Cover-Bild Der Planet der verbotenen Erinnerungen

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16,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Brendow, J
  • Genre: Fantasy & Science Fiction / Science Fiction
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 10.10.2018
  • ISBN: 9783961400720
Sebastian Pirling

Der Planet der verbotenen Erinnerungen

Roman
In einer fernen Zukunft hat der Mensch die gesamte Galaxie besiedelt und sich in ein vollkommen technisiertes Wesen weiterentwickelt. Religionen, Erinnerungen, Träume und andere "Schwächen" des alten Menschen wurden abgeschafft. Der junge Benjamin G. Sacharow, ein Gedankendesigner, unternimmt eine Forschungsreise zu dem abgelegenen Agrarplaneten Makoto. Er will dem Gerücht nachgehen, auf dieser Welt der Teeplantagen und Siliziumbäume gäbe es eine geheime Gemeinschaft, die offenbar verbotene Rituale praktiziert. Als er dort eintrifft und das Vertrauen dieser einfachen Menschen gewinnt, begegnet er einer Macht, die alles übersteigt, was er für möglich gehalten hätte: der Macht des Glaubens und der Erinnerung. In einer Welt, in der es keine Religion mehr gibt, versuchen diese Menschen, eine neue Sprache für die Begegnung mit dem Göttlichen zu finden. Doch diese Gemeinschaft ist bedroht - und für Benjamin beginnt das Abenteuer seines Lebens.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2019

zu viele offen Fragen

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„...Der Mensch lebte von der Erde, folglich waren die Speisen der Erde gut für ihn. Wir aber, wir sind keine Erdenmenschen mehr. In den letzten tausend Jahren haben wir uns zu einer astralen Spezis weiterentwickelt. ...

„...Der Mensch lebte von der Erde, folglich waren die Speisen der Erde gut für ihn. Wir aber, wir sind keine Erdenmenschen mehr. In den letzten tausend Jahren haben wir uns zu einer astralen Spezis weiterentwickelt. Wir haben den Raum gemeistert, und an der Bezwingung der Zeit arbeiten wir noch...“

Wie schon das obige Zitat zeigt, befinden wir uns in einer fernen Zukunft. Benjamin ist Gedankendesigner. Doch der Tod seines Professors hat in ihm Fragen aufgeworfen. Wer sind die Exegeten? Was macht sie zu etwas Besonderen? Um dies zu erforschen, ist er auf Makoto gelandet. Sein Auftrag muss geheim bleiben, denn die Exegeten entsprechen nicht dem gängigen Bild der Zeit.
Der Autor hat zwar einen spannenden Roman geschrieben, doch der rote Faden geht ab und an verloren.
Die Geschichte lässt sich nicht ganz einfach lesen. Das liegt nicht zuletzt an der komplexen Welt der Zukunft. Der menschliche Körper wird gekonnt mit technischen Raffinessen aufgewertet. Gleichzeitig werden alle gedanklich gleichgeschaltet, denn Erinnerungen gibt es nur noch auf Speicherchip, den man im Körper trägt. Das menschliche Gedächtnis als Hort der Erinnerung, wird ausgeblendet.
Benjamin gelangt an die Erinnerungsfragmente seines Mentors und Professor. Sie reichen zurück in eine Zeit, wo in der Galaktopole, einer Art Gefängnis, Menschen aller Religionen umerzogen wurden. Trotzdem ist es einigen gelungen, die Erinnerung daran zu bewahren.
Wie die offizielle Regel lautet, besagt das folgende Zitat.

„...Nur wer etwas tat, existierte. Menschsein und Arbeiten waren eins, tun und Sein nicht länger voneinander unterscheidbar. […] Bürger, du bist, was du tust...“

