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Veröffentlicht am 25.05.2020

Liebe oder Macht ?

Die Tribute von Panem 2
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Seit Katniss und Peeta wieder nach Hause in Distrikt 12 gekehrt sind, sind einige Wochen vergangen. Wir erfahren nun, dass in Panem aber auch das ganze Jahr über, selbst wenn gerade keine Spiele sind, ...

Seit Katniss und Peeta wieder nach Hause in Distrikt 12 gekehrt sind, sind einige Wochen vergangen. Wir erfahren nun, dass in Panem aber auch das ganze Jahr über, selbst wenn gerade keine Spiele sind, das gesamte öffentlich Leben sich darum dreht. Für Katniss und Peeta bedeutet das, dass ihnen nun die Tour der Sieger bevorsteht. Sie werden in alle Distrikte und das Kapitol reisen, um dort mehr oder weniger gefeiert zu werden. Schon das allein wäre nicht unbedingt Katniss´ Ding, doch dann stattet ihr vor der Tour auch noch Präsident Snow höchstpersönlich einen Besuch ab. Und spätestens dann merkt Katniss, dass nicht nur sie selbst, sondern alle, die sie lieb in großer Gefahr schweben.
Nach der Aktion mit dem Beeren bahnt sich nämlich in vielen Distrikten ein Aufstand an- wegen ihr! Die Tour der Sieger ist Katniss letzte Chance, diesen aufzuhalten. Natürlich mit Hilfe von Peeta und Haymitch…
Apropos Peeta: Katniss hat nicht nur das eine Problem, sondern ist zusätzlich mit ihren Gefühlen beschäftigt. Was war das, was zwischen ihr und Peeta während Spiele war ? Und wie steht sie denn zu Gale, dem einzigen Menschen, dem sie früher blind vertrauen konnte ? Kann sie das immer noch ?
Wäre das nicht schon genug Drama, stehen für das nächste Jahr der Hungerspiel auch noch ein Jubel-Jubiläum an. Kurzum bedeutet das für die Tribute alles, aber nicht, dass sie jubeln können. In diesem Jahr gelten ganz eigene Regeln. Und so geschieht das Unfassbare: Katniss wird noch einmal Tribut. An ihrer Seite wieder Peeta. Doch auch sie spielt nun nach ihren eigenen Regeln und hat nicht vor zu überleben…
Ich hoffe, ich habe jetzt noch nicht zu viel verraten, denn eigentlich geschieht vor den Hungerspielen noch viel anderes. Insgesamt habe ich das Gefühl, dass in diesem Buch unglaublich viel passiert ist.
Während mir im ersten Buch die Spannung so besonders gut gefallen hat, war diese dieses Mal nicht so deutlich zu spüren. Trotzdem war ich wieder begeistert vom Buch. Nun haben mich die Dramatik, die Grausamkeit und dieses komplexe, aber letztendlich logische System der Story in ihren Bann gezogen. Wer also den ersten Band geliebt hat, dem wird es hier nicht anders gehen.
Im zweiten Band wird alles relativ zügig und rasant erzählt. Besonders am Anfang gab es innerhalb einer Seite teilweise ziemlich lange Zeitsprünge, da vergingen die Wochen richtig flott. Und auch bei den Spielen geht es sehr Rasant zu. Mehr darf ich dazu jetzt aber wirklich nicht verraten… Was ich aber sagen kann, ist, dass mir dieser Erzählstil gefallen hat. Ich hätte noch ausführlichere, mehr ins Detail gehende Beschreibungen jedoch ebenso genossen. Sie wären sicher ebenso toll wie in Band 1 gewesen und ich verschlinge von dieser Trilogie sowieso jede einzelne Seiet. Andererseits hätte das vermutlich den Rahmen gesprengt. Was ich damit also eigentlich sagen will, das Buch ist mega interessant !
An dem Buch ist mir allerdings noch etwas angefangen: Alles ist ziemlich komplex gestaltet und besonders gegen Ende hin muss man ziemlich mitdenken, denn alles ist unglaublich verwirrend. Das meine ich nicht im negativen Sinne, sondern denke ich einfach, dass diese Buch für jüngere Jugendliche noch nicht so gut geeignet ist…
Hmmm, ich weiß nicht was ich sonst noch sagen kann… Die Charaktere sind wieder toll. Katniss sowieso, Peeta ist so charmant und süß, wie eh und je. Haymitch und auch das gesamte Vorbereitungsteam von Katniss schließt man immer mehr ins Herz. Besonders Cinna habe ich richtig lieb gewonnen. Und dann ist da am Anfang noch der kleine Konkurrenzkampf von Peeta und Gale, wo sich jeder Leser wohl für eine Seite entscheiden wird… Und dann sind da noch die vielen Charaktere, die man schwer einschätze kann. Die „Feinde“ aus dem Kapitol. Ds ist erneut super gestaltet.
Ein weiterer Pluspunkt: Das Buch ist nicht vorhersehbar, weil sich viele unerwartete Türen öffnen und besonders am Ende sich alles ändert…
Fazit:
Absolute Leseempfehlung !!! Dieses Buch ist anders als der erste Band, sowohl inhaltlich, als auch vom Erzählstil her. Die Handlung ist komplexer, dafür nicht ganz so Spannend. Band 1 hat mir einen Ticken besser gefallen. Aber das ist kaum der Rede wert. Erneut ein tolles Buch =) Ich freue mich auf den letzten Band !

