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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2020

Besser als Band 1 - jedoch leider auch nicht meins

The Belles 2: Königreich der Dornen
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Camille, Ambra, Edel und Rémy sind auf der Flucht - und gleichzeitig müssen sie unbedingt dafür sorgen, dass Charlotte gefunden wird, damit Sophia nicht den Thron besteigen kann. Das wäre ihr aller Untergang! ...

Camille, Ambra, Edel und Rémy sind auf der Flucht - und gleichzeitig müssen sie unbedingt dafür sorgen, dass Charlotte gefunden wird, damit Sophia nicht den Thron besteigen kann. Das wäre ihr aller Untergang! Wie sollen sie das nur bewerkstelligen, wenn sie nie wissen, welche Pläne Sophia gerade zu ihrer Ergreifung schmiedet und wem man trauen kann?

Lange ist es her, seit wir Camille in die Welt der Belles begleiten durften. Wie ihr wisst, haben mir ein paar Dinge damals sehr gut gefallen, andere etwas weniger. Und auch nach Band zwei bleibe ich gespalten zurück. Zum einen finden keinerlei Rückblicke statt, was bei der Menge an Namen vermutlich den ein oder anderen etwas überfordern könnte. Camille, Ambra, Edel, Padma, Auguste, Gustave, Rémy, Sophia, Charlotte - und das ist nur ein Teil davon! Das hätte man mit ein paar Worten mehr ein bisschen schöner machen können.

À propos ein paar Wörter mehr... Die kreierte Welt der Belles hat mich erneut fasziniert, zumal oftmals eine gute Portion Gesellschaftskritik mitschwingt. Schönheitswahn, Bodyshaming, Mobbing - alles Dinge, die zwischen den Zeilen mitschwingen. Aber auch dieses Mal waren mir einige Stellen zu gewollt. Es wird auf Teufel komm raus übertrieben bildhaft beschrieben oder visuelle Vergleiche gezogen, damit der Leser alles so blumig und lebendig wie möglich vor Augen sieht. Das war mir einfach oftmals zu viel und hat für unnötige Längen gesorgt. Auch die Info, dass die Miniatur-Drachen in Camilles Schärpe nervös werden, habe ich deutlich verinnerlicht - das muss man nicht 50mal von neuem schreiben... Selbst die Storyline wiederholt sich irgendwie. Es wird jemand gefangen genommen, alle wollen sich nahezu kopflos/impulsiv darum kümmern, eine weitere Falle lauert... Es tut mir leid, aber für meinen Geschmack hat Dhonielle Clayton ihr Pulver dieses Mal unnötig verschossen. Die Story, die so spannend startete, verpuffte für meinen Geschmack in Wiederholungen und seichtem Geplänkel. Selbst das Ende ging mir ein bisschen zu schnell, ohne Nutzung des Potentials.

Nichtsdestotrotz kann man das Geschick der Autorin an vielen Stellen sehen, auch werden einige Geheimnisse gelüftet - was wir Leser ja prinzipiell immer gerne mögen. Aber alles in allem konnte mich die Autorin dieses mal nicht abholen, auch wenn viele Details zum Nachdenken anregen sollen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.03.2020

Ein Buch über ein ernstes, wichtiges und vor allem reales Thema, doch leider jedoch nicht meins...

Am Tag davor
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„Am Tag davor“ ist die Geschichte eines Jungen, der in jungen Jahren seinen Bruder verliert. Durch einen Brief seines verstorbenen Vaters mit Rache an der Zeche für diesen herben Verlust beauftragt, kennt ...

„Am Tag davor“ ist die Geschichte eines Jungen, der in jungen Jahren seinen Bruder verliert. Durch einen Brief seines verstorbenen Vaters mit Rache an der Zeche für diesen herben Verlust beauftragt, kennt sein Leben nur ein Ziel: den oder die Verantwortlichen zur Verantwortung zu ziehen.

