Zwischen Hausarrest und Schwerelosigkeit
In „Und die Welt, sie fliegt hoch” ist Juris Welt auf sein Zimmer beschränkt: er verlässt es nie, aus eigenem Entschluss. Avas Bewegungsradius ist ebenso eng, doch aus ganz anderem Grund: Sie sitzt unfreiwillig ...
In „Und die Welt, sie fliegt hoch” ist Juris Welt auf sein Zimmer beschränkt: er verlässt es nie, aus eigenem Entschluss. Avas Bewegungsradius ist ebenso eng, doch aus ganz anderem Grund: Sie sitzt unfreiwillig im Hausarrest fest. Aus purer Langeweile greift sie zu einer alten Handynummer und beginnt Juri zu schreiben. So entwickelt sich ein Gespräch, in dem sich ihre Welten berühren und beide beginnen zu fliegen: Ava wie ein freier Vogel, Juri wie ein Astronaut, der dennoch auf seinen Anzug angewiesen ist. Ein treffenderes Bild hätte man kaum finden können, denn „fliegen“ und „Welt“ öffnen hier Räume für Leichtigkeit und Schwere, für Sorgen, Geheimnisse und den Mut, sich aus dem Gewohnten zu lösen.
Ava ist so ziemlich die unzuverlässigste Erzählerin (oder hier wohl eher Texterin), sie hat gefühlt 15 Antworten darauf, warum sie Hausarrest hat, doch Juri glaubt erst an die Letzte.
An das Hin- und Herspringen beim Lesen der Textnachrichten musste ich mich kurz gewöhnen, doch gerade dadurch lenkt der Text die Aufmerksamkeit auf die fein abgestimmten Illustrationen.
Ein Buch, das zeigt, wie Worte und Bilder gemeinsam eine eigene Welt erschaffen können.