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.05.2020

Musik und andere Gefühle

Academy of Arts: Herzensmelodie
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Schon ihr Leben lang hatte Antonia (genannt Toni) den einen großen Traum: Musikerin werden und den ganzen Tag nur Geige spielen. Als sie sich bei verschiedenen Hochschulen bewirbt, öffnen sich ihr in Amsterdam ...

Schon ihr Leben lang hatte Antonia (genannt Toni) den einen großen Traum: Musikerin werden und den ganzen Tag nur Geige spielen. Als sie sich bei verschiedenen Hochschulen bewirbt, öffnen sich ihr in Amsterdam bei einem Vorspielen plötzlich ganz neue, unerwartete Türen: Der Scout Vincent entdeckt sie und möchte das Talent zu sich an die Academy of Arts (AcA) nach Lieberose holen.
Nie hätte Toni es auch nur zu träumen gewagt, eine Solokarriere zu starten. Trotzdem ist der Alltag an der AcA kein Zuckerschlecken und Toni muss lernen, wie hart man für Erfolg arbeiten muss. Nebenbei lernt sie noch viel über das Leben und besondere Leute kennen.
Unter anderem lernt sie Vincent, ihren Scout näher kennen. Ihm eilt jedoch der Ruf eines Herzensbrechers voraus, und als DER Superstar der Akademie, steht er oft im Mittelpunkt. Etwas, das Toni gar nicht brauchen kann. Ebenso, wie sie sich nicht von ihrer Musik ablenken lassen möchte. Was sie jedoch in Vincents Gegenwart fühlt und auch, dass seine geheimnisvolle Art sie neugierig macht, lässt sich nicht leugnen. Und dass macht alles ziemlich kompliziert…
Sina Müller nimmt und in ihrem Roman mit nach Lieberose, mit in die Welt der Künste, der Kreativität und der Musik. Wer sich für eines (oder mehrere;)) dieser Themen interessiert, wird sicher viel Freude mit dem Buch haben, denn man taucht richtig i diese Welt ein.
Weshalb das Buch aber auch anderen gefallen wird, erkläre ich jetzt:
Das Buch ist aus zwei Perspektiven. Abwechselnd aus der von Vincent und der von Toni. Das sind auch die beiden Protas. Mir persönlich gefällt diese Art von Erzählstil sehr und ich weiß, viele denken gleich. Der Erzählstil schafft es außerdem, die Gefühle der zweien sehr anschaulich und greifbar zu beschreiben. Was mir auch gut gefällt, die Autorin hat sich die Mühe gemacht, die Kapitel nicht nur durchzunummerieren, sondern ihnen auch passende Titel zu geben, die allerdings noch nicht zu viel verraten ;) Solche Kleinigkeiten zeigen dem Leser, wie viel Liebe und Zeit in das Buch investiert wurden.
In der Story kommen auch sehr viele, wirklich tolle Nebenfiguren vor. Manche habe ich noch mehr ins Herz geschlossen, als die Protagonisten. Was auch super ist: Die Charaktere sind so unterschiedlich, dass ein wirklich spannender Kontrast entsteht. So ist die Story fassettenreich und interessant zu lesen.
Ganz besonders interessant ist die Art, wie Sina Müller mit einem ganz bekannten, oft diskutierten Merkmal von Liebesgeschichten umgegangen ist: Klischees. Viele sagen, dass Liebesgeschichten nicht ohne auskommen, ich habe neulich aber mal gelesen, dass Klischees nur so lange eines sind, wie sie oberflächlich sind. Soll heißen, dass sie zu abstrakt, nicht alltäglich sind. Bei „Herzensmelodie“ habe ich nun auch verstanden, was damit gemeint ist. Mir sind einige Klischees aufgefallen, doch es waren nicht zu viele. UND: Mir ist aufgefallen, wie real diese doch auch sind. Nicht übertrieben, sondern relativ alltäglich. Außerdem hat die Autorin quasi mit den Klischees „gespielt“, den Leser etwas an der Nase herumgeführt. Man vermutet, die Geschichte wäre vorhersehbar- und dann geht die Story ganz anders weiter. Also machen die Klischees die Geschichte gerade aus und spannend. Das ist eine tolle Idee, das habe ich bisher noch in keinem anderen Buch so erlebt.
Auf der anderen Seite sind mir jedoch ein paar (kleine Kritikpunkte) aufgefallen, wie etwa, dass ich lange so meine Probleme hatte, mit Vincent warm zu werden und Toni dafür gegen Ende hin nicht mehr so ganz verstehen konnte. Das ist etwas Schade, denn Protagonisten führen einen durch eine Geschichte, für mich ist das am besten möglich, wenn man sich auch genügend mit ihnen identifizieren kann.
Des Weiteren hat die Geschichte viele Ansätze zum Tiefgang, bleibt aber größtenteils oberflächlich. Bis auf ein, zwei (kurze) Längen (ich hoffe, man versteht ein bisschen, was ich damit meine) ist das Buch zwar trotzdem interessant und schön zu lesen. Aber wird es dadurch wahrscheinlich oft mit „nett für zwischendurch“ abgestempelt. Das kann jetzt bewusst so gestaltet worden sein, andere würden behaupten, das Potential der Geschichte wurde nicht richtig ausgeschöpft. Ich weiß es nicht genau, finde das Fehlen von ein bisschen Tiefgang jedoch schade.
Mein Fazit:
Mit ihrem Roman schafft Sina Müller es gekonnt, den Leser in eine Welt voller Kreativität zu entführen. Damit beschert das Buch einem ein paar schöne Lesestunden. Mit viel Humor, einer Liebe zum Detail und guten Überlegungen ist also ein wirklich schönes Buch entstanden. Wer jedoch nach Tiefgang oder „Liebesgeschichten ganz ohne Kitsch“ sucht, ist hier vielleicht an der falschen Adresse.

