Cover-Bild Chimäre
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23,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Otto Müller Verlag GmbH
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 160
  • Ersterscheinung: 21.08.2025
  • ISBN: 9783701313341
Sarah Kuratle

Chimäre

Eine Inselgemeinschaft aus Lehrern und Schülern kämpft um den Erhalt der Artenvielfalt. In hängenden Gärten und lebendigen Zeichnungen versuchen sie, das Leben zu retten und selbst nicht unterzugehen. Zu ihnen gehört Alice, die sich auf der Insel als Alois ausgibt. Eines Tages verlässt sie die Insel und zieht durch die menschenleere Weite auf dem Festland. Nach Jahren der Unterdrückung will sie wahrnehmen, wo sie selbst anfängt und aufhört, was sie begehrt und wen sie lieben kann. Gregor indes, der Freund und Vertraute, bleibt auf der Insel. Harte Erfahrungen fordern ihren Tribut, er trägt ein Trauma mit sich, das er zeichnend zu bannen versucht. Eine Fremde, die in den Gärten auftaucht, findet langsam Zugang zu ihm. Während Alice durch trockengelegte Auen und versehrte Wälder irrt, gerät Gregors Welt ins Wanken.
"Chimäre" erzählt mit großer poetischer Kraft von den drängenden Themen unserer Zeit, von der Verflochtenheit allen Lebens und Sterbens. Das berührt bis ins Innerste und hallt lange nach.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.09.2025

Ein poetisches Kunstwerk

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Dieser Roman ist eigentlich gar kein Roman, sondern ein poetisches Kunstwerk. Ein wunderschönes Kunstwerk, das sich meinem Verständnis nicht vollständig erschließt, genauso verzaubernd wie das rätselhafte ...

Dieser Roman ist eigentlich gar kein Roman, sondern ein poetisches Kunstwerk. Ein wunderschönes Kunstwerk, das sich meinem Verständnis nicht vollständig erschließt, genauso verzaubernd wie das rätselhafte und wunderschöne Cover.

Die österreichisch-schweizerische studierte Germanistin und Philosophin Sarah Kuratle wurde für ihre Lyrik und Prosa bereits mehrfach mit Preisen und Arbeitsstipendien ausgezeichnet und gilt als einzigartige Stimme in der österreichischen Literatur.

Auch für mich war des Lesen ihres lyrischen und atmosphärischen Romans einzigartig in seiner Poetik und seiner Rätselhaftigkeit.

Kuratle erschafft ein endzeitartiges, düsteres Setting. Auf einer Insel lebt eine kleine Gemeinschaft aus Lehrern und Schülern und versucht, Pflanzen, Samen und Wissen zu bewahren während auf dem Rest der Welt die Umweltzerstörung die Natur weitgehend vernichtet hat.
Aber die Insel ist mitnichten ein Ort der Glückseligkeit, sondern ebenfalls befalllen und durchdrungen von menschlicher Verdorbenheit.
Deswegen hat Alice die Insel verlassen und sucht nun auf dem Festland nach ihrer Identität. Sie wurde als kleines Kind von ihrer Mutter auf die Insel gebracht und lebte dort als Alois.
Sie hat ihren Freund Gregor auf der Insel zurückgelassen, der seit Alois Fortgang ebenfalls mit sich selbst und seinem Leben auf der Insel zu kämpfen hat.

Kuratle erzählt wechselweise aus der Perspektive von Alice und Gregor. Ich beobachte die beiden, wie sie unabhängig von einander neue Beziehungen suchen und eingehen und wie sie doch mit einem unsichtbaren Band immer miteinander verbunden bleiben.

Doch ich will den Roman nicht so sehr an seiner Handlung festmachen, denn das ist ein eher hilfloses Unterfangen meinerseits. Ja, es gibt den roten Faden einer Geschichte, dem ich grob folgen kann, aber der Roman lebt vielmehr von seinen poetischen und lyrischen Worten und Sätzen, die so viel Ungesagtes andeuten:

“Ein Freund seiner Mutter zog ihn auf seinen Schoß, da war er sieben Jahre alt. Es war, als nähme ihn der Mann in Besitz. Gregor hing an ihm wie eine Puppe, die Fäden verwirrt.”

Viele der Sätze resonieren in mir, lösen bei mir unabhängig vom Kontext Gefühle aus und bringen etwas zart in mir zum Klingen, das ich sonst gerne lieber mit lauterer Musik übertöne.

“Aber etwas bleibt verhärtet, er steht auf, über die Jahre wird es mehr. Bis jeder Körper, er lächelt, abstirbt.”

Kuratles Roman arbeitet mit Wort- und Satzassoziationen, erschafft Stimmungsbildern und einen einzigartigen melancholischen Sound. Ich verspüre starke und traurige Vanitas-Vibes und habe den Geruch der feuchten brauen Blättern des Herbstes in der Nase.
Ob es vielleicht in der Welt von Alice und Gregor noch einen Keim von Hoffnung gibt, ob die Möglichkeit auf ein neues Leben besteht, bleibt für mich rätselhaft und meinem Wunschdenken überlassen.

Wenn du Freude an poetischer und kunstvoller Sprache hast und dich gerne an die besonderen Romane wagst, dann ist „Chimäre“ eigentlich ein Must-Read für dich.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Poetisch

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Dystopisch, naturalistisch und poetisch: Das trifft vollkommen auf Sarah Kuratles Roman „Chimäre“ zu.

In Chimäre kämpft eine kleine Inselgemeinschaft, bestehend aus Lehrinnen und Schülerinnen um den Erhalt ...

Dystopisch, naturalistisch und poetisch: Das trifft vollkommen auf Sarah Kuratles Roman „Chimäre“ zu.

In Chimäre kämpft eine kleine Inselgemeinschaft, bestehend aus Lehrinnen und Schülerinnen um den Erhalt der Artenvielfalt, da das Leben auf dem Festland immer weiter zerfällt. Die Kapitel werden aus den Sichtweisen von Alice und Gregor wiedergegeben. Alice, die sich auf der Insel als Alois ausgibt, verlässt die Insel, nimmt die Gefahren und die andere Welt des Festlandes auf sich. Gregor, gezeichnet von traumatischen Erfahrungen, versucht auf der Insel klarzukommen. Wie finden beide zurecht? Wie finden beide ihre Identität?

Der Roman drückt sich durch eine unfassbar poetische und intensive Schreibweise aus. Die Naturbeschreibungen sind einerseits total detailliert-beobachtend, andererseits so vielschichtig und mehrdeutig. Die Orte wirken mystisch und magisch. Auch die Beziehung von Alice und Gregor ist gekennzeichnet von dieser Vielschicht und Poesie.

Für mich war das ein Roman, der viel Deutung von der lesenden Person abverlangt. Manchmal war mir leider die Geschichte nicht ganz klar oder ich konnte dem Verlauf nicht ganz folgen. Größtenteils hat mich vor allem die Sprache berührt. Eine Empfehlung für alle, die Bücher mit beeindruckenden Naturbeschreibungen und einer dystopischen Welt suchen!