Profilbild von Booknaerrisch

Booknaerrisch

Lesejury Star
offline

Booknaerrisch ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Booknaerrisch über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.12.2017

Jeder an seinem Platz! Eine gut durchdachte, sozialkritische und vor allem düstere Zukunftsvision!

Die Optimierer
1 0

Zitate:
"Er wusste, wie schrecklich das Leben zu Beginn des Jahrhunderts gewesen war. Wie hatten die Menschen das nur ausgehalten?" Pos. 751
"Aber ich will frei sein, Samson." Pos. 1096

Meinung:

Samson ...

Zitate:
"Er wusste, wie schrecklich das Leben zu Beginn des Jahrhunderts gewesen war. Wie hatten die Menschen das nur ausgehalten?" Pos. 751
"Aber ich will frei sein, Samson." Pos. 1096

Meinung:

Samson ist ein Vorzeigebürger. Er lebt die Optimalwohlgesellschaft wie kein Anderer und ist somit der perfekte Beamte für die Agentur der Lebensberatung.
Als regelkonformer Staatsdiener macht sich das für ihn natürlich bezahlt, und schon jetzt freut er sich auf seine baldige Beförderung. Aber kennt ihr das, wenn es eigentlich nicht besser laufen könnte und es dann urplötzlich so gar nicht mehr läuft?
Nein? Glück gehabt! Denn Samson lernt es kennen und glaubt mir, das ist absolut kein Zuckerschlecken für ihn!

Wie ihr wisst, bin ich ja ein sehr interessierter Leser, wenn es um Dystopien und düstere Zukunftsvisionen geht. Vor allem, wenn man immer wieder auf Details trifft, deren Entwicklung man sich sehr gut vorstellen kann.
Theresa Hannig konnte mit ihren Ideen sehr bei mir punkten, denn einiges empfand ich als sehr gut vorstellbar und glaubwürdig.
So hat im Jahr 2052 fast jeder eine einsetzbare Linse im Auge, mit der er nicht nur Dinge aufzeichnen, Mails verschicken und Dinge nachschlagen kann, sondern man kann auch den Status der Menschen gegenüber einsehen. Sozialpunkte, Gesundheitszustand und vieles mehr.
In Anbetracht der Tatsache, wie "verwachsen" viele bereits heutzutage mit ihren Handys sind, könnte ich mir so ein Szenario tatsächlich sehr gut vorstellen. Und ehrlich gesagt, finde ich diese und viele weitere Ideen, die die Autorin in ihrem Buch aufgreift, sehr beklemmend und beängstigend. Generell lässt mir eigentlich alles, was das Thema "gläserner Mensch" anschneidet, einen Schauer den Rücken hinunterlaufen und diese Dinge werden für meinen Geschmack in der Geschichte sehr gut umgesetzt. Das hängt natürlich auch sehr mit dem Schreibstil zusammen.
Zum einen empfinde ich alle erdachten Details als sehr leichtgängig lesbar, gut erklärt und nie zu technisch. Zum anderen gefällt es mir auch sehr gut, dass diese düstere und beklemmende Atmosphäre immer wieder durch witzige Szenen und Gedanken aufgelockert wird. Toll gemacht!

Ein weiterer gelungener Aspekt ist die "Optimalwohlökonomie" für mich. Die Idee, dass es für jeden den perfekten Platz gibt, klingt natürlich auf den ersten Blick gut. Aber kann man das ganze Leben wirklich auf Wahrscheinlichkeiten und Statistiken aufbauen? Der Leser merkt schnell, an wie vielen Ecken diese neue Welt krankt, selbst wenn sie erdacht war, um heutige Missstände -wie die Verschwendung von Ressourcen, das Ausnehmen von menschlichem Kapital, usw.- auszumerzen.
Faszinierend fand ich hierbei, dass man durchaus gute Ansätze entdecken kann, obwohl Regeln und Verbote, sowie die nahezu absolute Kontrolle des Staates über das Individuum und Aspekte wie Hilfsroboter das Gute schnell zunichte machen.

Wer also Lust auf eine gut durchdachte, sozialkritische und vor allem düstere Zukunftsvision mit dem Antiheld Samson hat, dem kann ich diese Lektüre nur wärmstens empfehlen.
Für mich war es ein gelungene Debut, beklemmend, erschreckend und dennoch menschlich!

Veröffentlicht am 25.04.2018

Eine gute Geschichte über ein wichtiges Thema, jedoch mit kleiner Schwäche

Irgendwas von dir
0 0

Zitate:

"Hört man auf, Eltern zu sein, wenn die Kinder gestorben sind?" Seite 11

"Dieser Frühling sollte nicht kommen. Irgendwie war ich davon überzeugt, es würde das ganze Jahr über Winter bleiben." ...

Zitate:

"Hört man auf, Eltern zu sein, wenn die Kinder gestorben sind?" Seite 11

"Dieser Frühling sollte nicht kommen. Irgendwie war ich davon überzeugt, es würde das ganze Jahr über Winter bleiben." Seite 74/75

"Es gibt vieles, was ich ihr nie gesagt habe. Und sogar noch mehr, was sie mir nicht gesagt hat." Seite 143


Meinung:

Cody verliert ihre beste Freundin Meg. Doch nicht einfach irgendwie, wie durch einen Unfall zum Beispiel. Nein, Meg begeht Selbstmord und keiner hat etwas geahnt. Am allerwenigsten Cody! Aber hat wirklich NIEMAND was geahnt? Und je länger Cody darüber nachgrübelt, wie es bei einem Mädchen, dass immer bunt, extrovertiert und lebensfroh war, soweit kommen konnte, desto seltsamer kommt ihr das Ganze vor. Ihr Bauchgefühl entscheidet, dass da etwas nicht stimmen kann und so geht sie auf die Suche. Nichtsahnend, wie Megs Exfreund Ben da reinpasst, oder wie groß die Gefahr ist, der sie sich aussetzt.

Nachdem 2016 gefühlt jeder von Gayle Foremans Zweiteiler "Nur ein Tag" und "Und ein ganzes Jahr" sprach, und ich die beiden Bücher nicht gelesen habe, wollte ich mein "Versäumnis" mit diesem Buch nachholen.

Der von ihr gewählte Schreibstil ist flüssig, bildhaft und in zumeist übersichtlich langen Kapiteln gehalten, was einen angenehmen Lesefluss ermöglicht.
Wir nehmen aus Codys Perspektive am Geschehen teil, die an sich eigentlich ein sehr interessanter Charakter ist - ja, zu dem "Aber" komme ich gleich noch :D
Sie lebt mit ihrer Mutter zusammen, die eigentlich nie eine richtige Mutter war. Den Elternpart haben eigentlich immer eher Megs Eltern übernommen. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt, aber zumindest konnte sie durch ihre Freundschaft zu Meg erfahren, was Familie bedeutet. Die beiden Mädchen hatten einen Traum, nämlich, zusammen wegzugehen, gemeinsam zu wohnen und zu studieren. Leider konnte Cody daran auf Grund des fehlenden Kleingelds nicht teilnehmen.
Das führte in erster Linie dazu, dass sie sich alleine gelassen fühlte, ihre Wut auf Meg projizierte und sich zurückzog.
Ihr könnt euch vermutlich schon denken, worauf das hinausläuft, oder? Durch ihren Trotz, hat sie nur noch wenig Bezug zu Megs Leben, als diese sich entscheidet, sich umzubringen. Es folgen das Bedauern und Reue ihrer Taten, die möglicherweise zum Verlust ihrer besten Freundin geführt haben könnten. Sie spürt eine Leere, die nur eine 2. Hälfte hinterlassen kann, und natürlich fühlt sie sich unheimlich schuldig. Und ja, einerseits leiden wir mit ihr, grübeln darüber nach, wie es soweit kommen konnte und sind empört über die im Buch erwähnten, sogenannten "Selbstmord-Selbsthilfeportale".
Aber irgendwie fehlt mir einfach etwas. "Irgendwas von Cody" :D Trotz des schwierigen, starken und emotionalen Themas, bleibt sie relativ blass und oberflächlich. Vielleicht liegt es an ihrer unnahbaren Art, denn sie lässt eigentlich niemanden an sich ran, aber vermutlich lag es für mich daran, dass es mir so vorkam, als würden Probleme, Zwischenfälle usw. recht kurz, knapp und sachlich ad acta gelegt werden. Wir kommen zum Beispiel irgendwann an eine Stelle im Buch, an der sie von einer früheren Freundin herablassend angeschaut wird, da sie ihr Geld mit putzen verdient. Sie überlegt kurz, wie das Mädchen früher war und... Genau, nix! Thema erledigt. Das hat mich einfach stellenweise etwas verwirrt und mir den Bezug zu Cody etwas erschwert.

Ich muss jedoch gestehen, dass dieses Buch natürlich nicht alleine von Cody lebt. Ich für meinen Teil habe viel über die Themen gegrübelt, mit denen sich das Buch befasst. Verlust, Trauer, Schuld und der Umgang mit diesen Dingen sind sehr wichtige Themen, die wohl jeden von uns treffen und mich zum Nachdenken bringen. Vor allem, wenn ich dann etwas über die bereits erwähnten Selbstmord-Selbsthilfeportale lese. Eigentlich undenkbar, dass sich jemand damit beschäftigt, andere zum Selbstmord zu ermutigen und "nützliche" Tipps und Tricks an den Mann zu bringen, oder??? Aber in der heutigen Zeit... Naja, leider eben nicht so undenkbar. Aber sorry, für mich einfach krank! In Zeiten der Internetanonymität weiß ja letzten Endes keiner, ob man sich vielleicht mit einem 13-jährigen Mädchen mit Liebeskummer unterhält, oder einer todkranken Person, die keine Chance auf Heilung hat. Einfach unverantwortlich auch nur IRGENDJEMANDEN zu ermutigen! Ihr seht, ich rege mich schon wieder auf...

"Irgendwas von dir" ist eine bewegende Geschichte über Verlust und Trauer, aber auch Liebe und Freundschaft. Sie verläuft weitestgehend ruhig, besteht weniger aus Actionspannung, sondern eher aus emotionaler Bewegtheit und der Neugierde, was wohl hinter dem Ganzen steckt. Oder ob Cody eventuell in die Fänge der selben Machenschaften geraten könnte, falls diese wirklich existieren.
Für mich ist Megs und Codys Schicksal eine Suche nach der Antwort auf das "Warum" und eine nachdrückliche Erinnerung daran, dass diese Art von Dunkelheit - zumindest in Ansätzen - in fast jedem von uns steckt.

Veröffentlicht am 25.04.2018

Eine gelungene Fortsetzung voller Licht und Schatten, fesselnd, ab der ersten Seite!

Riders – Feuer und Asche
0 0

Zitate:

"Der Gestank, der aus seinem Mund strömt, ist ekelerregend, als würde ich ein Grab einatmen." Seite 60

"Ich war nicht da, um ihr zu helfen. Keiner von uns war da. Es war nicht richtig." Seite ...

Zitate:

"Der Gestank, der aus seinem Mund strömt, ist ekelerregend, als würde ich ein Grab einatmen." Seite 60

"Ich war nicht da, um ihr zu helfen. Keiner von uns war da. Es war nicht richtig." Seite 106


Meinung:

Acht Monate sind vergangen, seit Daryn und die Reiter, Sebastian in der Schlacht gegen die Sippschaft an die Kluft -die Splitterwelt, in die sie eigentlich nur Samrael verbannen wollten- verloren haben. Acht Monate, in denen Gideon, Marcus und Jode nichts von Daryn gehört haben, denn sie schämt sich. Schließlich war der Verlust von Bas und Gideons Hand ihre Schuld! Und was sollen die Reiter auch mit einer Seherin, die ihre Gabe verloren hat.
Doch leider wird die Zeit langsam knapp und wenn sie Bas noch retten will, sollte sie sich etwas einfallen lassen. Denn die Kugel zum Öffnen des Portals bekommt Risse und so scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis er für immer in der Kluft gefangen sein wird.
Kann sie die Jungs dazu bringen, ihr zu verzeihen und sie zu begleiten, oder wäre es alleine vielleicht einfacher? So oder so, sie hat absolut keine Ahnung wie groß die Gefahr werden wird, in die sie sich begibt, denn Samrael wird bei Weitem nicht das Schlimmste der Übel sein, denen sie auf ihrer Reise begegnen wird.

Nachdem Band 1 für mich bereits ein Highlight war, habe ich mich natürlich sehr auf die Fortsetzung gefreut. Man ist ja immer gespannt, ob die Qualität der Bücher gleich bleibt, bzw. wie sich das Ganze entwickelt.
Und ja, nachdem ich natürlich entsetzt war, als Bas am Ende des ersten Bandes in die Kluft gesogen wurde, war der Fortgang der Geschichte natürlich umso dringlicher...

Zum Schreibstil gibt es an diesere Stelle wohl nicht allzuviel zu sagen. Gewohnt flüssig und angenehm wird die Geschichte im Wechsel zwischen Daryns uns Gideons Perspektive erzählt. Hierbei gefällt es mir extrem gut, dass man dabei die Kapitelüberschriften eigentlich gar nicht bräuchte, da man bereits nach wenigen Worten anhand der Wort- und Themenwahl weiß, wen der beiden man gerade begleitet.
Und auch der trockene Humor und der bereits bekannte witzige Charme der Reiter, kommen natürlich nicht zu kurz. Auch in Band 2 schenken sich die Jungs mit ihrem Sarkasmus nicht viel. Und selbst die anderen drei Reiter, kann man an der Art und Weise wie sie handeln, oder sich ausdrücken, unterscheiden. Veronica Rossi legt eine gesunde Portion Augenmerk auf die Unterschiede zwischen den Protagonisten, und verleiht ihnen so ganz eigene Charakteristika. Das gefällt mir besonders gut, da sie zwar komplett unterschiedlich, aber jeder auf seine eigene Art liebens- und lesenswert ist.

Ok, kommen wir zur Handlung. Wie zu erwarten war die Reise, auf die unsere Gruppe sich begibt, sehr abenteuerlich sowie unvorhersehbar und hat mich -abgesehen von einer klitzekleinen Kleinigkeit, die mir etwas unglaubwürdig erschien, auf die ich aber nicht näher eingehen kann, da sie gegen Ende geschieht- gefesselt und hervorragend unterhalten. Spannung und Action trifft auf so manche grausame Szene, die durch das Knistern zwischen Daryn und Gideon in einem hervorragendem Maße aufgelockert wird. Es ist definitiv nicht zu viel, gerade genug, um die düsteren und brutalen Szenen wieder etwas aufzuhellen. Und ehrlich gesagt, bin ich in dem Punkt auch nach wie vor von Veronica Rossis Kreativität überrascht, denn manche ihrer Ideen und Details sind echt Stoff, aus denen Albträume sind. Jetzt natürlich nicht so ausgeprägt, dass man vor lauter Ekel nicht mehr weiterlesen möchte, aber ein bisschen gruselig werden einige Dinge für den ein oder anderen definitiv sein ;)

Für mich ist "Feuer und Asche" eine gelungene Fortsetzung, die mich sofort wieder fesseln und in ihren Bann ziehen konnte. Eine schaurig-schöne Story voller Schatten und Dunkelheit, aber auch Freundschaft, Vertrauen und Zusammenhalt in düsteren Zeiten.

Veröffentlicht am 20.04.2018

eine traurig-schöne Geschichte, die mir in Summe leider etwas zu vorhersehbar war

Nichts ist gut. Ohne dich.
0 0

Zitate:

"Ich weiß genau, wann Leanders strahlendes Leben in tiefe Schatten versank. Und weshalb. Ich weiß das. Auf den Tag genau." Seite 8

"Ich setze mich in den Sessel und schließe die Augen. Das Leben ...

Zitate:

"Ich weiß genau, wann Leanders strahlendes Leben in tiefe Schatten versank. Und weshalb. Ich weiß das. Auf den Tag genau." Seite 8

"Ich setze mich in den Sessel und schließe die Augen. Das Leben kann lautlos sein, wenn man es lässt." Seite 46

"Ich wüsste zu gern, wer ich bin. Und wann ich mich verloren habe." Seite 67


Meinung:

Jana und Leander waren einmal Freunde. Bis ihr Bruder Tim bei einem Unfall starb, bei dem Leander gefahren ist. Über Nacht ist er verschwunden, und mit ihm alle Gefühle, die Jana für ihn hatte. Genauso wie alle anderen Gefühle. Sie jobbt, sie isst, sie schläft. Und außer zu ihrer Schwester Marie hat sie zu keinem ihrer Familie noch Kontakt. Aber kann das wirklich alles sein, was sie spürt - die Trauer um ihren Bruder? Sie wird es wohl herausfinden, denn ganz plötzlich und komplett ohne Vorwarnung steht Leander nach sechs Jahren zum ersten Mal vor ihr. Und alles bricht über sie herein...

Als ich von diesem Buch gehört habe, konnte ich mit dem Namen der Autorin im ersten Moment nichts anfangen. Da es sich jedoch um ein Pseudonym einer Dame handelt, deren Jugendbuchreihe ich wirklich mochte (na, wer kennt Hollyhill auch?), stand außer Frage, dass ich definitiv zugreifen werde ;)

Wie bereits in vorherigen Werken, konnte mich ihr Schreibstil komplett einnehmen. Jugendlich, eingängig und ziemlich treffsicher haucht Lea Coplin ihren beiden Protagonisten Leander und Jana Leben ein. Zum einen, indem die Kapitel im Wechsel aus beider Perspektiven erzählen, zum anderen, weil sie Mittel wie Chatverläufe nutzt, die mir sehr gut gefallen. Ich mag solche Dinge generell gerne, da sie meistens ziemlich direkt und ehrlich sind. In dieser Geschichte jedoch, sind sie lange Zeit die einzige Möglichkeit für die beiden, miteinander zu kommunizieren, ohne die Trauer der Vorgeschichte auf den Plan zu rufen. Sie lockern die Story auf und bescheren den Lesern ein leichteres Element in dieser doch recht bedrückten Atmosphäre. Wie ihr euch sicher schon denken könnt, ist die Story geprägt von vielerlei schweren Emotionen wie Schuld, Selbstvorwürfe und Trauer, umso wichtiger sind diese Auflockerungen -toll finde ich auch immer die Szenen mit Mouse, ihr erkennt beim Lesen bestimmt was ich meine ;)-.

Auffällig ist auch, wie unterschiedlich die einzelnen Personen aus beider Umfeld mit der Tragödie umgehen, bzw. umgegangen sind. Gerade bei solchen Themen finde ich es immer wichtig darauf einzugehen, dass Schmerz nicht gleich Schmerz ist und ihn jeder auf seine eigene Weise verarbeitet. Dass manche zueinander stehen, andere alleine kämpfen, Verdrängung, etc. Ach, es gibt so viele verschiedene Varianten, doch in diesem Buch treffen vermutlich die traurigsten aufeinander.
Doch vielleicht schaffen es die beiden ja, sich gegenseitig wieder ins Leben zu helfen, wer weiß?!

Leider kommt von mir jedoch auch ein kleines "aber". Obwohl der Schreibstil mich total gefangen nehmen konnte und mir die tiefgründige Idee des Buches sehr gut gefällt, konnte es mich dennoch nicht gänzlich überzeugen.
Warum? Ja, das ist schwer zu erklären. Zum einen war der Verlauf der Geschichte für mich etwas vorhersehbar. Obwohl wirklich so einiges passiert, könnte ich leider nicht wirklich behaupten, dass mich eine der Wendungen überrascht hätte. Zum anderen, und das ist für mich der schwierigere Punkt, konnte ich keine Bindung zu Jana und Leander aufbauen. Klar, ich fand beide süß und jeden auf seine Art interessant. Aber wie viele von euch wissen, bin ich eigentlich, was Bücher betrifft, schon sehr emotional und da rollt auch schonmal das ein oder andere Tränchen. Und obwohl wir als Leser mit einigen traurigen und/oder emotionalen Szenen konfrontiert werden, hat das "mitleiden" nicht wirklich eingesetzt. Aber vermutlich hängt das mit den fehlenden Überraschungen zusammen.

Alles in allem ist "Nichts ist gut. Ohne dich" eine schöne, wenn auch gleichzeitig traurige Geschichte voller Emotionen, innerer Kämpfe und einer guten Prise Hoffnung für´s Herz. Für mich eine unterhaltsames Buch für Zwischendurch.

Veröffentlicht am 18.04.2018

ein gelungener Abschluss einer -in meinen Augen- wichtigen Reihe!

Changers - Band 4, Kyle
0 0

Zitate:

"Ich habe die Flamme ans Dynamit gehalten, zugesehen, wie die Zündschnur zu Asche verbrannte, und bin reglos stehen geblieben, bis die Explosion mit gleißendem Lichtschein mein ganzes Leben in ...

Zitate:

"Ich habe die Flamme ans Dynamit gehalten, zugesehen, wie die Zündschnur zu Asche verbrannte, und bin reglos stehen geblieben, bis die Explosion mit gleißendem Lichtschein mein ganzes Leben in die Luft jagte." Seite 11

"Wenn mir mein Jahr als Kim etwas gezeigt hat, dann, dass der Appetit auf Grausamkeit unter den Menschen nie gestillt sein wird." Seite 30

"Wir verloren kein Wort über irgendetwas von Bedeutung. (Etwas, das mir mehr bedeutete, als ich es ausdrücken kann.)" Seite 38


Meinung:

Die Geschichte beginnt bei einer komplett veränderten "Kim" in Change 3. Die Demo und ihr damit verbundenes Outing haben ihr geholfen, ihre Depressionen in den Griff zu bekommen und ihr Leben wieder lebenswert zu machen. Vor allem, weil sie nun die Möglichkeit hat, ihrer großen Liebe Audrey, sowie ihrem Kindheitsfreund Andy alles zu gestehen. Ok zugegeben, leicht wird das bestimmt nicht! Aber befreiend ist es allemal ;) Alles hätte gut werden können! Aber als es Zeit für Change 4 ist, geschieht das Unfassbare: Kim erwacht im Körper von Kyle, einer wahren Schönheit! Gut aussehend, muskulös, groß... Eben alles, was Ethan sich als Kim nur wünschen konnte! Dennoch hat das Ganze einen faden Beigeschmack, denn -ihr erinnert euch an die Vision, die Ethan vor einiger Zeit hatte? Von dem jungen Mann, der Schuld an dem Autounfall sein wird, der Audrey scheinbar tötet???- er ist genau DER KYLE aus seiner eigenen Vision! Wird er Audrey retten können? Ihr dürft gespannt sein.

Als "Changers"-Fan der ersten Stunde, habe ich mich natürlich unheimlich auf dieses Finale gefreut. Und das nicht nur, weil ich natürlich unbedingt wissen wollte, wie es mit den ganzen Charakteren weitergeht, die mir im Laufe der Zeit ans Herz gewachsen sind. Sondern auch, weil ich unheimlich neugierig war, für welchen finalen V sich Ethan am Ende entscheidet. Ich hatte ja so meine Vermutungen, aber wenn ich ehrlich bin, lag im komplett daneben! Die Autoren haben es absolut geschafft, mich mit Auflösung, aber auch dem Verlauf der Geschichte zu überraschen.

Über bestimmte Dinge muss ich vermutlich nicht allzuviel schreiben. Der gelungene Schreibstil, eine gute Portion Witz und der ewige Kampf gegen Jason und Menschen seiner Art sind natürlich obligatorisch und in gewohnter Qualität. Ich habe sowohl viel gelacht, als auch den Kopf über so viel Dummheit geschüttelt. Und das in absolut fesselnder, flüssiger und gekonnter Ausdrucksweise. Herrlich!
Gerade die Gespräche zwischen Kim/Kyle und Andy sind geradezu göttlich :D

Etwas irritiert war ich jedoch zugegebenermaßen über die Aufteilung des Buches. Ca. 1/3 verbringen wir noch mit Kim und ihren Gesprächen/Offenbarungen mit Audrey und Andy, da hatte ich mir natürlich schon Sorgen gemacht, dass es für einen kompletten V und die Entscheidung etwas knapp werden könnte. Gottseidank, oder leider -je nachdem wie man es sehen mag- kann ich in diesem Punkt jedoch "Entwarnung" geben. Ok, das klingt jetzt etwas zwiespältig, oder? Ist es für mich leider auch. Ich muss zugeben, dass mich die "Hauptproblematik" dieses 4. Bandes nicht so ganz überzeugen konnte. Waren es vorher noch Entführungen, Depressionen oder ähnliches, erschien mir die Thematik hier etwas konstruiert. Versteht mich bitte nicht falsch, es ging weniger in die Richtung "oh mein Gott, wie dumm ist das denn?", sondern eher darum, dass man das Problem für mein Verständnis relativ einfach hätte lösen können. Aber dann wäre das Buch nach 100 Seiten beendet gewesen, das will natürlich auch keiner. Für mich war es eher so, als wäre den beiden Autoren einfach nicht die entscheidende Idee für eine gute Problemstellung gekommen. Einerseits finde ich das schade, andererseits kann ich es, bedingt durch das Gesamtkonstrukt, verkraften. Denn Fakt ist einfach, dass ich froh wäre, wenn möglichst viele Menschen die Changers-Reihe lesen würden. Sie ist in meinen Augen nicht nur gelungene Unterhaltung mit gutem Schreibstil und Witz, sondern auch wichtig durch die Botschaften, die sie zu vermitteln versucht. Egal ob Bodyshaming, Rassismus, Vorurteile, Homophobie, Gewalt oder auch Vertrauen, Freundschaft und Liebe... Hierin findet sich eigentlich alles, was mehr Beachtung bekommen sollte und wichtig für eine bessere und gerechtere Welt wäre. Natürlich ist mir bewusst, dass eine Welt, in der keine Vorurteile existieren, immer Utopie bleiben wird. Aber vielleicht schafft Ethans Geschichte es ja, bei dem ein oder anderen etwas auszulösen. Schön wäre es jedenfalls!