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Veröffentlicht am 12.05.2026

The tainted cup

The Tainted Cup
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Der Autor Robert Jackson Bennett hat mit „The tainted cup“ den Auftaktsband seiner „Shadow of the Leviathan“- Reihe geschrieben. Daher ist es nicht notwendig, dass man vorherige Bücher aus seiner Feder ...

Der Autor Robert Jackson Bennett hat mit „The tainted cup“ den Auftaktsband seiner „Shadow of the Leviathan“- Reihe geschrieben. Daher ist es nicht notwendig, dass man vorherige Bücher aus seiner Feder gelesen haben soll. Es kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Klappentext:
In einer opulenten Villa an der Grenze des Imperiums wird ein hoher Offizier tot aufgefunden – getötet durch einen Baum, der spontan seinem Körper entwuchs. Selbst hier, wo es viele Ansteckungen gibt und das Blut der Leviathane seltsame magische Veränderungen bewirkt, ist es ein Tod, der gleichzeitig schrecklich und eigentlich unmöglich ist. Zur Aufklärung des Verbrechens wird Ana Dolabra hinzugezogen, eine Ermittlerin, deren brillanter Ruf nur durch ihre Exzentrik übertroffen wird. An ihrer Seite steht ihr neuer Assistent Dinios Kol, ein Graveur, der auf magische Weise so verändert wurde, dass er ein perfektes Gedächtnis besitzt. Bald führt der Mord zu einem Plan, der die Sicherheit des Imperiums selbst bedroht. Für Ana ergibt all dies ein wunderbar stacheliges Puzzle - endlich etwas, das ihre Aufmerksamkeit wirklich fesselt. Und Din? Er muss einfach durchhalten.

