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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.06.2026

Herzerwärmend

The Iced Caramel Coffee Agreement
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The Iced Caramel Coffee Agreement hat mich sofort wieder in dieses kleine britische Städtchen gezogen, das sich inzwischen fast wie ein zweites Zuhause anfühlt. Lower Whilby hat einfach dieses besondere ...

The Iced Caramel Coffee Agreement hat mich sofort wieder in dieses kleine britische Städtchen gezogen, das sich inzwischen fast wie ein zweites Zuhause anfühlt. Lower Whilby hat einfach dieses besondere Etwas – gemütlich, ein bisschen chaotisch, voller Menschen, die man gernhaben muss.

Im Mittelpunkt stehen diesmal Nore und Dex, und die beiden haben mich komplett erwischt. Nore mit ihrem großen Herzen, ihrem ständigen Funktionieren und den leisen Zweifeln, die man nur merkt, wenn man genau hinschaut. Und Dex, der so viel mehr ist als der typische Musiker-Love-Interest: verletzlich, überfordert, aber gleichzeitig so aufmerksam und gut.

Was ich an ihrer Geschichte liebe, ist diese stille, ehrliche Art, wie sie sich gegenseitig Halt geben. Keine großen Dramen, keine überzogenen Gesten – nur zwei Menschen, die sich langsam trauen, wieder sie selbst zu sein. Die kleinen Szenen am See, die Wortgefechte, die Mutproben, die Festivalvorbereitungen… das alles hat so viel Herz und Leichtigkeit, dass ich beim Lesen ständig lächeln musste.

Kyra Groh schafft es einfach, ernste Themen wie Selbstwert, Erwartungen und familiären Druck so einzubauen, dass sie berühren, ohne die Geschichte schwer zu machen. Ihr Schreibstil ist warm, humorvoll und gleichzeitig so präzise, dass man sich in jeder Emotion wiederfindet.

Und ja – das Cover ist wieder ein kleines Highlight. Verspielt, cozy, perfekt für die Reihe.

Mein Fazit:
Ein Buch, das wärmt, ohne kitschig zu werden. Eine Liebesgeschichte, die sich verdient anfühlt. Charaktere, die bleiben. Für mich sogar noch stärker als Band 1 – und das sagt einiges. Absolute Empfehlung für alle, die Geschichten lieben, die gleichzeitig leicht und tief sind.

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Mythologische Magie

Threadcut
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Threadcut hat mich sofort abgeholt: eine moderne Welt, durchzogen von Fäden des Schicksals, und mittendrin eine junge Frau, die mehr sieht, als ihr guttut. Yuna erkennt die Lebensfäden der Menschen – ein ...

Threadcut hat mich sofort abgeholt: eine moderne Welt, durchzogen von Fäden des Schicksals, und mittendrin eine junge Frau, die mehr sieht, als ihr guttut. Yuna erkennt die Lebensfäden der Menschen – ein Geschenk, das sie nie wollte und das sie gleichzeitig antreibt, das Unvermeidliche zu ändern. Als ihre Mutter im Sterben liegt, trifft sie auf den Halbgott Zenon, der Tote ins Jenseits begleitet. Aus dieser zufälligen Begegnung entsteht ein gefährliches Bündnis, das sie bis zu den Moiren und tief in die Unterwelt führt.

Was mich besonders gepackt hat, ist die Dynamik zwischen den beiden: dieses ständige Anziehen und Abstoßen, die bissigen Sprüche, das Misstrauen, das sich langsam in etwas Zarteres verwandelt. Die Kapitel wechseln zwischen Yunas und Zenons Perspektive, wodurch man beide Seiten ihrer Reise versteht. Dazu kommen geheimnisvolle Briefwechsel zwischen einer Fate und einem Bones, die erst spät ihre Bedeutung entfalten und die Geschichte noch dichter machen.

Der Schreibstil ist für mich eines der Highlights: bildhaft, flüssig, intensiv. Die Autorin schafft es, Spannung und Emotionen so zu verweben, dass man komplett in die düstere, atmosphärische Welt eintaucht. Die Handlung bleibt durchweg fesselnd, mit Wendungen, die man nicht kommen sieht, und Figuren, die Ecken, Kanten und echte Entwicklung zeigen.

Besonders mochte ich, wie Yunas Gabe, Zenons Vergangenheit und die Begegnung mit Hades ineinandergreifen und die Geschichte immer größer wirken lassen, ohne sich in Komplexität zu verlieren. Trotz der mythologischen Tiefe bleibt der Roman zugänglich und emotional greifbar.

Fazit: Ein atmosphärischer Einzelband, der Spannung, Gefühl und Mythologie überzeugend verbindet. Kleine Längen oder Erklärlücken verzeiht man gern, weil die Geschichte einen so konsequent mitreißt. Für Fans von modernen Mythen, starken Charakteren und einer Prise Dunkelheit eine klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 30.05.2026

Mehr Schein als Sein

Bachelorette Party
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Mich hat das Cover in den Bann gezogen und auch der Klappentext hat sich super gelesen, so dass ich einfach zuschlagen musste.

Inhalt/Meinung:

Tessa, eine True‑Crime‑Podcasterin, reist widerwillig zu ...

Mich hat das Cover in den Bann gezogen und auch der Klappentext hat sich super gelesen, so dass ich einfach zuschlagen musste.

Inhalt/Meinung:

Tessa, eine True‑Crime‑Podcasterin, reist widerwillig zu einem Junggesellinnenabschied auf eine abgelegene Insel – ein Ort, an dem zehn Jahre zuvor vier junge Frauen verschwunden sind. Was als entspanntes Yoga‑Wochenende geplant ist, kippt schnell ins Unheimliche, und schon kurz nach der Ankunft wird eine Leiche entdeckt. Die Geschichte springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, arbeitet mit mehreren Perspektiven und kurzen Kapiteln, was grundsätzlich Neugier erzeugt, aber den erhofften Sog nicht ganz entfaltet.

Tessa bleibt die einzige Figur, die etwas greifbarer wirkt, doch auch zu ihr entsteht kaum Nähe. Ihre Motivation, überhaupt an diesem Wochenende teilzunehmen oder sich so verbissen in den alten Fall zu verbeißen, bleibt schwer nachvollziehbar. Die übrigen Frauen wirken eher wie zufällig zusammengewürfelt als wie ein Freundeskreis – was die Dynamik zusätzlich distanziert erscheinen lässt.

Die Atmosphäre der schwedischen Schären, das Setting einer isolierten Insel und das Versprechen eines düsteren Geheimnisses bieten eigentlich perfekte Voraussetzungen für Spannung. Doch statt eines stetigen Thrills entsteht eher ein unterschwelliges Unbehagen, das sich nur langsam steigert. Richtige Spannung kommt erst spät auf, während viele Szenen zuvor eher langatmig wirken. Das Finale wiederum schlägt plötzlich in Brutalität um, die im Verhältnis zum restlichen Erzählton fast zu heftig wirkt und deren Motive wenig überzeugend erscheinen

Fazit:

Insgesamt bleibt der Thriller solide, aber unausgewogen: interessante Idee, starke Kulisse, aber blasse Figuren und ein Spannungsbogen, der nicht ganz trägt. Wer ein ruhigeres, atmosphärisches Rätsel sucht, kann hier fündig werden – wer jedoch packende Nervenkitzel erwartet, sollte die Erwartungen etwas dämpfen.

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Veröffentlicht am 28.05.2026

Verdrehte Märchenwelt

Deadly Ever After – Blut und Schnee
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Schon nach wenigen Seiten hatte ich dieses herrliche Gefühl, in eine Welt zu stolpern, die man eigentlich kennt – nur um festzustellen, dass hier alles verdrehter, düsterer und faszinierender ist, als ...

Schon nach wenigen Seiten hatte ich dieses herrliche Gefühl, in eine Welt zu stolpern, die man eigentlich kennt – nur um festzustellen, dass hier alles verdrehter, düsterer und faszinierender ist, als jedes klassische Märchen es je war. Die Orgel‑Brüder schaffen es, vertraute Motive neu zu denken und ihnen eine Schärfe zu verleihen, die mich durchgehend begeistert hat.

Im Zentrum steht Tristan, der magielose Neffe des tapferen Schneiders – und für mich der emotionale Anker der Geschichte. Seine Verletzlichkeit, sein Mut und sein stiller Trotz machen ihn zu einer Figur, die man sofort begleitet, ohne sich umzudrehen. Die Reisegruppe, die ihn unterstützt, ist ein kleines Highlight für sich: eine resolute Metzgerin, eine alte Witwe, eine treue Hündin und ein Froschkönig, der mit seiner Mischung aus Witz und Wehmut immer wieder mitten ins Herz trifft.

Die größte Überraschung aber ist die weiße Kaiserin, eine Schneewittchen‑Interpretation, die jede Sanftheit abgelegt hat. Kalt, machtvoll, kompromisslos – und gerade deshalb unglaublich faszinierend.

