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Veröffentlicht am 14.05.2026

Viel drum, aber wenig Tiefe

Sieben Tage im Juni
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Sieben Tage im Juni war für mich ein Buch, in das ich mit einer Mischung aus Neugier und hohen Erwartungen gestartet bin. Die Prämisse klang nach genau der Art Geschichte, die mich normalerweise sofort ...

Sieben Tage im Juni war für mich ein Buch, in das ich mit einer Mischung aus Neugier und hohen Erwartungen gestartet bin. Die Prämisse klang nach genau der Art Geschichte, die mich normalerweise sofort packt: zwei Autor*innen, eine gemeinsame Vergangenheit, viel unausgesprochene Spannung. Und tatsächlich gibt es Momente, in denen ich richtig in der Geschichte versunken bin – besonders dann, wenn Eva und Shane aufeinandertreffen und man spürt, wie viel zwischen ihnen unausgesprochen geblieben ist.

Was mich am meisten berührt hat, war Evas Umgang mit ihrer Migräne. Da steckt so viel Realität drin, so viel Belastung, die oft unsichtbar bleibt. Diese Passagen fühlten sich für mich unglaublich authentisch an und haben dem Roman eine Tiefe gegeben, die ich mir an anderen Stellen öfter gewünscht hätte. Auch die Beziehung zwischen Eva und ihrer Tochter hat mich immer wieder zum Lächeln gebracht – warm, lebendig, liebevoll.

Trotzdem hat mich das Buch nicht so mitgerissen, wie ich es mir erhofft hatte. Ich hatte oft das Gefühl, dass die Geschichte zu viel will: zu viele Themen, zu viele Nebenhandlungen, zu viele Figuren, die alle gleichzeitig Raum beanspruchen. Dadurch verliert sich die eigentliche Liebesgeschichte manchmal im Hintergrund. Und gerade die Chemie zwischen Eva und Shane – die ja das Herzstück sein sollte – hat für mich nicht durchgehend funktioniert. Ich habe nicht immer gespürt, warum diese sieben Tage damals so lebensverändernd gewesen sein sollen.

Auch stilistisch war ich zwiegespalten. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, man kommt gut voran. Gleichzeitig gab es Passagen, die mir zu überladen oder zu sprunghaft waren, sodass ich emotional nicht so tief eintauchen konnte, wie ich es mir gewünscht hätte. Manche Szenen wirkten fast wie kleine Inseln, die nicht ganz miteinander verbunden sind.

Am Ende bleibt für mich ein Roman, der viel Potenzial hat und in einzelnen Momenten wirklich glänzt – aber nicht konsequent genug, um mich vollständig zu überzeugen. Ich hatte schöne Lesemomente, aber auch solche, in denen ich gedanklich abgeschweift bin.

Für mich sind es deshalb solide 3 von 5 Sternen: ein Buch mit Herz, wichtigen Themen und starken Szenen, das aber nicht die emotionale Wucht entfaltet, die ich mir erhofft hatte.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Ein leises, warmes Wohlfühlbuch über Mut und erste Liebe

Wie Wellen im Sturm
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Wie Wellen im Sturm hat mich sofort abgeholt – nicht mit großen Dramen, sondern mit dieser stillen, ehrlichen Art, die direkt unter die Haut geht. Louise war mir von Anfang an nah: ein Mädchen, das sich ...

Wie Wellen im Sturm hat mich sofort abgeholt – nicht mit großen Dramen, sondern mit dieser stillen, ehrlichen Art, die direkt unter die Haut geht. Louise war mir von Anfang an nah: ein Mädchen, das sich jahrelang unsichtbar gefühlt hat und plötzlich an einem Ort landet, an dem sie zum ersten Mal wirklich atmen kann. Das Internat an der Nordsee, das Fußballteam, die neuen Freundschaften – all das fühlt sich an wie ein vorsichtiges Wiederankommen im eigenen Leben.

Besonders berührt hat mich, wie behutsam Louises Gefühle für Mika beschrieben werden. Dieses leise Staunen, das Zögern, die Unsicherheit – es wirkt so echt, dass ich vieles davon sofort wiedererkannt habe. Gleichzeitig bleibt Mika lange schwer greifbar, was die Spannung zwischen den beiden nur verstärkt. Als sich ihre Beziehung dann endlich bewegt, ging mir das Tempo allerdings etwas zu schnell. Gerade weil beide so viel mit sich selbst ausmachen, hätte ich mir ein paar Zwischentöne mehr gewünscht.

Sehr mochte ich die Atmosphäre: das Meer, das Internat, die kleinen Alltagsmomente, die zeigen, wie selbstverständlich queere Identität hier gelebt wird. Das tut gut. Auch Louises Entwicklung – vom schüchternen Rückzug hin zu mehr Selbstvertrauen – ist schön zu beobachten.

Ein Punkt, der mich etwas rausgebracht hat, waren die vielen Passagen aus ihrer selbstgeschriebenen Fantasy‑Geschichte. Ich verstehe, was sie erzählerisch leisten sollen, aber für mich nahmen sie etwas zu viel Raum ein und haben mich manchmal aus der eigentlichen Handlung gezogen.

Trotzdem bleibt das Buch für mich ein warmes, queeres Jugendbuch, das Mut macht und ein wohliges Gefühl hinterlässt. Ein schöner Auftakt, der Lust auf die weiteren Bände macht.