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Veröffentlicht am 09.05.2020

Wahrheit oder Illusion ?

Die Tribute von Panem 1
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Inzwischen ist es fast unmöglich, noch nie von dieser Erfolgstrilogie gehört zu haben, denn auch die Filme sind sehr bekannt. Trotzdem habe ich mich lange nicht an das Buch herangewagt, ich ahbe es nicht ...

Inzwischen ist es fast unmöglich, noch nie von dieser Erfolgstrilogie gehört zu haben, denn auch die Filme sind sehr bekannt. Trotzdem habe ich mich lange nicht an das Buch herangewagt, ich ahbe es nicht so mit Abenteuer und Action. Doch der Klappentext verspricht auch viele Emotionen und tiefe Gefühle weshalb ich schließlich doch sehr neugierig war. Und, was soll ich sagen ? Ich habe es keine Sekunde bereut, dieses Buch zu lesen begonnen zu haben. Ich habe nämlich ein neuses Lieblingsbuch gefunden…
Darum geht´s :
Panem ist das, was von dem Kontinent Nordamerika, den wir kennen, übriggeblieben ist. Kriege und andere Katastrohen haben einen Staat geschaffen, in dem Bedingungen herrschen, wir teilweise noch im Mittelalter, wo die Technologien aber noch raffinierter sind als bei uns heute.Dieser krasse Unterschied kommt durch die Einteilung in Kapitol und Distrikte zustande. Das Kapitol, dort sitzt die Regierung. Jeder der dort lebt, hat ein Leben wie im Traum, er hat nichts zu fürchten und schwelgt in Reichtum.
Die Distrikte dagegen sind Elendsviertel. Ihre Bewohner haben als einzige Aufgabe zu schuften, damit es dem Kapitol gutgeht. Insgesamt gibt es 12 Distrikte. Früher waren es einmal 13, doch als der Bevölkerung ihr Elend zu viel wurde kam es zum Aufstand, in welchen das Kapitol Distrikt 13 zur Abschreckung zerstörte. Der Aufstand brachte aber noch eine weitere Veränderung mit sich: die Hungerspiele.
Jeder Distrikt „opfert“ dabei zwei Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren, ein Junge und ein Mädchen, für den Überlebenskampf in einer eigens hergerichteten Arena. Der Knachpunk ist, dass nur einer, de insgesamt 24 Tribute, überleben darf. Um die Hungerspiele wird eine große Show gemacht, jeder Bewohner Panems muss die Liveübertragung im Fernsehen anschauen. Und dabei zusehen, wie sich die Tribute in blutigen Kämpfen umbringen, wie sie hungern und frieren und schließlich verlieren- gegen das Kapitol. Genau das soll gezeigt werden: die Bevölkerung hat keine Chance sich zu wehren.
Die 74. Hungerspiele stehen bevor, die Tribute werden ausgelost. Auch in Distrikt 12, dem Verliererdistrikt. Aber eben auch dem Heimatdistrikt der 16-jährigen Katniss. Geübte Jägerin und taffes Mädchen, aber eben auch alleineige Versorgerin ihrer Familie. Für ihre kleine Schwester Prim würde sie alles tun, sie mit ihrem Leben beschützen. Und genau dieser Fall trifft jetzt ein: Prim soll in die Arena. Katniss kann das nicht zulassen und meldet sich freiwillig, geht an ihrer statt in die Arena, wohl wissend, dass dies ihr Todesurteil bedeutet.
