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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.02.2026

Berührende Auseinandersetzung mit einschneidenden Lebensveränderungen

Die Liebe, später
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Nach einer schwierigen OP fällt es Kora schwer, wieder ins Leben zurück zu finden. Sie fragt sich, ob sie und ihr Mann noch die gleichen Ziele verfolgen, ob sie in ihren Job zurückkehren möchte und was ...

Nach einer schwierigen OP fällt es Kora schwer, wieder ins Leben zurück zu finden. Sie fragt sich, ob sie und ihr Mann noch die gleichen Ziele verfolgen, ob sie in ihren Job zurückkehren möchte und was sie eigentlich von ihrem weiteren Leben erwartet. Kora spürt, dass wichtige Entscheidungen anstehen und sie ihr Leben in die Hand nehmen muss.

Die Stimmung des Buches ist vor allem zu Beginn recht melancholisch, ein schwelgen in der Vergangenheit, was-wäre-wenn-Szenarien und man spürt die Ungewissheit, welche die Protagonistin begleitet. Gisa Klönne gibt Koras Gedanken Raum und beschreibt das Durcheinander an Gefühlen, welche durch ein einschneidendes Erlebnis hervorgerufen werden können. Es spricht viel Lebenserfahrung aus der Geschichte und man hat das Gefühl an den Lebensweisheiten der Autorin teilhaben und von ihr lernen zu können. Durch Rückblicke in die Zeit kurz nach der Operation wird der Kontrast in Koras Gedanken und ihrem eingeschränkten Bewegungsradius zu ihrem Erleben der Welt im Jetzt eindrücklich dargestellt.
Ein Buch was zum nachdenken anregt und mit dem sich wahrscheinlich vor allem Menschen identifizieren können, die in einem ähnlichen Alter sind, doch auch Jüngere können davon profitieren.

Veröffentlicht am 05.01.2026

Berührende und ruhige Erzählung

Mathilde und Marie
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Durch eine Zufallsbekanntschaft auf ihrer Flucht aus Paris gelangt die junge Französin Marie in das kleine belgische Dörfchen Redu, welches aus der Zeit gefallen scheint. Dort kann sie tief durchatmen, ...

Durch eine Zufallsbekanntschaft auf ihrer Flucht aus Paris gelangt die junge Französin Marie in das kleine belgische Dörfchen Redu, welches aus der Zeit gefallen scheint. Dort kann sie tief durchatmen, auch im übertragenen Sinne und lernt nach und nach die Besonderheiten dieser Gemeinschaft kennen.

Die Erzählung beschreibt eine Ruhe, die sich nur in der Natur finden lässt, fernab von Großstädten, dem Lärm, dem Trubel, dem Schmutz und den Abgasen. Dabei entwickelt sich die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, die dem Dorfgeschehen und den zwischenmenschlichen Aspekten mehrere Dimensionen verleihen. Der Autor ergießt sich glücklicherweise nicht in seitenlangen Beschreibungen der Natur, was ich fast schon erwartet hatte und sonst gerne überspringe. Stattdessen haben die Kapitel eine angenehme Länge man kann immer doch noch ein weiteres lesen. Manche Sätze waren mir etwas zu pathetisch-philosophisch und klangen nach gewollt tiefgründigen Lebensweisheiten. Die Handlung des Buches spricht oft für sich, sodass allzu viele Weisheiten gar nicht notwendig gewesen wären. Dennoch liest es sich insgesamt sehr stimmig und berührend.
Gerade jetzt zu Beginn des neuen Jahres lädt das Buch zum innehalten, runterkommen, sich dem wesentlichen bewusst werden ein.

Veröffentlicht am 29.10.2025

Über das erwachsen werden

Beste Zeiten
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Sickan zieht von der Kleinstadt nach Stockholm, um ihrem alten Leben zu entkommen. Weg von dem ständigen anecken, dem Mobbing, den verständnislosen Eltern. Mit dieser Chance, neu anzufangen, stellt sich ...

Sickan zieht von der Kleinstadt nach Stockholm, um ihrem alten Leben zu entkommen. Weg von dem ständigen anecken, dem Mobbing, den verständnislosen Eltern. Mit dieser Chance, neu anzufangen, stellt sich aber auch die Frage, wie das eigentlich funktioniert mit den Freundschaften oder dem Dating und wie Sickan herausfinden kann, wer sie ist und was sie vom Leben möchte.