Bei diesem Buch haben mich Empfehlungen von Freunden dazu gebracht, mich näher mit dem Inhalt zu befassen. Ich persönlich habe noch kein Buch von Bennett gelesen, wobei ich „Der Schlüssel der Magie“- Reihe noch auf dem SUB liegen habe – und auch über diese Reihe viel positive Meinungen gehört habe. Zu diesem Buch konnte mich der Klappentext ebenfalls neugierig machen und so bin ich ohne große Erwartungen herangegangen und wurde positiv überrascht.
Der Schreibstil ist angenehm und bildhaft, gekonnt schafft es der Autor, eine dichte Atmosphäre zu schaffen. Auch gelingt es Bennett, dass Bilder vor meinem geistigen Auge entstehen und nicht selten habe ich während des Lesens das Gefühl gehabt, mitten im Geschehen zu sein. Sehr packend und gut umgesetzt fand ich auch das Worldbuilding. Diese konnte mich vollkommen überzeugen und stellt für mich ein Herzstück dieses Buches dar. Zu Beginn des Buches ist eine Karte beigefügt worden, welche dem Leser hilft sich zu orientieren. Diese habe ich nur zu gerne zur Hand genommen, um die Orte besser einschätzen zu können. Die fiktive Welt ist komplex und hat viele Facetten zu bieten. Nur zu gerne möchte ich weitere Details dieser Welt lesen. Allein die Plantate fand ich sehr interessant. Menschen müssen sich quasi upgraden oder verbessern, um dadurch einen Vorteil zu erlangen und eine Eigenschaft zu verbessern, damit sie sich in dieser brutalen Welt behaupten können. Schon dieser Aspekt des Worldbuilding schafft viele Möglichkeiten und es hat mir Spaß gemacht, diese innerhalb der Story zu entdecken.
Besonders ist bei „The tainted cup“ auch der Genremix, welchen ich sehr gelungen finde. Im Vordergrund steht hier ein makaberer Mordfall. Eine politisch wichtige Person wurde auf mysteriöse Weise ermordet und es gilt dies zu klären. Mit Hilfe einer Pflanze, welche aus dem Körper gewachsen ist, wurde der Mann ermordet – und der Leser muss erkennen, dass Botanik in diesem Buch ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Diese Mischung aus Kriminalroman und botanischer Fantasy fand ich sehr packend und konnte mich vollkommen in seinen Bann ziehen. Auch im weiteren Verlauf der Handlung nimmt die Pflanzenwelt einen wichtigen Faktor ein und ist für die Lösung des Mordfalls essentiell. Das Zusammenspiel ist hier gekonnt umgesetzt. Im Verlaufe der Ermittlungen werden die Ermittler in eine Garnisonsstadt geführt, welche bedroht wird. Eine Zerstörung durch einen Leviathan steht bevor, es gilt dies zu verhindern. Und die Lösung des Mordfalles spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle.
Die Geschichte wird aus der Perspektive vom Protagonisten Dinios erzählt. Er ist der Assistent der Ermittlerin. Er ist ein Gravierer, er kann sich mit Unterstützung von speziellen Düften Ereignisse oder Worte dauerhaft merken und besitzt dadurch ein perfektes Gedächtnis. Leider hat er auch ein Handicap – er hat Problem beim Lesen. Dies gibt er natürlich nicht gerne zu und hofft, dass er diese Schwäche vor seinen Mitmenschen verbergen kann. Da dieses Werk aus seiner Sicht erzählt wird, bekommt der Leser einen gekonnten Einblick in seine Gedankenwelt und damit auch in seine Hoffnungen oder Bedenken. Dies hat bei mir dazu geführt, dass ich sofort eine Verbindung zu Din aufbauen konnte und er wurde mir sofort sympathisch. Ich mochte seine Art, wie er die Dinge sieht und auch wie er an die Gegebenheiten rangeht. Auch steckt mehr Talent in Dinios als man zu Beginn vermuten würde. An seiner Seite ist die Ermittlerin Ana, welche ebenfalls sehr speziell ist. Sie ist wahrlich sehr clever, gekonnt kann sie Zusammenhänge erkennen und erkennt selbst kleinere Details. Bloß verlässt sie nur ungern ihr Zuhause, sodass Din für sie Auge und Ohren ersetzen muss. Ich mochte das Miteinander der beiden total gerne. Die gemeinsamen Szenen habe ich stets genossen. Wobei die beiden Protagonisten auch alleine brillieren können.
Innerhalb der Story wird auch eine kleine Lovestory eingebunden. Diese nimmt jedoch nicht allzu viel Raum ein, sie ist wirklich nur ein kleiner Nebenstrang und stört die Haupthandlung nicht weiter. Dies empfand ich als recht angenehm, da sie nicht zu aufdringlich war. „The tainted cup“ kommt definitiv auch ohne große Liebesgeschichte aus.
Etwas schwierig empfand ich den direkten Einstieg. Man wird sofort mitten in das Geschehen hineingeworfen. Der Leser wird quasi mit Informationen und Begriffen überhäuft. Erklärungen oder nähere Erläuterungen sucht man hier größtenteils vergebens. Besonders auf den ersten Seiten muss man sich sehr konzentrieren, um die Handlung zu verstehen. Man muss sich zu Beginn wahrlich erst orientieren. Ist dieser Einstieg in die Welt und die Charaktere jedoch gelungen, kann man den Inhalt in vollen Zügen genießen.
Ein Kritikpunkt meinerseits ist, dass mir, besonders zu Beginn des Buches, ein Glossar gefehlt hat. Dies hätte mir bestimmt geholfen, besser in die Geschichte hineinzufinden. Allein die Militärränge vom Imperium Khanum sind beigefügt wurden. Und diese habe ich nur zu gerne als Hilfestellung in Anspruch genommen. Ein kleines Glossar wäre daher bestimmt auch hilfreich gewesen.

Insgesamt konnte mich der Autor Robert Jackson Bennett mit seinem Reihenauftakt „The tainted cup“ gut unterhalten. Mir hat der Genremix von Kriminalfall und botanischer Fantasy richtig gut gefallen. Und auch die Darstellung der Charaktere konnte mich überzeugen. Begeistern konnte mich das Worldbuilding, welches ich wahrlich gelungen finde. Aufgrund des nicht ganz so leichten Einstieges möchte ich 4 Sterne vergeben und bin schon sehr auf die Fortsetzung gespannt. Auch möchte ich eine Leseempfehlung für Liebhaber besonderer Fantasy-Bücher aussprechen.

Veröffentlicht am 05.05.2026

Der Sternenstaubdieb

Der Sternenstaubdieb
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Mit dem Fantasy- Buch „Der Sternenstaubdieb“ hat Chelsea Abdullah den Reihenauftakt rund um die Mitternachtshändler Loulie und ihrem engen Freund Qadir geschrieben. Dabei entführt sie die Leser in ein ...

Mit dem Fantasy- Buch „Der Sternenstaubdieb“ hat Chelsea Abdullah den Reihenauftakt rund um die Mitternachtshändler Loulie und ihrem engen Freund Qadir geschrieben. Dabei entführt sie die Leser in ein magisches Abenteuer mit orientalischem Flair. Da dies ein Reihenauftakt ist, kann man dieses Werk ohne Vorkenntnisse lesen.