Was sie allerdings nicht weiß: In der Arena erwarten sie nicht nur starke Gegner und ein Todesspiel, das alleinig nach den Regeln der Spielemacher funktioniert und somit alles andere als fair zugeht.
Nein, Katniss muss sich auch ihren Gefühlen stellen und den Unterschied zwischen Wahrheit und Illusion erkennen. Denn mit Peeta, dem männlichen Tribut aus Distrikt 12 verbindet sie weit mehr als nur dieselbe Heimat. Und in Peetas Überlebensstrategie spielt Katniss die Hauptrolle.
Trotzdem verwirrt Peetas Verhalten Katniss zunehmend immer mehr, während sie in der Arena um ihr Leben kämpft…
Meine Meinung:
Ich weiß, ich habe den Inhalt jetzt sehr genau beschrieben, obwohl ich schon eine vereinfachte Version gewählt habe. Aber es ist auch nicht so leicht zu erklären, Katniss erklärt einem im Buch jedoch von Anfang an dieses komplexe System sehr verständlich.
Das führt mich schon zu den ersten zwei positiven Aspekten: Erstens finde ich diese Welt, die Suzanne Collins da in ihrer Panem-Trilogie geschaffen hat, großartig. Alles ist so raffiniert gestaltet, jede Kleinigkeit perfekt durchdacht. Das ist wirklich eine Meisterleistung.
Zweitens schafft die Autorin es über das ganze Buch hinweg, den Leser mit in diese Welt zu nehmen und ihn dafür zu begeistern. Man taucht mit Katniss in eine Welt ein, in der nichts ist, wie es scheint, und fiebert jederzeit mit ihr mit. Das liegt zum einen einmal an der großartigen Protagonistin. Katniss wächst einem sehr ans Herz, auch wenn sie eher ein rationaler Mensch ist. Aber ihr Schicksal, ihre Lebensgeschichte und ihr Charakter lassen einen nicht kalt. Katniss Charakter vereint Intelligenz mit Mut und Geschick und nimmt einen völlig ein. (Übrigens: Auch die anderen Charaktere sind großartig. Es sind zwar sehr viele und nicht jeder kann daher gleich viel Aufmerksamkeit bekommen. Aber ich finde, Suzanne Collins, hat genau das richtige Maß gefunden und die richtigen Charaktere rausgepickt.)
Spannend wird es zusätzlich durch den grandiosen Schreibstil, anders kann ich es gar nicht bezeichnen. Es wird ausführlich erzählt, doch nie, also wirklich NIE, langweilig oder langatmig. Erzählt wird nur, was interessiert, oder besser gesagt es wird alles erzählt aber eben auf interessante Weise. Und durch die Unberechenbarkeit des Verlaufs der Spiele wird die Story extrem spannend.
Dadurch macht das Buch einfach nur süchtig, man kann es nicht mehr weglegen. Und selbst wenn man es doch einmal schafft, lässt einen die Geschichte nicht mehr los. Deshalb muss ich direkt mit dem zweiten Band weitermachen ;) Ja, der Schluss ist nämlich ein Cliffhänger. Aber versprochen, zu fies ist er nicht. Und wenn ich das sage, kann man sich ziemlich drauf verlassen. Denn eigentlich bin ich kein Fan von Cliffhängern =D
Abschließend kann ich nur noch sagen…
Der Hype um dieses Buch ist absolut verdient und verständlich. Ich kann es jedem nur wärmstens ans Herz legen, dieses Buch zu lesen. Es macht riesengroßen Spaß. Es ist hochspannend. Und es ist ein absolutes Must-Read !!!

