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Veröffentlicht am 12.04.2021

Nordwesttod

Nordwesttod
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Der Krimi „Nordwesttod“ stammt von der Autorin Svea Jensen. Dieser Roman ist der Reihenauftakt und damit auch der erste Fall für die Soko St. Peter- Ording.

Klappentext:
Aus der Landeshauptstadt Bayerns ...

Der Krimi „Nordwesttod“ stammt von der Autorin Svea Jensen. Dieser Roman ist der Reihenauftakt und damit auch der erste Fall für die Soko St. Peter- Ording.

Klappentext:
Aus der Landeshauptstadt Bayerns ins ferne Kiel: Kommissarin Anna Wagner braucht nach ihrer Scheidung einen Tapetenwechsel. Sie zieht in den Norden, um im Landeskriminalamt Schleswig-Holstein eine Stelle aufzubauen, die auf Vermisstenfälle spezialisiert ist. Gleich ihr erster Fall führt sie nach St. Peter-Ording an die Nordseeküste: Nina Brechtmann, eine junge Umweltaktivistin aus einer einflussreichen Hoteliersfamilie, wird vermisst. Hat ihr Verschwinden etwas mit den aggressiven Expansionsplänen ihrer Familie zu tun, wurde sie vielleicht entführt? Oder hütete die junge Frau ein Geheimnis? Anna Wagner und der örtliche Dienststellenleiter Hendrik Norberg ermitteln unter Hochdruck, denn niemand weiß, wann genau Nina Brechtmann verschwunden ist … und jede Minute zählt.

Ab und zu lese ich gerne mal einen Kriminalroman, in letzter Zeit auch sehr gerne mal einen der an Ost- oder Nordsee spielt. „Nordwesttod“ ist unter einem Pseudonym erschienen. Nach ein bisschen stöbern im Internet findet man jedoch recht schnell heraus, wer hinter diesem Namen steckt. Von diesem Autor hatte ich schon ein paar Bücher gelesen, welche mir auch gut gefallen haben, daher habe ich mich voller Vorfreude auf den Krimi gestürzt.
Der Erzählstil ist flüssig und bildgewaltig. In diesem Roman wird dem Leser ordentlich Lokalkolorit geboten. Einige interessante und wunderbare Ecken von St. Peter- Ording und Umgebung werden in die Handlung mit eingebunden. Man lernt dadurch die Gegend ganz gut kennen, bekommt ein Gefühl dafür. Dabei hat man nicht selten das Gefühl, dass einem eine frische Brise um die Nase weht. Durch den bildhaften Schreibstil hat man quasi ein Bild vor seinem geistigen Auge und gekonnt wird eine Atmosphäre aufgebaut, sodass man während des Lesens häufig das Gefühl hat, ebenfalls vor Ort zu sein. Der Autorin ist es ebenfalls gelungen, den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Die Handlung ist ein spannender Vermisstenfall von einem jungen Mädchen namens Nina Brechtmann. Nach und nach lernt man sie ein bisschen kennen, wie sie ist. Im Verlauf der Story kommen immer neue Erkenntnisse dazu. Unerwartete Wendungen oder auch ein Plot Twist wird eingebaut – manche führen den Leser in eine andere Richtung und dann entwickelt sich doch alles anders, als man vermuten würde. Manche Situationen waren vorhersehbar oder zumindest nicht überraschend, dies tut aber der Stimmung keinen Abbruch – die Seiten fliegen nur so dahin und man möchte am liebsten diesen Krimi nicht mehr aus der Hand legen.
Auch die Charakterdarstellung konnte mich überzeugen. Im Mittelpunkt stehen die Ermittler Anna Wagner und Hendrik Norberg. Anna Wagner kommt eigentlich aus München, auch dort schon hat sie Vermisstenfälle bearbeitet. Nach ihrer Scheidung brauchte sie einen Ortswechsel und wurde berufsbedingt nach Kiel versetzt. Da in St. Peter- Ording eine junge Frau namens Nina vermisst wird, hat sie sich dort eine Ferienwohnung angemietet, um in diesem Fall zu ermitteln. Anna Wagner ist eine toughe Frau, die ihre Arbeit konzentriert verfolgt. Dennoch hat sie ein gutes Herz und zeigt viel Mitgefühl und auch Einfühlungsvermögen. Hendrik Norberg ist der männliche Gegenpart. Früher war er in der Mordkommission. Doch nach dem Tod seiner Frau musste er sich für seine beiden Söhne neu orientieren und sein Leben neu strukturieren. Daher hat er sich an die Polizeidienststelle in St. Peter- Ording versetzen lassen. Norberg ist voller Trauer und muss sich erst an die neue Situation gewöhnen und einleben. Mir hat die vielseitige Darstellung der Protagonisten gefallen. Beide hatten ihre Ecken und Kanten, sie kamen einen durchaus realistisch vor. Auch die Nebencharaktere konnten mich überzeugen und wirkten authentisch. Besonders zu Beginn des Buches muss man jedoch erst einmal die Figuren sortieren. Man wird am Anfang mit einigen Namen konfrontiert, die ich zumindest nicht gleich einsortieren konnte, wie sie in die Handlung passen. Aber dieses Problem legt sich recht schnell und man ist in der Handlung gefangen.

Insgesamt konnte mich die Autorin Svea Jensen mit ihrem Reihenauftakt „Nordwesttod“ überzeugen. Die Kriminalreihe beginnt spannend mit authentischen Charakteren und einer fesselnden Handlung. Zu gerne würde ich mehr von der Soko St. Peter- Ording lesen. Für diesen Krimi vergebe ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 08.04.2021

Eisige Wellen

Eisige Wellen
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Der Fantasy- Titel „Eisige Wellen“ stammt von der Autorin Leigh Bardugo. Hierbei handelt es sich um den Mittelband einer Trilogie, indem die Grischa Alina eine wesentliche Rolle spielt. Da dieses Buch ...

Der Fantasy- Titel „Eisige Wellen“ stammt von der Autorin Leigh Bardugo. Hierbei handelt es sich um den Mittelband einer Trilogie, indem die Grischa Alina eine wesentliche Rolle spielt. Da dieses Buch nahtlos an den Vorgänger „Goldene Flammen“ anschließt und sich nicht an Zusammenfassungen aufhält, ist es wirklich sehr empfehlenswert, dass man die Reihenfolge der Trilogie einhält.

Klappentext:
Nur weg aus Ravka – das ist Alinas und Malyens einziger Gedanke nach dem furchtbaren Kampf gegen den Dunklen. Doch selbst an ihrem Zufluchtsort jenseits der Wahren See erreichen sie die Gerüchte: Der Dunkle habe das Gefecht auf der Schattenflur überlebt und strebe nach dem Zarenthron. Und er wird nicht ruhen, bis er Alina gefunden hat. Denn um seine Macht ins Unermessliche zu vergrößern, braucht er ihre Hilfe – ob freiwillig oder nicht.

Bereits den Reihenauftakt der Grischa- Trilogie habe ich zügig gelesen. Daher war ich sehr auf die Weiterführung der Handlung gespannt, habe schon um Alina und ihre weitere Geschichte gebangt. Aber ich wollte unbedingt wissen, wie die Story weitergeht. Daher habe ich mich mutig den weiteren Abenteuern mit ihr gestellt und ich wurde nicht enttäuscht.
Wie ich es bereits aus den anderen Werken von Bardugo gewohnt war, war auch dieses Mal der Schreibstil recht leicht gehalten, sodass sich „Eisige Wellen“ flüssig lesen ließ. Die Seiten sind nur so dahin geflogen. Und der bildhafte Schreibstil der Autorin hat dazu beigetragen, dass ein Bild vor meinem geistigen Auge entstehen konnte. Zusammen mit Alina war ich auf einem Schiff, welches wir uns mit Piraten geteilt haben. Oder wir waren zusammen mit Mal im Palast. Gekonnt wird von Bardugo eine passende Atmosphäre aufgebaut, sodass man sich in die jeweilige Szene hineinversetzt fühlt. Dabei hat man das Gefühl, dass man aktiv am Geschehen dabei ist. Als Leser konnte ich in dieses Buch hinein tauchen und das reale Leben dabei komplett vergessen. Meiner Meinung nach gibt es leider im Mittelteil ein paar Passagen, die etwas langgezogen waren. Der Spannungsbogen konnte hier nicht komplett hochgehalten werden. Natürlich erfährt man im zweiten Band der dreiteiligen Reihe auch mehr über die Welt – dem Grishaverse. Man bekommt in so manche Tradition oder auch Kulturen einen tieferen Einblick und kann dadurch die Leute besser verstehen. Zusätzlich bekommt man auch in andere Länder, nicht nur Ravka, einen kleinen Eindruck. Hier hätte ich mir nur zu gerne mehr gewünscht. Es werden ein paar Andeutungen gemacht, wie diese Länder mit den Grischa umgehen. Daher hätte ich mir weitgreifendere Informationen gewünscht. Meiner Meinung nach wurde hier ein wenig Potential verschenkt.
Positiv möchte ich die Charakterdarstellung und die Beziehungen untereinander erwähnen. Im Vergleich zu „Goldene Flammen“ haben sich vor allem Alina und Mal weiterentwickelt. Die Beziehung der beiden zueinander hat sich weiterentwickelt, ist jetzt eine andere als noch im vorherigen Buch. Sie ist tiefgreifender, beide haben sich noch besser kennen gelernt, können die Gefühlswelt des anderen besser einschätzen. Dennoch müssen beide die neuen Situationen verarbeiten und ihren Weg finden, wie sie damit umgehen. Und die beiden Charaktere verwerten die Ereignisse auf sehr unterschiedliche Weise. So kommt es, dass die Mal und Alina nicht immer einer Meinung sind. Oder das der eine dem anderen einen Gefallen tun möchte, aber leider ganz anders wahrgenommen wird. Beide entwickeln sich auf sehr unterschiedliche Art weiter, dies führt natürlich zu Reibungen und Meinungsverschiedenheiten. Ich mochte die Art, wie Mal sich weiterentwickelt hat. Er wirkte auf mich reifer und tiefer geerdet. Er ist manchmal deutlich in sich gekehrt und bedenkt gewisse Situationen erst von allen Seiten. Dann ist er aber manchmal auch noch sehr intuitiv und verlässt sich auf sein Gefühl. Auch Alina wirkt verändert, besonders ihre emotionale Weiterentwicklung ist spürbar. Ich empfand es auch sehr interessant zu lesen, wie sie mit ihren Kräftemehrern umgeht und wie sie dies bedenkt. Innerlich ist sie hier oftmals in einer Zwickmühle. Das Nachverfolgen dieser Gedankengänge fand ich faszinierend. Auch wird in diesem Mittelband eine weitere wichtige Figur eingeführt: Sturmhond. Er ist der Kapitän auf dem Piratenschiff zu Beginn des Buches. Er ist geheimnisvoll und hat immer einen frechen Spruch auf den Lippen, dennoch ist er schlau wie ein Fuchs, man sollte ihn nicht unterschätzen. Ich mochte seine Art sehr und oftmals bereichert er die Handlung mit seiner lockeren Art. Dabei hat er noch die ein oder andere Überraschung parat. Schade fand ich, dass der Dunkle leider nur wenige Passagen hat. Hier hätte ich einfach mehr von ihm gelesen.
Der Showdown hat mir wieder gut gefallen. Hier wird die Vorfreude auf den finalen Band der Reihe gesteigert.

Insgesamt konnte mich Leigh Bardugo auch mit dem Mittelband der Grischa- Trilogie „Eisige Wellen“ überzeugen. Besonders die Charakterdarstellung hat mir in diesem Fantasybuch gefallen. Dennoch hat es noch so einiges mehr zu bieten. Ich vergebe für dieses Werk 4 Sterne und bin schon sehr auf den Abschlussband gespannt.

Veröffentlicht am 07.04.2021

Goldene Flammen

Goldene Flammen
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Die bekannte Autorin Leigh Bardugo hat mit „Goldene Flammen“ den Reihenauftakt zu ihrer Grischa- Trilogie geschrieben. Diese soll bald als Serie auf Netflix ausgestrahlt werden und daher habe ich mich ...

Die bekannte Autorin Leigh Bardugo hat mit „Goldene Flammen“ den Reihenauftakt zu ihrer Grischa- Trilogie geschrieben. Diese soll bald als Serie auf Netflix ausgestrahlt werden und daher habe ich mich voller Vorfreude an diese Fantasy- Reihe gewagt.

Klappentext:
Alina ist einfache Kartografin in der Ersten Armee des Zaren. Dass sie heimlich in Malyen verliebt ist, ihren besten Freund seit Kindertagen, darf niemand wissen. Schon gar nicht Malyen selbst, der erfolgreiche Fährtenleser und Frauenschwarm. Bei einem Überfall rettet Alina Malyen auf unbegreifliche Weise das Leben. Doch was sie da genau getan hat, kann sie selbst nicht sagen. Plötzlich steht sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und wird zum mächtigsten Grischa in die Lehre geschickt. Geheimnisvoll und undurchschaubar, wird er von allen der Dunkle genannt. Aber wieso fühlt sie sich von ihm so unwiderstehlich angezogen? Und warum warnt Malyen sie so nachdrücklich vor dem Einfluss des Dunklen?

Dies war nicht mein erstes Buch aus der Feder von Leigh Bardugo. Daher war ich schon ein wenig mit dem Grischaverse bekannt und war voller Vorfreude auf diesen Reihenauftakt. Meine Erwartungen waren nicht sehr hochgesteckt, dennoch wurde ich positiv überrascht.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und leicht. Erzählt wird sehr bildhaft und dabei hat sich „Goldene Flammen“ flüssig lesen lassen, sodass die Seiten nur so dahin fliegen. Innerhalb kurzer Zeit habe ich dieses Buch voller Begeisterung gelesen und gespannt habe ich der Handlung gefolgt. Es gibt vielseitige Wendungen und der Spannungsbogen wird auf unterschiedliche Weise hochgehalten. Es gibt unerwartete Kehrtwenden und auch den Showdown fand ich gelungen, das Interesse an der Weiterführung der Story wurde bei mir auf jeden Fall geweckt. Die Story wird aus der Ich- Perspektive erzählt. Dadurch bekommt man einen besseren Einblick in die Gedankengänge von der Protagonistin Alina und kann sie besser verstehen. Man erhält einen vielseitigeren Eindruck von ihrer Denkweise und kann dadurch ihre Taten besser verstehen. Der Leser hat damit einen tieferen Bezug zu ihrer Person und kann eine bessere Verbindung zu ihr aufbauen. Gut gefallen hat mir auch der Aufbau einer vielseitigen Welt. Verschiedene Länder und Nationen werden erwähnt. Auch bekommt der Leser kurze Einblicke in die Geschichte der einzelnen Nationalitäten oder auch ihre Stellung zueinander, ob diese freundlich oder feindlich ist. Die aufgebaute Welt hat auf jeden Fall Potential und ich bin schon gespannt, wie die bereits dargestellte Welt ausgebaut wird. Welche weiteren Informationen und Zusammenhänge noch eingeflochten werden. Mir hat auch gefallen, dass diese fiktive Welt ein paar Anlehnungen an das Russische hat. Dies hat mir persönlich zugesagt, dies hat gleich ein Bild vor meinem geistigen Auge entstehen lassen. Positiv möchte ich auch das Magiesystem erwähnen. Dieses ist zwar vom Grundprinzip recht simpel gehalten und auch nichts Außergewöhnliches. Die Beeinflussung und Beherrschung von Elementen ist nichts, was nicht schon in vielen Fantasy- Büchern angewendet wurde. Dennoch hat mir hier die Umsetzung ganz gut gefallen und sie hat ganz gut zur Story gepasst. Schade fand ich jedoch, dass – besonders zu Beginn des Buches – ein paar zusätzliche Hintergrundinformationen geholfen hätten. Hier muss man sich schon ordentlich konzentrieren, damit man alle Zusammenhänge erkennt. Ein paar weitere eingestreute Informationen hätten der Handlung und dessen Verständnis gut getan.
Die Charakterdarstellung hat mir ebenfalls zugesagt. Alina ist die Protagonistin in diesem fantastischen Werk. Sie ist eine Waise, welche zusammen mit ihrem Freund Malyen in einem Kinderheim ihre Kindheit verbracht hat. Alina ist ein eher unscheinbares und unsicheres Mädchen. Vom optischen Auftreten ist sie nicht so ansprechend und fällt in der Masse nicht auf. Zusammen mit Malyen, genannt Mal, tritt sie dem Militär bei und geht den Weg als Kartographin ein. Im Verlauf der Handlung stellt sich heraus, dass Alina die Fähigkeit einer Grischa besitzt. Sie kann das Sonnenlicht kontrollieren und diese einsetzen. Daher soll Grischa in dieser Fähigkeit unterrichtet werden und zusammen mit dem stärksten Grischa wird sie zum Palast gebracht. Der Dunkle nimmt Einfluss auf sie und baut Alina auf. Sie fühlt sich in der Welt der Grischa nicht richtig angekommen oder akzeptiert. Sie muss sich erst zu Recht finden. Der Dunkle ist im Palast der männliche Gegenpart, er hat eine geheimnisvolle Art an sich. Bruchstückhaft bekommt man weitere Informationen über ihn und lernt ihn langsam etwas besser kennen. Dennoch behält er seine etwas düstere Seite bei. Dies macht aber den Reiz an dem Charakter aus. Eine weitere männliche Figur, die einen wichtigen Part einnimmt, ist Mal – der Kindheitsfreund von Alina. Er ist ein talentierter Fährtensucher. Mal ist charmant und beliebt, findet leicht Freunde und ist dabei sehr sympathisch.

