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Veröffentlicht am 08.06.2019

Hundefreunde aufgepasst!

Glück ist meine Lieblingsfarbe
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Schließ die Augen und stell dir vor die Sonne scheint dir ins Gesicht, du kannst die salzige Meeresbrise riechen und von allen Seiten fliegen dir spanische Wortfetzen und freudiges Hundegebell entgegen.

Oder ...

Schließ die Augen und stell dir vor die Sonne scheint dir ins Gesicht, du kannst die salzige Meeresbrise riechen und von allen Seiten fliegen dir spanische Wortfetzen und freudiges Hundegebell entgegen.

Oder du ließt Kristina Günaks neusten Sommerroman „Glück ist meine Lieblingsfarbe“ und begleitest die deutsche Aussteigerin Juli während ihres Abenteuers auf La Palma.

Nachdem sie ihrem tristen Bürojob im kühlen Hamburg entflohen ist gibt es für Juli nur ein Ziel: herausfinden wer sie eigentlich ist und was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Akten sortieren kann doch noch nicht alles gewesen sein. Und wo soll der Neustart besser gelingen, als auf der idyllischen Kanareninsel? Doch unerwarteter Weise wirft sie dort nicht nur ein gutaussehender, junger Mann aus der Bahn, nein, ein kleiner, verlassener Hund braucht dringend ein liebevolles zu Hause. Doch ist Juli wirklich schon bereit für so viel Verantwortung?

„Herz öffnen statt Kopf zerbrechen.“

Mit sehr viel Liebe zum Detail und einer ordentlichen Portion Humor schafft Kristina Günak für mich eines der schönsten Bücher dieses Sommers.
Jeder einzelne Charakter ist so einfühlsam und mit so viel Leichtigkeit ausgearbeitet, ohne dass es fade oder zu flach wirkt. Jeder von ihnen fand sofort einen Platz in meinem Herzen. Sei es die witzige Plaudertasche Juli, der gutherzige Immobilienmakler Quinn, die Marias bei denen man nie so ganz weiß, welche gerade eigentlich gemeint ist, der allseits beliebte Pedro, der freche Malte. Alle bekommen ihren ganz besonderen Raum in der Geschichte und nehmen einen auf, als wäre man Teil der Clique.
Es ist schön, zu beobachten wie sich Juli und Quinn auf ihrem Weg zu sich selbst immer wieder begegnen und sich nach einigen Startschwierigkeiten endlich näher kommen. Und auch die Freunde der beiden werden einem mit jedem Satz sympathischer, gerade die Tierischen.
Denn ein zentraler Punkt, neben der wunderschönen Liebesgeschichte, ist eine von Julis großen Leidenschaften. Ihre Liebe zu Hunden. Günak schafft es hier die zahlreichen Hunde nicht nur wie langweilige Accessoires wirken zu lassen, sondern gibt jedem von ihnen einen ganz individuellen Charakter und haucht ihnen so eine gehörige Portion Leben ein. Egal ob aufgedreht, ängstlich, dominant, intelligent, hier findet alles seinen Platz. Man sieht im einen Moment das freudige Schwanzwedeln vor Augen, im anderen würde man sich am liebsten mit in einer dunklen Ecke zusammenrollen und auf bessere Zeiten warten.
Ganz besonders war für mich auch die spanische Umgebung. Man fühlt sich sofort auf La Palma versetzt und macht in Gedanken selbst ausgiebig Urlaub zwischen Bergen und Meer. Einfach herrlich.

Tipp von mir: Hebt euch das Buch für den Sommerurlaub auf, dann müsst ihr es nicht aus der Hand legen und könnt die volle Ladung kanarisches Flair in einem Zug genießen.

Veröffentlicht am 02.06.2019

Perfekt für entspannte Stunden

Dein Herz vergisst nicht
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„Du kannst jemanden nicht an einem Tag lieben und am nächsten nichts mehr für ihn empfinden.“

Mit „Dein Herz vergisst nicht“ gelingt Jodi Perry ein netter Roman für entspannte Stunden.

