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Veröffentlicht am 12.11.2019

Auf der Suche nach dem Warum – mehr als eine Familiengeschichte!

Die Schwarze Rosa
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Mit diesem Buch setzt sich Birgit Rabisch in einer fiktiven Story mit der Geschichte ihrer Großmutter, die als „Schwarze Rosa“ während der Zeit der Weimarer Republik mit dem Organisator der Schwarzen Reichswehr ...

Mit diesem Buch setzt sich Birgit Rabisch in einer fiktiven Story mit der Geschichte ihrer Großmutter, die als „Schwarze Rosa“ während der Zeit der Weimarer Republik mit dem Organisator der Schwarzen Reichswehr Paul Schulz verlobt war, auseinander.
Gegliedert in einzelne Lebensabschnitte Rosa’s wird versucht rekapitulieren, wie die gesellschaftlichen Umstände sowie Erleben aus dem kleinen „Röschen“ eine so glühende Anhängerin machen konnten.
Interessiert und weltoffen, wie Rosa ist, lässt sich offensichtlich recht schnell von Männern beeindrucken – kann mit und durch sie jedoch auch eine Menge lernen. Aber leider sind die ersten Erfahrungen, die sie mit einem Mann machen muss, absolut negativ. Es ist für mich durchaus nachvollziehbar, dass sie dies auf die politische Gruppe, aus der Martin stammt, verallgemeinert und sich dem Gegenteil zuwendet.
Rosa ist dabei in ihren politischen Ansichten sehr formbar, passt sich der jeweiligen Richtung rasch an und findet darin auch ihre Erfüllung. Somit ist es für Paul ein Leichtes: Als männlicher, selbstbewusster und zuvorkommender Mann weiß er genau, wie er sie beeindrucken kann. Wie Paul wirklich ist muss Rosa letztendlich schmerzlich selbst erfahren und ich staune, dass sie aus der erfahrenen Demütigung so viel Kraft schöpft, konsequent, planvoll und berechnend in ihrer neuen Lebenssituation aufzugehen.
Das Leben ist nicht gradlinig und hält viele (falsche Wege) bereit. Aber Rosa hat daraus gelernt und kann dies ihrer Enkelin somit auf den Weg geben.
Dafür auf der falschen Seite zu stehen gibt es viele Gründe – neben der Überzeugung kann dies auch Unwissen, „Augen verschließen“ bzw. Mitläufertum sein. Es ist relativ einfach im Nachgang zu verurteilen, aber ich bin der Meinung, dass man die Beweggründe der betroffenen Personen hören sollte, bevor man sich ein endgültiges Urteil bildet. Dies sollte nicht eine pauschale Entschuldigung sein, aber mir ist es immer wichtig, nachvollziehen zu können, wie jemand handelt(e) – dies nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch in der Gegenwart. Und dies ist m.E. der Autorin mit diesem Buch recht gut gelungen.
Birgit Rabisch erlebte Rosa als liebevolle Oma und muss erschüttert gewesen sein, bruchstückhaft die „andere“ kennenzulernen. Anstatt sie nun zu strikt zu verurteilen, sucht sie in der Lebensgeschichte Rosa’s nach Hinweisen und Erklärungen. Dies ist meiner Meinung nach eine mutige Entscheidung. Und es ist daraus ein sehr lesenswertes Buch entstanden, das ich gern weiterempfehle.

Veröffentlicht am 12.11.2019

Das Wichtigste auf den Punkt gebracht!

Endlich wieder durchschlafen!
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Da wir auch so einen kleinen „Nervzwerg“ haben hat mich das Buch sofort angesprochen. Ich war überrascht, dass es so dünn war – aber trotzdem ist es der Autorin hervorragend gelungen, alles Wissenswerte ...

Da wir auch so einen kleinen „Nervzwerg“ haben hat mich das Buch sofort angesprochen. Ich war überrascht, dass es so dünn war – aber trotzdem ist es der Autorin hervorragend gelungen, alles Wissenswerte kurz und knapp zusammenzustellen. Und genau das muss ein Ratgeber für mich sein, kein ausschweifendes Drumherumreden - sondern das Wichtigste auf den Punkt gebracht!
Mir haben vor allem die Erläuterungen zu den Gründen für das Verhalten sehr geholfen, meine Katze(n) besser zu verstehen. Das ihr Lebensrhythmus von unserem abweicht und es "nur" deshalb zu Konflikten kommen kann, war mir bisher noch nicht so deutlich bewusst. Beachtet man diese Hinweise beim Zusammenleben, wird vieles bereits fast von allein besser.
Mit vier Strategien gibt Tatjana Mennig Tipps, wie man seinem Stubentiger die unerwünschte Verhaltensweise abgewöhnen kann. Mitunter braucht es dabei etwas Durchhaltevermögen und Geduld, aber es lohnt sich.
Wirklich mal ein Ratgeber, der Rat gibt und hilft. Ich empfehle das Buch gern weiter!

Veröffentlicht am 09.11.2019

Gelungene Fortsetzung um starke Frauen...

Die Ärztin: Die Wege der Liebe
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Da der Inhalt allgemein zugänglich ist, möchte ich den Schwerpunkt auf die Schilderung meines Eindrucks legen. Beurteilt wird das Hörbuch.
Beim Hören dieser Geschichte hatte ich gleich den Eindruck, als ...

Da der Inhalt allgemein zugänglich ist, möchte ich den Schwerpunkt auf die Schilderung meines Eindrucks legen. Beurteilt wird das Hörbuch.
Beim Hören dieser Geschichte hatte ich gleich den Eindruck, als träfe man auf "alte Bekannte" - sofort war ich im Geschehen. Allerdings ermöglichen kurze Rückblenden bzw. Erläuterungen auch Lesern/Hörern
die die Vorgängerteile nicht kennen, diese Geschichte aufzunehmen.
Vor dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges, der Weimarer Republik und den goldenen 20igern müssen Ricarda und ihre Familie viele Schwierigkeiten überwinden. Die Kinder gehen ihre eigenen Wege - und nicht immer läuft dies so, wie von Ricarda gewünscht. Thematisiert werden u.a. das Geschehen des Krieges, Auswanderung, aber auch die Feminisierung der Frauen aber auch für die damalige Zeit sehr schwierige Themen wie Homosexualität oder Trennung der Ehepartner. Manchmal überschlagen sich die Ereignisse so dass man das vorangehende Geschehen noch gar nicht richtig verarbeitet hat. Dadurch sowie mit Schilderungen die Entwicklung der einzelnen Protagonisten betreffend als auch gut eingeflochtene Informationen zum Zeitgeschehen ist das Hörbuch absolut fesselnd - die Handlung wird nie langweilig und man möchte einfach immer wissen wie es weitergeht. Sehr gut gefällt mir auch, das fiktive mit realen Personen in der Geschichte verwoben werden.
Gelungen ist auch die Auswahl der Sprecherin. Beate Rysopp höre ich sehr gerne. Ihre Stimme ist warm und sehr angenehm und es gelingt ihr wunderbar, Gefühle und Emotionen wiederzugeben.

Ich kann diesen Teil der "Ärztin" als auch die Vorgängerbände nur empfehlen.

Veröffentlicht am 04.11.2019

Ein berührendes Buch über die wahre Größe der Liebe

Als wir den Himmel berührten
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Marseille, Sommer 1940
Am Hafen zeichnend fällt dem Maler Nicolas Guyot ein verliebtes Paar auf, das sich von all den verzweifelten Flüchtlingen abhebt, denn Juline und Georg strahlen über alle hinweg. ...

Marseille, Sommer 1940
Am Hafen zeichnend fällt dem Maler Nicolas Guyot ein verliebtes Paar auf, das sich von all den verzweifelten Flüchtlingen abhebt, denn Juline und Georg strahlen über alle hinweg. Juline ist von Nicolas' Bildern so begeistert, das sie ihn bittet, sie zu zeichnen. Doch nach dem Tod seiner Frau Irene, von deren Bild er sich nicht trennen kann, weigert er sich Porträts zu malen. Aber Juline bleibt hartnäckig und es gelingt ihr, sein Herz zu erreichen. Die Folgen des Krieges sind jedoch bald auch in Marseille zu spüren, was für das Geheimnis von Juline und Georg schlimme Folgen hat...

Im ersten Drittel des Buches wird die Geschichte recht langsam aufgebaut so das dem Leser doch etwas Durchhaltevermögen abverlangt wird, was sich jedoch m.E. absolut lohnt. Marie Leander gelingt es nämlich wunderbar Glück und Leid der einzelnen Charaktere so zu verweben , das das traurige Schicksal des Einen zur glücklichen Fügung für den anderen wird. Damit das Ganze jedoch nicht zu romanisch wird, erfolgt quasi der Ausgleich durch die grausamen Kriegsschilderungen. Das Buch ist für meine Begriffe somit eine gelungene "runde" Sache.
Beeindruckt hat mich vor allem Nicolas' - aus aufrichtiger Liebe - getroffene Entscheidung. Ich ziehe den Hut vor seiner uneigennützigen Großherzigkeit, die wohl nur sehr wenige aufbringen können.
An dieser Thematik interessierten Lesern kann ich dieses Buch nur empfehlen!

Veröffentlicht am 14.10.2019

Wer deckt wen? Und warum?

Schuldacker
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Paul Winterpacht, nach Meinung der Öffentlichkeit für den begangenen Totschlag viel zu milde behandelt, wird tot aufgefunden. Rache scheint auf den ersten Blick naheliegend.
Bei ihren Ermittlungen, treffen ...

Paul Winterpacht, nach Meinung der Öffentlichkeit für den begangenen Totschlag viel zu milde behandelt, wird tot aufgefunden. Rache scheint auf den ersten Blick naheliegend.
Bei ihren Ermittlungen, treffen die Kommissare Heinrich Tenbrink und Maik Bertram auf Menschen unterschiedlicher gesellschaftlichen Schichten mit sehr gegensätzlichen persönlichen Ansichten und Meinungen. Die streng religiöse Prägung auf der einen Seite – auf der anderen die typischen Verlierer, dazwischen die Bürgerwehr mit ihrem Kampf gegen die Flüchtlinge. Überhaupt treffen hier gelungen verschiedene Klischees aufeinander, die anfänglich vermuten lassen, die Lösung dieses Falls sei ganz einfach. Und das ist das Schöne an diesem Buch – es kommt dann letztendlich ganz anders, als gedacht.
Um das Buch etwas vielschichtiger zu gestalten, existieren auch hier „Nebenschauplätze“, die das Privatleben der Ermittler betreffen und diese Charaktere dadurch sehr menschlich machen.

Einfach ein gelungenes Buch, das ich gern weiterempfehle!