Verschiedene Entwicklungen der Menschheit werden kurz angerissen. Keine davon allerdings macht für mich diese Zukunft lebenswert. Und es gibt eine neue Bedrohung. Sie wird als interstellare Wolke bezeichnet, aber weder genauer erklärt noch deren Wirkung dargestellt. Für mich als Leser bleibt sie eine anonyme Gefahr, deren Sinn ich nicht verstehe.
Das Buch wird in zwei Zeitebenen erzählt. Zum einen begleite ich Benjamin auf seinen Weg über den Planeten Makoto, zum anderen werden immer wieder die Fragmente von Professor Taliesin val Akumei eingeblendet. Doch auch in den Bereich erscheint mir manches unvollendet. Der Professor hat mit der Zeit experimentiert. Das ist schief gegangen. Warum, ist unklar. Für mich liest es sich wie Sabotage. Aber vom wem? Und warum haben ihn danach Freunde und Familie verlassen?
Interessant fand ich, das es in der Welt der Zukunft noch bestechliche Beamte gibt. Die interstellare Wolke verschärft das Flüchtlingsproblem. Auch darüber geht die Meinung der Exegeten auseinander. Für mich sind die Exegeten Menschen, die abseits des Mainstreams leben und auf persönliche Erinnerungen setzen. Was sie damit für die anderen so gefährlich macht, bleibt für mich unklar. Deutlich wird allerdings, dass sie ein anderes Menschenbild als ihre Zeitgenossen haben. Das zeigt sich vor allem im Umgang mit dem Tod.
Die Geschichte hat mir gut gefallen. Trotzdem hat sie ein paar Schwächen. Zum einen nimmt die Begegnung mit den Exegeten nur einen geringen Teil des Buches ein, zum anderen ist es ein Ende ohne Hoffnung. Die Welt der Zukunft ist eine Welt ohne Religion. Der Gegenentwurf durch die Exegeten allerdings ist mir zu unausgereift.

Veröffentlicht am 06.04.2019

Überirdisch nur im wörtlichen Sinne

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In seinem Roman „Der Planet der verbotenen Erinnerungen“ von Sebastian Pierling enführt den Leser ins dritte Jahrhundert, in dem die Menschen nicht mehr länger an die Erde gebunden sind und ihren Lebensmittelpunkt ...



In seinem Roman „Der Planet der verbotenen Erinnerungen“ von Sebastian Pierling enführt den Leser ins dritte Jahrhundert, in dem die Menschen nicht mehr länger an die Erde gebunden sind und ihren Lebensmittelpunkt ins All verlegt haben. Der Hauptcharakter, Benjamin, ist Dozent an der größten Universität des neuen Zusammenlebens, Alpha Zentauri und beschäftigt sich tagtäglich mit den menschlichen Erinnerungen und mit Möglichkeiten, diese zu manipulieren. Als sein ehemaliger Professor stirbt und mehr als kryptische Gedanken zurück lässt beschließt Benjamin, sich auf die Suche nach der Herkunft des Professors zu machen um aus dessen Vermächtnis schlau zu werden. Dafür reist er einmal quer durchs Universum und stößt auf die Spur der Exegeten, einer religiösen Gemeinschaft - obwohl die Religion schon seit Jahrzehnten verboten ist.

Seit über einem Jahr beschäftige ich mich nun schon intensiver mit aktueller christlicher Literatur in Deutschland und dieser Roman bestätigt in meinen Augen das Vorurteil das ich dazu von vornherein im Kopf hatte. Man meint es gut, aber an der Umsetzung scheitert‘s.

Benjamin ist an sich ein spannender Charakter, doch leider lernt man ihn nicht all zu genau kennen. Man erfährt so gut wie nichts über sein Leben oder seine Herkunft – dafür jedoch umso mehr über die seines ehemaligen Professors der auch als einziger Charakter selbst zu Wort kommt. Und so fühlt es sich auch so an, als ob eher dieser Professor der Hauptcharakter des Buches ist – nur, dass der schon zu Beginn der Geschichte tot ist.

Auch die Welt, die Pierling sich ausgedacht hat, hat viel Potential: Die Menschen des Alls sind optimierbar, durch technische Hilfsmittel genau wie durch biochemische Manipulationen und Forscher können nicht nur auf körperliche Daten sondern auch auf die Erinnerungen der Menschen zugreifen. Zwar ist die Technisierung immer noch eine freie Entscheidung, doch wer sich nicht den neusten technischen Standards anpasst gilt als kaputt und minderwertig. In all dem hat Benjamin einen der spannendsten Berufe – nur leider bekommt man nichts davon mit. Was genau bewirkt er mit seiner Erinnerungsforschung? Ist sein Gebiet für Laien zugänglich oder braucht es bestimmte Qualifikationen? Und lassen sich solche Veränderungen rückgängig machen? Der Leser erfährt nichts von alledem und auch Benjamin scheint dieses Wissen zwischendurch abhanden gegangen zu sein, denn er reagiert in Situationen, die er vorher als vollkommen normal beschrieben hat, wie jemand, der noch nie so etwas erlebt hat.

