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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.09.2020

ein gelungener Genremix und interessanter Reiheneinstieg

Die Meisterin: Der Beginn
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Eigentlich hat Geneve, die einer uralten Familie von Scharfrichtern entspringt, weitestgehend Abstand von dieser genommen. Seit Jahrhunderten schon war dies kein Leben für sie, hatte sie doch immer mehr ...

Eigentlich hat Geneve, die einer uralten Familie von Scharfrichtern entspringt, weitestgehend Abstand von dieser genommen. Seit Jahrhunderten schon war dies kein Leben für sie, hatte sie doch immer mehr Freude am Heilen, denn am Verhören, Foltern und Richten. Doch plötzlich möchte ihr Bruder sie sehen - und damit nimmt das Unheil seinen Lauf.

Ich muss gestehen, dass ich, obwohl ich ein paar habe, noch keines der Bücher von Markus Heitz gelesen habe. „Die Meisterin“ hat mich jedoch von Anfang an neugierig gemacht, die Mischung aus Fantasy, History und Thrill musste einfach begutachtet werden. Und für meinen Geschmack ist ihm dieser Genremix auch sehr gut gelungen.
Die Geschichte ist zum Großteil in drei unterschiedliche Erzählstränge unterteilt, Geneve jetzt, Geneves Vergangenheit, zumeist aus der Perspektive ihrer Mutter sowie der von Dara & William, die ihr ganz eigenes Abenteuer bestreiten. Nach und nach fließt, wie vermutet, alles ein Stück weit zusammen und wir bekommen sowohl ein rundes Bild, eine gute Charaktertiefe als auch einen interessanten geschichtlichen Einblick.
Gerne würde ich an dieser Stelle sagen, dass alles glimpflich abläuft und jeder heil aus der Nummer rauskommt, aber naja...

Überzeugen konnte mich auch der Stil des Autors. Er schreibt detailreich, fantasievoll und stellenweise sehr, sehr blutig und brutal. Herrlich! Nur auf die vielen italienischen Einwürfe von Alessandro Bugatti hätte ich verzichten können, das wirkte auf mich in Summe leider ein bisschen zu gewollt.
Der Sympathie und der Authentizität der Protagonisten hat das für meinen Geschmack jedoch nicht geschadet, ich hatte viel Spaß daran, mit ihnen in die wirklich spannende und fesselnde Geschichte einzutauchen.

Nicht zuletzt bin ich natürlich auch ein großer Fan von Übernatürlichem und somit zumindest schonmal „angefixt“. Dämonen, Gestaltwandler, Vampire - hier lauern Gut und Böse in jeglicher Form und allen Facetten.

Für mich war „Der Beginn“ ein gelungener Trilogieeinstieg, auch wenn mir Geneve manchmal ein bisschen ZU abgebrüht und smart erschien, Alessandro dafür aber in jedes Fettnäpfchen tappt, und manche Dinge somit einfach etwas zu glimpflich verliefen. Es wurden ein paar mehr als interessante Details, Geheimnisse und Personen eingefügt, auf die ich schon jetzt unheimlich neugierig bin. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

Veröffentlicht am 23.09.2020

Mich konnte diese Fortsetzung absolut überzeugen

Vortex – Das Mädchen, das die Zeit durchbrach
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Ein halbes Jahr ist es nun her, dass wir Ellie, Bale, Fagus, Susie, Luka und natürlich Atlas im Kampf gegen das Kuratorium begleiten durften. Sechs Monate, in denen ich ehrlich gesagt nichts von der Geschichte ...

Ein halbes Jahr ist es nun her, dass wir Ellie, Bale, Fagus, Susie, Luka und natürlich Atlas im Kampf gegen das Kuratorium begleiten durften. Sechs Monate, in denen ich ehrlich gesagt nichts von der Geschichte vergessen habe. Aber selbst wenn, wäre es kein Problem gewesen, denn die Autorin hat gut verwobene Rückblicke und Erinnerungshilfen eingebaut, sodass jedem der Einstieg recht leicht fallen sollte.
Auch im zweiten Anlauf hatte ich viel Spaß mit der Welt der „Vermengten“, egal ob Grunder, Wirbler, Schwimmer oder Zünder: Ihre Fähigkeiten werden stellenweise so bildhaft beschrieben, dass man fast neidisch werden könnte. Ich kann mir kaum vorstellen, dass nicht jeder, der diese Fortsetzung gelesen hat, nicht MINDESTENS einer dieser Gruppen angehören möchte. Da ich ja mein Leben lang schon auf Wasser stehe, fiel mir die Wahl definitiv recht einfach. Selbst, wenn die Art, mit der ihr Leben beschrieben wird, nicht so fantasievoll und beneidenswert dargestellt wäre, sie hätte mich schon mit der Hälfte davon gehabt ;)