Insgesamt hat mir das Fantasy- Buch von Leigh Bardugo mit dem Titel „Goldene Flammen“ ziemlich gut gefallen. Sowohl die Welt und auch das Magiesystem waren zusagend. Aber auch die Story und die Charaktere konnten mich überzeugen. Auf Grund ein paar kleinerer Kritikpunkte möchte ich aber 4 Sterne vergeben, weil ich hoffe, dass Bardugo sich noch steigern kann. Ich möchte auch eine Leseempfehlung aussprechen, für Fantasy- Leser von leichter magischer Literatur.

Veröffentlicht am 14.03.2021

Das Lied der Nacht

Das Lied der Nacht
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Die bekannte Fantasy- Autorin C.E. Bernard ist mir ihrer Palace- Sage bekannt geworden. Nun hat sie mit „Das Lied der Nacht“ den Reihenauftakt zu ihrer Wayfarer- Saga veröffentlicht. Man kann dieses daher ...

Die bekannte Fantasy- Autorin C.E. Bernard ist mir ihrer Palace- Sage bekannt geworden. Nun hat sie mit „Das Lied der Nacht“ den Reihenauftakt zu ihrer Wayfarer- Saga veröffentlicht. Man kann dieses daher ohne Vorkenntnisse lesen.

Klappentext:
Nur ein vergessenes Lied vermag es, die Dunkelheit der Nacht zu durchbrechen. Wäre es doch nur erlaubt zu singen – oder sich zu erinnern ... „Ich erzähle euch eine Geschichte. Sie beginnt in einem finsteren Tal mit hohen, schneebedeckten Bäumen. Sie beginnt mit einem einsamen Wanderer in den fahlen Stunden des Zwielichts, in der bläulich glänzenden Dämmerung. Sie beginnt mit einer Frage. Fürchtet ihr euch?“ „Das Lied der Nacht“ ist die Geschichte des in sich gekehrten Wanderers Weyd und der mutigen Bardin Caer, die gemeinsam vor einer fast nicht zu bewältigenden Aufgabe stehen: Feuer in einer Welt entzünden, in der Schatten, Albträume und Furcht regieren. Und die einzige Hoffnung, die sie in diesem Kampf haben, ist ein Lied...

