Schein und sein
Die Protagonistin Tess ist That Girl, eine junge Frau, deren Leben perfekt scheint. Morgens ein Avocado Toast mit Matcha, danach eine Runde Yoga und eine Skincare-Routine mit 10 Schritten. Sie hat ihr ...
Die Protagonistin Tess ist That Girl, eine junge Frau, deren Leben perfekt scheint. Morgens ein Avocado Toast mit Matcha, danach eine Runde Yoga und eine Skincare-Routine mit 10 Schritten. Sie hat ihr Leben im Griff, zeigt auf Instagram ihre Routinen und Affirmationen und lässt ihre Follower an ihrem Datingleben teilhaben. Doch das ist nur das Bild von ihr, was sie zeigen möchte, denn eigentlich hat sie die gleichen Probleme wie die meisten anderen Mitte 20. Als sie Leo kennenlernt, soll mit ihm endlich alles anders laufen, als mit den unverbindlichen Männern davor.
Das Buch soll wahrscheinlich zeigen, wie trügerisch die Darstellungen auf TikTok und Instagram sind, wie sie junge Frauen unter Druck setzen, perfekt zu sein und alle Anforderungen, welche die Gesellschaft an sie stellt, mühelos zu erfüllen. Die Protagonistin durchläuft während des Buches leider gar keine Entwicklung, sie kann ihre Bedürfnisse nicht äußern und keine Grenzen setzen, ihr love interest wird idealisiert und sie ist, obwohl sie fast zwanghaft versucht, es nicht zu sein, der Inbegriff eines pick-me-girls. Das ist wirklich mühsam zu lesen, da sich auch zum Ende hin nicht abzeichnet, dass bei ihr eine Veränderung stattgefunden hat und sie ihren Selbstwert nicht auf male validation aufbaut. Auch wenn der Anfang vielversprechend war, für mich leider nichts.