Cover-Bild Gegen die Träume

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16,90
inkl. MwSt
  • Verlag: Divan
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 400
  • Ersterscheinung: 17.09.2018
  • ISBN: 9783863270483
Sead Husic

Gegen die Träume

Mersija fürchtet in ihrem Leben vor allem eins: so zu enden wie ihr Vater Ahmed, arm und verrückt. 1969 setzt sich Mersija deshalb in ihrer Heimatstadt Brčko in den Zug und fährt nach Deutschland. Vorerst scheint die neue Heimat ihre Versprechungen zu erfüllen, bis Mersija auch dort von den längst vergessenen Geschichten eingeholt wird, den Konflikten und Parallelen, die sich durch alle Generationen ihrer Familie zu ziehen scheinen.

Im Hintergrund zieht die europäische Geschichte vorbei: Der Zweite Weltkrieg hinterlässt tiefe Narben in Ahmeds Leben, und vor Mersijas Augen beginnt das Jugoslawien Titos zu zerfallen und lässt sie im Nirgendwo zurück, zwischen den Welten, heimatlos. Während sie selbst in Deutschland immer fremd bleibt, kämpft ihr Sohn Adem darum, als Deutscher anerkannt zu werden. Drei Generationen ringen um ihr Glück, um ihr Leben, um ihre Träume.

Ein lebenskluger Roman voller poetischer Reminiszenzen, der die Schicksale seiner Figuren zu einem dichten Teppich aus Erinnerungen, Eindrücken und Hoffnungen verwebt.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.12.2018

geschichtliche Tatsachenschilderung und philosophische Betrachtungen in Hinblick auf die Problematik der Zuwanderer - aktueller denn je!

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Dieses Buch, welches sich sehr gut und flüssig liest, ist für mich eine Mischung aus geschichtlicher Tatsachenschilderung und philosophischen Betrachtungen in Hinblick auf die Problematik der Zuwanderer. ...

Dieses Buch, welches sich sehr gut und flüssig liest, ist für mich eine Mischung aus geschichtlicher Tatsachenschilderung und philosophischen Betrachtungen in Hinblick auf die Problematik der Zuwanderer. Eine wie ich finde sehr interessante, lesens- sowie nachdenkenswerte Kombination – auch vor dem aktuellen Hintergrund „unseres“ Umgangs mit Zuwanderern.
Mesaija flüchtet in den 70er Jahren nach Deutschland in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Egal wie sehr sie sich bemüht, sie bleibt immer die Fremde. Noch schlimmer ist es für ihren Sohn Adem, in Deutschland geboren und aufgewachsen, bekommt er das „Anderssein“ immer zu spüren. Sehr traurig ist dabei dass selbst Freunde der Familie dies mit zweierlei Maß bewerten.
Die Handlung lässt mich sehr nachdenklich zurück und das Buch wirkt dadurch auch noch lange in mir nach.
Meiner Meinung nach ist es ein Buch, das ich für am Thema interessierte nur empfehlen kann!

Veröffentlicht am 20.12.2018

Das Leben ist hart und ungerecht

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Gegen die Träume ist ein Debütroman des Autors Sead Husic. Er studierte Politikwissenschaft und verfasste Beiträge für Tageszeitungen und ist heute für die Agentur Römer Wildberger tätig. Zudem arbeitet ...

Gegen die Träume ist ein Debütroman des Autors Sead Husic. Er studierte Politikwissenschaft und verfasste Beiträge für Tageszeitungen und ist heute für die Agentur Römer Wildberger tätig. Zudem arbeitet er als freier Fotograf.

Der Roman beschreibt die Situation von Menschen, die ihre Heimat verlassen und sich in Deutschland ein besseres Leben versprechen. Das Mädchen Mersija möchte nicht so enden, wie ihr Vater Ahmed. Sie steigt im Jahr 1969 voller Hoffnung in einen Zug nach Deutschland. Was sie hier erlebt und dass ihre Träume mit der Zeit nur noch Schäume sind, beschreibt der Autor Sead Husic sehr eindrucksvoll. Merija lernt in Deutschland Landsleute kennen, die keineswegs ihrem Bild von Mitmenschen entsprechen. Sie heiratet und bekommt einen Sohn. Nur wenige Deutsche geben sich mit ihr ab. Sie verachten die Zugezogenen und nennen sie verächtlich nur „Jugos“.

In Rückblicken erzählt der Autor von Ereignissen im 2. Weltkrieg. Rasch erkennt der Leser, dass diese auch in der Gegenwart eine nicht zu verachtende Rolle spielen. Ein Mord geschieht im unmittelbaren Umfeld von Mersija und der vermeintliche Mörder begeht Selbstmord.

Mir gefiel das Buch gut, hat aber auch in meinen Augen zwischendurch etliche Längen. Gegen die Träume könnte problemlos um viele Seiten gekürzt werden. Ein Zitat erwähne ich aber, um den Ernst der Geschichte zu verdeutlichen. Die Sätze sagte eine Freundin Mersijas zu ihr, kurz bevor diese wieder in ihre Heimat zurückkehrte: „Ich will, dass sie mich respektieren. Dass sie mich nicht wie Geschmeiß behandeln, welches sich die Brotkrumen nimmt, die sie von ihren Tischen fallen lassen." Es hat sich also bis heute nichts an der Einstellung der Deutschen an Zuwanderern geändert. Das zeigt Gegen die Träume sehr deutlich und ehrlich. Auf wenige Zeilen beschränkt wird auch die Situation im Jahr 1989 beschrieben. Als „Ossis“ in den Westen flohen und von „Jugos“ Unterstützung und Hilfe bekamen.