Für mich war es das erste Werk aus der Feder von dieser Autorin. Über ihre andere Reihe habe ich bisher viel positives Feedback gehört, daher war ich sehr auf „Das Lied der Nacht“ gespannt. Der Klappentext war vielversprechend. Ein vergessenes Lied, welches die Dunkelheit bezwingen soll. Dabei spielen ein nachdenklicher Wanderer und eine mutige Bardin eine wesentliche Rolle. Dies klang für mich richtig gut, daher war ich auf die Umsetzung gespannt.
Der Schreibstil von Bernard ist recht detailliert, dabei schafft sie es gekonnt, eine Atmosphäre aufzubauen. In diesem Fantasy- Buch ist diese eher bedrückend und melancholisch – eine starke Bedrohung steht vor der Tür und man weiß leider nicht, wie man diese übernatürliche Übermacht bezwingen soll. Hierbei geht Bernard gerne auch mal bei den blutigen Szenen ins Detail, es gibt einige kämpferische Auseinandersetzungen mit den Schatten und dabei wird nicht mit Einzelheiten gespart. Man kann sich als Leser die Gewalt und auch die Verzweiflung der Menschen sehr gut vorstellen. Dennoch empfand ich den Schreibstil als recht gewöhnungsbedürftig. Immer mal wieder werden bruchstückhafte Perspektivenwechsel eingebaut. Zwei zeitgleiche Geschehnisse werden parallel erzählt. Also die eine Person macht gerade dies, während zeitgleich der anderen jenes geschieht. Dies empfand ich teilweise etwas anstrengend und hat mich zum Teil auch aus dem Lesefluss gebracht. Für mich war es eher eine unerwünschte Unterbrechung des aktuellen Geschehens. Was ich persönlich aber leider noch gewöhnungsbedürftiger fand, waren die Wiederholungen von einzelnen Wortgruppen gleich hintereinander. Zur Betonung werden einzelne Bausteine mitten im Satz mehrmals wiederholt. Dieses stilistische Mittel hat mich persönlich aber leider nur gestört. Der Einstieg in das Buch ist auf der einen Seite ziemlich rasant. Man erlebt gleich einen Angriff der Schatten mit, welche Zerstörung und Leid sie hinterlassen. Aber auf der anderen Seite tritt die Handlung ein bisschen auf der Stelle, es passiert weiter nichts Spannendes. Daher war ich schon zu Beginn ein wenig zwiegespalten.
Gelungen hingegen fand ich die ansprechende Grundidee. Ein vergessenes Lied, welches die Schatten vertreiben soll. Auch die Idee hinter den Schatten, ihre Bedeutung fand ich gelungen. Auch die alten Fähigkeiten, gewisse Sprachen zu sprechen, konnten mich begeistern. Es gibt Menschen, die diese alten Sprachen beherrschen. Damit können sie unter anderem die Elemente betören. Zum Beispiel können sie die Sprache des Feuers sprechend und damit eine Flamme überzeugen, länger oder heller zu brennen. Oder auch die Sprache der Tiere, damit kann man sich mit einzelnen Gattungen verständigen. Die Umsetzung dieser Sprachen hat mir gefallen, jede hat so ihre eigenen Eigenheiten und auch die Elemente haben quasi ihren eigenen Willen.
Das Protagonisten- Team ist sehr vielseitig und interessant. Es besteht aus sehr gegensätzlichen Charakteren, welche sich aber gut ergänzen. Im Vordergrund stehen hier auf jeden Fall der nachdenkliche und eher in sich gekehrte Wanderer Weyd und die mutige und starke Bardin Caer. Auch ihre Freundschaft und ihre gegenseitigen Gefühle spielen in diesem Buch eine wichtige Rolle. Hinter Weyd steckt natürlich mehr, als man zunächst vermuten könnte und im Verlauf der Handlung erfährt man mehr über seine Vergangenheit und seine Rolle innerhalb der Story. Die Charaktere werden gut beschrieben, jeder scheint ein eigenes Leben zu haben. Dennoch fehlte mir persönlich der Bezug zu den einzelnen Figuren. Ich habe nicht direkt mit ihnen mitgefiebert, habe nicht um sie gebangt. Ich habe zwar mit Spannung ihre Abenteuer verfolgt, habe zusammen mit ihnen Hürden gemeistert. Dennoch konnte ich keine tiefe Verbindung zu ihnen aufbauen.
Die Welt scheint interessant und durchdacht. Man erfährt einiges über die Vergangenheit dieser Welt. Diese hat auf jeden Fall Potential und zu gerne würde ich mehr über diese Welt erfahren und zusammen mit dem Wanderer diese erkunden.

