Was unser Blick auf Tiere über uns Menschen aussagt
Der Philosoph und Künstler Stephan Wunsch setzt sich hier mit zehn „verrufen“ Tierarten auseinander. Ihr schlechter Ruf liegt vordergründig daran, dass sie als hässlich oder gefährlich gelten, ist letztlich ...
Der Philosoph und Künstler Stephan Wunsch setzt sich hier mit zehn „verrufen“ Tierarten auseinander. Ihr schlechter Ruf liegt vordergründig daran, dass sie als hässlich oder gefährlich gelten, ist letztlich aber meist darauf zurückzuführen, dass ihnen aus verschiedenen Gründen ein negativer Charakter unterstellt wird.
Er verfolgt das Bild, das von diesen Tieren gezeichnet wird, über die Jahrhunderte – von Aristoteles über „Brehms Thierleben“ bis zum „weißen Hai“. Dabei zeigt sich immer wieder, wie von der Evolution geformte Verhaltensweisen aus einer menschlichen Perspektive betrachtet und so (um)interpretiert wurden, dass das betreffende Tier nicht gut wegkommt. Aber auch, wie inkonsistent die Menschheit bei der Bewertung unterschiedlicher Tiere ist. (Beispiel: Wenn Delphine Schiffen folgen, dann aus Neugier, wenn Haie Schiffen folgen, dann aus Fressgier.)
Dies alles stellt dann jeweils auch den Ausgangspunkt für diverse weitere philosophische Betrachtungen dar.
Natürlich kann man über die Auswahl streiten, mir persönlich sind beispielsweise Fledermäuse oder Kraken nicht sonderlich unsympathisch, und manchmal gleitet der Autor zu sehr ins Esoterische ab. Auch können auf insgesamt lediglich 230 Seiten viele interessante Themen nur angerissen werden.
Dennoch ist dieses Büchlein empfehlenswert. Es regt zum Nachdenken an über das Verhältnis zwischen Mensch und Tier(en) bzw Mensch und Umwelt, aber auch darüber, was die Art, wie wir verschiedene Tiere wahrnehmen, über uns Menschen aussagt.