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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2026

Konstrukt

Sieben letzte Tage
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Das Cover ist ohne Frage ein Blickfang. Die Kombination aus der düsteren Sanduhr, dem starken Schwarz‑Gelb‑Kontrast und dem leuchtenden Farbschnitt erzeugt sofort Thriller‑Atmosphäre. Optisch wirkt das ...

Das Cover ist ohne Frage ein Blickfang. Die Kombination aus der düsteren Sanduhr, dem starken Schwarz‑Gelb‑Kontrast und dem leuchtenden Farbschnitt erzeugt sofort Thriller‑Atmosphäre. Optisch wirkt das Buch hochwertig und modern – ein echtes Regal‑Highlight, das Erwartungen an Spannung und Dramatik weckt, die der Inhalt für mich jedoch nicht vollständig einlösen konnte.

Im Zentrum steht die Strafverteidigerin Alice Logan, deren Vater in sieben Tagen hingerichtet werden soll. Die Beziehung zu ihm ist zerrüttet: Er hat die Familie verlassen, die Mutter betrogen und Alice emotional im Stich gelassen. Als ihre Schwester sie bittet, den Fall zu prüfen, stößt Alice auf weitere Mordfälle mit identischem Muster. Der Countdown beginnt – ein Wettlauf gegen die Zeit, der Verschwörung, Zweifel und neue Hinweise miteinander verwebt.

Rutherford erzählt in kurzen Kapiteln, arbeitet mit Cliffhangern und orientiert sich klar am titelgebenden Countdown. Die Grundidee ist stark, die Struktur klassisch für Justizthriller: Schuldfrage, neue Spuren, Verdächtigungen, Enthüllungen. Doch trotz dieser Zutaten wirkt die Handlung stellenweise überladen und gleichzeitig vorhersehbar. Manche Wendungen überraschen, andere sind so auffällig vorbereitet, dass sie kaum Wirkung entfalten.



Meine Meinung:

Ich bin mit hohen Erwartungen gestartet – die Prämisse klang packend, das Cover versprach Intensität. Doch der Einstieg war für mich überraschend zäh. Die Spannung baut sich nur langsam auf, und der Mittelteil zieht sich spürbar. Viele Nebenfiguren bleiben blass, Dialoge wirken teils hölzern, und einige Entwicklungen fühlten sich konstruiert an. Dadurch fiel es mir schwer, emotional einzutauchen oder echtes Mitfiebern zu entwickeln.

Alice selbst ist jedoch ein Lichtblick: menschlich, widersprüchlich, kämpferisch. Ihre innere Zerrissenheit und ihr moralischer Konflikt sind glaubwürdig und tragen die Geschichte. Gerade ihre Hartnäckigkeit und Unvollkommenheit machen sie interessant. Leider reicht diese starke Hauptfigur für mich nicht aus, um die erzählerischen Längen und die kühle Atmosphäre vollständig auszugleichen.

Das Ende war mir persönlich zu glatt und zu versöhnlich – fast ein Bruch zu der düsteren Ausgangslage. Ein mutigeres, offeneres Finale hätte dem Roman mehr Nachhall verliehen.



Fazit:

Sieben letzte Tage hat eine starke Grundidee, eine eindrucksvolle Protagonistin und ein optisch herausragendes Cover. Doch der Thriller verliert sich für meinen Geschmack zu oft in Längen, konstruierten Wendungen und einer distanzierten Atmosphäre. Die Spannung bleibt über weite Strecken verhalten, und die emotionale Tiefe, die das Thema eigentlich hergeben könnte, wird nicht vollständig ausgeschöpft.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Intensiv und dennoch ausbaufähig

After forever
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After Forever bildet den emotional aufgeladenen Abschluss der turbulenten Beziehung zwischen Tessa und Hardin – und man spürt auf jeder Seite, dass diese Reise nun endlich zu einem Ende kommen soll. Anna ...

After Forever bildet den emotional aufgeladenen Abschluss der turbulenten Beziehung zwischen Tessa und Hardin – und man spürt auf jeder Seite, dass diese Reise nun endlich zu einem Ende kommen soll. Anna Todd bleibt ihrem bekannten Muster treu: intensive Gefühle, dramatische Wendungen und ein ständiges Hin und Her zwischen Nähe und Distanz. Doch gerade im vierten Band wirkt dieses Drama stellenweise überreizt und vorhersehbar, als würde die Geschichte bewusst in die Länge gezogen, um die Spannung künstlich hochzuhalten.

Stärken zeigt Todd weiterhin in der Darstellung innerer Konflikte. Besonders Hardins Rückfall in alte Muster und seine düstere Selbstzerstörung sind eindringlich beschrieben. Auch Tessas Entwicklung – geprägt von Verlust, Ernüchterung und wachsender Selbstbestimmung – verleiht dem Roman emotionale Tiefe. Die wechselnden Perspektiven funktionieren gut und lassen beide Figuren greifbarer wirken. Gleichzeitig drehen sich manche Konflikte im Kreis, und nicht jede Wendung fühlt sich wirklich verdient an.

Der Epilog fällt dagegen überraschend knapp aus. Nach so vielen Seiten voller Dramatik wirkt der schnelle Zeitsprung fast wie ein Bruch – als hätte man hier eine Chance verpasst, den Figuren einen runden, organischen Abschluss zu geben.

Trotz dieser Schwächen bleibt After Forever ein Muss für Fans der Reihe. Es beantwortet offene Fragen, bietet emotionale Momente und lässt einen mit einem bittersüßen Lächeln zurück. Die Reihe insgesamt bleibt ein fesselndes Erlebnis voller Liebe, Schmerz und Selbstfindung – auch wenn Band vier nicht ganz die Kraft der Vorgänger erreicht.

Fazit: Ein intensiver, aber nicht immer überzeugender Abschluss, der dank starker Charakterentwicklung und emotionaler Momente solide 3,5 Sterne verdient.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Gute Story mit Luft nach oben

Fall into Dreams
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Fall into Dreams ist ein angenehm geschriebener Second‑Chance‑Roman, der unabhängig von den anderen Büchern der Autorin funktioniert. Im Mittelpunkt stehen Amber und Raymond, die sich nach siebzehn Jahren ...

Fall into Dreams ist ein angenehm geschriebener Second‑Chance‑Roman, der unabhängig von den anderen Büchern der Autorin funktioniert. Im Mittelpunkt stehen Amber und Raymond, die sich nach siebzehn Jahren unerwartet wiederbegegnen – ein Wiedersehen, das alte Gefühle, aber auch alte Konflikte aufwirbelt.

Der Einstieg gelingt sofort: Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel fliegen nur so dahin, und der Perspektivwechsel zwischen Amber und Raymond sorgt für einen guten Einblick in ihre Gedankenwelt. Besonders Amber als alleinerziehende Mutter wirkt nahbar, stark und glaubwürdig. Auch die Nebenfiguren – allen voran ihre Tochter Isabell – bringen schöne zusätzliche Facetten in die Geschichte.

Trotzdem blieb für mich emotional etwas auf der Strecke. Ich konnte die Entscheidungen der Figuren nachvollziehen, aber wirklich fühlen konnte ich sie nicht immer. Die Liebesgeschichte startet zwar behutsam, nimmt dann aber so schnell Fahrt auf, dass manche Momente kaum Raum bekommen, sich zu entfalten. Rückblicke auf die gemeinsame Vergangenheit hätten hier für mehr Tiefe und Nachvollziehbarkeit sorgen können. Auch die abrupten Szenenwechsel haben gelegentlich den Lesefluss gestört.

Der Mafia‑Subplot bleibt eher Hintergrundrauschen, bietet aber genug Spannung, um die zweite Hälfte dynamischer zu gestalten. Der Showdown ist packend und rundet die Handlung solide ab.

Fazit:
Fall into Dreams ist ein unterhaltsamer, kurzweiliger Roman für alle, die eine leichte, unkomplizierte Geschichte für zwischendurch suchen. Die Charaktere sind sympathisch, das Tempo hoch, und die Atmosphäre des New Yorker Nachtlebens macht Spaß. Wer jedoch auf tiefgehende Emotionen und ausführliche Charakterentwicklung hofft, wird hier nur teilweise fündig. Trotzdem ein sehr angenehmes Leseerlebnis – daher solide vier Sterne.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Episch und süchtig machend

The Darkest Gold – Die Rebellin
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Der fünfte und vorletzte Band der The Darkest Gold-Reihe ist ein emotionales Inferno, das mich von der ersten bis zur letzten Seite vollständig verschlungen hat. Raven Kennedy beweist erneut, dass sie ...

Der fünfte und vorletzte Band der The Darkest Gold-Reihe ist ein emotionales Inferno, das mich von der ersten bis zur letzten Seite vollständig verschlungen hat. Raven Kennedy beweist erneut, dass sie nicht nur Welten erschaffen kann, sondern ganze Gefühlsuniversen.

Die Geschichte setzt unmittelbar nach Slades dramatischer Rettung von Auren ein – und explodiert förmlich vor Intensität. Slades gnadenloser Rachefeldzug ist filmreif, brutal, kompromisslos und erinnert an die Wucht eines John Wick. Gleichzeitig entfaltet sich ein Netz aus Handlungssträngen, das so fesselnd ist, dass man die 730 Seiten kaum aus der Hand legen kann.

Auren, Slade und Malina tragen diesen Band auf ihren Schultern – und wie.
Auren wächst über sich hinaus, findet Antworten auf ihre Vergangenheit und kämpft mit einer Entschlossenheit, die tief berührt. Slade zeigt seine dunkelste, gefährlichste Seite und ist dabei faszinierend wie nie. Und Malina? Ausgerechnet sie wird zur Überraschung des Bandes: eine Figur, die vom verhassten Antagonisten zur Heldin ihres Volkes reift. Ihre Verbindung zu Dommik ist rätselhaft, elektrisierend und verleiht der Geschichte eine zusätzliche, prickelnde Ebene.

Die Nebenfiguren glänzen ebenso: Nenet, Estelia, Thursil und vor allem Emonie, die mit ihrer Wärme und Weisheit Momente schafft, die im Herzen nachhallen. Ihr Satz über Sternschnuppen (S. 365) ist einer dieser Augenblicke, die man nicht vergisst.

Zwischen grausamen Folterszenen, herzzerreißenden Verlusten – Nissas Tod hat mich selbst völlig aus der Bahn geworfen – und atemberaubenden Enthüllungen baut sich eine Spannung auf, die in den letzten hundert Seiten kaum auszuhalten ist. Die Welt ist düsterer, blutiger, intensiver als je zuvor, und genau das macht diesen Band so außergewöhnlich.

Kennedys Schreibstil trägt einen mühelos durch die Seiten. Das Worldbuilding ist episch, detailreich und lebendig, die Magie faszinierend, die Wesen einzigartig. Und ja – sie hat es geschafft, gleich drei unwiderstehliche Bookboyfriends zu erschaffen. Wie soll man sich da entscheiden?

Fazit:
Ein emotionaler Orkan, ein erzählerisches Feuerwerk und ein Fantasy-Highlight, das süchtig macht. Dieser Band ist düster, brutal, wunderschön und absolut fesselnd. Eine Reihe, die man nicht nur liest, sondern erlebt.
Klare 5 von 5 Sternen und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Geht so..

After love
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„After Love“ ist für mich der bisher schwächste Teil der Reihe. Obwohl Anna Todd ihren gewohnt fesselnden Schreibstil beibehält und es durchaus Kapitel gab, die ich schnell verschlungen habe, wirkt dieser ...

„After Love“ ist für mich der bisher schwächste Teil der Reihe. Obwohl Anna Todd ihren gewohnt fesselnden Schreibstil beibehält und es durchaus Kapitel gab, die ich schnell verschlungen habe, wirkt dieser Band insgesamt deutlich langatmiger und mit unnötigem „Puffer-Material“ gefüllt. Die ständigen Wiederholungen – sowohl in den Streitereien als auch in den erotischen Szenen – lassen die Handlung oft auf der Stelle treten.

Die Beziehung zwischen Tessa und Hardin zeigt hier ihre destruktivste Seite. Beide verhalten sich widersprüchlich, egoistisch und emotional unausgeglichen, was zwar zur Dynamik der Reihe gehört, aber in diesem Band besonders ermüdend wirkt. Tessas Entscheidung, nach Seattle zu gehen, fand ich grundsätzlich stark – umso unverständlicher war ihr anschließendes Hin-und-Her, das die dringend nötige Beziehungspause ad absurdum führt. Auch Hardins Verhalten bleibt problematisch: Er erwartet Kompromisse, die er selbst nicht bereit ist einzugehen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist Tessas Vater, dessen Auftauchen zwar Potenzial gehabt hätte, aber durch den extremen Zufall und die oberflächliche Behandlung seiner Probleme eher konstruiert wirkt. Ähnlich verhält es sich mit dem großen Twist am Ende: überraschend, ja – aber nicht organisch eingebettet und ohne echten Einfluss auf die bisherige Handlung.

Was mich am meisten gestört hat, ist die zunehmende Überzeichnung der Figuren. Tessa wirkt stellenweise fast überperfekt, während sich gefühlt jeder Charakter um sie dreht. Gleichzeitig bleibt Hardin in seinen Mustern gefangen, ohne dass die Geschichte diese Dynamik wirklich hinterfragt. Das Vierecks-Drama setzt dem Ganzen die Krone auf und wirkt unnötig aufgebläht.

Trotz all dieser Kritikpunkte bleibt die Reihe fesselnd – Todd versteht es, Emotionen zu schüren und Cliffhanger zu setzen. Doch „After Love“ verliert sich zu sehr im Drama und zu wenig in echter Entwicklung. Für Fans der Reihe sicher lesbar, aber im direkten Vergleich zu den Vorgängern deutlich schwächer.

Fazit: solide Fortsetzung mit starken Momenten, aber zu viel Wiederholung und zu wenig Substanz. 3 von 5 Sternen.

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