Die Liebesgeschichte ...

„Du kannst jemanden nicht an einem Tag lieben und am nächsten nichts mehr für ihn empfinden.“

Mit „Dein Herz vergisst nicht“ gelingt Jodi Perry ein netter Roman für entspannte Stunden.

Die Liebesgeschichte rund um Jenna und ihre Jugendliebe Braxton scheint perfekt, seit sie Kinder waren sind beide ein Traumpaar und nun sogar frisch verheiratet. Doch ein Autounfall, der Jemma jede Erinnerung an ihr Leben nimmt, reißt beide je von Wolke sieben. Für Braxton steht fest, so einfach gibt er diese Frau nicht auf und beginnt ihr Briefe zu schreiben, die Jemma die außergewöhnliche Beziehung der beiden nochmal erleben lässt.

Der große Fokus des Buches liegt also auf den Briefen, was durch den Originaltitel „19 Letters“ noch besser zur Geltung kommt, weshalb ich mir auch auf dem Cover einen Bezug dazu gewünscht hätte. Von Beginn an sind die Briefe sehr emotional und wunderschön, man fühlt als Leser jedes geschriebene Wort mit. Perry schreibt insgesamt sehr leichtgängig, sodass die Zeit wie im Flug vergeht und man nur so durch die Seiten rast. Auch die beiden Hauptfiguren sind sehr sympathisch, gerade Braxton scheint der ultimative Mister Perfect zu sein. Bei den wenigen Nebenfiguren fehlt es mir etwas an Tiefe. Sie scheinen eher ein Mittel zum Zweck zu sein, was man aber zugunsten der großartigen Liebesgeschichte verschmerzen kann.

„Ich habe die Macht, mich nicht nur selbst neu zu erfinden, sondern mein eigenes Ende zu schreiben.“

Genau daran fehlt es dem Roman meiner Meinung nach. Neben der Tatsache, dass die Amnesie nur als Mittel zum Zweck genutzt wird, ohne dass man näheres dazu erfährt (medizinisch, psychologisch, therapeutisch o.ä.), erlebt der Leser keine Frau, die ihr Leben selbst in die Hand nimmt. Jemma ist während des gesamten Romans sehr fremdbestimmt. Sie trifft kaum eigene Entscheidungen und entdeckt die Welt nicht neu. Vielmehr bewegt Jemma sich in dem Rahmen, den Braxton ihr durch die Briefe gibt, ohne jemals etwas anderes auszuprobieren. Die Welt ist voller verrückter, spannender Dinge, warum hat sie daran kein Interesse? Egal, ob es die Vergangenheit oder Gegenwart betrifft, alles basiert einzig und allein auf den Briefen, was ich etwas schade finde. Auch ihre Zukunft spielt hier gar keine Rolle. Jemma ist nach dem Unfall arbeitslos, hat außer Braxton und Rachel keine Freunde, ihre Familie ist zerrüttet und sie hat keinerlei Hobbies oder Interessen, aber dennoch bleibt Jemma desinteressiert und teilnahmslos.

Für mich eine gelungene, leichte Lektüre für zwischendurch, die einlädt von der großen Liebe zu träumen.

Veröffentlicht am 17.03.2019

Hier liegen Freud' und Leid' ganz nah beeinander

Good Luck Chuck
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Wie viele Schicksalsschläge können einen Menschen treffen und was braucht es um ihn aus seiner Misere zu retten?

Peter Pastuszek taucht mit seinem Erstlingswerk „Good Luck Chuck“ in die Abgründe einer ...

Wie viele Schicksalsschläge können einen Menschen treffen und was braucht es um ihn aus seiner Misere zu retten?

Peter Pastuszek taucht mit seinem Erstlingswerk „Good Luck Chuck“ in die Abgründe einer Seele ein und erzählt in dem in Eigenregie veröffentlichten Roman eine ganz besondere Liebesgeschichte.

