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Veröffentlicht am 20.09.2019

ein solider Einstieg in die Reihe, die ich sehr gerne weiter verfolgen werde

Kingdoms of Smoke – Die Verschwörung von Brigant
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Recht schonungslos wird der Leser in eine mittelalterliche Welt versetzt, die gleich zu Beginn mit einer Hinrichtung deutlich macht, dass die Geschichte eine etwas herbere Gangart haben wird.
Im weiteren ...

Recht schonungslos wird der Leser in eine mittelalterliche Welt versetzt, die gleich zu Beginn mit einer Hinrichtung deutlich macht, dass die Geschichte eine etwas herbere Gangart haben wird.
Im weiteren Verlauf bewahrheitet sich das Ganze noch, denn es bleibt stellenweise blutig und brutal, was ich so von einer AutorIN erstmal weniger erwartet hatte. Hat mir aber gut gefallen! Ebenso wie die Tatsache, dass unsere Protagonisten mit einer gehörigen Portion Tod und Verlust konfrontiert werden, was für mich hervorragend in dieses Setting passt. Vor allem, weil nicht nur Macht, Intrigen und Krieg eine Rolle spielen, sondern eben auch Dämonen. Das gibt noch einen ganz neuen, interessanten Aspekt. Auf jeden Fall ist man als Leser sehr neugierig, was es mit ihnen auf sich hat, aber zumindest ist man zum Ende hin ein BISSCHEN schlauer.

Erzählt wird sie aus insgesamt fünf Perspektiven: der von Prinzessin Catherine, ihrer Leibwache Ambrose, der Dämonenjägerin Tash, der von March, einem der letzten Abask und Edyon, seines Zeichens Tollpatsch und Fettnäpfchentreter ;)
Prinzipiell sind sie zwar alle grundverschieden -ob getrieben von Ehre, Hass, Gier oder Liebe-, aber eines haben sie alle gemeinsam: sie waren mir alle von Anfang an sympathisch. Das ungleiche Duo Tash und Gravell (ein Dämonenjäger und ein Kind als Köder) haben mich oft zum Schmunzeln gebracht, ebenso wie Edyon, der zwar eindeutig etwas trottelig scheint, aber gleichzeitig sehr charmant mein Herz erobert hat! Gleichzeitig bewundert der Leser Catherines und Ambroses Stärke - mehr wird an dieser Stelle jedoch nicht verraten.

Mit jeder gelesenen Seite scheinen sich die Schicksale der Fünf mehr zu verstricken, die Geschichte wird runder, nimmt klarere Formen an und der Mitfieberfaktor nimmt stetig zu. Man darf als Leser auf jeden Fall gespannt sein, in welcher Form sich das Ganze entwickeln wird, denn es erwarten uns des Öfteren unvorhergesehene Wendungen - und auch, wenn ich Catherines Zwiespalt gegenüber dem anderen Geschlecht in der Form nicht gebraucht hätte, bin ich selbst da ein bisschen neugierig geworden ;)

Alles in allem ist dieser Band für mich ein solider Einstieg in die Reihe, die ich sehr gerne weiter verfolgen werde - nicht zuletzt, weil es bestimmt immer spannend bleiben wird, mit welchen Charakteren man in den Folgeband starten darf...

Veröffentlicht am 17.09.2019

Das wird definitiv nicht mein letztes Buch dieser Autorin gewesen sein

ON:OFF
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Nora ist ein ausgebildeter Regulator. Das bedeutet, sie ist analytisch, berechnend und hat das Ziel stets vor Augen. Ihr letzter „Link“ ist dermaßen missglückt, dass sie dringend darauf angewiesen ist, ...

Nora ist ein ausgebildeter Regulator. Das bedeutet, sie ist analytisch, berechnend und hat das Ziel stets vor Augen. Ihr letzter „Link“ ist dermaßen missglückt, dass sie dringend darauf angewiesen ist, dass der nächste besser funktioniert. Denn erstens war das letzte Ende für sie so traumatisch, dass sie so etwas nicht nochmal erleben will und zweitens wäre das wahrscheinlich Ihr Karriere-Aus.
Doch dann kommt Alex. Und er bringt eine gehörige Portion Chaos in ihr Leben...