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Veröffentlicht am 05.05.2020

Eine Reise namens Leben

Nur kurz leben
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Richie ist 28 und führt, wie er es bezeichnet, ein „Discounter-Leben“. Das bedeutet für ihn: drei Jobs, eine Wohnung in der billigsten Straße der Stadt (nur der Gastank darin gratis ist) ein Berg Schulden ...

Richie ist 28 und führt, wie er es bezeichnet, ein „Discounter-Leben“. Das bedeutet für ihn: drei Jobs, eine Wohnung in der billigsten Straße der Stadt (nur der Gastank darin gratis ist) ein Berg Schulden und erst kommt er nicht über die Runden. Er kann nicht mehr. Er will nicht mehr. Nie wollte er durchschnittlich oder gar unterm Durchschnitt leben. Aber Richie ist in einer Abwärtsspirale gefangen. Da hilft nur ein radikaler Schnitt.
Ein simpler Plan und die gesamten Einnahmen einer seiner Abendschichten in der Tankstelle, sollen ihm helfen, sein altes Leben hinter sich zu lassen. Aber man wird nicht über Nacht zum Super-Gauner, die Erfahrung muss auch unser Protagonist machen. Und so geht einiges schief…
Schließlich befindet Richie sich also mit seinem Geld und einem geklauten Auto auf der Flucht, Ziel ungewiss. In all seinem Pech taucht dann plötzlich noch ein blinder Passagier von der Rückbank auf: der fünfzehnjährige Teenager Leon.
Richie kann nicht und Leon will nicht zurück. Und auf diese Weise beginnt der wohl schrägste Road-Trip aller Zeiten. Unsere Protas werden einiges über das Leben, die Freundschaft, die Liebe und über sich selbst lernen. Der Leser wird mitgenommen auf eine Achterbahnfahrt der Emotionen und verfolgt die beiden auf der Reise ins Ungewisse, zueinander und zu sich selbst; und wird dabei toll unterhalten.
„Nur kurz Leben“ ist ein relativ kurzes Buch. „Kurz“ ist bei ihm außerdem auch wirklich Programm, etwa in Hinblick auf den Schreib- und Erzählstil. Im ersten Kapitel wird, wer dicke Romane gewohnt ist, sehr verwirrt sein. War ich erst auch. Kurze, knackige Sätze. Ein eher wortkarger Protagonist. Ein ziemlich trockener Humor. Aber bald wird man das alles gewöhnt und eins kann ich versprechen: Man liebt alles davon.
Auch wenn die Story sehr kurz gehalten ist, wer ganz genau hinsieht findet viel zwischen den Zeilen. Denn in Wirklichkeit spricht jeder noch so kurze Satz Bände. Richie redet nicht gerne über seine Gefühle, aber das muss er gar nicht: Man fühlt es beim Lesen, durch seine Sicht auf die Dinge. Ich weiß, nicht jeder hat Lust, zwischen den Zeilen zu lesen, aber das muss man auch nicht zwangsläufig. Wer einfach nur unterhalten werden möchte, ohne sich den Kopf zu zerbrechen, der kommt auch super mit dem aus, was schwarz auf weiß dasteht.