Selten hat mich ein Buch so zwiegespalten zurückgelassen. Und ehrlich gesagt, war es für mich auch wirklich anstrengend zu lesen.

Einerseits haben wir eine Geschichte über Bruderliebe. Sie erzählt von Erinnerungen, glücklichen Tagen - trotz schwerem Los und bedingungsloser sowie vor allem erwiderter Liebe. Das Verhältnis zu seinem Bruder, aber auch seiner späteren Frau wird so emotional geschildert, dass eine wirklich tiefe Atmosphäre entsteht. Man spürt sowohl die bodenlose Zuneigung zu den beiden, gleichzeitig jedoch auch die Trauer um deren Verlust. Gleichzeitig merkt man schnell, dass sein ganzes Leben nur auf Dingen wie Hass, Rachelust und Trauer basiert. Stimmungstechnisch ein sehr gelungenes Werk! Man spürt die Dunkelheit, Trauer und Gram in jeder Zeile.

Andererseits konnte ich mich mit dem Schreibstil auf Dauer leider nicht anfreunden. Durchgehend kurze Sätze lassen alles abgehackt wirken. Irgendwie läuft alles getreu dem Motto „Subjekt, Prädikat, Objekt, Punkt“. Zu viele und zu lange Schachtelsätze sind zwar absolut nicht das Gelbe vom Ei, aber auf Dauer war das Knappe für mich einfach anstrengend. Dazu kamen viele Wiederholungen einzelner Themen, gerade im letzten Teil des Buchs. Verschiedene Personen wiederholen Teile des Geschehens wieder und immer wieder und auch Michel selbst ist in seiner Welt und seinen Gedanken gefangen, so nimmt auch er uns mit in seine immer wiederkehrende Gedankenspirale.

Hinzu kommt, dass der Autor mit ein paar Überraschungen punkten will, die ich jedoch schon geahnt hatte und auch hier somit effektiv nichts Neues für mich herumkam.
Es tut mir leid, aber obwohl es sich um ein ernstes, wichtiges und vor allem reales Thema handelt, dem definitiv Beachtung gebührt, konnte Sorj Chalandon mich persönlich leider nicht abholen. Vielleicht werde ich bei Gelegenheit ein anderes seiner Werke antesten.

Veröffentlicht am 25.03.2020

ein unterhaltsames Abenteuer mit der ein oder anderen Message

Darkdeep – Insel der Schrecken
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Nico, Opal und Tyler sind unzertrennlich und gehen zusammen durch Dick und Dünn. Eines Tages jedoch werden sie beim Spielen auf eine harte Probe gestellt.
Logan, der Sohn eines Feindes von Nicos Vater ...

Nico, Opal und Tyler sind unzertrennlich und gehen zusammen durch Dick und Dünn. Eines Tages jedoch werden sie beim Spielen auf eine harte Probe gestellt.
Logan, der Sohn eines Feindes von Nicos Vater versenkt dessen teure Drohne in der stummen Bucht. Die Bucht, in der laut den Bewohnern von Timbers eine tödliche Bestie ihr Unwesen treibt.
Todesmutig wagt Nico den Vorstoß um sie zu retten und stößt dabei auf ein dunkles Geheimnis, das besser verborgen geblieben wäre..

Schon auf den ersten paar Seiten wird dem Leser klar, wo die Reise hingeht – und ich meine das im positiven Sinne.
„Insel der Schrecken“ ist ein Gemeinschaftswerk von Ally Condie und Brendan Reichs, das viel Spannung und Abenteuer verspricht und auch hält.
Zusammen mit den Kindern ergründet der Leser das Geheimnis des „Finstertiefs“, stellt sich den Gefahren, trotzt Hindernissen und schmunzelt über die liebevollen und witzigen Ideen, die uns im Laufe der Geschichte begegnen.
Ein lila Grizzly ist da vermutlich noch das harmloseste…