Der junge, stark depressive David bekommt die vernichtende Diagnose Krebs und beschließt statt eine Chemotherapie zu machen, sich einen letzten Traum zu erfüllen. Eine Reise nach New York. Dort angekommen trifft er auf die quirlige Coco, die sich nicht nur als seine Reiseleiterin versucht, sondern auch alles daran setzt den stillen, in sich gekehrten Mann aus seinem Schneckenhaus zu locken.

Die Story war für mich von Beginn an fesselnd, sodass ich eigentlich kaum aufhören konnte zu lesen. Auch wenn es die Geschichte die eigentlich eher unangenehmen Themen Depression und Krebs beinhaltet, wirkt die Story durch den intelligenten, leichtfüßigen Humor doch nicht zu schwer und der Fokus bleibt stets auf der Lovestory. Pastuszeks Schreibstil ist leicht und bildlich und regt dadurch sofort das eigene Kopfkino an. So macht mir das Lesen schon einmal Spaß.

Außerdem für mich die größte Stärke des Buches: die Charaktere. Auch wenn mir das Thema Depressionen zu Beginn völlig fremd war, war mir David sofort sympathisch. Durch die bildliche Sprache ist es leicht seine traurigen Gedanken nachzuvollziehen und mit David zu leiden. Dazu war Coco ein toller Gegensatz, mit ihrer eigenwilligen, chaotischen Art und ihrem besonderen Humor. Sie ist wunderbar erfrischend und es ist spannend zu verfolgen, was sie sich alles ausdenkt, um David immer aufs Neue herauszufordern und mit ihrer unbedarften Art zu verzaubern. Wenn es etwas gibt das beide beherrschen, dann ist das auf jeden Fall Romantik.

Mein einziger Kritikpunkt wäre, dass mir der faktische Hintergrund, gerade bei den Szenen, die die Krankheiten betreffen, teilweise etwas dünn war und gerade der Krebs ziemlich beschönigt auf mich gewirkt hat. Ich hätte mir da etwas mehr Tiefgang und vorherige Recherche gewünscht. Im Großen und Ganzen tut es dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch.

Mein Fazit: Jeder der auf Romantik steht und außergewöhnliche Hauptfiguren mag, ist mit „Good Luck Chuck“ gut beraten. Ich habe das Buch genossen und war von Beginn an vollkommen abgetaucht in die Story der beiden. Von meiner Seite aus gibt es zwei Daumen hoch, klare Kaufempfehlung.

Veröffentlicht am 17.03.2019

Sorgsam durchdachtes Drama trifft slapstickhaften Roadtrip

Das Gewicht eines Pianos
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Mit Chris Canders Roman „Das Gewicht eines Pianos“ geht der Leser auf die große Reise eines ganz besonderen Klaviers.

Los geht es mit der Russin Katya, die als junges Mädchen ihre Liebe zur klassischen ...

Mit Chris Canders Roman „Das Gewicht eines Pianos“ geht der Leser auf die große Reise eines ganz besonderen Klaviers.

Los geht es mit der Russin Katya, die als junges Mädchen ihre Liebe zur klassischen Musik entdeckt und daher ein Blüthner, ein deutsches Klavier, vererbt bekommt. Während sie sich im Laufe der Jahre zu einer talentierten Frau entwickelt, begleitet das Blüthner sie wohin sie auch geht. Bis eines Tages ihr Ehemann beschließt Russland zu verlassen. Doch wie soll eine Flucht gelingen mit diesem Gepäck?
Währenddessen begleiten wir auch Clara, die auf einem etwas anderen Roadtrip ihre persönliche Verbindung zum Blüthner, das sie als Mädchen von ihrem Vater bekam, auf die Probe stellt.
Beide verbindet das Klavier, doch trennt sie die Zeit.