Was mich besonders überzeugt hat, ist die Art, wie die Autoren mit Märchen spielen. Es gibt unzählige Anspielungen, aber nie wirken sie wie ein Gimmick. Alles fügt sich organisch in eine Welt, die nach dem berühmten „… und wenn sie nicht gestorben sind“ weiterlebt – nur viel brutaler, vielschichtiger und moralisch grauer. Ein klassisches Gut und Böse existiert hier nicht, und genau das macht die Geschichte so spannend.

Der Schreibstil ist klar, flüssig und voller Energie. Die wechselnden Perspektiven sorgen dafür, dass man tief in die Figuren eintaucht, und die Mischung aus düsterer Atmosphäre, Action und feinem Humor funktioniert erstaunlich gut. Besonders das letzte Drittel hat mich komplett abgeholt – rasant, emotional und mit Wendungen, die wirklich sitzen.

Fazit:
Eine packende, düstere und gleichzeitig hoffnungsvolle Märchenadaption, die bekannte Figuren neu erfindet und eine Welt erschafft, in der man sich sofort verliert. Für mich ein echtes Highlight – 5 von 5 Sternen und eine klare Empfehlung für alle, die Märchen lieben, aber bereit sind, sie in einem völlig neuen Licht zu sehen.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Gefühlvoll und mit Herz

Versprich mir, dass du tanzt
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Es gibt Bücher, die einen nicht einfach nur begleiten, sondern sich wie ein feiner Riss durchs Herz ziehen – leise, aber spürbar. Versprich mir, dass du tanzt gehört für mich genau in diese Kategorie. ...

Es gibt Bücher, die einen nicht einfach nur begleiten, sondern sich wie ein feiner Riss durchs Herz ziehen – leise, aber spürbar. Versprich mir, dass du tanzt gehört für mich genau in diese Kategorie. Schon die ersten Seiten haben mich tief getroffen: Lily an Adams Bett, die letzten gemeinsamen Stunden, dieses stille, unausweichliche Abschiednehmen. Man spürt jede Nuance ihrer Liebe, jede Angst, jedes Festhalten. Und genau dort beginnt eine Geschichte, die nicht nur traurig ist, sondern voller Leben, Erinnerung und unausgesprochener Wahrheiten.

Was mich besonders bewegt hat, ist Lilys innerer Kampf. Ein Jahr nach Adams Tod steht sie immer noch im Schatten ihrer Trauer, und doch ist da dieses Versprechen, das wie ein leiser Ruf in ihr nachhallt: Finde Josh. Bring Frieden in das, was damals zerbrochen ist.
Dass ausgerechnet Josh – ihr Jugendfreund, ihre erste heimliche Liebe, der Junge, der ihr Herz schon kannte, bevor sie selbst wusste, wie man es schützt – der Schlüssel zu Adams letztem Wunsch sein soll, macht die Geschichte so intensiv.

Die Rückblenden sind wie kleine Fenster in Lilys Vergangenheit. Man sieht zwei Kinder unter einem alten Ahornbaum, zwei Teenager, die sich umeinander drehen, ohne sich je ganz zu trauen. Und später zwei Erwachsene, die an einem einzigen Abend alles verlieren, was sie hätten sein können. Diese Mischung aus Nähe, Verletzung und unausgesprochener Sehnsucht hat mich durchgehend berührt.

Als Lily Josh schließlich in der schottischen Einsamkeit findet, ist nichts romantisch oder versöhnlich – im Gegenteil. Da stehen zwei Menschen voreinander, die beide Wunden tragen, die nie richtig verheilt sind. Und genau das macht ihre Begegnungen so glaubwürdig. Die Spannung zwischen ihnen ist nicht nur romantisch, sondern emotional roh, manchmal schmerzhaft, manchmal zärtlich, immer echt.

Dani Atkins schafft es, Drama und Gefühl so auszubalancieren, dass es nie überladen wirkt. Jede Wendung trifft, jede Enthüllung fügt ein weiteres Puzzleteil hinzu. Und obwohl ich manche Entwicklungen geahnt habe, hat mich die Wahrheit über den Abend vor Lilys Hochzeit trotzdem eiskalt erwischt.

Der Roman erzählt von Liebe – aber nicht nur der romantischen. Sondern auch von der Liebe, die bleibt, wenn jemand geht. Von der Liebe, die man nie ganz vergisst. Und von der Liebe, die man sich selbst wieder zugestehen muss.

Für mich war dieses Buch ein emotionaler Volltreffer: warm, schmerzhaft, hoffnungsvoll. Ein Roman, der zeigt, dass Abschied und Neuanfang manchmal Hand in Hand gehen.

Ganz klare 5 von 5 Sternen.
Ein Buch, das nachhallt – und das man nicht so schnell wieder aus dem Herzen bekommt.

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