„Beste Zeiten“ ist ein klassischer Coming of Age Roman, mit der unangepassten Protagonistin Sickan, die in ihrer Jugend viele prägende Erlebnisse hatte. Die Autorin schafft es das jugendliche Paradox stetiger Unsicherheit und gleichzeitig einer Art naivem Selbstbewusstsein auszuloten und auf nachvollziehbare Weise darzustellen. Sie schafft es, dass man ganz in das Studentenleben eintaucht und genauso in die Gedankenwelt einer ewigen Außenseiterin, die jede ihrer Verhaltensweisen und die ihrer gegenüber analysiert und hinterfragt. Immer wieder werden in der Übersetzung schwedische Worte stehen gelassen, wodurch man dem Leben in Stockholm nochmal näher ist. Die Kapitel hatten eine angenehme Länge und waren vom Handlungsaufbau her gut strukturiert. Ein tolles Buch mit eingängigem Schreibstil, was bestimmt viele Menschen anspricht.

Veröffentlicht am 27.07.2025

Wissenschaft oder Liebe

Das Gefühl von Unendlichkeit
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Die Geschichte von Jack und Zoe beginnt, als beide ambitionierte Studenten sind und sich einen intellektuellen Wettstreit liefern. Zwischen wissenschaftlichem Erfolgsdruck und ihren Gefühlen zueinander, ...

Die Geschichte von Jack und Zoe beginnt, als beide ambitionierte Studenten sind und sich einen intellektuellen Wettstreit liefern. Zwischen wissenschaftlichem Erfolgsdruck und ihren Gefühlen zueinander, versuchen Sie den richtigen Weg zu finden.

Die Handlung des Buches spielt sich hauptsächlich im universitären wissenschaftlichen Umfeld ab, was durch die Vorlesungen, dem experimentieren im Labor, dem Wunsch nach akademischer Anerkennung dargestellt wird. Man liest die Geschichte sowohl aus Zoes als auch aus Jacks Sicht, erfährt dabei ihre familiären Hintergründe und ihre Motivation durch ihre wissenschaftliche Arbeit etwas zu bewegen. Für das wissenschaftliche Thema an sich hege ich kein besonderes Interesse, habe auch kein Hintergrundwissen in Chemie und Biologie sodass ich zahlreiche Passagen übersprungen habe, da ich sie schlichtweg nicht verstanden habe. Dennoch konnte ich der Story gut folgen, sie hat mich aber nicht nachhaltig beschäftigt.
Dieses Buch ist wahrscheinlich vor allem für Menschen interessant, die gerne ein akademisches Setting haben, es ist zwar eine Liebesgeschichte, jedoch liegt der Fokus nicht darauf.

Veröffentlicht am 11.05.2025

Eine berührende Geschichte über Herkunft und Familie

Beeren pflücken
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Ruthie, die kleinste Tochter einer indigenen Familie, verschwindet eines Tages bei der Blaubeerenernte. Ihr Bruder Joe gibt die Hoffnung nie auf, sie eines Tages wiederzusehen.
Gleichzeitig wird Normas ...

Ruthie, die kleinste Tochter einer indigenen Familie, verschwindet eines Tages bei der Blaubeerenernte. Ihr Bruder Joe gibt die Hoffnung nie auf, sie eines Tages wiederzusehen.
Gleichzeitig wird Normas Geschichte erzählt, die schon immer gespürt hat, dass es in ihrer Familiengeschichte zu viele Geheimnisse gibt.

Während man den Perspektiven der beiden über die Jahre folgt, spürt man ihre tiefe Verbundenheit zur Familie, ein Sehnen nach einem anderen Leben, ihre Liebe zur Natur, die lebendigen Erinnerungen. Der eindringliche und berührende Stil der Autorin verwebt die Gegenwart mit der Vergangenheit und die Lebensgeschichten von Joe und Ruthie miteinander. Dabei schafft sie Sichtbarkeit für die Geschichte und das Schicksal indigener Menschen. Manchmal traurig, bedrückend, mal voller Hoffnung und Glück, eine mitreißende Erzählung über Familie und Herkunft.

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