Klappentext:
Loulie al-Nazari ist überall bekannt als die Mitternachtshändlerin. Sie jagt illegaler Magie der Dschinn hinterher, um sie auf dem Nachtmarkt teuer zu verkaufen. Eines Tages lässt der Sultan sie verhaften. Seit die Frau des Sultans von einem Dschinn getötet wurde, werden diese im gesamten Land erbittert gejagt. Für Loulie und ihren engen Freund, den Dschinn Qadir, ist der Handel mit deren Magie hoch gefährlich. Und nun müssen sie sich auf die Suche nach der geheimnisvollen Lampe machen. Sie werden begleitet von Prinz Omar und dessen Gehilfin, der Diebin Aisha. Aber Loulie weiß nicht, dass Omar die Gestalt mit anderen Menschen tauschen kann. Nicht nur die Wüste birgt Gefahr, sondern auch manches Mitglied der Karawane.

Bei diesem Fantasybuch hat mich das Setting neugierig gemacht. Ich hatte mal wieder Lust auf ein orientalisches Abenteuer im Stil von 1001 Nacht. Schon länger hatte ich kein Buch mehr gelesen, welches im Orient angesiedelt war. Ich wollte mal wieder mit Dschinns und Afarit die Wüste erkunden und dabei magische Erlebnisse bestreiten. Und dieses Werk hat mit genau solchen Abenteuern gelockt. Daher habe ich mich voller Vorfreude in dieses Fantasybuch gewagt und meiner Erwartungen wurden nicht enttäuscht.
Schon die Gestaltung des Buches ist ein wahrer Blickfang. Das Cover macht Lust auf ein orientalisches Abenteuer. Und ein erster Blick auf die Karte ist vielversprechend. Sowohl orientalische Städte spielen hier eine wesentliche Rolle, als auch die Wüste mit ihren Oasen. In der Karte ist eine Strecke eingezeichnet, welche den Weg unserer Protagonisten nachzeichnet. Ein hilfreiches Glossar mit arabischen Wörtern und Wendungen ist zum besseren Verständnis ebenfalls beigefügt.
Der Reihenauftakt lockt mit einem orientalischen Setting. Es hat märchenhafte Eigenschaften und lockt mit Abenteuern a la Tausendundeiner Nacht. Sehr gut haben mir hier die kleinen Zwischenspiele mit den Geschichtenerzählern gefallen. Allgemein fand ich diese Geschichten sehr ansprechend und sie haben für mich zum arabischen Raum dazugehört und haben zu einer noch intensiveren Atmosphäre beigetragen. Auch der Schreibstil ist bildhaft und wortgewandt. Packend wird hier ein magisches Abenteuer erzählt, welches der Leser zusammen mit den Charakteren bestreiten muss. Gekonnt schafft es Abdullah, eine dichte und authentische Atmosphäre zu erschaffen. Die Story an sich fand ich ebenfalls packend. Meiner Meinung nach schafft es die Autorin einen guten Mix zwischen actionreichen und ruhigeren Szenen zu schaffen. Neugier konnte mich auch das Worldbuilding machen. Die bisher skizzierte Welt hat Potential und mir haben die Orte, welche wir bisher kennen lernen durften, gefallen. Vor meinem geistigen Auge sind Bilder entstanden, sodass ich oftmals das Gefühl hatte, selbst mitten in der Wüste zu stehen. Ich hoffe, dass wir im Verlauf der Reihe die Welt noch besser kennen lernen. Die Welt konnte durch ihre Authentizität überzeugen, ohne zu aufgebläht zu wirken. Auch das Thema der Dschinns und deren Geschichte fand ich gekonnt umgesetzt. Gefallen hat mir hier auch der magische Aspekt. Hier ist die Magie an Gegenstände gebunden, oftmals haben diese nützliche Eigenschaften. Auch über die Entstehung dieser Magie wird im Verlauf des Buches näher eingegangen. Doch hier möchte ich nicht zu viel verraten, da dies einfach zu viel vorwegnehmen würde.
Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Abwechselnd wird aus der Sicht von Loulie, Mazen und Aisha erzählt. Dies führt dazu, dass der Leser einen vielseitigen Einblick in die Handlung bekommt und zeitgleich die Gedankengänge der jeweiligen handelnden Person besser nachvollziehen kann. Ich fand es recht interessant, diese Geschichte nicht nur aus einem Blickwinkel zu lesen, so konnte man die Beweggründe besser nachvollziehen. Auch fühlt man sich dadurch den Charakteren näher verbunden, kennt eher ihre Ängste und Emotionen, man baut eher eine Bindung zu diesen auf.
Zu Beginn wird man direkt in das Geschehen hineingeworfen und das Buch besticht nicht nur durch actionreiche Szenen. Gleich am Anfang lernt Loulie, die Mitternachtshändlerin kennen. An ihrer Seite ist ihr treuer Begleiter und Freund Qadir, welcher im Geheimen ein Dschinn ist. Loulie ist eine toughe, starke junge Frau, welche schon früh ihre Eltern verloren hat. Sie hatte keine leichte Kindheit und ist von dem Schicksalsschlag in ihrer Vergangenheit geprägt, sie möchte ihre Eltern rächen. Mich persönlich konnte auch Qadir sehr begeistern. Dieser Dschinn hat definitiv ein paar Geheimnisse, doch ich mochte seine Art und wie er auf Loulie aufgepasst hat. Ein weiterer starker weiblicher Part ist Aisha in dieser Geschichte. Im Verlauf der Geschichte hat man mehr über sie erfahren, was sie bewegt und welche Päckchen sie zu tragen hat. Mit jeder Facette hat sie sich etwas mehr in mein Leserherz geschlichen. Der männliche Gegenpart wird durch Prinzen bestritten. Prinz Mazen ist zu Beginn noch recht naiv, macht aber eine Charakterentwicklung durch, welche mir stellenweise etwas zu abrupt waren. Dennoch habe ich auch mit dem jüngsten Sohn des Sultans mitgefiebert. Omar, der älteste Sohn des Prinzen, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Wie weitreichend diese ist, zeigt sich erst im späteren Verlauf – daher möchte ich hier nicht weiter darauf eingehen.
Etwas schade fand ich, dass Hakim – ein weiterer Sohn des Sultans – hier nur eine Nebenrolle bekommt. Sein Charakter bietet einige interessante Aspekte, sodass ich hoffe, dass diese noch in den späteren Bänden eine wesentlichere Rolle spielen.

Insgesamt konnte mich Chelsea Abdullah mit ihrem Reihenauftakt „Der Sternenstaubdieb“ gut unterhalten. Diese Fantasyreihe besticht durch actionreiche Szenen, welche das Tempo vorantreiben, aber auch durch ruhigere Sequenzen. Gefallen haben mir vor allem die Erzählungen rund um die Welt der Dschinn und die Entstehung der Magie. Nur zu gerne möchte ich mehr von Loulie und Qadir lesen. Von mir bekommt dieses Buch 4 Sterne.

Veröffentlicht am 20.04.2026

Dornenhecke

Dornenhecke
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Mit diesem fantastischen Buch „Dornenhecke – Nicht alle Flüche sollten gebrochen werden“ hat die Autorin T. Kingfisher einen eigenständigen Roman geschrieben. Dieses Werk orientiert sich an dem Märchen ...

Mit diesem fantastischen Buch „Dornenhecke – Nicht alle Flüche sollten gebrochen werden“ hat die Autorin T. Kingfisher einen eigenständigen Roman geschrieben. Dieses Werk orientiert sich an dem Märchen Dornröschen, erzählt aber eine bisher eher unbekannte Version des Märchens.

Klappentext:
Es war einmal eine Prinzessin, die in einem Turm festsaß. Diese Geschichte handelt nicht von ihr. Kurz nach ihrer Geburt wird Krötling von den Feen entführt. So wächst sie zwar fern von ihrer Familie, doch geliebt und geborgen in den warmen Wassern des Feenlandes auf. Eines Tages wenden sich die Feen mit einer Bitte an sie: Sie soll in die Menschenwelt zurückkehren, um ein Neugeborenes mit einem schützenden Segensspruch zu bedenken. Klingt einfach, oder? Doch bei den Feen ist nichts jemals einfach. Jahrhunderte später nähert sich ein Ritter einer hohen Dornenhecke, deren Stacheln so scharf wie Schwerter und dick wie Unterarme sind. Wie er gehört hat, gibt es hier einen Fluch zu brechen – einen Fluch, den Krötling mit aller Macht aufrechterhalten will …