Am wenigsten Sinn ergibt jedoch die Geschichte selbst, denn Pierling verliert sich in Andeutungen und der Leser kann den konkreten Inhalt nicht erkennen. Was war nun die Hintergrundgeschichte des Professors, um die es ja anscheinend geht? Was hat es mit den Exegeten auf sich? Wie verhält es sich mit der Religion? All diese Fragen stellen sich zu Beginn des Buches und werden bis zum Ende nicht aufgelöst. Man möchte meinen, hier wurde bereits für einen Folgeband geplant, denn anders lassen sich die vielen inhaltlichen Lücken nicht erklären, doch dann wäre es doch wahrscheinlich zumindest zu einer Teilerkenntnis gekommen, auf der man dann hätte aufbauen können.

Dabei sieht das Buch so vielversprechend aus und auch das „Gütesiegel“ des C. S. Lewis-Preises verleitet zu der Annahme, dass hinter dem galaktischen Cover ein guter Roman wartet. Dazu jedoch eine Warnung: Sebastian Pierling erhielt den Preis 2016 (verliehen auf der Leipziger Buchmesse 2017), tatsächlich erschienen ist der Roman jedoch erst 2 Jahre später. Wer sich auf der Website des Preises die Buchbeschreibung durchliest wird den Roman nicht wiedererkennen (abgesehen davon, dass sich der Titel in der Zwischenzeit vollkommen verändert hat ist auch die Handlung eine ganz andere) und so ist wohl auch die Gültigkeit des Preises ein bisschen „abgelaufen“.

Insgesamt hat mich dieser Roman sehr enttäuscht. Da ich außerhalb der christlichen Szene viel Science Fiction und ähnliches lese hatte ich hohe Erwartungen an dieses Buch (schließlich erlebt man nicht oft eine Kombination aus Fantasy und Religion) und wurde entsprechend stark enttäuscht. Die Idee dahinter gefällt mir zwar immer noch sehr gut, jedoch lässt der Roman selbst massiv zu wünschen übrig und so kann ich das Buch nicht wirklich weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 02.04.2019

Zu technisch und kompliziert

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In der Zukunft: Nach dem Tod seines Mentors Taliesin Val Akumai reist der junge Psychophysiker Benjamin G. Sacharow zu dem Planeten Makoto. Dort hofft er, auf einer Teeplantage auf eine Gruppe zu treffen, ...

In der Zukunft: Nach dem Tod seines Mentors Taliesin Val Akumai reist der junge Psychophysiker Benjamin G. Sacharow zu dem Planeten Makoto. Dort hofft er, auf einer Teeplantage auf eine Gruppe zu treffen, die geheime und verbotene Rituale zum Zweck der Erinnerung praktizieren... .
Sebastian Pirling hat hier einen sehr sciencefictionlastigen Zukunftsroman geschrieben, indem die Menschheit scheinbar das ganze Universum erschlossen hat und auf verschiedenen Planeten beheimatet ist. Für mich klang der Klappentext sehr spannend, aber als ich anfing zu lesen, konnte mich das Buch nicht so gut unterhalten wie erhofft.
Schon mit dem Protagonisten Benjamin wurde ich einfach nicht warm. Irgendwie war mir seine ganze Tätigkeit suspekt und ich konnte ihn auch als Menschen nicht richtig einschätzen. Während seiner Reise über den Planeten Makoto werden zwar seine wahren Absichten deutlich, aber dennoch blieb er als Figur irgendwie unnahbar. Auch fand ich es ein bisschen schade, dass man Talisin auch nur über dessen Erinnerungsfragmente kennenlernt.
Sebastian Pirling hat aus meiner Sicht hier eine tolle Idee zu einer besonderen Geschichte gehabt, aber diese leider viel zu technisch umgesetzt. Für mich war die Handlung daher manchmal zu verworren und durcheinander. Oft habe ich sogar den Überblick verloren und weiß bis jetzt auch noch nicht, was mir die Geschichte eigentlich sagen will.
Mir persönlich hat im Buch auch der Bezug zum christlichen Glauben gefehlt. Es wird zwar immer wieder erwähnt, dass jede Religion verboten worden ist, aber sonst kommen Aspekte des Glaubens nicht so richtig durch.
Was mir allerdings gefallen hat, ist die besondere Sicht auf Erinnerungen, die hier vermittelt wird. Es wird deutlich, dass Erinnerungen nicht einfach nur technisch gespeichert werden, sondern gerade durch mündliche Übertragung weitergetragen und vermittelt werden können.
Insgesamt hat mich ,,Der Planet der verbotenen Erinnerungen" leider nicht ganz überzeugen können und lässt mich etwas verwirrt und ratlos zurück. Daher empfehle ich das Buch hier nur bedingt weiter.