Aber natürlich wäre „Das Mädchen, das die Zeit durchbrach“ für uns Leser weder eine interessante, noch eine würdige Fortsetzung, wenn es nicht wieder um Leben und Tod ginge – und erneut geht es nicht nur um das Überleben unserer Protagonisten, denn es geht nach wie vor um die geplante Auslöschung des Urvortex und somit aller Vermengten. Es wird geschossen, gesprengt, gefangen genommen, getötet, durch Vortexe gesprungen, und vieles mehr – ab der ersten Seite wurde ich mit Action, Spannung und Abwechslung verwöhnt! Und habe ich bei der Reiheneinführung noch kritisiert, dass es sich nicht um die „Neuerfindung des Rads“ handelt, glänzt diese Fortsetzung mit unerwarteten Wendungen und einem für mich absolut gelungenem Mix aus Abenteuer, zwischenmenschlichen Dingen und rasanten Showdowns. So bleibt unseren Helden nur eine Zeitspanne von 72 Stunden, um einen neuen Zeitläufer zu stoppen, bevor der Anführer des grünen Bebens in den Kampf zieht. Aber wo kommt nur der neue Zeitläufer her, wie ist das möglich? Und wie genau hatte diese Gruppe Untergebener von Varus Hawthorne geplant, zum Urvortex zu gelangen, wo es doch eigentlich keine Möglichkeit dazu mehr geben sollte??? Fragen über Fragen, auf die es eine einfach Antwort gibt: findet es heraus ;)

Mich konnte diese Fortsetzung absolut überzeugen und ich freue mich schon sehr auf Band 3, der im Frühjahr 2021 erscheinen soll. Mir gefällt die Entwicklung der Geschichte sowie der Charaktere wirklich richtig gut und ich bin schon sehr neugierig, wie wir aus dem doch recht fiesen Ende wieder herauskommen, und vor allem WER…

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.09.2020

Das war leider gar nicht meins...

Bermuda
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Seit der Vorschau freue ich mich auf dieses Buch. Die Geschichte klingt spannend, brutal und immens fesselnd, die Tatsache, dass ich von diesem Autoren bislang noch nichts gelesen habe, machte mich umso ...

Seit der Vorschau freue ich mich auf dieses Buch. Die Geschichte klingt spannend, brutal und immens fesselnd, die Tatsache, dass ich von diesem Autoren bislang noch nichts gelesen habe, machte mich umso neugieriger.
Eine handvoll Schiffbrüchige, gestrandet auf einer scheinbar einsamen Insel, gekoppelt mit seltsamen Vorkommnissen, mysteriösen Kreaturen und Gefahr, das klingt doch extrem nach dem perfekten Lesestoff für mich.
Leider konnte mich das Ergebnis jedoch absolut nicht überzeugen.