Bisher hatte ich schon ein paar Bücher aus der Feder von Kingfisher gelesen. Diese haben von dem Soldat Alex Easton gehandelt und waren im Bereich Horror und Nervenkitzel einzuordnen. Beide konnten mich auf ihre Art überzeugen und daher war ich sehr auf diese Neuinterpretation von Dornröschen und die Umsetzung hierzu gespannt. Voller Vorfreude habe ich mich an dieses Büchlein gemacht und meine Erwartungen sind nicht enttäuscht worden.
Schon die Gestaltung finde ich sehr ansprechend. Dieser Roman ist mit thematisch passenden und ansprechenden Illustrationen versehen, welche den Leser auf den Inhalt einstimmen.
Und auch dieses Mal ist der Erzählstil wieder spannend und märchenhaft zugleich. Gekonnt wird hier eine dichte und unterschwellig düstere Atmosphäre erschaffen, welche wirklich richtig gut zu dieser Neuinterpretation von Dornröschen passt. Kingfisher spielt hier gekonnt mit ein paar Klischees der Märchen und setzt sie gut in Szene und verwandelt sie dabei meisterhaft in etwas ganz Anderes. Besonders gefällt mir hier auch der Mix zwischen dem Humor, welcher auf jeder Seite mitschwingt und der Prise Horror, welche gekonnt in der richtigen Dosis beigemischt wurde. Dies führt dazu, dass sich das Buch angenehm lesen lässt und die Seiten fliegen dank des flüssigen Schreibstil nur so dahin. Gelungen finde ich auch die Umsetzung der beiden Zeitstränge. Die Autorin Kingfisher weiß definitiv, wie man die Gegenwart mit der Vergangenheit verknüpft und dabei Bilder beim Leser erzeugt und gleichzeitig eine dichte Handlung erschafft. Beide greifen gelungen ineinander. Dabei bekommt der Leser einen vielseitigen Eindruck in das bisherige Leben der Protagonisten.
In dieser Neuinterpretation des Märchens stehen eher die Nebencharaktere im Mittelpunkt. Die Protagonistin ist in „Dornenhecke“ die Fee Krötling, welche es bisher nicht immer leicht hatte. Immer besser lernen wir Krötling kennen, erfahren mehr über ihre Vergangenheit und auch über ihre Familie. Auch über die wichtige Aufgabe von Krötling bekommen wir Stück für Stück immer neue Informationen, sodass sich langsam ein Gesamtbild zusammensetzt. Von Seite zu Seite ist mir Krötling mehr ans Herz gewachsen. Ich mochte ihr gutes Herz und ihr Blick auf die Welt, aber auch wie verantwortungsvoll sie ihre Aufgabe umsetzt. Sie muss alleine diesen dornengeschützten Turm bewachen. So langsam fragt man sich als Leser, was wohl in diesem lauert und wer geschützt werden soll? Der Inhalt des Turmes vor der Außenwelt oder doch eher anders herum? Der männliche Gegenpart ist der Ritter Halim, welcher viel mehr zu bieten hat als eine rittertypische glänzende Rüstung. Auch er hat das Herz am richtigen Fleck und ich fand es sehr interessant, mehr über seine Geschichte zu erfahren, weil er einfach viel mehr zu bieten hat und so manche interessante Facette aufweisen kann. Ich persönlich mochte das Wechselspiel zwischen Krötling und Halim sehr gerne. Es hat mir Spaß gemacht, die Gespräche der beiden zu verfolgen und wie sie sich gegenseitig kennen gelernt haben, nur zu gerne habe ich diese Entwicklung gebannt gelesen.
Obwohl dieses Buch nur etwa 130 Seiten stark ist, hat es doch so einige wesentliche Themen zu bieten. Krötling muss sich in einer nicht immer freundlichen Welt behaupten, sie musste ihren Platz in der Welt finden und auch eine Familie ist für sie nicht selbstverständlich. Als ihr dann eine wichtige Aufgabe übertragen wird, meistert sie diese gewissenhaft und ist sich der Konsequenzen bewusst, falls sie versagen sollte. Aber auch Freundschaft und unterschiedliche Herkunft spielen eine wichtige Rolle, wie sie ein Wesen prägen können. In dieser Märchenadaption steckt so viel mehr, als man zunächst vermuten könnte.
Das Ende fand ich recht unterhaltsam, wenn auch teilweise etwas überstürzt. Hier hätten mir ein paar Seiten mehr und damit auch ein paar weitere Ausführungen gut gefallen. Mir persönlich war es etwas zu schnell geklärt.

Insgesamt konnte mich T. Kingfisher mit „Dornenhecke – Nicht alle Flüche sollten gebrochen werden“ gut unterhalten. Ich fand die Neuinterpretation des Märchens ansprechend. Positiv fand ich sowohl die Charaktere, als auch der humoristische Erzählstil mit der düsteren Atmosphäre. Bloß die Auflösung fand ich etwas zu schnell abgehandelt. Hierfür möchte ich 4 Sterne vergeben und ich bin schon auf das nächste Werk aus der Feder von Kingfisher gespannt.