Die Idee an sich finde ich wahnsinnig gut! Auch wenn man beim Lesen weiß, dass das Miterleben anderer Personen mit all ihren Fähigkeiten, Emotionen und Lebensweisen für viele verlockend sein könnte und auch würde -man nehme zum Beispiel das Erlebnis eines Rockstars bei seinem Konzert, oder eben einer anderen „erstrebenswerten“ Person, die etwas kann/tut, was man gerne erleben möchte-, nimmt man selbst doch gleich weit Abstand davon. Zumindest ging es mir so. Wenn diese Technik wirklich für uns greifbar wäre, würde sie aus vielen Gründen, von denen einige im Buch beschrieben sind, vermutlich stark polarisieren. Ich denke, dass eine technisch ausgereiftere Variante  bestimmt großen Anklang fände! Gruselig ist es dennoch irgendwie, vor allem wenn die Ausgangssituation die ist, dass der Link gar nicht weiß, dass jemand sein Leben miterlebt. Oder wenn man weiß, dass der Regulator ihn einfach 18 Stunden schlafen lassen könnte, aber mehr verrate ich an dieser Stelle nicht ;)

Der Schreibstil ist relativ schlicht und schnörkellos, gerade deswegen macht das Lesen viel Spaß. Man braucht nicht viel Tamtam, denn man erlebt Nora aus der Ich-Perspektive und somit auch ihren Link. Das ist so wie es ist schon spannend genug, eine ausschweifende Ausschmückung würde hierbei vermutlich eher stören.
Auffällig ist, dass Nora ja -wie zu Beginn bereits geschildert- ausgebildet ist, um kühl und analytisch zu sein, sie jedoch für den Leser dennoch nicht unsympathisch wird. Irgendwie kreidet man ihr das nicht an, ganz im Gegenteil. Ich persönlich fand sie von Anfang an sympathisch, ebenso wie viele der anderen Personen.

Die Eingruppierung in ein Genre fällt mir bei diesem Buch etwas schwerer. Ein bisschen Dystopie, ein bisschen Thriller, ein bisschen Romantik, wobei letzteres eine relativ lange Einleitungsphase dominiert. Noras Heranwanzen an Alex sowie ihre Emotionen und Gedanken ihm gegenüber, nehmen schon einiges an Platz ein. Natürlich ist das bei mir jetzt etwas, was ich nicht so bräuchte. Aber nachdem die „Hauptstory“ dann losging, fiel es bei mir dann nicht mehr ins Gewicht, dass ich mir das etwas kürzer erhofft hatte. Dafür sind die Faktoren Spannung und Atemlosigkeit viel zu ausgeprägt!
Was den Verlauf betrifft, war manches ein bisschen vorhersehbar, anderes hingegen absolut nicht, was in Summe zu einer gelungenen Mischung geführt hat.

Ich für meinen Teil habe ON:OFF innerhalb eines Tages verschlungen, es wird definitiv nicht mein letztes Buch dieser Autorin gewesen sein!

Veröffentlicht am 14.09.2019

konnte meine Erwartungen leider nicht mal ansatzweise erfüllen

Blackwood
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Öhm ja, puhhhh...
Ehrlich gesagt weiß ich gerade nicht so genau, was ich dazu schreiben soll. Seit der Vorschau habe ich mich auf dieses Buch gefreut. Laut Beschreibung ein All-age-Roman mit mysteriösem ...

Öhm ja, puhhhh...
Ehrlich gesagt weiß ich gerade nicht so genau, was ich dazu schreiben soll. Seit der Vorschau habe ich mich auf dieses Buch gefreut. Laut Beschreibung ein All-age-Roman mit mysteriösem Plot. Ein älteres ich, dass einem selbst Briefe schreibt, das fand ich ziemlich spannend. Letzten Endes kam es jedoch leider, zumindest für mich, ganz anders als erwartet. Und zwar so anders, dass ich 3 Anläufe gebraucht habe, um das Buch zu Ende zu lesen.

Aber woran lagˋs?
Zum einen definitiv daran, dass es für mich absolut kein All-Age ist. Ich würde das Ganze ziemlich deutlich eher in die Kinder- bis maximal Jugendbuchecke packen.
Warum? Das hängt mit dem nächsten Punkt zusammen, der mir nicht wirklich gefallen hat. Erwartet hatte ich definitiv Mystery, Gehemnisvolles und ja, auch ein Stück weit etwas Übernatürliches - darf man ja wohl erwarten, wenn jemand Briefe von seinem zukünftigen Ich bekommt, oder? Bekommen habe ich eine frühjugendliche „Kriegen-sie-sich/kriegen-sie-sich-nicht“- Geschichte, mit einem Humor, der leider den meinen so gar nicht getroffen hat.
Unsere Protagonistin Ge stolpert von Anfang an von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen, stammelt, blamiert sich, und bedient für meinen Geschmack auch sonst jedes Klamaukklischee. Und als wäre das noch nicht schlimm genug, will sie auch partout nicht dazu lernen und lässt sich regelmäßig zum Volldepp machen. Prinzipiell ist das nicht schlimm, aber wie gesagt, ich sehe das Buch daher in Summe ehrlich gesagt doch eher bei jüngerem Publikum.
Ich könnte mir vorstellen, dass es für ältere Leser thematisch, humoristisch und in Punkto Vorhersehbarkeit doch eher zu kindlich empfunden wird. Es tut mir leid, mir jedenfalls ging es so.
Zumal -und jetzt komme ich zu dem Punkt, der mich wirklich gestört hat- das Ganze eigentlich fast durchgehend eine Teenie-/Liebesgeschichte ist. Ja, es kommen sowohl Briefe von ihrem älteren ich an sie, als auch ein mysteriöser Brief ihrer Mutter an sie vor, aber bis dahin liegt das halbe Buch eigentlich bereits hinter einem. Und selbst dann, wird dieses Thema eigentlich recht nebensächlich behandelt. Erst ca. 40 Seiten vor dem Schluss wurde das Thema richtig aufgegriffen, nur, um dann sogleich -in einem gefühlten Nebensatz- wieder schnell abgevespert zu werden. Bitte entschuldigt, aber das hat mich einfach sehr enttäuscht. Zumal die restliche Geschichte für meinen Geschmack auch ohne wirkliche Überraschungen auskommt, für mich vorhersehbar war und thematisch einfach zu viel Altbekanntes bietet.

Alles in allem war Blackwood leider nicht meins, da es meine durch den Klappentext vorab erzeugten Erwartungen leider nicht erfüllen konnte. Wer jedoch gerne eine Teenieromanze lesen will, kann gerne zugreifen. Süß ist das Buch für Fans dieses Genres definitiv und schreiben kann Frau Sabbag auch! Vielleicht sollte man beim nächsten Mal einfach für Klappentext etc. näher am Hauptthema des Buches bleiben, so weckt man keine falschen Erwartungen.

Veröffentlicht am 09.09.2019

kurzweilig und interessant

Schwimmen Tote immer oben?
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Michael Tsokos behauptet, dass von den Toten, den Umständen ihrer Ableben und dem Tod an sich eine unheimliche Anziehungskraft auf die meisten Menschen ausgeht.
Und ja, ich kann das nicht abstreiten, eine ...

Michael Tsokos behauptet, dass von den Toten, den Umständen ihrer Ableben und dem Tod an sich eine unheimliche Anziehungskraft auf die meisten Menschen ausgeht.
Und ja, ich kann das nicht abstreiten, eine gewisse morbide Art habe ich allemal - aber ich denke, damit befinde ich mich in guter Gesellschaft.
Ein weiteres Mal hat er es sich zur Aufgabe gemacht, uns Laien über ein paar Unwahrheiten und Unklarheiten aufzuklären, die sich durch Unwissen und Suggestionen einiger Krimiserien usw. in den Köpfen der Zuschauer im Laufe der Zeit festgesetzt haben. Als olle Thriller und TrueCrime-Tante die ich bin, ist das dann natürlich quasi Pflichtlektüre.

Tsokos befasst sich mit 30 Mythen, deckt auf und erklärt wo sie vermutlich herkommen und wie die Realität dazu aussieht. Ich selbst muss zugeben, dass mir ein paar davon bislang noch nicht untergekommen sind und ich rein vom logischen Aspekt auch nicht ganz nachvollziehen kann, wie man diese als wahr annehmen kann. Oder wärt ihr jetzt spontan davon ausgegangen, dass in der Regel nur eine Leiche zur selben Zeit in der Gerichtsmedizin liegt oder Rechtsmediziner quasi Experten in allen Bereichen sind? Also ich ehrlich gesagt nicht!
Nichtsdestotrotz werden selbst die „alten Hasen“ auf die ein oder andere überraschende Erkenntnis stoßen - es ist für fast jeden Kenntnis- oder Interessensstand etwas dabei. Und öhm ja, auch Dinge, die man eventuell soooo genau gar nicht hätte wissen wollen ;)

Auffällig ist der wiederkehrende Vergleich mit Krimiserien und deren Umgang  mit bestimmten Dingen. Besonders häufig wird der „Tatort“ als Quelle von falschen Darstellungen zitiert, wobei die Anzahl der Erwähnungen und Genauigkeit der Erzählungen vermuten lässt, dass Herr Tsokos trotz der darin entdeckten Fehler ein Fan ist.
Ich für meinen Teil nehme diese Infos als Bestärkung meiner Entscheidung dazu, ihn weiterhin nicht zu schauen.

Für mich ist „Schwimmen Tote immer oben?“ kurzweilige und vor allem interessante Unterhaltung, die zwar ein bisschen mehr Umfang vertragen könnte, jedoch beim Lesen fesselt und Neues offenbart. Lesenswert für jeden, der ebenso wie ich ein reges morbides Interesse hegt -oder zumindest ein bisschen-.

Veröffentlicht am 05.09.2019

Ich bin wie üblich ein bisschen verliebt <3

King of Scars
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Ein weiteres Mal dürfen wir Fans in das Grisha-Universum abtauchen, worauf ich mich sehr gefreut habe!
Dieses Mal geht es in erster Linie um Zar Nikolai und seinen Versuch, für Ravka da zu sein und natürlich ...

Ein weiteres Mal dürfen wir Fans in das Grisha-Universum abtauchen, worauf ich mich sehr gefreut habe!
Dieses Mal geht es in erster Linie um Zar Nikolai und seinen Versuch, für Ravka da zu sein und natürlich zu überleben.
Leider ist er jedoch auch mit einem dunklen Geheimnis geschlagen, das es zu wahren und bestenfalls zu korrigieren gilt.
Zusätzlich dazu ist Nina unterwegs und muss noch immer verdauen was ihr und Matthias widerfahren ist - und stößt dabei auf Ungeheuerliches.

Erzählt werden die einzelnen Handlungsstränge wieder aus diversen Perspektiven, was mir an Leigh Bardugos Büchern immer unheimlich gut gefällt.
Nicht nur, dass ich mich hierbei darüber gefreut habe, alte Bekannte wiederzusehen, sie beleuchten auch die komplette Geschichte aus den unterschiedlichsten Blickwinkel.
Dadurch bekommt sie eine enorme Sogwirkung, die sich bis auf die Protagonisten ausweitet. Denn auch diese werden mit viel Liebe zum Detail intensiviert. Wir erfahren weitere Geheimnisse ihres Seins, ihre Vergangenheit, ihre Ängste, Sorgen, Hoffnungen und Träume.
Ok, zugegebenermaßen sind die Grisha-Stories ja tendenziell eher düster, voller Schmerz in einer brutalen Welt voller Vorurteile und Ungerechtigkeit - von daher werden wir oft eher mit ihrem Leid statt ihr Freude konfrontiert.
Aber auch hier versteht es die Autorin, mich als Leser immer wieder dieser Lethargie zu entreißen. Sei es mit emotionalen Pointen, oder aber, was bedeutend öfter geschieht, durch den gelungenen Humor, der ihren Figuren innewohnt. Der Umgang der einzelnen Personen ist oftmals von Schlagfertigkeit und Sarkasmus geprägt, was mich regelmäßig zum Schmunzeln gebracht hat. Vor allem, wenn sich wie bei Nikolai um Zoya noch eine gute Prise Grobheit und/oder Eitelkeit hinzufügt.

Für mich ist "King of Scars" ohne Frage ein weiteres Highlight aus der Bardugo’schen Feder, das bei mir durch ein ausgeklügeltes Konstrukt, viel Kreativität und einer absolut spürbaren Liebe der Autorin zu ihrer Geschichte, ihren Protagonisten und ihrem geschaffenem Universum punkten konnte.
Ich bin wie üblich ein bisschen verliebt <3