Insgesamt hat C.E. Bernard mit „Das Lied der Nacht“ einen interessanten Reihenauftakt mit ansprechenden Aspekten und einer attraktiven Grundidee geschaffen. Aber es gibt auch ein paar Kleinigkeiten, welche mich nicht so überzeugen konnten. Daher möchte ich 3,5 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 08.03.2021

Aurora erwacht

Aurora erwacht
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Die beiden Autoren Amie Kaufman und Jay Kristoff haben wieder zusammen ein neues Projekt gestartet. „Aurora erwacht“ ist der Reihenauftakt von der neuen Science- Fiction- Reihe der beiden. Dies ist kein ...

Die beiden Autoren Amie Kaufman und Jay Kristoff haben wieder zusammen ein neues Projekt gestartet. „Aurora erwacht“ ist der Reihenauftakt von der neuen Science- Fiction- Reihe der beiden. Dies ist kein überladener Science Fiction Roman, indem man sich durch wissenschaftliche Begriffe oder Fachwörter aus dem Bereich der Raumschiffe kämpfen muss. Dieser Reihenbeginn ist auch für Neulinge dieses Genres geeignet. Auch ich lese eigentlich keine Bücher aus dem Science Fiction Bereich, aber bei diesem Buch bin ich definitiv auf meine Kosten gekommen.

Klappentext:
Tyler, frisch ausgebildeter Musterschüler der besten Space Academy der ganzen Galaxie, freut sich auf seinen ersten Auftrag. Als sogenannter „Alpha“ steht es ihm zu, sein Team zusammenzustellen – und er hat vor, sich mit nichts weniger als den Besten zufrieden zu geben. Tja, die Realität sieht anders aus: Er landet in einem Team aus Losern und Außenseitern:
Doch dieses Katastrophenteam ist nicht Tylers größtes Problem. Denn er selbst ist in den verbotenen interdimensionalen Raum vorgedrungen und hat ein seit 200 Jahren verschollenes Siedlerschiff gefunden. An Bord 1.000 Tote und ein schlafendes Mädchen: Aurora. Vielleicht hätte er sie besser nicht geweckt. Ein Krieg droht auszubrechen – und ausgerechnet sein Team soll das verhindern.

