Der dritte Band macht endlich alles richtig
Ich hätte wirklich nicht gedacht, jemals an diesem Punkt zu sein, die gesamte „Belladaire Academy of Athlets“-Reihe gelesen zu haben. Der erste Band war eine ziemliche Enttäuschung für mich, trotzdem konnte ...
Ich hätte wirklich nicht gedacht, jemals an diesem Punkt zu sein, die gesamte „Belladaire Academy of Athlets“-Reihe gelesen zu haben. Der erste Band war eine ziemliche Enttäuschung für mich, trotzdem konnte ich Band zwei – der dann eine gewisse Verbesserung war – konnte ich nicht widerstehen. Und zum Glück hat mich der Klappentext zu MISFITS nun derart neugierig gemacht, denn ganz ehrlich: Wer diesen Roman nicht liest, verpasst wirklich was!
Mit rund 450 Seiten gehört dieser NA-Roman in meinen Augen zu den umfassenderen Kalibern. Dennoch fühlte sich das Leseerlebnis kein bisschen langwierig oder langatmig an. Ich habe zwar einige Tage für das Buch gebraucht und habe zwischendurch sogar eine Weile eine Pause eingelegt, weil mir Delphines Geschichte sehr nahe gegangen ist. (An dieser Stelle: Wer sich mit bestimmten Themen schwertut, sollte hier definitiv die Triggerwarnung beachten) Doch der Lesefluss ist einfach enorm packend – auch wenn ich beim Schreibstil über gewissen Wortwiederholungen gestolpert bin. Ständig wird die Kleidung mit fast exaktem Wortlaut beschrieben, das fällt mir aber bei jedem Buch der Autorin auf.
Die Geschichte wird mit wechselnder Perspektive zwischen Delphine und Covey erzählt. Delphine wirkt auf andere kaltherzig und unnahbar. Umso überraschter war ich von ihrer wirklichen Art. Welch zarte Gefühle und weiches Herz in ihr stecken. Ich habe sie praktisch von der ersten Seite an geliebt, mit all ihren Unsicherheiten und Kämpfen.
Coveys Weg durch dieses Buch beginnt zunächst wackelig und moralisch fragwürdig. Daher hätte ich erwartet, dass er am schmalen Grat wandern würde – hin zur Antipathie. Doch in Wirklichkeit konnte ich auch Covey kein Kapitel lang widerstehen. Er ist so ein sonniger, erfrischender Charakter, der einen einfach zum Lächeln bringt und dessen Gefühle und Sorgen ihn authentisch machen.
Und obwohl ich meine Schwierigkeiten mit den Vorgängerbänden hatte, habe ich mich doch über das Wiedersehen mit der ganzen Clique gefreut. An dieser Stelle möchte ich aber darauf hinweisen, dass man MISFITS problemlos ohne Vorwissen und unabhängig von den anderen beiden Bänden lesen kann (was ehrlich gesagt sogar meine Empfehlung ist).
Die ausführliche Storyline und diversen Themen machen die Romance zu einem Schmöker und ermöglichen den Hauptfiguren eine tolle Entwicklung – zusammen, aber auch für sich allein. Alles wirkt rund, flüssig, glaubwürdig. Nur das Ende ist etwas schnell und auf Delphines Problematik bezogen womöglich zu blumig. Aber das fällt für mich nicht ins Gewicht.
Auch wirkte die Geschichte sehr gut recherchiert, und es ist super interessant in die Turnwelt wie auch ins Hollywood-Leben zu blicken. Insbesondere die Thematik rund um Delphine ist mega stark – und auch mega berührend. Ich mag es normalerweise besonders, wenn ich mich mit den Figuren in irgendeiner Weise identifizieren kann, weil – unpopular opinion – es dann irgendwie „einfach“ ist, sich in sie hineinzuversetzen. Das ambitionierte, elitäre Leben von Covey und Delphine ist hingegen nischig, aber die Autorin bringt einem die Gefühls- und Gedankenwelt der Protas derart nahe, dass man sich ihrem Leid verbunden fühlt. Das ist echt super stark. Ähnlich begeistert war ich davon, wie geschickt die Autorin Coveys großen Fehler verpackt hat. In den Vorgängerbänden hat es mich überhaupt nicht überzeugt, wenn es um die Moral ging und die Figuren wurden mir dadurch unsympathisch. Mit Covey ist das aber nicht passiert, im Gegenteil.
Mein Fazit:
MISFITS war all das, was ich mir von dieser Reihe von Anfang an erhofft hatte. Ich bin deshalb enorm froh, dass ich an der Reihe drangeblieben bin, denn Covey und Delphine Geschichte ist ein starkes, emotionales Highlight. Daher spreche ich für MISFITS eine klare Leseempfehlung aus – besonders auch an alle, die die Vorgängerbände nicht kennen oder eher schwach fanden.