Cover-Bild Zauberhafte Aussichten
Band 6 der Reihe "rororo Entdeckungen"
(2)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Klassisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 224
  • Ersterscheinung: 14.05.2024
  • ISBN: 9783499015175
Stella Benson

Zauberhafte Aussichten

rororo Entdeckungen
Magda Birkmann (Herausgeber), Nicole Seifert (Herausgeber), Marie Isabel Matthews-Schlinzig (Übersetzer)

Eine fantastische Geschichte und ein Schlüsselroman über den Ersten Weltkrieg: Stella Bensons Roman «Zauberhafte Aussichten» entführt in eine Welt, die im Schatten des Krieges liegt und in der eine junge Frau unter magischen und mysteriösen Umständen zu ihrer eigenen Identität findet.

Die junge Sarah Brown engagiert sich während des Ersten Weltkriegs für wohltätige Zwecke. Bei einer Komiteesitzung kommt es zu einer verhängnisvollen Begegnung  – mit einer Hexe. Als diese sie einlädt, in ihrem geheimnisvollen Haus, dem «Haus Alleinleben» auf einer kleinen Insel auf der Themse, unterzuschlüpfen, begibt sich Sarah mit ihrem treuen Hund David auf das Abenteuer ihres Lebens.

Neu entdeckt für deutsche Leser:innen: ein tief beeindruckendes Werk der literarischen Moderne, mit Ironie und Scharfblick erzählt.

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.11.2025

Kontroverse, sozialkritische Themen wie Erster Weltkrieg, Kolonialpolitik und Frauenrecht – satirisch, magisch eigenwillig verpackt.

0

Eine scheinbar märchenhafte Geschichte voller magischer Figuren wie Hexen, Zauberer, Drache und Feen spinnt sich um die junge, alleinstehende Hauptfigur Sarah Brown, in London während des 1. Weltkriegs ...

Eine scheinbar märchenhafte Geschichte voller magischer Figuren wie Hexen, Zauberer, Drache und Feen spinnt sich um die junge, alleinstehende Hauptfigur Sarah Brown, in London während des 1. Weltkriegs lebend. In dieser harschen Realität voller Hunger in Londons Armenviertel mit sog. Komitees für wohltätige Zwecke taucht zunächst mit viel naturverbundener, traditioneller Magie eine Hexe auf, zu verstehen als Allegorie auf die Zerrissenheit der damaligen Gesellschaft, mit besonderem Blick auf sozial schwache Milieus und teils satirischer Kritik an der besseren britischen Gesellschaft wegen deren moralisch fragwürdigen Wohltätigkeitsarbeit. In dieser magischen Parallelwelt taucht auch ein eigenwilliger Zauberer auf als allegorischer Vertreter der herrschenden Klasse mit etablierter Bürokratie und politischer Macht. Wie in Fantasy-Geschichten verkörpern diese Hexe und der Zauberer wohl unterschiedliche soziale Schichten, wobei die Hexe hier aus dem Volk kommt und der Zauberer aus der Aristokratie. Beide Figuren weisen auf den sozialen und politischen Umbruch in diesen Kriegszeiten hin. Auch der Drache, als Großknecht verwaltet er nur mangelhaft die Feenfarm seines Herrn, kämpft hier gegen die Naturgewalten der Feen an, die Beschützer der Hauptfigur Sarah als überforderte Landarbeiterin werden. Wie Sarah und die Hexe bewältigt auch die mittellose Peony erfolgreich ihren sozialkritischen Kampf gegen die Kirche, gegen Normen und Moralvorstellungen der Oberschicht, heraus aus starren Klassen- und Geschlechterverhältnissen, z.B. aus Ehezwang.
Thematisiert wird auch die Kolonialmacht «England als Räuberstaat, der die schwächeren Nationen vernichtet, seinen eigenen Reichtum durch Verrat vermehrt und jetzt seinen friedliebenden Nachbarn diesen Aggressionskrieg aufgezwungen hat.»
Einige Figuren wie Peony, der Bürgermeister und der Polizist kommunizieren in einem übersetzten Dialekt, der im Original an Cockney Slang erinnern mag, der den Lesefluss jedoch hemmt.
Ein nicht zu fassendes Genre mit realistischen und fantastischen Erzählelementen voller Magie – interessant.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.07.2024

Kriegsliteratur?

0


„Sie schrieb mit dem Finger ein Wort in die Luft und machte unter dem Wort einen Schnörkel. So blumig war der Schnörkel, dass er sie herumwirbelte, einmal um ihre Achse auf den Zehenspitzen, bis sie ihre ...


„Sie schrieb mit dem Finger ein Wort in die Luft und machte unter dem Wort einen Schnörkel. So blumig war der Schnörkel, dass er sie herumwirbelte, einmal um ihre Achse auf den Zehenspitzen, bis sie ihre Zuschauer wieder ansah.“

Bei einer steif und geregelt ablaufenden Komiteesitzung taucht plötzlich eine eigenartige Fremde auf. Sie bringt mit ihrem zappeligen Auftritt die anwesenden Damen sehr durcheinander. Sarah, ebenfalls Komiteemitglied, entdeckt auf dem Besen, den die Fremde mitgebracht hat, eine Adresse. Tags darauf besucht sie sie zu Hause und bekommt erklärt, dass es sich bei der Fremden um eine Hexe handelt.

„‚Ich bin eine Hexe‘, sagte die Hexe.“

Gibt es die falschen Leserinnen für ein Buch? Ja, die gibt es. Und ich bin leider nicht die richtige Leserin für dieses Buch.
Es fällt mir schwer, hier einer Handlung zu folgen. Das Lesen dieser Geschichte macht mich nervös. Vielleicht ist es, weil ich die magischen Teile der Geschichte nicht verstehe. Vielleicht ist es auch, weil ich mit dem Humor nichts anfangen kann, der mir arrogant und unlogisch erscheint.

Ich kann Stella Bensons Geschichte deshalb auch nicht als feministische lesen. Genau so wenig als Kriegsliteratur.

Erstaunlich finde ich, dass ‚Zauberhafte Aussichten‘ schon 1919 erschienen ist. Es liest sich sehr aktuell, sehr anders. Ein Buch, das bestimmt die Wiederentdeckung lohnt und aus einem anderen Blickwinkel den Ersten Weltkrieg beleuchtet. Ich wünsche der Geschichte viele Leserinnen, die offener und geneigter sind. Für mich passte es einfach nicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere