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Veröffentlicht am 12.10.2021

Langsam anrollende Flut

Flut
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Finn Walker ist ein sehr engagierter Agent und Ermittler der Küstenwache. Er muss jetzt aber den für ihn wohl härtesten und emotionalsten Fall seiner bisherigen Laufbahn lösen, denn einer seiner Kollegen ...

Finn Walker ist ein sehr engagierter Agent und Ermittler der Küstenwache. Er muss jetzt aber den für ihn wohl härtesten und emotionalsten Fall seiner bisherigen Laufbahn lösen, denn einer seiner Kollegen wurde ermordet und ein anderer schwer verletzt. Erste Hinweise führen zu einen groß angelegten Drogenschmugglerring. Und diesen kann man nur mit Feingefühl begegnen.
Aber da hat er die Rechnung nicht mit Gabby gemacht - einer schnüffelnden Journalisten mit schwerwiegender Vergangenheit. Denn sie hat durch diverse Enthüllungsstorys viele Feinde auf sich gezogen.
Zudem schlägt auch Finns Herzen für diese spezielle Journalistin, die es nicht scheut sich in Gefahr zu begeben.

Dani Pettrey verfügt über eine anfangs sehr stille und auch leider verwirrende Schreibweise, so dass man als Leser in verschiedenen Szenen geworfen wird, ohne Hintergrundinformationen zu haben. Man muss immer wieder sich neu zusammenreimen, wer, wie, wann, wo ist oder in welcher Verbindung. Das macht das Lesen sehr anstrengend zu Beginn.
erst nach und nach bildet sich ein Geflecht und man kann die einzelnen Personen in Bezug zueinander setzen.
Dann wirkt es auf einmal flüssiger und eben auch fortschreitender in der Handlung, so dass man sich als Leser endlich abgeholt fühlt.
Die Story ist eben anfangs sehr hakelig und dann erst kommt sie in Schwung. So lernt man auch die Personen besser kennen und wie sie gewinnen an Authentizität. Es macht dann Spaß und die Begierde an das Geschehen wächst.
Auch das Ende ist einfach gekonnt auf den Höhepunkt gebracht.
Schade, dass man so lange warten muss. man könnte meine, der Autor macht ein Wachstum anhand seiner eigenen Figuren.

Es ist kein langweiliges Buch, nur eben nicht immer mit einem roten Faden versetzt.
Man ist als Leser gefordert. Man muss sich etwas durchkämpfen, aber es lohnt sich.
Was den Titel und das Cover angeht, so scheint es leider auch nicht stimmig, denn mit der Handlung selbst scheint es kaum was zu tun zu haben.

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Veröffentlicht am 07.10.2021

Wanderungen für die Sinne

Mit Geist & Füßen
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Das Buch "Mit Geist & Füßen im Elsass" gehört zu einer Wander-Reihe.

Das spezielle daran sind neben den vielen tollen Bildern eben die Texte für die Sinne.

Man bekommt zahlreiche Informationen zur Geschichte ...

Das Buch "Mit Geist & Füßen im Elsass" gehört zu einer Wander-Reihe.

Das spezielle daran sind neben den vielen tollen Bildern eben die Texte für die Sinne.

Man bekommt zahlreiche Informationen zur Geschichte und auch zur Natur entlang der Wege.

Dabei ist dieses Buch sehr vielfältig, denn es beinhaltet gleich 17 Wanderungen von kurzer Strecke, fast Spaziergängen bis hin zu geübten Touren mit mehr Höhenanstieg und dafür prächtigen Aussichten.

Jede Tour ist dabei einzigartig und wird dem Wanderer schon fast schmackhaft gemacht mit den vielen Bildern der Sehenswürdigkeiten und der perfekt zusammengefassten geschichtlichen Informationen, so dass man eintaucht in die Entstehungsgeschichte der jeweiligen Region oder den Gebäuden.

Dazu bekommt man auch viele kleine Tipps und so eben auch Lust zum wandern.



Hervorragend ist dabei eben nicht nur der persönliche und frische Schreibstil, sondern eben auch die Infoanmerkung zur jeweiligen Strecke. So bekommt man immer Details zur Länge der Wanderung, der ungefähren Dauer, Höhenzunahme und eben auch Start/Zielpunkte.

Eine kleine geografische Karte zeigt zudem die Wegstrecke mit Etappenpunkten.

Dabei handelt es sich stets um Rundwanderwege, so dass man eben am Startpunkt wieder angelangt und dazu immer nur halbtagestouren. Entspannter kann man seinen Geist wohl kaum freien Lauf lassen.

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Veröffentlicht am 04.10.2021

Maskarade unter Verschwörungstheoretikern

Ankertod
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Kira Jensen ermittelt scharfsinnig und sehr genau, aber leider muss sie dies im Team machen und dafür scheint sie nicht geboren zu sein. Denn ihr direkter Vorgesetzter Baer macht es ihr eben auch nicht ...

Kira Jensen ermittelt scharfsinnig und sehr genau, aber leider muss sie dies im Team machen und dafür scheint sie nicht geboren zu sein. Denn ihr direkter Vorgesetzter Baer macht es ihr eben auch nicht leicht.

Als plötzlich eine nackte Leiche im Feld gefunden wird, wird es vor allem haarig, da ein merkwürdiges Symbol auf seinen Oberkörper prangt. Ein Symbol, dass nach intensiver Recherche aus der Szene der Verschwörungstheoretikern stammt.

War der getötete Journalist etwa einer heißen Spur auf den Weg, oder hat er zu viel nachgefragt? Die Gründe für den Mord könnten vielfältig sein.

Zudem plötzlich eine weitere Leiche auftaucht mit ebenfals dieser Zeichung auf dem nacken Oberkörper.

Die Jagd kann beginnen.


Stefan Wollschläger schafft es schon bei den ersten Seiten den Leser zu packen und in den Bann zu ziehen. Die Stimmung wird gut insziniert und die Personen sind sehr gut ausgearbetitet, so dass diese sehr authentsich wirken und auch eine gewisse Entwicklung erfahren.

Dabei behält man sehr gut den Überblick, trotz dessen, dass es hier zwei paralelle Handlungen gibt.

Aber beide finden eben zum Ende zueinander, und das auf eine nicht zuvor vorhersehbare Weise. Das macht eben das gesamte Buch aus .

Man ist gespannt und das Zeile für Zeile. Es gibt keine langatmigen Momemte oder gar stille Momente. Dennoch spürt man die Liebe und Verbundenheit zum Meer, so dass hier der Lokalkolorit sehr gut zur Geltung kommt.

Man fliegt als Leser nur so durch die Seiten und ist voller gieriger Erwartung, was als nächstes geschieht.

Ein Kriminalroman mit viel Tiefe, Spannung und auch Herz.

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Veröffentlicht am 21.09.2021

Wenn Mondblumenwünsche wahr werden

Someone like you
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Wenn man einen Neuanfang machen muss, so ist dies nicht immer leicht. Und auch für Nora scheint diesmal was ganz Neues. Sie zieht weg von der Stadt in eine beschauliche und verschlafene Gegend mit dem ...


Wenn man einen Neuanfang machen muss, so ist dies nicht immer leicht. Und auch für Nora scheint diesmal was ganz Neues. Sie zieht weg von der Stadt in eine beschauliche und verschlafene Gegend mit dem Namen Moonflower Bay.
Hier will sie weit weg von ihrer Vergangenheit ganz neu anfangen und hat die Chance als Ärztin eine Praxis zu übernehmen.
Schnell muss sie erfahren, dass hier offensichtlich alle Bewohner bereits auf sie gewartet haben und sie schon fast auf Händen tragen, da sie alle so dringen einen Arzt brauchen. Das sie so sehr willkommen geheißen wird, konnte sie nicht ahnen, zudem sie doch nur vorrübergehend hierbleiben will, bis sie zusammen mit ihrer Schwester ein Haus gekauft haben.
Mit so viel Hilfe hat sie da nicht gerechnet.
Und dann hilft ihr ausgerechnet Jake, der eher zurückgezogene und wenig redselige aber äußerst attraktive Mann, der eben fernab am See auf einem Cottage lebt.
Er ist als Einzelgänger bekannt und schließt sich nie bis selten an Aktivitäten der Kleinstadt an, umso erstaunlicher ist es, dass er sich plötzlich gegenüber Nora öffnet und dabei seine verletzte Seele preisgibt.

