Hoffentlich Satire....
Charlotte ist ein intelligentes junges Mädchen aus Sparta, einem Provinznest in North Carolina. Sie wächst in einem nicht sehr wohlsituierten, aber sehr konservativen Elternhaus auf. Dank ihrer herausragenden ...
Charlotte ist ein intelligentes junges Mädchen aus Sparta, einem Provinznest in North Carolina. Sie wächst in einem nicht sehr wohlsituierten, aber sehr konservativen Elternhaus auf. Dank ihrer herausragenden schulischen Leistungen erhält sie ein Stipendium für die (fiktive) Elite-Universität Dupont. Sie ist voller Erwartungen und hochmotiviert, auch an der Universität mit ihren Leistungen zu glänzen. Doch schnell landet sie auf dem Boden der Tatsachen: statt eines Tempels des Geistes und des Intellekts erweist sich die Universität als ein Ort der Saufgelage und sexuellen Ausschweifungen. Sie ist umgeben von reichen, verwöhnten Kids, die nichts anderes im Kopf haben als Alkohol, Sex und die neuesten Klamotten.
Ihre Mitstudenten sind Sportler, die wegen ihrer sportlichen Leistungen viele Privilegien haben, aber keinesfalls aufgrund ihrer intellektuellen Fähigkeiten einen Studienplatz erhalten haben, Verbindungsbrüder, deren Interesse sich auf Trinken und Mädchen flachlegen beschränkt (was die miserablen Noten angeht, wird Papis Geld bzw. das Verbindungsnetzwerk es schon richten) und selbsternannten Intellektuellen, die auf die anderen herabsehen, aber letztlich auch nur an Alkohol und Sex denken.
Anfangs fühlt sich Charlotte sehr einsam und ist schockiert vom studentischen Treiben. Doch dann beginnt auch sie, Wert auf ihr Äußeres zu legen, mit den „coolen“ Typen abzuhängen und sich in deren Aufmerksamkeit zu sonnen.
Tom Wolfes „Fegefeuer der Eitelkeiten“ habe ich mit Begeisterung verschlungen, von „Ich bin Charlotte Simmons“ war ich eher enttäuscht, sogar versucht, es einfach abzubrechen. Die ständigen Beschreibungen von hohlköpfigen, saufenden Studenten und sexuellen Ausschweifungen wurden irgendwann ganz schön langweilig. Das Buch ist hoffentlich als Satire anzusehen, ansonsten könnte einem Angst und bange werden. Wenn diesen Universitäten die Elite Amerikas hervorbringen, dann „Gute Nacht, USA“.
Ich habe nur bis zum Schluss durchgehalten, um zu erfahren, ob Charlotte ihre Uni-Zeit einigermaßen unbeschadet übersteht und doch noch die Kurve bekommt. Über 900 Seiten ist definitiv zu lang, etwas weniger Geschwafel hätte es auch getan.