Ich bin Fan von Romanen mit zwei Erzählsträngen, speziell wenn einer der beiden in der Vergangenheit liegt, deswegen hat mich das Buch erstmal angesprochen. Allerdings muss ich in diesem Rahmen auch leider beide Teile separat bewerten.

Katya ist von Beginn an eine interessante Erscheinung. Ihre Liebe zur Musik, die enorme Bindung zu diesem Piano und ihr großes Herz wirkt sofort sympathisch. Gerade die Tatsache, dass ihr Leben alles andere als leicht ist und sie mit vielen Schwierigkeiten kämpfen muss, seien es die Flucht aus Russland oder ihr gewalttätiger Ehemann, machen sie interessant und die Geschichte spannend.

Clara ist für mich leider der Schwachpunkt des Romans. Sie ist nicht besonders tiefschürfend dargestellt. Während man mit Clara durch das Death Valley fährt und ihr Blüthner verfolgt, ist es mir nahezu unmöglich gewesen eine Verbindung zu ihr aufzubauen. Ihre Handlung ist langweilig und führt ins nichts und ihr Charakter ist mir zu schwach ausgearbeitet. Deshalb bleibt Clara mir bis zum Schluss als langweilige, nichtssagende, egozentrische Frau im Kopf, die pausenlos nichts anderes tut, als sich selbst an erste Stelle zu setzen und ihr Umfeld nahezu unverschämt zu behandeln. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal eine Figur so wenig mochte.

Insgesamt haben mir Katyas Passagen also gut gefallen, wurden aber durch Clara zwischendrin immer wieder gestört. Zwischendrin war mir auch der Schreibstil Canders oft zu distanziert und analytisch, wo ich mir mehr emotionale Tiefe und Einfühlungsvermögen gewünscht hätte.


Obwohl mich einer der Handlungsstränge nicht überzeugen konnte, war es dank Katya doch ein nettes Buch für zwischendurch, das ich trotz allem ganz gern gelesen habe.

Veröffentlicht am 25.05.2019

Heiß wie nichts zuvor

Calendar Girl - Verführt
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Audrey Carlan schafft es mit der Geschichte um die junge Mia, Gefühle einer ganz anderen Art zu wecken.

So richtig angekommen ist Mia nicht im Leben. Nachdem sie ihre Kindheit und ihre bisherige Zeit ...

Audrey Carlan schafft es mit der Geschichte um die junge Mia, Gefühle einer ganz anderen Art zu wecken.

So richtig angekommen ist Mia nicht im Leben. Nachdem sie ihre Kindheit und ihre bisherige Zeit als Erwachsene damit verbracht hat sich und ihre Schwester mit mies bezahlten Jobs über Wasser zu halten, droht ihr jetzt auch noch einer der berüchtigsten Männer in ganz Vegas. Mia soll eine Millionen Dollar zahlen um die Spielschulden ihres Vaters zu begleichen. Und so beginnt ihre Reise als Callgirl. 12 Monate. 12 Männer. Von jedem 100.000 Dollar. Doch wer hätte ahnen können, dass bereits Mister Januar so eine Versuchung ist?

Für mich eine sehr heiße Lektüre für zwischendurch. Die Handlung ist nicht wirklich umfangreich, vorhersehbar und vollkommen unrealistisch, die Probleme eher klischeehaft, aber wenn jemand weiß, wie man erotische Szenen verpackt, dann Audrey Carlan.
Die Figuren sind sehr anschaulich und detailliert beschrieben, sodass es nicht schwer fällt sofort eine Beziehung zu ihnen aufzubauen und obwohl es meiner Meinung nach keinen wirklichen Spannungsbogen gibt, war das Buch niemals langweilig.
Wenn man auf Sex in Buchform steht, sollte man die Reihe auf jeden Fall lesen. Autoren wie E.L. James, Sylivia Day und so weiter können Audrey Carlan nach meinem Empfinden nicht das Wasser reichen.

Aber: Für mich war Band 1 mit Abstand der beste der Reihe, der Rest ist ganz nett, aber nicht weltbewegend.