Veröffentlicht am 15.03.2026

Der Junge im Taxi

Der Junge im Taxi
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Der Roman „Der Junge im Taxi“ stammt aus der Feder von Sylvain Prudhomme. In diesem Werk wird das Thema der Besatzungskinder in den Vordergrund gerückt. Es ist ein eigenständiger Roman, welcher ohne Vorkenntnisse ...

Der Roman „Der Junge im Taxi“ stammt aus der Feder von Sylvain Prudhomme. In diesem Werk wird das Thema der Besatzungskinder in den Vordergrund gerückt. Es ist ein eigenständiger Roman, welcher ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann.

Klappentext:
Wer ist dieser M., über den die Familie nicht reden will? Auf der Beerdigung seines Großvaters erfährt Simon von dessen verleugnetem Sohn. Am Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland gezeugt und zurückgelassen, ist M. nicht mehr als eine Leerstelle, eine vage Erinnerung. Simon, selbst mit dem Ende seiner Beziehung konfrontiert, lässt der Gedanke an diesen deutschen Jungen nicht los. Was für ein Leben hat er gelebt, war er einsam, verlassen, frei? Ist er es noch? Die Suche treibt Simon von Südfrankreich an den Bodensee, wo sich vergessene Spuren mit den seinen kreuzen und ein neues Bild ergeben.

Nur durch Zufall bin ich auf diesen Roman aufmerksam geworden. Ich persönlich hatte mich gefragt, was hinter dem Titel wohl stecken könnte und habe mir mit dieser Frage im Hinterkopf den Klappentext näher angeschaut. Dieser hat mich neugierig gemacht, wie dieser das Thema der Besatzungskinder aufgreift und umsetzt.
Zu Beginn des Romans gibt es im Prolog eine kurze Rückblende zum damaligen Geschehen. Der Leser ist dabei, als ein französischer Soldat auf einem Hof in Deutschland beherbergt wird. Wir erfahren auch, wie eine junge Frau auf einem Fest von eben jenen Soldaten zum Tanz aufgefordert wird und wie sich daraus eine kurze heftige Affäre mit Folgen entwickelt. Im nächsten Kapitel sind wir auf einer Beerdigung. Bei dieser hat die Geschichte aus dem Prolog Wellen geschlagen. Simon, der Enkel von diesem französischen Soldaten, hat erfahren, dass sein Großvater damals in Deutschland einen Sohn gezeugt hat, welcher aber in der Familie verleugnet wird. Nach der Besatzungszeit hat er die junge Frau und auch sein ungeborenes Kind zurückgelassen und nie anerkannt. Auch durfte in der Familie nicht darüber geredet werden. Und auch auf der Beerdigung des Großvaters darf über dieses Thema nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen werden. Simon ist von dieser Tatsache schockiert und möchte den verleugneten Sohn ausfindig machen. Lediglich sein Onkel redet über dieses sensible Thema. Aber auch nur im Flüsterton, er erzählt eher im Geheimen von diesem vergangenen Kapitel. Während der Suche kommen neue Informationen ans Licht und es hat Spaß gemacht, der Suche nach dieser Person mitzuverfolgen. Es hat sich wie ein Puzzle angefühlt, auf jeder Seite ergibt sich ein neues Stück und man kommt der Lösung dabei immer näher. Als Leser wird man sofort mitten in die Handlung reingeworfen und Stück für Stück setzt sich die Geschichte zusammen, man erkennt immer neue Fragmente, sowohl zur Vergangenheit als auch zur Gegenwart. „Der Junge im Taxi“ wird aus der Ich- Perspektive von Simon erzählt, dadurch kann man gut seine Gedankengänge nachvollziehen, was ich persönlich sehr gekonnt umgesetzt fand. Simon selbst befindet sich gerade in Trennung und abwechselnd kümmern sie sich um die beiden gemeinsamen Jungs. Ich fand die Gedankengänge und Gefühle von Simon hier sehr eindringlich. Er selbst macht sich viele Gedanken, auch weil er selbst Vater ist und gleichzeitig in der Situation ist, dass er ein Sohn von seinem Vater ist. Er kann beide Seiten verstehen, aber er kann nicht verstehen, warum in seiner Familie nie darüber geredet wird. Für ihn ist es nicht begreiflich, dass ein Familienmitglied komplett ignoriert und verleugnet wird. Er möchte diesen verleugneten Sohn ausfindig machen und bezieht auch seine eigenen Söhne in die Suche mit ein. Interessant ist hier auch, dass die Ex- Partnerin hier nur mit A abgekürzt wird. Dadurch entsteht eine gewisse Distanziertheit und der Charakter bleibt eher blass. Anders bei dem verleugneten Sohn, welcher nur mit M abgekürzt wird. Dies hat auf mich eher geheimnisvoll gewirkt und hat diese ominöse Person noch sagenumwobener gemacht, hat eher meine Neugier gesteigert.
Positiv konnte mich auch der Schreibstil überzeugen. Dieser ist auf der einen Seite sehr eindringlich, findet direkte Worte. Auf der anderen Seite ist dieser poetisch und feinfühlig. Gekonnt werden hier Gefühle beschrieben und eine dichte Atmosphäre erschaffen. Der Stil ist lebendig und schafft es, dass eine Sogwirkung entsteht. Dabei habe ich den poetischen Stil sehr genossen und habe mich von den Emotionen tragen lassen.
Thematisch fand ich „Der Junge im Taxi“ auch gekonnt umgesetzt. Das Thema der Besatzungskinder finde ich hier interessant umgesetzt. Es gibt viele Kinder, welche am Ende des zweiten Weltkrieges zurückgelassen worden und nicht oft wird über diese geredet. Dies ist ein Roman, welcher den Leser melancholisch zurücklässt und nachklingt. Man beschäftigt sich mit diesem Thema und es hat mich so schnell nicht losgelassen. Ich fand die Botschaft von diesem Roman wichtig, mich hat dies berührt.

