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Veröffentlicht am 11.04.2021

Themenstarkes Jugendbuch

Wenn ich nicht genug bin
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Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung, wie ich diese Rezension schrieben soll. Ich bin hin und hergerissen und kann mich einfach nicht entscheiden was ich von dem Buch halten soll.
Deshalb zu allererst ...

Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung, wie ich diese Rezension schrieben soll. Ich bin hin und hergerissen und kann mich einfach nicht entscheiden was ich von dem Buch halten soll.
Deshalb zu allererst ihr mein Lieblingszitat:
„Und wieder einmal merke ich, wieviel dieses erwachsenen Verhaltens mir noch fehlt. Ich fühle mich wie gefangen zwischen dem Kind, das ich war und der erwachsenen Frau, die ich einmal sein werde. Ich bin nichts Halbes und nichts Ganzes.“

Wie man sieht, geht es im Buch also um eine junge Frau, die 15-jährige Joe. Sie hätte wie jeder Teenager genug mit der Schule und Sorgen des Erwachsenwerdens genug zu tun. Doch stattdessen kämpft sie Tag und Nacht mit viel größeren Sorgen. Denn Joes Familie ist arm. Selbst Lebensmittel können sie sich oft kaum leisten.
Leider sind das nicht die einzigen Probleme. Joes großer Bruder ist für sie der wichtigste Mensch in ihrem Leben und sie würde alles für ihn tun. Auch als er Geschäfte mit einem Drogenboss eingeht.
Auf ihre eigene Art versucht Joe zu helfen und versucht alles in ihrer Macht stehende, eher sogar noch mehr. Aber es scheint die Sache nicht unbedingt besser zu machen.
Und so bekommt das Mädchen immer mehr das Gefühl nicht genug zu sein. Nicht reich genug für ihre Freundinnen. Nicht schlau genug für die Schule. Nicht verlässlich genug für die Familie. Nicht gut genug für ihren Schwarm Nick.
Erwachsenwerden bedeute, sich zu verändern. Aber welchen Weg wird Joe einschlagen ?

Ich bin ganz zufällig auf das Buch gestoßen und obwohl ich noch nie von ihm gehört habe, wollte ich es unbedingt lesen. Der Klappentext hat mich sehr berührt. Die gesamte Thematik des Buches ist wirklich ernst und geht einem nahe. Themen wie (Kinder)Armut werden nur in wenigen Büchern behandelt. Vor allem nicht in Jugendbüchern. Zumindest nicht in dieser Intensität.

Es geht in dem Buch natürlich auch um sehr viel andere Themen: die erste Liebe, Freundschaft und vor allem um Familie.

Aber dann klar im Fokus der Geschichte stehen die finanziellen Probleme, die Joe und ihren Geschwistern die Zukunft zu verbauen scheinen. Die Problematik wird sehr realistisch dargestellt und nicht schöngeredet. Genau wie in dem Buch, geht es wirklich zig Familien in Deutschland. Ich finde die Geschichte unfassbar wichtig, weil man durch sie erst einmal merkt, wie dankbar man sein sollte, sich das Notwendigste fürs Leben leisten zu können. Und man denkt durch Joes Schicksal viel über das eigene Verhalten nach.

Gleichzeitig finde ich, dass die Thematik etwas ungeschickt verpackt wurde. Um mit der Geschichte warmzuwerden habe ich wirklich lange gebraucht, mindestens das erste Drittel des Romans. Der Schreibstil liest sich zwar flüssig, aber fast schon zu einfach, weshalb er nicht nicht fesseln konnte. Mit den Figuren hatte ich ebenfalls Probleme. Manche Figuren hatte ich sofort gerne, andere blieben mir bis zum Schluss suspekt.
De Protagonistin Joe hat mich Unmengen an Nerven gekostet. Erst war ihre Naivität schuld und ich fand ihr Verhalten einfach nur kindisch. Sie erschien mir viel jünger als 15, da ich sehr an ihrem Urteilsvermögen gezweifelt habe.
Doch nach und nach konnte ich sie verstehen. Während sie immer weiter „vom Weg abkam“, hat mich die Geschichte dann doch irgendwie zum Weitergelesen animiert. Wobei ich das Buch gleichzeitig die ganze Zeit aus der Hand legen wollte, weil ich einfach nur noch den Kopf schütteln konnte.