Zu Richie habe ich bereits dies und das verlauten lassen. Er ist ein toller Charakter, ich habe ihn wirklich geliebt. Man kann nachempfinden, wie er sich fühlt, sein Handeln nachvollziehen, erlebt seinen Gewissenskampf in der außergewöhnlichen Situation mit und lernt nach und nahe eine Seite an ihm kennen, die er nur selten zeigt, von der er selbst nicht einmal weiß: der liebenswerte Richie, der mit dem riesengroßen Herz.
Auch Leon ist ein super Protagonist, auf eine andere Weise als Richie, denn die zwei sind komplett unterschiedlich. Aber: Er passt perfekt zu Richie. Ihr Humor ergänzt sich und bereitet so viele Lachkrämpfe, dass Bauchmuskeltraining nicht mehr notwendig ist :D Ehrlich gesagt, psssst, Richie wäre ohne Leon wohl ziemlich aufgeschmissen, denn der Junge ist unfassbar clever. Durch die speziellen Umstände kommt es zwischen den beiden trotzdem auch oft zum Streit. Ja, da fliegen dann doch ziemlich die Fetzen.
Alles in allem führt dies jedoch dazu, dass zwischen Leon und Richie, eine unglaublich innige, besondere, unvergleichliche Freundschaft entsteht. Beim Lesen habe ich überlegt, ob Freundschaft überhaupt ihrem super Verhältnis gerecht wird, aber mir ist keine bessere Beschreibung eingefallen. Vielleicht krass gute Kumpel…
Jetzt bleibt nur noch die Frage, wieso Leon eigentlich unbedingt mit auf die Reise wollt ?!
Was ich am meisten geschätzt habe, ist wirklich der Humor. Mal trocken, mal Ironie, mal Sarkasmus. Die erste Hälfte war 75% Witz, ein Viertel Ernst. In der zweiten Hälfte wurde es getauscht. Das Ergebnis: Tränen in den Augen. Zuerst Lachtränen, später, weil man wirklich Rotz und Wasser heulen muss…
Fest steht also, dieses Buch kann den Leser wirklich fesseln und geht ihm nahe. Die Protagonisten wachsen einem schon fast zu sehr ans Herz.
Mein Fazit ist also eindeutig:
LEST DIESE GESCHICHTE !!!
Wirklich jeder (jaaa, auch Lesemuffel, denn das Buch ist wirklich nicht riesig ;)) wird irgendetwas an ihr finden, was er liebt. Ob es nun die kurzweilige Unterhaltung ist, der Humor, der grandiose Schluss (mehr sag´ ich dazu nicht ;)) oder was auch immer… Es gibt so vieles… Man bekommt eine hochspannende Geschichte geliefert. Gratis dazu gibt´s übrigens eine Verschnaufspause von den mit Klischees (über)beladenen Romanen. Und wisst ihr was ? Dieses Buch kommt auch ganz ohne die aus; das Geheimnis ist Tiefgang. Noch was tolles: Das Buch ist nicht komplett vorhersehbar. Man glaubt zu wissen, was kommt, und was machen die Figuren ? Was komplett anderes !
Ich habe „Nur kurz leben“ verschlungen und jedes einzelne Wort geliebt. Und das ist nicht übertrieben !!!