Insgesamt hat der Autor Sylvain Prudhomme mit seinem Roman „Der Junge im Taxi“ gekonnt ein wichtiges Thema in den Fokus gerückt. Mich hat dieses nachdenklich zurückgelassen. Gefallen hat mir hier der Erzählstil und auch die Geschichte an sich konnte mich überzeugen. Hierfür möchte ich 4 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 10.03.2026

Seelenwächter

Guardian 1. Seelenwächter
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Mit dem Danmei-Light- Novel „Guardian – Seelenwächter“ hat die Autorin Priest ihren Reihenauftakt rund um die Abteilung für Sonderermittlungen geschrieben. Für dieses Buch sind keinerlei Vorkenntnisse ...

Mit dem Danmei-Light- Novel „Guardian – Seelenwächter“ hat die Autorin Priest ihren Reihenauftakt rund um die Abteilung für Sonderermittlungen geschrieben. Für dieses Buch sind keinerlei Vorkenntnisse relevant.

Klappentext:
Der junge Ermittler Zhao Yunlan leitet eine verdeckte Abteilung des Ministeriums für öffentliche Sicherheit, die sich mit dem Übernatürlichen befasst. Gemeinsam mit seinem Team und seiner sprechenden Katze Daqing muss Yunlan die Grenzen zwischen der Welt der Sterblichen und der Unterwelt häufig überschreiten. Hinter Yunlans großspuriger, lässiger Art verbergen sich ein scharfer Verstand und ein Arsenal an arkanem Wissen, die er einsetzt, um seine Fälle zu lösen. Bei der Untersuchung eines furchtbaren Todesfalls an einer Universität trifft Zhao Yunlan auf den mysteriösen Professor Shen Wei. Zhao Yunlan ist sofort von Shen Weis gutem Aussehen und seiner geheimnisvollen Art fasziniert. Die Anziehungskraft zwischen den beiden ist unleugbar, auch wenn Shen Wei versucht, auf Distanz zu bleiben. Schon bald stellt Zhao Yunlan fest, dass er das Rätsel um Shen Wei lösen muss, wenn er seinen aktuellen Fall aufklären will – der ihn und den attraktiven Professor tiefer als jemals zuvor in die Unterwelt führen wird.

