Die Geschichte einer starken Frau
Die zentrale Figur dieses Buches ist die Jüdin Maria Kirschbaum.
Schon früh erkannte sie, wie verhasst die Juden in Deutschland zu Zeiten des Nationalsozialismus waren und versuchte ihren Ehemann davon ...
Die zentrale Figur dieses Buches ist die Jüdin Maria Kirschbaum.
Schon früh erkannte sie, wie verhasst die Juden in Deutschland zu Zeiten des Nationalsozialismus waren und versuchte ihren Ehemann davon zu überzeugen Deutschland zu verlassen. Dieser zögerte aber zu lange sodass das Paar mit seinen beiden Kindern erst in letzter Minute und unter allergrößten Strapazen die Flucht ergriff. Maria erweist sich als starke Frau, die nicht aufgibt und immer wieder neue Wege findet, ihre Familie in Sicherheit zu bringen während ihr Ehemann teilweise lethargisch alles über sich ergehen lässt.
Das Buch erzählt in zwei Zeitebenen. Die Vergangenheit ab dem Jahr 1939 in Deutschland und die Gegenwart 2023 in Brasilien, wo Sandra, die Enkelin Maria´s von June, der Tochter einer ehemaligen Freundin Maria´s kontaktiert wird. Die beiden machen sich auf, die ehemalige Fluchtroute der Familie Kirschbaum nachzureisen.
Das Buch ist packend, was die Vergangenheit angeht. Es ist erschütternd zu erfahren, was Menschen jüdischen Glaubens durchmachen mussten, erniedrigt wurden und um ihr Hab und Gut gebracht wurden. Sich in die Situation zu versetzen, seine Heimat zu verlassen um in einem fremden Land von vorne anzufangen, die Kraft aufzubringen, dies zu schaffen, das macht demütig.
Was die Geschichte in der Gegenwart betrifft, bin ich ein wenig enttäuscht. Ein Tagebuch, was seit Jahrzenten übersehen wurde, ein Autor, der zufällig in Erscheinung tritt dessen Schwester zufällig auch Buchhändlerin ist....
Schade ist auch, dass die Geschichte so unversehens endet und zumindest Maria´s Geschichte nicht bis zum Ende erzählt wurde