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Suzi

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.09.2019

Andrea kann es nicht lassen…..

Das Grauen in dir
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Andrea startet mit ihrer kleinen Familie in den Urlaub auf die romantisch herbe Insel-Schönheit Skye. Ein recht harmloser Autounfall, beschert weitreichende Folgen. Der hinzugerufene Polizist Fergus erkennt ...

Andrea startet mit ihrer kleinen Familie in den Urlaub auf die romantisch herbe Insel-Schönheit Skye. Ein recht harmloser Autounfall, beschert weitreichende Folgen. Der hinzugerufene Polizist Fergus erkennt die Profilerin und bittet sie um Unterstützung.
Seit Jahren verunsichert ein Serienmörder die Gegend der es auf jugendliche Jungen abgesehen hat, von denen nur die ersten überlebten. Natürlich kann Andrea da nicht nein sagen.
Wie immer bin ich durch dieses Buch von Dania Dicken „hindurchgerauscht“. Ihre Bücher haben aber auch einfach Suchtpotential.
Die Grundidee zu dem Motiv des Mörders ist originell. Dies und die zeitlichen Rückblenden machen die Geschichte sehr kurzweilig und interessant, dass man mit Lesen gar nicht aufhören kann. Dabei finde ich es toll, dass die Story weitererzählt wird, wenn man denkt, das Ende steht kurz bevor. Und da gab es in diesem Buch viele Szenen.
Im Gegensatz zu dem Vorgängerband, von dem ich als einzigen in der Profiler-Reihe enttäuscht war, fand ich die gesamte Handlung flüssig und stimmig. Da passte einfach alles. Der Fokus lag dabei auf Andrea mit ihrem Können. Das Persönliche trat in den Hintergrund und man merkte deutlich, das Greg und Andrea eine andere Beziehungsebene, mit Verständnis für die Wünsche und Interessen des anderen, haben. Greg akzeptiert, das sich Andrea während ihres Urlaubes wieder mit Arbeit beschäftigt, dafür kommt sie ihm entgegen, sich nur vormittags damit zu beschäftigen und den Rest des Tages der Familie zu widmen.
Insgesamt wieder ein sehr gelungenes Werk, was ich gern weiterempfehle!

Veröffentlicht am 15.09.2019

gelungene Komposition aus Naturbetrachtungen, Gesellschaftskritik, Liebe und Rache

Der Gesang der Flusskrebse
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Als Kind wird Kya nach und nach von ihrer Mutter, älteren Geschwister und dem gewalttätigen, trunksüchtigen Vater in ihrer schäbigen Behausung in der Marsch zurückgelassen. Kya bleibt mit ihren Sorgen ...

Als Kind wird Kya nach und nach von ihrer Mutter, älteren Geschwister und dem gewalttätigen, trunksüchtigen Vater in ihrer schäbigen Behausung in der Marsch zurückgelassen. Kya bleibt mit ihren Sorgen und Ängsten allein und muss alles mit sich selbst ausmachen. Neben der normalen Entwicklung muss sie dazu weitere schwierige Situationen meistern, wo externe Hilfe angebracht wäre.
Bereits sehr früh zeigt sich, dass sie ein Außenseiter ist und als solcher auch so behandelt wird. Kya’s erste Erfahrungen mit Menschen sind sehr negativ – als Abschaum wird sie gemieden, andere Kinder hänseln sie als Marschmädchen und machen sich über sie lustig. Instinktiv macht Kya alles richtig, in dem sie sich zurückzieht um sich zu schützen. Ihre Freunde sind die Tiere und die wilde Natur – hier fühlt sie sich wohl und sicher.
Der Tankwart Jumpin und seine Frau Mabel, die beide selbst nicht so viel besitzen, haben Mitgefühl für Kya. Ihre Idee des Tauschhandels als Unterstützung hilft selbiger, ihr Gesicht zu wahren indem sie für ihr Auskommen arbeitet und nicht auf Almosen angewiesen ist.
Tate, ein Freund ihres größeren Bruders, nähert sich ihr behutsam, gewinnt ihr Vertrauen, lehrt sie lesen und weitere Dinge, letztendlich auch die Liebe - bis er sie für sein Studium verlässt und Kya dadurch wieder einen herben Verlust erfahren lässt. Obwohl von Menschen enttäuscht, hat sie durch ihn die zwischenmenschliche Beziehung erfahren, die ihr nun fehlt und die sie in dem gutaussehenden Sunnyboy Chase zu ersetzen sucht. Als Chase tot aufgefunden wird, sind alle überzeugt, dass dafür nur das Marschmädchen verantwortlich ist…