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Veröffentlicht am 29.04.2020

Selbst wenn etwas zu Ende scheint, ist noch nicht alles verloren/gewonnen

Falling - Ich kann dich nicht vergessen
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Dies ist bereits das dritte Buch gewesen, das ich von der Autorin gelesen habe: Ich kenne schon die ersten zwei Bände ihrer Dark Love-Reihe… Diese haben mich allerdings nicht wirklich überzeugen können ...

Dies ist bereits das dritte Buch gewesen, das ich von der Autorin gelesen habe: Ich kenne schon die ersten zwei Bände ihrer Dark Love-Reihe… Diese haben mich allerdings nicht wirklich überzeugen können und ich hätte Falling wohl nie gelesen, hätte ich das Buch nicht schon gekauft, bevor ich die Autorin kannte. Ich war also nicht ganz unvoreingenommen und muss zugeben, dass ich auch nicht besonders viel erwartet habe.
Doch dann wurde ich zuerst einmal, völlig unerwartet, positiv überrascht…
Vor einem Jahr ereignete sich in Windsor die schreckliche Hunters-Tragödie. Ein schrecklicher Unfall kostete den Eltern der Hunters-Zwillinge Jaden und Danielle das Leben. Danielle war eine von Kenzies besten Freunden gewesen und in Jaden war sie (damals?) verliebt. Doch nach dem Unfall macht Kenzie ein Jahr lang einen Bogen um die beiden. Warum ? Nun, das werde ich natürlich nicht verraten=) Soviel aber: in Kenzies Leben gibt es ein paar sehr dunkle Kapitel, die dem starken Girl zu schaffen machen…
Wenn man Kenzies ganze Geschichte erfährt, dann kann man ihr Verhalten auch wirklich nachvollziehen. Bei den bisherigen Büchern von Estelle Maskame hatte ich nämlich stets Probleme mit der Protagonistin, doch dieses Mal war sie mir von Anfang an sympathisch, konnte sie verstehen und sie war einfach total realistisch dargestellt. Auch die Problematik war super ausgewählt und ich denke es gibt viele, die auch ähnliches erlebt haben und kennen (Ich weiß wovon ich rede;)).
Nun nach einem Jahr kann Kenzie den Zwillingen aber plötzlich nicht mehr ausweichen. Sie will ihr Verhalten wiedergutmachen, die Freundschaft wieder herstellen und Jadens schiefes Lächeln, das ganz allein ihr gilt, bringt die Schmetterlinge in ihrem Bauch zum tanzen.
An der Stelle ist für mich ein kleiner Logikproblem… ich kann nicht ganz nachvollziehen, dass Kenzie von heute auf morgen plötzlich einen 180 Grad Meinungsumschwung hat und ihr Jaden auf einmal wieder auffällt… Naja, das hat mich irritiert, wäre aber kein zu großes Problem für mich gewesen.
Denn der Rest der Geschichte war toll. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, weil es durch die Thematik einfach mal ein bisschen was anderes und die Entwicklung von der Beziehung von Kenz zu den Hunters unterhaltsam zu verfolgen war. Die Spannungen zwischen Kenzie und ihren besten Freunden Will und Holden / Kenzies nervigem Ex Darren verliehen der Geschichte noch eine gewisse Portion Spannung.
Und so war ich mir -bis 5 Kapitel vor Schluss- sicher: dieses Buch hat 5 Sterne verdient und ich bin froh, der Autorin nochmal eine Chance gegeben zu haben !
Tja, aber wie ich oben geschrieben habe: vorerst.
Denn dann, kurz vor Schluss, das eigentliche Problem war eigentlich gelöst, kam ein zweites Drama dazu. Und das hat dann meine Meinung zu Kenz vollends durcheinander gebracht. Plötzlich erschien sie mir unreifer und naiver denn je – komisch, eigentlich sollten die Figuren sich im Laufe einer Story weiterentwickeln und nicht zurück. Gut, in einer Hinsicht hat Kenzie sich wirklich gebessert, aber in anderer Hinsicht eben gar nicht. Ich konnte von diesem Punkt an ihr Verhalten zu 0% nachvollziehen und sah ihre „Freundschaft" zu Will und Holden plötzlich in einem ganz anderen Licht.
Traurig, denn Holden und Will waren neben Jaden eindeutig meine Lieblingsfiguren des Romans…
Und ein weiterer Kritikpunkt: wenn schon noch ein Drama ins Buch muss (das hätten ich und das Buch eigentlich überhaupt nicht gebraucht, ich finde, dieses Thema sprengte einfach den Rahmen und lieber hätte das erste noch mehr ausgeführt werden können), dann bitte nicht erst 50 Seiten vor Schluss. Lieber dann doch noch 50 Seiten mehr und nicht so ein offenes Ende…
Und weil dieser Schluss gar nicht mein Fall war muss ich dem Buch, dass so gut angefangen hatte, nun doch weniger Sterne geben. Ein (guter) Schluss ziert einfach alles, oder kann den Rest zunichte machen.
Fazit:
Trotz dem tollen Start ins Buch bin ich im Endeffekt nicht begeistert davon. Wer die Autorin und ihren Stil an Charakteren mag, dem würde ich das Buch trotzdem empfehlen. Dem, der die Autorin noch nicht kennt, auch, denn ich weiß, es gibt viele, die ihre Romane lieben. Und lieber erstmal dieses Buch lesen, um den Stil von Estelle Maskame kennen zu lernen, anstatt die Dark Love Reihe. Denn a) ist dieses Buch in sich abgeschlossen und b) (trotz meiner Bewertung) besser als diese.
Und die, die Estelle Maskames Bücher schon kennen, ihren Stil aber nicht so mochten? Euch muss ich leider sagen, dass ihr von diesem Buch nicht viel mehr erwarten braucht…

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