Die Story wird mit der Zeit wirklich sehr spannend, aber sie konnte mich einfach nicht mitreißen. Am Schluss, man kann sich jeden möglichen Ausgang der Geschichte vorstellen, ging es mir dann etwas zu schnell und das Ende wirkte flach.
Obwohl die Thematik tief greift und Johannas Charakter sehr detailliert ausgearbeitet ist, konnte mich die Story einfach nicht überzeugen.

Insgesamt war es auf jeden Fall ein Erlebnis, das Buch gelesen zu haben. Die Thematik ist überzeugend. Aber im Ganzen konnte mich das Buch nicht abholen. Ich verstehe, wieso die Autorin die Geschichte auf diese Art gestaltete hat, doch habe ich auch das Gefühl, dass es noch einen anderen Weg gegeben hätte. Nach langem Überlegen gebe ich dem Buch nun 3,5 Sterne. Weiterempfehlen möchte ich es, weil ich finde, dass das Thema mehr Aufmerksamkeit verdient. Vor allem in einem Jugendbuch kann es uns die Augen öffnen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.04.2021

Ein Leben ohne schlechtes Gewissen

Simply Sofia
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„Simply Sofia“ ist bereits das zweite Buch von Sofia Tsakiridou, die beiden Bücher sind aber unabhängig voneinander. In diesem Kochbuch stellt die Influencerin Rezepte vor, die vollkommen vegan sind.

Zunächst ...

„Simply Sofia“ ist bereits das zweite Buch von Sofia Tsakiridou, die beiden Bücher sind aber unabhängig voneinander. In diesem Kochbuch stellt die Influencerin Rezepte vor, die vollkommen vegan sind.

Zunächst einmal muss einfach gesagt werden, wie umwerfend das gesamte Design ist. Ich verzichte in meinen Rezensionen eigentlich auf solche Bemerkungen, weil jeder einen anderen Geschmack hat. Aber bei Kochbüchern finde ich, dass auch die Aufmachung sehr entscheidend ist. „Simply Sofia“ hat eine moderne, aber naturnahe Gestaltung und es macht großen Spaß, durch das Buch zu blättern. Die Bilder sind sehr ansprechend, wirken zugleich natürlich (sprich, man kann durchaus ein ebenso schmackhaft aussehendes Ergebnis erzielen) und man freut sich auf das Ausprobieren.

Es ist eine wirklich große Auswahl an verschiedenen Gerichten dabei, die in drei Kategorien unterteilt sind. Die erste Kategorie besteht aus Frühstuck und Brunch. Hierbei werden viele bekannte Frühstücksklassiker vegan zubereitet. In der Kategorie zum Mittag- bzw. Abendessen finden sich in erster Linie viele Salate und Bowls. Die letzte Kategorie bilden allerlei süße Leckereien. Vom Käsekuchen bis zum Brownie ist alles dabei.
Mich hat die große Auswahl und die Vielfalt an Rezepten wirklich beeindruckt und man erhält sehr viel Inspiration. Die Rezepte können genauso nachgekocht werden, aber man kann sie auch super dem eigenen Geschmack anpassen.
Wer bereits vegan lebt, wird keine Probleme mit den Zutaten haben. Andere müssen wohl zunächst noch einkaufen gehen. Etwas aufwendig finde ich, dass jedes Gericht eine Menge Zutaten benötigt. Außerdem hätte ich mit noch grobe Angaben zu Aspekten wie Zeitaufwand oder den Nährwerten gewünscht. Mir persönlich ist das bei Rezepten wichtig, ist aber sicherlich Geschmacksache.

Etwas ungewöhnlich für ein Kochbuch sind die ersten Kapitel und zugegeben war ich zunächst auch skeptisch ihnen gegenüber. Die Autorin spricht darin über ihre Herzensthemen wie Yoga, Meditation und Umweltbewusstsein/Umweltschutz. Sie erklärt sehr informativ und anschaulich, worauf es ankommt, ohne zu weit auszuschweifen. Dabei ist sie einem auf Anhieb sympathisch und ihre Worte zu lesen ist zugleich inspirierend und entspannend. Sie gibt praktische Tipps und stellt zudem drei Atemübungen vor.
Ich hätte nich gedacht, dass mich diese kurzen Kapitel derart begeistern könnten, aber genau das ist geschehen.

Fazit:
Ich habe mich aufgrund der Rezepte für dieses Buch entschieden, es allerdings wegen den Themen, die übers Kochen hinaus gehen, geliebt.
Wer bereits vegan lebt findet in dem Buch großartige Inspiration.
Allen Nicht-Veganern wird deutlich gezeigt, dass man auf schmackhafte Art ohne Probleme auf tierische Produkte verzichten kann. Zunächst ist es allerdings nicht unbedingt alltagstauglich, denn man hat viele Zutaten nicht zu Hause.
Die Themen abseits von den Rezepten passen überraschend gut ins Buch und konnten mich komplett überzeugen.
Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sterne. Die Rezepte sind zwar sicherlich köstlich, aber für mich nicht allzu praktisch. Dennoch man spürt auf Anhieb, wieviel Herzblut Sofia Tsakiridou in dieses Buch gesteckt hat, weshalb man es einfach gern hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2021

Liebe ist planlos

New Beginnings
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Ein Jahr lang Au-pair für die Coopers in den USA ist Lenas letzte Chance. Überlegt sich die 20-jährige nicht endliche einen Plan für ihr Leben, dann werden es ihre Eltern für sie tun, und das möchte sie ...

Ein Jahr lang Au-pair für die Coopers in den USA ist Lenas letzte Chance. Überlegt sich die 20-jährige nicht endliche einen Plan für ihr Leben, dann werden es ihre Eltern für sie tun, und das möchte sie auf jeden Fall verhindern. Auch wenn sie von der Einöde Colorados zunächst alles andere als begeistert ist, möchte Lena alles daran setzten, sich zu beweisen.
Allerdings kommt ihr dabei Ryan mächtig in die Quere. Der jüngere Bruder von ihrem Arbeitgeber Jack Cooper wohnt eher unfreiwillig mit im Haus und zeigt das auch deutlich.
Wenn Lena und Ryan zusammen sind, fliegen stets die Fetzen, weshalb sie sich auch meist aus dem Weg gehen. Bis sie zusammen das B&B der Coopers renovieren: Je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto näher kommen sie sich.
Aber können sich zwei schiefgelaufene, planlose Leben zu einem gemeinsamen entwickeln ?

New Beginnings ist ein Buch, das mich vom ersten bis zum letzten Satz gefesselt hat. Während ich las, tauchte ich ganz in die Geschichte ab und vergaß alles um mich herum. Zunächst einmal ist das Setting wundervoll. Die Gegend von Colorado, die Rocky Mountains sind wundervoll und bildlich beschrieben worden und man bekommt ebenfalls ein gutes Gefühl für die Kultur dort. Und so vertieft man sich derart in die Geschichte, dass man immer mehr das Gefühl bekommt, selbst dort zu sein.
Auch der Schreibstil ließt sich wirklich toll und absolut flüssig. Ich habe das Buch nur ein einziges Mal aus der Hand gelegt.
Mit den Figuren bin ich super klargekommen, weil sie wirklich alle sehr sympathisch sind. Sowohl Lena, als auch Ryan hatten sich schnell in mein Herz geschlichen und mit jeder Seite habe ich mich mehr in Ryan verliebt. Aber auch die Nebenfiguren sind toll ausgearbeitet.
Man lernt sogar schon die beiden Protagonisten aus dem zweiten Band, Will und Izzy, kennen. Und ich fand sie ebenfalls großartig. Glasklar also, dass ich die Reihe weiter verfolgen werde. Ich kann es kaum erwarten ;)

Ich möchte noch anmerken, dass man sich aber bewusst sein sollte, dass die Geschichte eher eine süße Lovestory ist und nicht extrem viel Tiefgang besitzt. Und ja, womöglich ist sie auch etwas vorhersehbar. Beides hat mich aber keineswegs gestört, denn ich war hin und weg von dem Roman. Mein einziger (winziger) Kritikpunkt ist der etwas knappe Schluss. Aber wie gesagt, ich werde auch den nächtens Band der Reihe lesen und vielleicht erfährt man dann am Rande, wie die Zukunft für Ryan und Lena aussieht.

Mein Fazit ist, dass „New Beginnings“ ein wunderschöner Liebesroman für zwischendurch ist. Er liest sich sehr schnell und einfach, steckt voller Knistern und Gefühlen und wärmt einem beim Lesen das Herz. Man fühlt sich den Protagonisten sehr nahe & lacht und leidet (jaaa, das Drama darf natürlich nicht fehlen ;)) mit ihnen mit. Wer nach einem netten Buch zum Abschalten sucht, dem kann ich „New Beginnings“ wirklich ans Herz legen. Höchst empfehlenswerte 4,5 Sterne von mir!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.04.2021

Reicht dir die Liebe ?

The Story of a Love Song
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In uns allen wohnen Licht und Dunkelheit. Jeder von uns hat Ängste. Doch für Luca ist das Ausmaß dieser ein ganz anderes. Denn Luca leidet an einer Angststörung, die ihr Leben komplett einzuschränken scheint. ...

In uns allen wohnen Licht und Dunkelheit. Jeder von uns hat Ängste. Doch für Luca ist das Ausmaß dieser ein ganz anderes. Denn Luca leidet an einer Angststörung, die ihr Leben komplett einzuschränken scheint. Aber das war nicht immer so.
Vor acht Jahren war sie noch eine unbeschwerte Teenagerin, heute hat sie nichts mehr in ihrem Leben, das aus dieser Zeit stammt. Bis ein Brief ins Haus flattert.
Von klein auf waren Luca und Griffin Brieffreunde. Sie kannten sich besser, als sonst einen Menschen auf der Welt.
Auch Griffin ist inzwischen nicht mehr, wer er früher war. Heute lebt er als gefeierter Rockstar im Rampenloicht. Aber erst als er einen weiteren Versuch startet, wieder Kontakt zu Luca aufzunehmen, scheint sein Leben Sinn zu geben.
Die beiden lassen die Brieffreundschaft wiederaufleben. Und entwickeln Gefühle füreinander.
Noch weiß Luca nicht, dass Griffin keine Anonymität mehr kennt. Noch ahnt sie nicht, wie sehr sie beide für ihre Liebe kämpfen müssen. Und sie glaubt nicht, was Griffin alles für die Liebe tun würde.
Doch eines ist ihr bereits klar: Letztendlich liegt es an Luca, sich zu trauen…

Ich kannte zwar noch kein Buch der beiden Autorinnen, dennoch habe ich mich riesig auf die Story gefreut. Zum einen ist da die Tatsache, dass ich es liebe, in Büchern Briefe zu lesen. Und in „Story of a Love Song“ sind tatsächlich viele enthalten. Und wenn ich schonmal dabe bin, kann ich auch gleich verraten, wie sehr ich sie geliebt habe. Zum Großteil sind die Briefe unfassbar unterhaltsam… und unerwartet sexy ;)
Insgesamt habe ich den Schreibstil geliebt. Tatsächlich schaffen die Autorinnen es, dass er zugleich humorvoll, fast zum Schreien komisch, ist (wie übrigens so vieles an der Story) und dann wieder poetisch klingt. Ich konnte gar nicht aufhören, mir besondere Zitate zu markieren und habe all die schönen Worte geliebt. Kostprobe gefällig ?
„Aber ich versuche, dir klarzumachen, dass ich es bin, Luca. Ich bin immer noch er. Du musst nur durch den ganzen Schwachsinn hindurchschauen und mich sehen. Ich bin hier.“