Delia Owens ist mit diesem Buch eine wundervolle Komposition aus Naturbetrachtungen, Gesellschaftskritik, Liebe und Rache gelungen.
Sehr gut sind neben der Haupthandlung die gesellschaftlichen Grenzen dieser Zeit dargestellt – die Abgrenzung von schwarz und weiß, arm und reich. Oft sind es nur kleine Abschnitte, die wie nebenbei die grausamen Auswüchse davon behandeln.
Mein erster Impuls des Unverständnisses, wie gerade eine Mutter ihre Kinder zurücklassen kann, wird im Verlauf der Handlung sehr tragisch nachvollziehbar erklärt.
Spektakulär sind meiner Meinung nach auch die Schilderungen zu Kya’s Beobachtungen in der Natur, die von viel Kenntnis der Autorin diesbezüglich zeugen. Ich könnte mir aber vorstellen, das einigen Lesern dies vor dem Hintergrund der eigentlichen Handlung zu ausführlich ist.
Teilweise sind die Passagen mit den Gedichten recht langatmig – ein Vorteil war für mich dabei, dass ich das Hörbuch hatte, im Buch hätte ich es sicher überlesen…
Im Ganzen ist „Der Gesang der Flusskrebse“ ein sehr gelungenes Buch, für das man sich jedoch Zeit nehmen sollte.

Veröffentlicht am 13.09.2019

Eine Liebe über die Zeiten hinweg...

Perlen der Winde
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Eine interessante Geschichte die mich stark an die Highland-Saga von Diana Galbadon erinnert.
Die Archäologin Catherine beginn gemeinsam mit ihrer Tochter Pauline Grabungsarbeiten am Asklepios Heiligtum ...

Eine interessante Geschichte die mich stark an die Highland-Saga von Diana Galbadon erinnert.
Die Archäologin Catherine beginn gemeinsam mit ihrer Tochter Pauline Grabungsarbeiten am Asklepios Heiligtum in Gortis. Während Pauline mit dem jungen Griechen Wasili anbändelt, erkundet Catherine derweil die Umgebung. Durch eine Höhle fühlt sie sich magisch angezogen. Um Näheres darüber zu erfahren, bringt Wasili sie zu seiner Großmutter Merle. Die Geschichte, welche Merle berichtet, klingt unvorstellbar, wie ein Märchen. Jedoch scheint sie wahr zu sein, den Catherine findet bei einem erneuten Besuch an der Höhle den verletzten Konstantin Kanaris, der behauptet im Jahr 1821 zu leben.
Für mich ist die Geschichte einer Zeitreise nicht neu – hier fungieren jedoch Perlen als Mechanismus um die Zeitreise zu ermöglichen, die der Handlung zusätzlichen Pep geben. Auf der Suche nach allen Perlen die benötigt werden, geraten die Protagonisten immer wieder in brenzlige Situationen - denn sie sind nicht die Einzigen, die sich dafür interessieren.
Weniger gelungen ist die Akzeptanz bzw. Umgang Konstantins mit ihm unbekannten Erfindungen, die für uns selbstverständlich sind. Das verlief mir alles zu unspektakulär, kaum mit Verwunderung oder Erstaunen.
Auch überlagern meiner Meinung nach die ausführlich geschilderten und sich oft wiederholenden Liebesszenen zwischen Catherine und Konstatin das Geschehen.
So ganz hat mich dieses Buch noch nicht überzeugt, aber ich bin gespannt auf die Fortsetzung in Band 2 von insgesamt 3 Teilen.

