Verzauberung der Schatten“ aus der Feder von der Autorin V.E. Schwab ist der zweite Band der Weltenwanderer- Trilogie. Der Vorgänger trägt den Titel „Vier Farben der Magie“ – ich rate, dass man diesen bereits gelesen hat, ist dies für das Verständnis dringend erforderlich.

Klappentext:
Vier Monate ist es her, dass Kell gegen die dunkelste Form der Magie gekämpft hat. Noch immer leidet der Antari unter Albträumen, und die gewiefte Taschendiebin Delilah Bard, kurz Lila, geht ihm einfach nicht aus dem Kopf. Sie hat sich inzwischen jedoch einen Traum erfüllt: Sie segelt mit dem Nachtfalken über die Meere der Welt. Das Rote London steht ganz im Taumel des Spiels der Elemente, einem Turnier, bei dem Magier aus aller Welt ihre Kräfte messen. Auch Kell will antreten. Während zahlreiche Gäste, darunter der berüchtigte Pirat Alucard Emery, in die Stadt kommen, bemerkt jedoch niemand, wie ein anderes London aus seinem düsteren Schlaf erwacht und diejenigen wiederkehren, die als für immer verloren galten.

Bereits der erste Band der Reihe „Vier Farben der Magie“ hat mir persönlich gut gefallen. Den Auftakt der Trilogie sollte man bereits gelesen haben, schließt die Weiterführung nahtlos an die Story an. Schon damals hat mir die Idee mit den vier Londons und dem magischen Setting rundherum gut gefallen. Daher war ich auf die Fortführung gespannt – und meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen.
Auch dieses Mal konnte mich der bildhafte Schreibstil der Autorin Schwab wieder überzeugen. Sie schafft es gekonnt, eine dichte Atmosphäre zu erschaffen. Als Leser spürt man quasi den dichten Nebel in London, wie der Wind einen um die Nase weht. Der Erzählstil ist fesselnd und Schwab schafft es gekonnt, einen in den Bann zu ziehen. Man klebt quasi an den Seiten, von der ersten bis zur letzten Seite möchte man dieses Buch nur ungern wieder aus der Hand legen. Auch das Worldbuilding und auch das Magiesystem konnten mich überzeugen. Die Idee mit den Parallelwelten und den vier Londons hat mir gefallen – auch das es Fixpunkte gibt, z.B. Gebäude, die es in allen Welten gibt. Sie stellen quasi Angelpunkte dar. Überzeugend fand ich auch, dass es nur wenige Menschen gibt, die zwischen diesen Welten wandern können und somit als Bote fungieren können. Aber natürlich birgt dies auch Gefahren. So langsam lernt man diese Welt besser kennen, bekommt viele spannende Facetten von dieser magischen Welt zu bieten.
Der zweite Teil der Reihe ist spannend und voller Wendungen. Es besticht durch seine handlungsreiche Art, es ist dicht gewebt. Ein wunderbares Ereignis jagt das nächste und dennoch gibt es ruhigere Momente, die man genießt. Dennoch sind diese Passagen nicht langweilig, in diesen lernt man die Charaktere besser kennen und auch ihre Beziehungen zueinander. Man genießt die Gespräche untereinander und freut sich schon auf das kommende actionreichere Abenteuer. Auch die Idee mit der Veranstaltung Essen Tasch fand ich gelungen. Die Grundidee empfand ich ansprechend, aber die Umsetzung dazu ist wirklich gelungen. An sich ist es ein politisches Machtspiel, auf magische Art und Weise. Dennoch gibt es tolle Interaktionen, vielseitige Charaktere und spannende Wendungen. Dieses Spiel steigert sich immer mehr, man fiebert mit den Teilnehmern mit und fragt sich, wie es wohl ausgehen wird. Als Leser hat das Gefühl, man ist mittendrin – sitzt auf den Zuschauerrängen und verfolgt gebannt die Weiterführung des Essen Tasch.
Dieses Buch wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. So kann man die Handlung aus mehreren Ecken mit verfolgen, ist immer nah an der Geschichte ran. Auch bekommt man einen vielseitigeren Einblick, auch ein Blick hinter den Kulissen quasi in die Gedanken der Protagonisten ist inklusive. Dadurch lernt man diese besser kennen. Besonders gelungen fand ich hier das Zwischenspiel zwischen den jeweiligen Charakteren, aber auch die Charaktere im Allgemeinen konnten mich überzeugen. Sie wirken sympathisch und lebhaft, diese sind vielseitig – auf ihre ganz persönliche Art und Weise. Aber besonders bewegend war die Bindung zwischen den beiden männlichen Protagonisten Rhy und Kell. Die beiden sind quasi Adoptivbrüder – Rhy ist der Prinz und Kell der Antari dieser Welt. Sie haben eine enge Bindung zueinander, stehen füreinander ein. Und seit den Ereignissen aus dem ersten Band „Vier Farben der Magie“ sind die beiden noch näher miteinander verbunden – im wahrsten Sinne des Wortes ist das Schicksal des einen an dem des anderen gebunden, sie sind miteinander verknüpft. Aber besonders bewegend war der innere Kampf von Kell, seine Zerrissenheit – er kämpft darum, mehr Freiheiten zu erlangen, fühlt sich aufgrund seiner Fähigkeiten als Antari und den daraus resultierenden Folgen eingeschränkt und auch seine Adoptiveltern erlauben ihm wenige Freiheiten. Seine Versuche, sich daraus auch nur ein bisschen Freiheiten zu erkämpfen, fand ich bewegend und Schwab hat diese innere Zerrissenheit gekonnt dargestellt. Und ich beneide Kell echt um seinen Mantel – seine vielschichtigen Seiten, dass er wandelbar und magisch ist. Zu gerne hätte ich so einen. Aber auch die weibliche Protagonistin Lila konnte mich überzeugen. Im ersten Band habe ich mich zu Beginn etwas schwer mit ihr getan. In diesem Teil konnte ich mehr mit ihr mit fiebern, ihre freche Art konnte mich begeistern. Wie sie für ihre Ziele engagiert und wie sie dafür kämpft, dass sie diese umsetzen kann. Dabei geht sie clever vor und ist gewitzt.
„Die Verzauberung der Schatten“ endet mit einem bösen Cliffhanger – am liebsten würde man sofort weiterlesen, damit man erfährt, wie es weitergeht. Man will wissen, wie es mit den liebgewonnenen Charakteren weitergeht.

Insgesamt konnte mich die Autorin V.E. Schwab mit „Die Verzauberung der Schatten“ vollständig in ihren Bann ziehen. Sowohl die fantastische Welt als auch die Charaktere konnten mich komplett überzeugen – ich habe jede Seite genossen und zusammen mit den Charakteren abwechslungsreiche Abenteuer bestritten. Dieses Buch konnte mich hundertprozentig überzeugen. Daher möchte ich volle 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung vergeben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere