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Veröffentlicht am 20.09.2020

Starke Frauen

Das Haus der Frauen
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Mitte der 1920er Jahre schafft es das Ehepaar Peyron, voran Blanche, den Palast der Frau-en in Paris aufzubauen. Blanches Lebensaufgabe ist den Armen, als Mitglied der Heilsar-mee, zu helfen. Und heute ...

Mitte der 1920er Jahre schafft es das Ehepaar Peyron, voran Blanche, den Palast der Frau-en in Paris aufzubauen. Blanches Lebensaufgabe ist den Armen, als Mitglied der Heilsar-mee, zu helfen. Und heute kommt die einstige Anwältin Solene als Schreiberin in das Haus der Frauen. Sie lernt nach und nach einige der dort wohnenden Frauen kennen, ihre Geschichten und heilt selber langsam wieder. Diese Geschichten haben es in sich, machen betroffen.
Allerdings stellte sich das Mehr an Gefühl bei mir erst etwas später ein, nicht gleich beim Lesen. Der Schreibstil ist erzählend und dadurch entstand bei mir etwas Abstand.
Doch etwas packendes in der Schilderung habe ich vermisst, es war eher so ein beständi-ger ruhiger Lesefluss. Ich finde, da hätte mehr draus gemacht werden können. Denn ich konnte das Buch immer wieder gut zur Seite legen, es fesselte nicht so.

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Veröffentlicht am 10.09.2020

Mehr als fachlich gut

Ich stehe hier, weil ich gut bin
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Dilek Gürsoy wusste schon sehr früh, dass sie Ärztin werden will und hat dieses Ziel sehr hartnäckig verfolgt. In diesem Buch erzählt sie ihre Geschichte. Von Menschen, die sie schon früh unterstützt haben ...

Dilek Gürsoy wusste schon sehr früh, dass sie Ärztin werden will und hat dieses Ziel sehr hartnäckig verfolgt. In diesem Buch erzählt sie ihre Geschichte. Von Menschen, die sie schon früh unterstützt haben und später von ihrem Professor. Aber auch von ihrer Familie und ihrer starken Mutter.
Gut gefallen hat mir, dass auch Wegbegleiter von Dilek Gürsoy zu Wort kommen, auch ein Patient. Das gibt der Erzählung nochmal etwas besonderes.
Beeindruckt hat mich auch das Selbstbewusst von ihr, was wirklich berechtigt ist, womit aber sicherlich einige Leute nicht mit umgehen können. Jedenfalls, wenn das von einer Frau kommt. So habe ich wenigstens das Gefühl.
Es zeigt auf jeden Fall wie man gerade als Frau im Bereich Medizin, wenn man in eine hö-here Position möchte, zu kämpfen hat. Gegen Vorurteile und gegen die männliche Domi-nanz. Wo es nicht nur um das Fachwissen und Können geht sonders auch noch mit medialer Bekanntheit. Wie traurig, dass Dr. Gürsoy ihren Traum von einem Kunstherzzentrum aus eigener Kraft ins Leben rufen muss und in keiner Klinik einen entsprechenden Posten be-kommt. Es bleibt zu hoffen, dass sich in dem Bereich ganz schnell etwas bewegt.
Mit hat das Buch gut gefallen. Es ist in einem gut zu lesenden Stil geschrieben und zeigt auf, mit welchen Problemen man bzw. Frau heute weiterhin zu kämpfen hat.

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Veröffentlicht am 09.09.2020

Wunsch nach Freiheit

Die Wahnsinnige
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Im Jahr 1503 kämpft Johanna von Kastilien gegen die Zwänge ihrer Zeit und der Nachfolge als Regentin ihrer Mutter Isabella. Johanna will nicht regieren, nicht beichten und beten, sie will ihre Freiheit. ...

Im Jahr 1503 kämpft Johanna von Kastilien gegen die Zwänge ihrer Zeit und der Nachfolge als Regentin ihrer Mutter Isabella. Johanna will nicht regieren, nicht beichten und beten, sie will ihre Freiheit. Doch das scheint ihr als Frau gar nicht möglich zu sein. Als sie mit Philipp von Flandern verheiratet wird hat sie kurz die Hoffnung auf ein besseres Leben, wird aber schnell wieder enttäuscht.
Ihr Aufbegehren gegen Verrat, Intrigen und Manipulation wird von ihrer Umgebung als Wahnsinn hingestellt, ernst genommen wird Johanna nicht und muss ihr Leben weiter eingesperrt verbringen. Trotzdem gibt sie ihren Wunsch nicht auf.
Ein sehr guter Schreibstil, der mich sehr schnell mit Johanne mitfühlen ließ. Und ihr Prob-lem ist ja nicht nur auf die damalige Zeit begrenzt. Das zieht sich für Frauen durch die Jahrhunderte bis heute und anhand der damaligen streng katholischen, männlich domi-nierten Zeit, in der man massiv in eine Rolle gezwungen wird, wird das Problem sehr gut dargestellt.
Das Cover zeigt anhand einem Gesichtsteil von Johanna schon ganz gut wie es ihr geht. Ernst, nicht zufrieden oder glücklich, traurig. Oder interpretiere ich das hinein, nachdem ich den Roman gelesen habe? Auf jeden Fall hat die Autorin es geschafft die historische Figur der Johanna irgendwie mit in die heutige Zeit zu nehmen.