Nächster Punkt: Die Charaktere. Tatsächlich gibt es nur eine Handvoll Figuren, die an der Geschichte beteiligt sind. Eine davon ist übrigens Lucas umwerfendes Hausschwein :D Jedenfalls haben die Autorinnen umwerfende Figuren geschaffen. Und weil es nicht mega viele sind, wurde auch jede einzelne gut beleuchtet. Tatsächlich tummelt sich meine Lieblingfigur unter den Nebenfiguren. Wobei ich natürlich auch mit Luca und Griffin, aus deren Sicht die Story abwechselnd erzählt wird, super klarkam. Griffin ist schließlich zu einem absoluten Bookboyfriend für mich geworden.

Und eines möchte ich noch erwähnen: die Thematiken. Wer eine typische Rockstar-Lovestory erwartet, ist hier tatsächlich an der falschen Adresse. Denn Griffins Star-Leben spielt keine wesentlichen Rolle. Im Mittelpunkt stehen Lucas Angststörung und die Beziehung der beiden. Beides wird mit viel Tiefgang erzählt und man kann die Handlung sehr gut nachvollziehen. Im Falle der Angstzustände verdankt man dies wohl den hervorragenden Kenntnisse der Autorinnen zum Thema. Und mit Blick auf die Liebe zwischen unseren Protagonisten kann man einfach nur sagen, dass die Autorinnen gekonnt mit Worten umzugehen wissen und es beherrschen, den Leser für sich einzunehmen. Diese Lovestory ist prickelnd, herzerwärmend und bricht dem Leser gleichzeitig ein ums andere Mal das Herz.

„The Story of a Love Song“ war auf dem guten Weg, ein absolutes Highlight für mich zu werden. Leider, leider muss ich dem Buch aber nun letztendlich etwas ankreiden: der Mittelteil zog sich für mich etwas in die Länge. Nun war es aber nicht einmal so, dass der Schriebstil hier langatmig war, ich habe einfach die „Verbindung zum Buch“ für ein paar Kapitel verloren. Aber schließlich hat die Geschichte im letzten Drittel nochmal alles gegeben und mich absolut begeistern können. Und auch der Schluss ist der Hammer!

Fazit:
Am absoluten Highlight ist die Geschichte knapp vorbeigeschrammt, doch ich werde an „The Story of a Love Song“ noch lange als kleines Highlight denken. Das bedeutet, ich gebe dem Roman 4,5 Sterne und behalte ihn (mit einem über die abgefahrene Ideen der Autorinnen lachenden, und über den Herzschmerz der Strory weinenden Auge) im Herzen. Wer Bücher mit Ernst und Humor liebt, sollte dieses Buch DEFINITIV lesen.
PS: Nicht dass man noch behaupte könnte, ich hätte euch nich gewarnt: Die Seiten dieses Buches werden sich, wenn ihr damit fertig seid, durch all die vergossenen Tränen so sehr wellen, wie der Ozean zwischen London und New York;)

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 05.04.2021

Es war einmal ein Märchen...

All This Time – Lieben heißt unendlich sein
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„All this time“ ist eine Geschichte, wie ich sie noch nie gelesen habe. Sie sprengt Grenzen, übersteigt den Durchschnitt. Und allein ihr Aufbau ist einzigartig. Es gibt quasi zwei Geschichten, die dieses ...