Wie bereits erwähnt, lese ich eigentlich keine Bücher aus dem Genre Science Fiction, dies trifft in der Regel nicht meinen Geschmack. Aber einem Buch aus der Feder von Jay Kristoff kann ich einfach nicht widerstehen. Auch das andere Gemeinschaftsprojekt der beiden Autoren „Die Illuminae Akten“ konnte mich begeistern. Daher waren meine Erwartungen an dieses Buch echt hoch und sie wurden nicht enttäuscht.
Schon der bildhafte Schreibstil schafft es auf den ersten Seiten ein gelungenes und vielseitiges Bild zu malen. Gekonnt wird eine Atmosphäre erschaffen, die ein genaues Bild der fremdartig wirkenden Umstände skizziert und gleichzeitig wird genug Raum für eigene Freiräume gelassen, sodass man seiner eigenen Fantasie noch genug Freiheiten geben kann. Auch ist der Stil humoristisch, teilweise sarkastisch oder auch mal überspitzt. Trotzdem schafft es das Autorenduo immer den richtigen Ton zu treffen, es passt punktuell sehr gut. Auch ernste Situationen werden gekonnt geschrieben, auch hier wird die richtige Sprache gefunden. Während der gesamten Handlung wird der Spannungsbogen aufrecht erhalten. Auf vielseitige Art und Weise wird Spannung erzeugt und trotzdem wirkt das Buch nicht überladen. Gekonnt wird die Balance gehalten. Der Leser kann sich auf einige spannende Weltraumabenteuer freuen, dessen Umsetzung sehr vielseitig ist.
Die Handlung wird aus verschiedenen Erzählperspektiven dargestellt. Jeder der Teammitglieder bekommt so seinen eigenen Raum, wobei dieser recht unterschiedlich groß ausfällt. Man bekommt dadurch einen guten Einblick in die Köpfe der einzelnen Charaktere und kann sich besser in die Hintergründe ihrer Handlungen hineinversetzen. Außerdem bekommt man dadurch einen vielseitigeren Einblick in die Story – erhält einen detaillierteren Überblick von den einzelnen Aspekten der Story.
Aber besonders hervorgetan hat sich dieses Buch meiner Meinung mit der Charakterdarstellung, diese ist wirklich sehr gelungen. Das Team, welches im Vordergrund steht, ist ein bunt zusammengewürfelter Haufen. Unterschiedlicher könnten die Protagonisten nicht sein. Jeder besticht durch verschiedene ausgeprägte Merkmale, sie haben eine unterschiedlich orientierte Ausbildung auf der Akademie genossen. Dadurch haben sie verschiedene Stärken und ergänzen sich sehr gut, zusammen bilden sie ein starkes Team. Gegenseitig ergänzen sie sich gut, das Miteinander ist spannend zu verfolgen. Das Wechselspiel zwischen den einzelnen Charakteren hat mir wirklich gut gefallen. Die Dialoge sind sehr lebendig und sind spritzig oder auch mal sarkastisch oder auch ernst. Auch wird die Individualität der einzelnen Protagonisten gut dargestellt und jeder bekommt seinen eigenen Raum. Tyler ist quasi der Kommandant des Teams, erhält alle zusammen und hat ein strategisches Talent, er plant die Einsätze und durchdenkt diese auf unterschiedliche Weise. Zusammen mit seiner Zwillingsschwester Scarlett und einer gemeinsamen Freundin Cat aus Kindheitstagen bilden sie den engen Kern. Zusammen haben sie schon viel erlebt und sind daher ein enges und eingeschworenes Team. Sie halten zusammen und halten sich den Rücken frei. Zum Team kommen noch Zila, ein kluger Kopf und auf wissenschaftlichen Bereichen wahrlich gebildet – aber dafür zwischenmenschlich etwas gehemmt hinzu. Außerdem noch Finian, der Techniker, der körperlich diverse Einschränkungen hat, außerdem hat dieser immer einen frechen Spruch auf den Lippen. Ergänz werden sie von Kaliis, er ist der Kämpfer der Gruppe und eher verschlossen. Vervollständigt wird dieses Team durch Aurora, das Mädchen, welches von Tyler gerettet wurde und seit 200 Seiten auf einem verschollenen Raumschiff in der Raumfalte war. Aurora hat durch diese Zeit diverse Fähigkeiten entwickelt, die ziemlich geheimnisvoll sind – zusammen mit dem Squad gilt es diese zu entschlüsseln. Anhand der Perspektive von Aurora lernt der Leser diese fremde Zukunftsversion kennen und findet sich Stück für Stück in dieser langsam zurecht. Diese Darstellung ist sehr gelungen, bekommt man daher zusammen mit der Protagonistin immer neue Erkenntnisse und lernt daher mit ihr die Welt besser kennen.
Positiv finde ich auch, dass es angedeutete Liebesgeschichten oder auch starke Gefühle zu einer anderen Person in diesem Buch gibt. Dennoch sind diese nicht zu sehr in den Vordergrund gerückt. Sie sind wesentlich für die Handlung des Buches oder auch für die charakterliche Darstellung. Doch sind sie nicht der Hauptteil der Handlung oder sind zu sehr in den Vordergrund gerückt.

Insgesamt haben die beiden Autoren Jamie Kaufman und Jay Kristoff mit „Aurora erwacht“ einen gelungenen Auftakt einer spannenden Science- Fiction- Reihe geschrieben. Besonders die Charakterdarstellung und das Zwischenspiel zwischen den einzelnen Personen fand ich sehr gelungen. Ich habe jede Seite des Buches genossen und möchte daher 5 wohlverdiente Sterne vergeben. Auch spreche ich eine Leseempfehlung aus, wobei dieses Buch nicht nur für Liebhaber dieses Genres geeignet ist.