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Veröffentlicht am 12.05.2026

Fakedate und Sportsromance in Einem

Chasing Hearts
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Chasing Hearts hat mich sofort gepackt. Ich hatte das Buch schon lange im Blick, und als ich es endlich in den Händen hielt, war dieses Gefühl da, dass es genau das Richtige für den Moment ist. Schon nach ...

Chasing Hearts hat mich sofort gepackt. Ich hatte das Buch schon lange im Blick, und als ich es endlich in den Händen hielt, war dieses Gefühl da, dass es genau das Richtige für den Moment ist. Schon nach wenigen Seiten war ich komplett drin.

Was mich am meisten berührt hat, war Georgia. Ihre Stärke, ihre Verletzlichkeit, ihr Kampfgeist – all das fühlt sich unglaublich echt an. Man spürt, wie viel Mut es kostet, sich in einer Welt zu behaupten, die Frauen immer noch misstrauisch beäugt. Luca dagegen bringt eine Leichtigkeit mit, die perfekt zu ihr passt. Er wirkt erst wie der typische Charmeur, zeigt aber schnell Tiefe und Herz. Zusammen haben sie eine Dynamik, die sofort knistert, ohne künstlich zu wirken.

Die Rennmomente sind intensiv, aber nie überladen. Man spürt das Adrenalin, ohne dass es zu technisch wird. Die spicy Szenen sind sinnlich, warm und genau richtig dosiert. Und die Nebenfiguren tragen ihren Teil dazu bei, dass sich die Geschichte lebendig anfühlt.

Das Cover hat mich im Nachhinein richtig überzeugt. Es wirkt modern, sportlich und fängt die Stimmung des Buches erstaunlich gut ein – nicht laut, sondern stimmig und atmosphärisch.

Am Ende bleibt ein Roman, der nicht nur unterhält, sondern auch etwas in einem bewegt. Eine Geschichte über Liebe, Mut und das Recht, seinen Platz einzufordern. Für mich ein echtes Herzensbuch und ganz klar 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 09.05.2026

Besser als erwartet

Marconi und der tote Krabbenfischer
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Massimo Marconi stolpert in diesem Krimi nicht nur in einen Mordfall, sondern auch in ein komplett neues Leben – und genau das macht die Geschichte so greifbar. Sein Umzug von München nach St. Peter‑Ording ...

Massimo Marconi stolpert in diesem Krimi nicht nur in einen Mordfall, sondern auch in ein komplett neues Leben – und genau das macht die Geschichte so greifbar. Sein Umzug von München nach St. Peter‑Ording fühlt sich an wie ein Sprung ins kalte Wasser: fremde Landschaft, fremde Mentalität, plötzlich Verantwortung für zwei Kinder, die er kaum kennt. Diese Überforderung ist spürbar, aber nie schwer – eher menschlich, manchmal sogar leise komisch.

Der Fall selbst überzeugt durch ein Motiv, das erschreckend aktuell wirkt. Dazu kommt eine Sprache, die leicht und natürlich fließt, mit kleinen Momenten, in denen der Humor des Autors durchblitzt. Ich mochte besonders, wie liebevoll der Norden beschrieben wird – rau, weit, ein bisschen störrisch, aber voller Charme. Als jemand, der im Süden lebt und den Norden im Herzen trägt, hat mich das sofort abgeholt.

Zwischen Ermittlungen, Familienchaos und norddeutschem Nieselregen wächst Marconi einem schnell ans Herz. Und ja: Die kulinarischen Einschübe sind gefährlich – ich habe ernsthaft überlegt, ob ich hier in München irgendwo Queller auftreiben kann, nur um diese Tagliatelle nachzukochen.

Am Ende bleibt ein Krimi, der nicht laut sein muss, um zu wirken: atmosphärisch, warm, mit einem Protagonisten, der Ecken hat und genau deshalb funktioniert. Ein sehr schöner Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht.

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Veröffentlicht am 09.05.2026

Okay aber nicht mehr

World of Lehrkraft
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Das Cover ist interessant und man kann hier eben auch gleich den Autor sehen. Es macht durchaus Lust des Buch zu lesen.

Aber insgesamt ist zu sagen, dass die Lektüre mich nur phasenweise gut unterhalten ...

Das Cover ist interessant und man kann hier eben auch gleich den Autor sehen. Es macht durchaus Lust des Buch zu lesen.

Aber insgesamt ist zu sagen, dass die Lektüre mich nur phasenweise gut unterhalten hat. Manche Wortspiele und Pointen funktionieren, andere wirken bemüht oder schlicht überzogen. Der Erzähler selbst verliert auf dem Papier viel von dem Charme, den man aus seinem Bühnenprogramm kennt, und genau das macht das Lesen manchmal anstrengend. Einige Episoden fühlten sich so überdreht an, dass ich sie übersprungen habe, weil sie mich eher abgeschreckt als neugierig gemacht haben.

Wer Herr Schröder oder World of Lehrkraft noch nicht kennt, findet hier vielleicht leichte Unterhaltung für zwischendurch. Für mich blieb es jedoch hinter den Erwartungen zurück: zu viel inszenierte Comedy, zu wenig echte, charmante Einblicke in den Schulalltag.

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