„All this time“ ist eine Geschichte, wie ich sie noch nie gelesen habe. Sie sprengt Grenzen, übersteigt den Durchschnitt. Und allein ihr Aufbau ist einzigartig. Es gibt quasi zwei Geschichten, die dieses Buch bilden. Die zweite löst so manches Rätsel der ersten und lässt das Buch in einem völlig anderen Licht dastehen. Der krasse Plot Twist macht es mir auch sehr schwer, den Inhalt zusammenzufassen. Würde ich nur über den ersten Teil des Buches was sagen, hätte man womöglich eine komplett falsche Vorstellung. Aber über den zweiten Teil der Story kann ich auf keinen Fall etwas verraten, das würde die ganze Spannung zerstören.

Also versuch ich es anders…

Stellt euch ein Märchen vor. Ohne Helden. Ohne Bösewichte. Und auch ohne sprechende Tiere oder Kobolde. Was bleibt dann übrig? Ein Märchenprinz, die Liebe und ein wenig Magie. Kyle ist nun nicht unbedingt ein klassischer Märchenprinz, aber dafür ein umso größerer Romantiker.

Die Story ist übrigens aus seiner Perspektive geschrieben. Schon allein das macht den Roman für mich besonders, weil Liebesgeschichten werden in der Regel zumindest zur Hälfte aus weiblicher Sicht erzählt. Aber hier steht voll und ganz Kyle im Mittelpunkt.

Und was ist mit der großen Liebe? Nun, die trifft er gleich zweimal. Und beide Male verliert er sie wieder. Zuerst ist es Kim, später Marley. Doch Kyle sucht weiter nach seinem Happy End.

Ich muss leider direkt mit Kritik in meine Rezension starten, denn ich habe angefangen zu lesen und wurde einfach nicht warm mit der Story. Oder mit den Charakteren. Es vergingen 50 Seiten, dann 100, aber ich empfand die Handlung als sehr langatmig und musste das Buch öfters zur Seite legen. Ich fühlte ständig eine Distanz zur Story und den Figuren. Zwar konnten mich Kyles Gedanken und Gefühle mitnehmen und ich konnte sie gut nachvollziehen. Aber man konnte die Gefühle irgendwie nicht MIT den Figuren empfinden.

Wenn ich etwas empfunden habe, dann war es die Traurigkeit der Story. An sich finde ich das eigentlich gar nicht schlecht, wenn es eben ein trauriges Buch ist, dass nimmt es einen auf diese Art mit.

Aber „All this time“ soll nicht (nur) eine traurige Geschichte sein. Es ist eigentlich eine Liebesgeschichte. Und die Szenen könnten wirklich romantisch sein, würden auch diese Gefühle bei mir als Leser ankommen. Vielleicht geht es nicht jedem so, aber ich muss sagen: Tun sie nicht. Dieses Buch ist zwar eine Geschichte über die Liebe, aber fühlt sich nicht an wie eine Liebesgeschichte.

Ich hatte einfach etwas anderes erwartet, weshalb ich offen gestanden enttäuscht von dem Roman bin.

Im Rückblick, nach dem spannenden Plot Twist, und wenn man das gesamte Buch erst einmal gelesen hat, ergibt alles irgendwo Sinn. In der zweiten Hälfte nimmt die Handlung dann wesentlich an Fahrt auf und wird sehr spannend. Jedoch gleichzeitig verwirrend.



Auch wenn die Buchidee wirklich grandios ist, ein Buch sollte einen bereits beim Lesen überzeugen. Und das hat es in meinem Fall nicht geschafft.



Fazit:

Die Idee zu „All this time“ ist wirklich super, aber es hapert in meinen Augen an der Umsetzung. Die Story ist langatmig und mir fehlen für eine Liebesgeschichte die Gefühle. Deshalb bekommt das Buch von mir auch nur 3 von 5 Sterne. Es gibt natürlich auch, vor allem im zweiten Teil einiges, was mir gefallen hat. Aber insgesamt konnte mich der Roman nicht überzeugen. Empfehlenswert womöglich für Märchenfans...

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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