Zwei Seelen die sich offensichtlich gefunden haben aus der eine tiefe Freundschaft erwächst, aber ist da auch eine Chance für die Liebe, da beide prägende Vergangenheiten haben?

Die Geschichte findet mitten in der Kleinstadt Moonflower Bay statt und man lernt nach und nach deren Bewohner kennen. Und die könnten wohl nicht unterschiedlicher sein, aber dennoch bilden sie eine eingeschworene kleine Gemeinschaft.
Der Schreibstil ist flüssig und leicht, so dass man schnell im Geschehen ist. Die einzelnen Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und wirken entsprechend authentisch und machen auch eine Entwicklung durch. Die Beschreibungen sind sehr plastisch, so dass man als Leser auch ein stiller Beobachter mitten in dieser ganz liebeswürdigen Kleinstadt ist.
Die Romantik und auch die Spannung kommen hier nicht zu kurz, so dass es eben auch viel Herzschmerz gibt und auch Passagen an denen gelacht werden darf.
Einzig, dass die Story teils sehr bekannt anmutet und an Inhalte von Serien wie „Gilmore Girls“ erinnert macht es etwas langweilig und man kann vieles erahnen, wie es denn möglicherweise weiter geht.
Und dennoch fühlt man sich als Leser gemütlich eingepackt und kann in den kleinen Liebeschaos mit versinken.

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Veröffentlicht am 21.09.2021

Kreuzfahrt in die Vergangenheit

Dampfer ab Triest
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Bruno Zabini ist ein absoluter Lebemann. Er genießt die süßen Stunden mit Frauen und das Leben in seinen vollen Zügen. Aber er ist auch ein Arbeitstier durch und durch. Als Inspector arbeitet er stets ...

Bruno Zabini ist ein absoluter Lebemann. Er genießt die süßen Stunden mit Frauen und das Leben in seinen vollen Zügen. Aber er ist auch ein Arbeitstier durch und durch. Als Inspector arbeitet er stets gewissenhaft an seinen Fällen und da mit viel Vertstand und Taktik. Anders als seine Kollegen setzt er dabei auch schon mal auf die neumodische Technik und ist begeistert von Entwicklungen. So ist er fasziniert von der Photographie statt sich Skizzen von tatorten zu machen.


Als Bruno dann auf der Thalia - einen Vergnügungsdampfer - inkognito ermitteln und den Grafen von Urbanau beschützen soll, so ist er dennoch anfangs skeptisch,denn das ist eine Welt voller Reichtum und betuchten Menschen die ihn so gar nicht zusagt.


Es fällt ihm sichtlich schwer seinen Platz zwischen den ganzen hochwohlgeborenen Passagieren zu finden, aber dennoch gelingt es ihm. Und so lernt er eben auch hier kennen, dass nicht alles Gold ist was glänzt und auch die Reichen ihre Geheimnisse haben. Und die können mitunter tödlich sein.


Günter Neuwirth hat es geschafft den Leser schon in den ersten Seiten in den Bann zu ziehen in eine vergangene Welt, wo die Automobilindustrie in den Kinderschuhen steckte und sich nur reiche und gutbetuchte Menschen eine Kreuzfahrt leisten konnten.

Dabei spielen nicht nur die Bilder, die er vor den inneren Auge erscheinen lässt die Hauptrolle, sondern die Wahl der Sprache. Die "altmodische" und "erhabene - sehr wohlerzogene" Wortwahl lässt in die Vergangenheit des Hochadels eintauchen, wie man es bisher kaum von anderen Autoren kennt. Man entwickelt fast schon eine Faszination für die damalige Zeit und auch das strikte Gesellschaftssystem.

Natürlich ist auch die Story an sich gekonnt aufeinander abgestimmt und in sich kompakt und schlüssig. Dabei ist eben weniger die Spannung und die Kriminalistik im Vordergrund, sondern eben das allgemeine Geschehen an Bord der Thalia, was wirkt, als sei man der stille Beobschter und dabei wird es nie langweilig.

Definitiiv ein gelungenes Buch mit viel schriftstellerischer Rafinesse.

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