Bei diesem Buch, welches in China sehr erfolgreich war, hat mich vor allem der Klappentext neugierig gemacht. Eine Abteilung im Ministerium, welche sich mit Fällen im Bereich des Übernatürlichen befasst – hier konnte mich die Grundidee sofort begeistern. Als ich dann noch gesehen habe, dass eine Katze eine wesentliche Rolle spielt, war für mich sofort die Entscheidung klar, dass ich dieses Werk nur zu gerne lesen möchte.
Schon die Gestaltung konnte mich auf den ersten Blick überzeugen, sie ist sehr liebevoll gestaltet. Es gibt ansprechende Illustrationen, welche dem Leser gewisse Szenen und auch Charaktere verdeutlicht. Sehr hilfreich ist aber vor allem das ausführliche Glossar. Im anhang befindet sich ein umfangreiches Personenregister, aber auch eine Einführung in die übernatürlichen Wesen und Orte. Sehr hilfreich ist auch der Einblick in die Mythologie und Volkskunde Chinas. Dies hilft dem Leser, dass man gewisse Szenen besser verstehen und einordnen kann. Zusätzlich ist auch ein Leitfaden zur Aussprache der Wörter beigefügt worden, welcher ebenfalls zum umfangreichen Bonusmaterial gehört.
Leider hatte ich ein paar Schwierigkeiten, in dieses Buch hineinzukommen. Als Leser wird man sofort mitten in das Geschehen geworfen, es geht auf jeden Fall bereits auf den ersten Seiten zur Sache. Dabei lernt man die Protagonisten etwas kennen und bekommt einen Einblick in ihren Aufgabenbereich. „Guardian – Seelenwächter“ wird aus der dritten Person erzählt. Dies hat zur Folge, dass einem die Charaktere unnahbar bleiben. Man bekommt keinen direkten Einblick in ihre Gedanken und Probleme. Aber dies war für mich nicht das größte Problem. Ich empfand den Erzählstil als recht gewöhnungsbedürftig. Es gab einige sprunghafte Wechsel, sowohl in der Story an sich als auch bei der Erzählperspektive. Oftmals hatte ich während des Lesens das Gefühl, dass ich etwas überlesen habe. Manchmal habe ich zurückgeblättert und die letzten Seiten erneut gelesen. Jedoch hat sich herausgestellt, dass es einfach einen unvorhersehbaren Sprung in der Geschichte gab. Diese Gedankensprünge waren stellenweise echt verwirrend, weil sie von einem Satz auf den nächsten erfolgten. Dies alles führt dazu, dass man sich während des Lesens ganz schön auf die Story konzentrieren muss. Im Verlauf des Buches habe ich mich auch einfach an das Gefühl gewöhnt, etwas überlesen zu haben. Es hat mich irgendwann nicht mehr weiter gestört, ich habe es einfach hingenommen. Dies ist eigentlich kein gutes Zeichen und spricht nicht unbedingt für den Erzählstil des Buches.
Die Grundidee mit der Abteilung im Ministerium fürs Übernatürliche fand ich recht interessant und auch der Fall, welcher im ersten Band im Mittelpunkt steht, scheint ansprechend zu sein. Man bekommt sehr Fragment artig Informationen zur Welt des Übernatürlichen und versucht als Leser, sich in dieser zurechtzufinden. Doch im Verlauf der Story rückt dieser Kriminalfall immer mehr in den Hintergrund. Andere Themen und Charaktere sind auf einmal wichtig. Ich konnte nicht ganz nachvollziehen, warum auf einmal die Ermittlungen nicht mehr so relevant waren, dafür aber ein altes Volk dafür umso wichtiger. Für mich hat sich der Fokus in die falsche Richtung verschoben. Theoretisch hat sich der zweite Part auch interessant gelesen, jedoch hat für mich dieser Szenenwechsel keinen Sinn ergeben.
Ein Schwachpunkt ist in meinen Augen auch etwas die Charakterdarstellung. Sie sind mir leider nicht wirklich ans Herz gewachsen, stellenweise gingen sie einen eher auf die Nerven. Der junge Ermittler Zhao Yunlan ist mir leider immer noch ein Rätsel, auch sein Charakter habe ich als eher sprunghaft wahrgenommen. Mein persönliches Highlight war hier der Kater Darqing, welche meiner Ansicht nach viel zu wenig Raum bekommen hat. Er hat immer einen passenden Spruch auf Lager und behält oftmals den Überblick.
Die Lovestory, welche sich im Verlauf der Handlung anbahnt, fügt sich gut in die Geschichte ein. Sie ist stellenweise nicht sehr dominant, aber im späteren Verlauf rückt diese immer mehr in den Fokus. Dies fand ich etwas schade, auch wenn dies für die Handlung von Bedeutung ist.

Insgesamt konnte mich der Reihenauftakt „Guardian – Seelenwächter“ aus der Feder von Priest nicht vollständig überzeugen. Es gab ansprechende Ansätze und auch die Grundidee finde ich interessant. Jedoch war die Umsetzung in mehreren Hinsichten mangelhaft. Sowohl der Erzählstil als auch die Charakterbildung zeigten meiner Meinung nach Schwachstellen auf. Daher möchte ich 3 Sterne für diesen Danmei- Roman vergeben.