Cover-Bild Spiel der Toten
Band 1 der Reihe "Mossmann&Mobido"
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12,99
inkl. MwSt
  • Verlag: tolino media
  • Themenbereich: Belletristik - Thriller / Spannung
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 288
  • Ersterscheinung: 19.10.2025
  • ISBN: 9783819455414
  • Empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Simon Jaspersen

Spiel der Toten

Mossmann und Mobido ermitteln
Wer spielt mit dem Tod? Berlin im Spätsommer: Vier ausgedörrte Leichen treiben in der Spree. Kurz darauf wird eine junge Frau erstochen in ihrem Appartement aufgefunden. Die Polizeibeamten sind schockiert, denn der Tatort wurde von Unbekannten verwüstet. Gibt es eine Verbindung zu den Stalking-Fällen, die schon seit Wochen die Stadt verstören? Das LKA Berlin ist unterbesetzt. Deshalb lässt sich Ex-Bulle Jan Mossmann von seinem Onkel überreden als Ermittler einzuspringen. Jan trauert um seine tote Frau und hat seine bis dahin brillante Polizeikarriere an den Nagel gehängt. Auch die Kreuzberger Kommissaranwärterin Jasmin Mobido beginnt voll Ehrgeiz an den Fällen zu arbeiten. Die Spur führt in eine abgelegene Privatklinik und zur Industriellenfamilie Roth, die dort einen Patienten versteckt hält. Jemand scheint ein perfides Spiel mit ihnen zu spielen... „SPIEL DER TOTEN erzählt actionreich und spannend von den Untiefen unserer Gegenwart. Von Verschwörung, Einsamkeit und den Abgründen einer digitalen Parallelwelt. Ein furioser Krimi mit unvergesslichen Figuren. Echter Pageturner!“ Cornelius Wüllenkemper, Kulturjournalist - Spektakulärer Großstadt-Plot mit charmantem Ermittler-Duo - Bro-Culture, Selbstmord-Challenges, Verschwörungstheorie - Mysteriös, einfühlsam, humorvoll und packend

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.12.2025

Ziemlich überdreht und weit weg von der Wirklichkeit

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Ohne Zweifel wird dieser Krimi seine Fans haben. Ich gehöre nicht dazu, weil ich mir auch von Krimis eine gewisse Erzähltiefe, glaubwürdige Figuren und einen halbwegs nachvollziehbaren Bezug zur Realität ...

Ohne Zweifel wird dieser Krimi seine Fans haben. Ich gehöre nicht dazu, weil ich mir auch von Krimis eine gewisse Erzähltiefe, glaubwürdige Figuren und einen halbwegs nachvollziehbaren Bezug zur Realität wünsche. Nichts davon enthält diese Geschichte.

Eine IT-Spezialistin wird in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden, und im Rummelsburger Hafen schwimmen vier zerstückelte Leichen älteren Datums. Natürlich weiß man als Leser, dass diese Fälle irgendwie zusammenhängen werden. Aus Frankfurt reist unter seltsamen Umständen ein suspendierter Polizist an, der als Personenschützer für ein Mitglied einer reichen Unternehmerfamilie tätig werden soll. Sein Onkel leitet die Ermittlungen in den Mordfällen.

Das alles erfährt man in einem rasenden Telegrammstil, in dem das ganze Buch verfasst wurde. Es ist voller orthografischer, grammatikalischer und logischer Fehler. Der Erzählstil führt zu einer gewissen Spannung, die künstlich erzeugt wird, weil das Gehirn des Lesers durch die schnellen Schnitte in eine ähnliche Raserei verfällt wie der Text, denn es versucht zwanghaft sich die ganzen Lücken und Sprünge der Geschichte zu erklären. Das ist gerade der Trick. Dieser Stil verhindert aber auch eine hinreichende Erzähltiefe, was man aber wegen des hohen Tempos erst einmal nicht bemerkt. Die Figuren bleiben vielleicht bis auf den Haupthelden völlig blass. Man weiß schließlich nicht allzu viel über sie.

In der Unternehmerfamilie geht es heiß her. Der Vater und seine drei Söhne sind zerstritten. Was da genau los ist, erfährt man ebenfalls nur stückweise, aber nicht wirklich richtig. Der Telegrammstil verharrt in Andeutungen. Und dann kommt es ganz dick. Aus den Krimis im ÖRR weiß man ja, dass Unternehmer eigentlich immer kriminell sind. Hier handelt es sich um Pharmaproduzenten, natürlich stinkreich und gemeingefährlich. Sie besitzen ein Grundstück mit einem Atombunker, in dem aber seltsamerweise ihre Feinde hausen und eine Privatklinik mit einer merkwürdigen Ausrichtung, in der man erst einmal eine Spritze bekommt, wenn man sie betreten will. Ist dort Standard, wie der Autor meint. Nun ja.

Und natürlich machen sie Menschenversuche, soll heißen, sie testen ihre Produkte an Obdachlosen, die dann auch mal dabei verrecken. Dass das kompletter Unsinn ist, fällt nur jemandem auf, der etwas von Produktentwicklung versteht. Wenn ein Versuch nicht detailliert überwacht werden kann, ist er sinnlos. Obdachlose sind also wenig hilfreich als Versuchskaninchen.

Das Buch enthält noch eine Reihe anderer Klischees, die im Kopf von Autoren entstehen, denen ein praktisches Verständnis der Wirklichkeit fehlt, die sich also Geschichten der Geschichten wegen ausdenken und dabei in die Falle ihrer ahnungslosen Realitätsferne tappen. Das versuchen sie durch einen Übereifer an Knalleffekten auszugleichen. Beim Publikum kommt das aber teilweise an.

Bekanntlich ist der deutsche Humor eher derb. Deutsche Krimis sind es merkwürdigerweise auch. Wenn man das einmal verstehen will, sollte man zu schwedischen Krimis greifen. Oder zu guten amerikanischen. Die sind weniger ideologisch angehaucht, zeigen eine tiefere Betrachtung von Motiven der Figuren und neigen oft zu einem humorlosen Realismus. Plattheiten wie in diesem Buch sind da eher selten.

Mein Fall war dieser Krimi nicht, dennoch bewerte ich ihn neutral, weil er sicher auch manchem Leser gefallen wird.

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