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Veröffentlicht am 04.09.2020

Metzgerhandwerk im Wandel

Fleisch ist mir nicht Wurst - Über die Wertschätzung unseres Essens und die Liebe meines Vaters zu seinem Beruf
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Anhand seiner Familiengeschichte erzählt der Autor etwas über die Geschichte der Metzger und natürlich auch über sich. Er führt uns unser heutiges Verhältnis zu unseren Nutztieren vor Augen, das durch ...

Anhand seiner Familiengeschichte erzählt der Autor etwas über die Geschichte der Metzger und natürlich auch über sich. Er führt uns unser heutiges Verhältnis zu unseren Nutztieren vor Augen, das durch die großen, modernen Schlachtbetriebe nicht mehr vorhanden ist. Würde es jedem Fleischesser von uns nicht gut tun dabei zu sein, wenn ein Schwein ge-schlachtet wird, damit wir dann was zu essen haben?
Dieses wollen sein Bruder (Metzger, der den Familienbetrieb weiter führt) interessierten Besuchern eines Bauernhofes zeigen und dabei schweifen die Gedanken von Klaus Richter ab. Schon der Großvater war Metzger und baute in Frankfurt ein eigenes Geschäft auf, was der Vater des Autoren erfolgreich weiter führte. Es zeigt, wie anstrengend und arbeitsinten-siv dieses Handwerk ist, worunter auch die Familie zu leiden hat.
Der Autor zeigt zum Ende des Buches was aus dem Metzgerhandwerk im Großen geworden ist, wie die Lebensmittelindustrie auf Gewinnmaximierung bedacht agiert Dazu die immer mehr werdenden Skandale die dann medial extrem ausgeschlachtet werden und den norma-len Bürger extrem verunsichern. Gerade die Berichterstattung wird erwähnt, der Bruder hat auc schon erlebt, wie so etwas läuft. Aber so passiert das nicht nur mit Lebensmitteln, auch mit Klima, Diesel usw. gibt es nur noch „Krisen“ die heftig ausgeschlachtet werden. Und als Krönung nun Corona. Also ein Buch, was sehr aktuell ist. Was uns dann wieder zeigt, wie irrelevant diese ganzen Themen waren, unter Corona erstmal nicht mehr vorhanden. Mehr noch. Corona zeigt die längst bekannten, unsäglichen Zustände und den Großschlachtereien auf. Doch nun ist es wieder still darüber geworden, ändert sich dort was? Medienhysterie? Und ob das dauerhaft was positiv verändert?
Der Schreibstil hat mir gefallen, alles ist gut lesbar und verständlich. Allerdings konnte mich das Buch erst im späteren Bereich so richtig überzeugen, wo Zustände und Zusammen-hänge in einer kurzen, verständlichen Art intensiv dargestellt werden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 23.08.2020

Dunkelklinge zum Zweiten

Das Lied des Wolfes
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Nach der Rabenschatten Trilogie geht die Geschichte mit Vaelin Al Sorna weiter im Lied des Wolfes. Vaelin ist der Herr des Nordturms und sorgt für Recht und Ordnung in seinem Bereich. Doch dann erfährt ...

Nach der Rabenschatten Trilogie geht die Geschichte mit Vaelin Al Sorna weiter im Lied des Wolfes. Vaelin ist der Herr des Nordturms und sorgt für Recht und Ordnung in seinem Bereich. Doch dann erfährt er von einer heraufziehenden Gefahr und seine einstige Liebe befindet sich mitten drin und Vaelin macht sich auf den Weg. Er trifft auf alte Gefährten während er sich in einem Netz aus Intrigen und Gefahr befindet. Heftige Schlachten und Tod begleiten seine Reise.
Ich persönlich bin ein Fan von Vaelin Al Sorna und habe mich gefreut wieder von ihm zu lesen. Der Schreibstil ist gut und ich habe schnell in die Geschichte rein gefunden. Die ver-schiedenen Fähigkeiten einiger Menschen und Gegebenheiten der Reiche haben sich wäh-rend des Lesens selbst erklärt. Jedenfalls habe ich das so empfunden. Bis gut über die Hälfte der 552 Seiten hat mir das Lesen richtig gut gefallen und ich bin nur so durch die Geschichte geflogen. Dann empfand ich die weitere Geschichte als langatmiger. Auch be-kanntes aus der früheren Trilogie, eine lange, brutale Schlacht und der gemeine Cliffhan-ger am Ende sind wieder da.
Das ist der Punkt, wo ich einen Stern abziehe, denn in diesen Romanen sind brutale Sze-nen halt normal, gehören dazu, auch Schlachten, doch wenn es sich zieht, allein vom Ge-fühl beim Lesen, und es mich an die Rabenschatten erinnert, dann finde ich es nun ein-fach nicht mehr so gut. Auch so ein offenes Ende braucht nicht sein, das hat Vaelin gar nicht nötig.
Ansonsten ist dieser Fantasy Roman, wie vom Autoren gewohnt, wahnsinnig gut aufge-baut, mit Überraschungen, Intrigen, Verrat, Loyalität, Freundschaft, Tod, Liebe und Bruta-lität.
Wieder eine starke Geschichte, die so gut wie keine Wünsche offen lässt.

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