Und Obwohl jeweils eine gute Portion Spannung, Action und auch Grusel enthalten ist, finde ich die Altersempfehlung ab 10 Jahren absolut angemessen, da es eigentlich nie zu brutal hergeht. Altersbedingt sind nach oben natürlich keine Grenzen gesetzt, denn die Geschichte ist so kreativ, liebevoll und abwechslungsreich gestaltet, dass auch ein erwachsener Leser durchaus Spaß daran haben kann. Ich für meinen Teil werde mir die Fortsetzung definitiv ansehen, auch wenn ich der Meinung bin, dass manche Gedanken der Kinder ein bisschen zu reif sind. Oder habt ihr schonmal einen Zwölfjährigen gesehen, der sich Gedanken um seinen steigenden Blutdruck macht? Also ich nicht ;)

Ich für meinen Teil halte „Insel der Schrecken“ für einen gelungenen Einstieg in ein unterhaltsames Abenteuer, zumal gerade für unsere junge Leserschaft auch die ein oder andere nette Message enthalten ist. Eigentlich klar bei Themen wie Freundschaft, Angst, usw., dennoch vielleicht auch für den ein oder anderen Erwachsenen nicht verkehrt…

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2020

eine deutliche Verbesserung zum Reiheneinstieg

VANITAS - Grau wie Asche
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Nachdem Caro wieder zurück in ihr altes Leben durfte, versucht sie nun das Beste daraus zu machen. Leider ist da nach wie vor diese Paranoia, die doch einen gehörigen Teil ihres Alltags bestimmt. Doch ...

Nachdem Caro wieder zurück in ihr altes Leben durfte, versucht sie nun das Beste daraus zu machen. Leider ist da nach wie vor diese Paranoia, die doch einen gehörigen Teil ihres Alltags bestimmt. Doch Caro wäre nicht Caro, wenn es endlich ruhig in ihrem Leben werden würde, oder? Schon bald sieht sie sich wieder im Zentrum der Aufmerksamkeit von ermittelnden Behörden, da auf dem Friedhof, der an ihre Arbeitsstelle grenzt, nicht nur Leichen geschändet, sondern auch Menschen getötet werden. Und dann ist da noch dieser seltsame junge Mann, der ihr ein bisschen zu oft in der Blumenhandlung vorbeischaut...

Was mir zu Beginn ein bisschen gefehlt hat, sind kleine Erinnerungshilfen zur Vorgeschichte. Wir sind ab der ersten Seite wieder mitten im Geschehen, was zwar gleich Spannung aufbaut, aber ein/zwei kleine Rückblicke hätten mir persönlich besser gefallen. In der Regel reichen da ja bereits Halbsätze.

Nach wie vor finde ich jedoch die Idee der Kommunikation über Blumen wirklich interessant und originell, auch wenn dieses Thema in der Fortsetzung weniger thematisiert wird. Ich habe mich zumindest des Öfteren dabei erwischt, wie ich die Bedeutung mancher Pflanzen nachgeschlagen habe :D

Während ich in Band eins noch Längen und Caros für mich nicht nachvollziehbare Entscheidungen kritisiert habe, muss ich dies nun zum Großteil revidieren. „Grau wie Asche“ hat nicht nur generell bedeutend mehr Pep, wir werden zudem mit weiteren Infos aus Caros Vorgeschichte verwöhnt, die sie uns deutlich näher bringt und lebendiger macht. Ich bin zwar nach wie vor der Meinung, dass sie „dumme“ Sachen macht, wie Beweismittel vom Tatort entfernen oder ihre Nase zu tief in anderer Leute Angelegenheiten zu stecken -zumindest für jemanden, der ungesehen bleiben möchte-, aber zumindest weiß sie selbst, dass ihr Vorgehen nicht wirklich clever ist. Das macht es für mich dann doch besser ;)

Aber was mir richtig gut gefällt, ist, dass dieses Buch für mich wirklich wieder ein richtiger Poznanski ist. Spannung und Thrill sind durchgehend spürbar, die Gefahr ist nahezu immer greifbar, und wir werden mit viel unvorhersehbaren Wendungen verwöhnt. Noch dazu wird weder an grausamen noch an blutigen Details gespart, weder in der aktuellen Handlung, noch in den Rückblicken - da lacht das Herz des Thrillerlesers!