Fangen wir mit dem Schreibstil an. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich vermuten, dass es sich bei „Bermuda“ um das Debüt des Autors handelt. Abgesehen von einigen thematischen Wiederholungen, hören unheimlich viele Sätze mit Wendungen wie „stellte skeptisch fest“, „antwortete schlagfertig“, „rief erfreut“, „dachte pragmatisch“ „ätzte genervt“, usw. auf. Das war auf Dauer echt anstrengend für mich zu lesen und irgendwann überlegt man sich, warum kann man nicht nur einfach "sagen", "antworten" oder "denken"? Das war einfach ein bisschen zu viel für mich.
Dann werden manche Personen dauerhaft mit Vor- und Nachnamen bezeichnet, andere wiederum nicht. Oder es wird zig-mal wiederholt, wer für was auf dem Schiff zuständig war – ich glaube nach dem 5. Mal kann es sich jeder merken…
Das seltsamste war jedoch für mich, dass man sich oft in Umgebungsbeschreibungen verloren hat, ich aber dennoch am Ende kein Bild vor Augen hatte. Irgendwie gingen die Infos nicht an mich ran – was natürlich schade ist, wenn man beim Lesen eines Zustands nicht wirklich weiß, wie man das Ganze zu verstehen hat. Vor allem, weil durch die Beschreibungen auch einige Längen ins Spiel kamen. Nach der 3. Umschreibung und -Entschuldigung- Exkursion in die Mythologie der Maya und/oder Taino, war es mir dann definitiv zu viel! Das Konstrukt entwickelte sich für mich zu etwas holprigem, langatmigem und leider absolut keinem Thriller, geschweige denn einer Horrorstory.
Gefühlt sind wir von Klischee zu Klischee gestolpert -jeder hat ein Geheimnis, ist eigentlich ein ganz anderer, usw.-, haben aber dennoch eigentlich für alles, oh welch Zufall, den richtigen Fachmann dabei. Die eine kennt sich in der alten Maya-Mythologie aus, der andere glänzt mit Militärwissen, theoretischer Physik oder Flora und Fauna (natürlich inkl. der nahezu oder komplett ausgestorbenen Arten). Puhh, sorry, war mir einfach zu viel.
Gekrönt wird das alles noch durch den Abschluss, bei dem man gefühlt NOCH eins draufsetzen musste, mit Dingen, die mir dann nur noch drüber waren. Hier kann ich jedoch ohne zu spoilern leider nicht ins Detail gehen.

Alles in allem war „Bermuda“ leider nicht mein Buch. Ich würde es -nach Überarbeitung der wenigen blutigen Stellen- vielleicht eher in der Jugendbuchecke sehen, ein Horrorthriller war es für mein Verständnis leider nicht, tut mir leid. Vielleicht waren meine Erwartungen, was Spannung und Vorhersehbarkeit angeht einfach zu hoch. Vermutlich liegen der Autor und ich vermutlich einfach nicht ganz auf einer Wellenlänge, aber man kann ja nicht jedem gefallen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.08.2020

ein absoluter Pageturner!

Aus schwarzem Wasser
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Ein Autounfall, bei dem Majas Mutter stirbt. Ihre letzten Worte an sie, ist der Hinweis, dass sie niemandem trauen kann. Doch was genau bedeutet „Niemandem“? Und um was geht es überhaupt? Theoretisch sollte ...

Ein Autounfall, bei dem Majas Mutter stirbt. Ihre letzten Worte an sie, ist der Hinweis, dass sie niemandem trauen kann. Doch was genau bedeutet „Niemandem“? Und um was geht es überhaupt? Theoretisch sollte das egal sein, denn unser Weg mit Maja beginnt in einem Leichensack. IHREM – um genau zu sein… Eigentlich müsste sie tot sein.

Von der ersten Seite an verstrickt uns die Autorin in einen Thriller, der es in sich hat. Wendung über Wendung, und nie weiß man wirklich, wie es weitergeht oder wer am Ende überhaupt heil aus der Geschichte herauskommen wird. Ein Ereignis jagt das nächste und dadurch, dass sowohl die Erzählperspektiven, als auch die Zeiten wechseln -um die Vorgeschichte gleichermaßen mit an den Mann zu bringen-, wurde ich superschnell tief in die Geschichte gesogen.
Doch diese Sogwirkung entstand für mich nicht nur durch die durchgängig vorhandene Action, Gefahr und Gewalt. Auch nicht nur durch das Spiel mit Misstrauen, Verrat und Intrigen – auch wenn diese hierfür jeweils schon ausgereicht hätten.
Nein, mein wohl größter Pluspunkt findet sich in den mannigfaltigen gesellschaftskritischen Aspekten. Ob ethische Grundsätze, rücksichtsloser Umgang mit terrestrischen Ressourcen, Umweltverschmutzung – in diesem, in meinen Augen, perfekt abgestimmten Thriller sind so viele Denkanstöße vorhanden, das sollte jeden zumindest ein bisschen wachrütteln. Zumal die Autorin an mehreren Stellen nachdrücklich verdeutlicht, wer auf diesem Planeten von wem abhängig ist – die Erde braucht UNS ganz sicher nicht ;)

Dies war bislang mein erstes Buch von Anne Freytag, wird aber auf Grund von Kreativität und Schreibstil definitiv nicht mein letztes gewesen sein! Selten habe ich 600 Seiten so schnell verschlungen! Ich hoffe sehr, dass dies nicht ihr letzter Thriller sein wird, der mich atemlos zurück läßt – zumal das Ende ja offener nicht sein könnte…

Für mich war „Aus schwarzem Wasser“ ein absoluter Pageturner – auch, wenn ich keine Empfehlung dafür aussprechen kann, ihn am Meer zu lesen. Vielleicht nicht unbedingt eine Lektüre für den Strandurlaub :D Sehr gerne mehr davon Frau Freytag!

Veröffentlicht am 30.08.2020

ein spannender und fesselnder Exkurs in eine mögliche und vor allem dunkle Zukunft

New Earth Project
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Wir schreiben das Jahr 2125. Erderwärmung, Umweltverschmutzung und Überbevölkerung haben die Erde stark gebeutelt. Die Menschen, die in den schwimmenden Slums leben -z. B. stehen die Straßen von New York, ...

Wir schreiben das Jahr 2125. Erderwärmung, Umweltverschmutzung und Überbevölkerung haben die Erde stark gebeutelt. Die Menschen, die in den schwimmenden Slums leben -z. B. stehen die Straßen von New York, zum Teil wegen des steigenden Meeresspiegels unter Wasser-, haben die Sonne auf Grund des herrschenden Smogs noch nie gesehen. Doch es gibt eine zweite "Klasse", die Unantastbaren". Sie leben behütet in den Kuppeln, gänzlich ohne Hunger und der Armut, der die Menschen außerhalb ausgesetzt sind. Die einzige Hoffnung auf ein besseres Leben, besteht in dem Exoplanet Epsilon 145B, der sogenannten "New Earth". Aber die Reise in das andere Planetensystem würde sechs Jahre dauern und die Plätze dorthin gibt es nur in der Lotterie zu gewinnen. Bei Abermillionen von Menschen steht die Chance zu gewinnen denkbar schlecht. Aber ist New Earth wirklich so wunderbar, wie die ganze Welt denkt - kann das wirklich die Lösung sein?

Nachdem Cover und Klappentext mich, als alter Dystopienliebhaber, sofort neugierig gemacht haben, habe ich mich mit Vorfreude auf dieses Buch gestürzt und ich wurde nicht enttäuscht.

Der Schreibstil ist jugendlich und liest sich so angenehm, dass ich das Buch quasi in ein einem Rutsch durchgelesen habe. Wir erleben die Geschichte aus wechselnden Perspektiven, hauptsächlich natürlich aus der von Isis und Orion, aber auch andere Charaktere kommen so zu Wort. So entsteht ein gelungener Spannungsbogen, der auch im kompletten Verlauf erhalten bleibt, bzw. noch gesteigert wird.

Rein thematisch ist die Geschichte zugegebenermaßen jetzt keine Neuerfindung des Rads, war infolgedessen ein Stück weit vorhersehbar und verlief für meinen Geschmack auch etwas "glatt". Nun muss man meines Erachtens jedoch berücksichtigen, dass es sich um ein Kinder-/Jugendbuch handelt und für diese Altersklasse empfinde ich es passend, so wie es ist. Vor allem konnte ich diesen Kritikpunkt auf Grund der nun folgenden zwei Details gut verschmerzen:

Zum einen hat mich die geschaffene Atmosphäre wirklich beeindruckt. David Moitet beschreibt das Leben in 2125 düster, beklemmend und gleichwohl beeindruckend. Roboter, die die menschliche Arbeitskraft immer weiter verdrängt haben, Hunger, Armut, Hoffnungslosigkeit... Beim Lesen kann man diese Dinge geradezu vor Augen sehen, ebenso wie kontinuierlich das Wissen im Hinterkopf anklopft, dass solche Entwicklungen nicht nur durchaus im Bereich des Möglichen sind, sondern auch immer wahrscheinlicher werden. Dies führt mich auch direkt zum Zweiten und wichtigsten Punkt.
Die Geschichte um Isis und Orion ist gespickt mit wichtigen Themen, die sehr nachdenklich machen. Sei es nun im sozialen Bereich, wie Nächstenliebe, Hass und Vorurteile, oder in dem der Ausbeutung unseres Lebensraumes. Wir werden beim Lesen immer wieder mit unseren Fehlern und möglichen Konsequenzen konfrontiert, die deutlich nachhallen und hoffentlich viele ins Grübeln bringen.

Für mich war New "Earth Projekt - Tödliche Hoffnung" ein spannender und fesselnder Exkurs in eine mögliche und vor allem dunkle Zukunft, von der ich hoffe, dass sie so nie eintreffen wird...