Ganz nett, aber...
In "Mama will ihr Haus vererben" zieht uns die Autorin Stephanie Mansion in den Wahnsinn einer "fast" normalen Familie.
Wie immer trifft sich die ganze Familie bei ihrer Mutter zum Geburtstagskaffee. ...
In "Mama will ihr Haus vererben" zieht uns die Autorin Stephanie Mansion in den Wahnsinn einer "fast" normalen Familie.
Wie immer trifft sich die ganze Familie bei ihrer Mutter zum Geburtstagskaffee. Diesmal soll es eine Überraschung geben. Und dann eröffnet Mama ihrer Familie, dass sie sehr krank sei und nicht mehr lange zu leben habe. Dahr möchte sie, dass ihre Kinder sich mehr um sie kümmern. Wer sich ihrer Meinung nach am Besten um sie kümmert, soll ihr Haus erben. An Silvester will sie ihre Entscheidung bekannt geben. Ein Wettbewerb beginnt, dem sich Kerstin zunächst nicht anschließen mag. Aus Gründen muss sie schließlich doch mitmachen und nimmt ihren Auftrag sehr ernst. Dass ihr dabei ihre eigene Familie immer mehr entgleitet, merkt sie nicht, zumal ihr Exfreund wieder auftaucht und einen Neuanfang plant.
Stephanie Mansion schildert uns die Geschichte um diese Familie mit Empathie, Humor und lebendig. In kurzen Kapiteln beschreibt sie das Wetteifern der Kinder um ihr Elternhaus. Da wird geputzt, gelogen und versucht, sich gegenseitig auszustechen. Mama gibt Anweisungen, was zu tun ist. Wir begleiten diese Familie und besonders Kerstin durch ein chaotisches Vierteljahr. Kerstin war mir sehr sympathisch, einer der anderen Damen hätte ich an einigen Stellen am liebsten den Hals umgedreht. Was mich ein wenig gestört hat, dass es überwiegend die Frauen sind, die diesen Kampf ausfechten. Die Männer üben sich in Zurückhaltung, aber sie haben ja auch einen Beruf.... Dabei haben auch die Frauen Berufe, die sie zusätzlich zum Kümmern nicht vernachlässigen können. Im Fall Kerstin wird dies auch recht gut ausgearbeitet. Bei ihrer Schwägerin Pia wird die Beschreibung meiner Meinung nach zu sehr auf Intrige reduziert. An manchen Stellen habe ich mich gefragt, was die Autorin hier vermitteln will. Satire? Dann ist der Roman falsch angekündigt! Die Auflösung des Chaos hat mich zwar überrascht, aber nicht zufriedengestellt.
Die Sprache ist flüssig und gut zu lesen, zwischendrin musste ich wirklich breit grinsen. Was für eine Familie! Und doch lassen sich Parallelen zum wirklichen Leben herstellen.
Nur eine nette Lektüre für zwischendurch, für das vermittelte Frauenbild ziehe ich allerdings 2 Punkte ab. So wirklich empfehlen kann ich den Roman nicht, ich hatte mir jedenfalls mehr versprochen.