Für meinen Geschmack ist der Autorin eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Reiheneinstieg gelungen, die sie mit einem fiesen Cliffhanger zu Ende bringt... Bleibt nur zu hoffen, dass es bald weitergeht.

Veröffentlicht am 19.03.2020

nicht wirklich ein Thriller, dennoch haben mir gewisse Details sehr gut gefallen

Cold Case - Das verschwundene Mädchen
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Tess, die in der Abteilung für die Cold Cases arbeitet, wird von dieser abgezogen, da ein Serientäter scheinbar wieder zugeschlagen hat. Der Mann, der seine Opfer vergewaltigt und manchmal auch tötet, ...

Tess, die in der Abteilung für die Cold Cases arbeitet, wird von dieser abgezogen, da ein Serientäter scheinbar wieder zugeschlagen hat. Der Mann, der seine Opfer vergewaltigt und manchmal auch tötet, hat drei Jahre pausiert, um nun wieder auf grausamste Weise zuzuschlagen. Aber handelt es sich wirklich um den selben Täter? Und wenn ja, warum ist er zurück? Mitten in der Ermittlung taucht plötzlich eine Spur auf, die Tess zu einem ihrer größten Cold Cases zurück führt, nur das „Warum“ ist noch nicht ganz klar. Und das herauszufinden wird für sie gefährlicher als erwartet.

Als großer Fan von Real Crime und Thrillern war Tina Frennstedt eine Autorin, die ich mir genauer ansehen musste.
Vorab muss ich sagen, dass ich Band 1 innerhalb von 2 Tagen durchgeschmökert habe, das sagt schon was aus – aber effektiv würde ich das Buch nicht wirklich als Thriller klassifizieren.
Die Autorin legt viel Wert darauf, den Charakter „Tess“ zum Leben zu erwecken, was mit Infos zu ihrem Privatleben einhergeht. Ob es sich hierbei um die aktuelle Situation ihrer Eltern oder Dingen aus ihrem eigenen Umfeld handelt – wir lernen Tess im Laufe der Geschichte relativ gut kennen.
Auch gibt es immer mal wieder Kapitel die aus der Sicht anderer Menschen geschrieben sind, sogar aus der der Opfer.
Ich kann nachvollziehen, dass manche Leser sich hier ein bisschen zu „entschleunigt“ fühlen, da diese Bestandteile der Geschichte definitiv etwas den Thrill nehmen. Dennoch haben mir diese sehr gut gefallen. Sie waren interessant geschrieben, spannend gemacht und haben die Geschichte für meinen Geschmack einfach rund werden lassen – quasi „beatmet“. Jedoch würde ich „Das verschwundene Mädchen“ effektiv eher im Bereich Roman oder Krimi sehen.

Was mir persönlich sehr gut gefallen hat, ist das Auseinandersetzen mit dem Aspekt, was so ein Fall mit den betroffenen Menschen macht.
Eine Mutter, die im Ungewissen lebt, Menschen die sich wegen dem Schmerz trennen oder eben mehr zusammenhalten, Menschen die Möglichkeiten zu vergessen suchen, usw. Die emotionalen Auswirkungen sind natürlich mannigfaltig und wir erleben diese auf Grund der von der gewählten Herangehensweise der Autorin eben sehr ausgeprägt. Das ließ mich doch an der ein oder anderen Stelle stocken, grübeln oder eben auch mal schwer schlucken.

Mir hat die Art der Autorin mit dem Thema umzugehen sehr gut gefallen, ihr Stil macht definitiv Spaß beim Lesen. Ich werde mir die Fortsetzung auf jeden Fall zulegen.

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