Veröffentlicht am 09.09.2019

Von Schreibstil und Handlung ein sehr beeindruckendes Buch

Vergesst unsere Namen nicht
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Mit sehr viel Kreativität und Einfühlungsvermögen wagt sich Simon Stranger an die Aufarbeitung (s)einer Familiengeschichte. Dabei hangeln sich die einzelnen Kapitel am Alphabet entlang, die Handlung von ...

Mit sehr viel Kreativität und Einfühlungsvermögen wagt sich Simon Stranger an die Aufarbeitung (s)einer Familiengeschichte. Dabei hangeln sich die einzelnen Kapitel am Alphabet entlang, die Handlung von scheinbar harmlosen Dingen zum Grauen. Diese Idee finde ich sehr originell, da (für mich bisher) einzigartig.
Auch stilistisch ist der Inhalt anders gestaltet, als ich es von bisher zum Thema gelesenen Büchern kenne. In eine Vermutung verpackt wird das Geschehen bzw. mögliche Handeln um Hirsch Komissar, versucht sein Leben mit dem was bekannt ist, zu rekonstruieren. Dabei nimmt Stranger auch immer wieder Bezug zu tatsächlich stattgefundenen Ereignissen und Taten – was an Grausamkeit kaum zu überbieten ist. Aber gerade dadurch wirkt es auf mich sehr authentisch.
Sehr beeindruckt bin ich von der leisen, unaufdringlichen Art der Beschreibung, die dennoch sehr viele Gefühle in mir auslösen. Die Aufmerksamkeit die man diesem Buch beim Lesen widmen sollte, wird auf jeden Fall durch diesen sehr interessanten Schreibstil und Inhalt belohnt.
Zahlreiche tiefgründige Formulierungen wie „Man muss sich seine Gefühle ausziehen..“ oder „Ich bin kein Jude, ich bin ein Mensch“ regen zum Nachdenken oder zur Diskussion an. Simple Botschaften, die dennoch zu viel ausdrücken!!
Und es ist immer wieder berührend, welche erschütternde, nüchtern dargestellte Botschaft sich letztendlich aus der Aufzählung von harmlosen Begriffen zum Schrecklichen eröffnet.
Etwas schwierig waren für mich die vielen verschiedenen Namen, die miteinander in Verbindung stehen. Dieses Buch um eine Art Übersicht/Familienstammbaum/Namensregister zu ergänzen, fände ich sehr hilfreich.
Mich hat dieses Buch sehr gefesselt und berührt, ich würde es immer wieder lesen und kann es somit einfach nur empfehlen!!!

Veröffentlicht am 08.09.2019

Wertvolle Erinnerungen – gelungen in ein Buch gefasst

Schrecklich schöne Kindheit
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Inge Klett berichtet in diesem Buch über ihre Kindheit, die durch den Krieg geprägt wurde.
Sehr gelungen finde ich dabei die gewählte Erzählsicht, dass es eben nicht als ich-Form berichtet wird. Dadurch ...

Inge Klett berichtet in diesem Buch über ihre Kindheit, die durch den Krieg geprägt wurde.
Sehr gelungen finde ich dabei die gewählte Erzählsicht, dass es eben nicht als ich-Form berichtet wird. Dadurch wird eine angenehme Distanz geschaffen, womit der Leser alles quasi als Zuschauer (mit)erlebt.
Mich berühren besonders, die kleinen Begebenheiten des Alltagslebens, Schilderungen, die ich ähnlich bereits gehört bzw. gelesen habe – eben eine Zeitzeugenbetrachtung. Und dennoch wird das Ganze individuell durch eingeflochtene Episoden, die den Charakter und die Kämpfernatur der „kleinen Inge“ deutlich zum Ausdruck bringen. Mehr als einmal musste ich dabei schmunzeln und konnte mir diese Situation bildhaft vorstellen.
Für mich ist dies ein sehr gelungenes Werk, (Familien)Geschichte niederzuschreiben und somit vor dem Vergessen zu bewahren. Ich kann dieses Buch allen am Thema interessierten Lesern nur empfehlen!