Cover-Bild Die Wege des Krieges
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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Romeon-Verlag
  • Genre: Krimis & Thriller / Sonstige Spannungsromane
  • Ersterscheinung: 23.11.2022
  • ISBN: 9783962297138
Willy Schad

Die Wege des Krieges

Die Wege des Krieges handelt von der Geschichte eines jungen Mannes namens William. William lebt mit seinen drei Freunden Eric, Lukas und Sandro in einer Großstadt Mitteldeutschlands.
Die vier Männer kennen sich seit langer Zeit und führen ein solides Leben. Eines Tages entscheidet sich einer von ihnen für den Militärdienst. Es dauert nicht lang, bis die anderen ihm aus den unterschiedlichsten Gründen folgen. Anfangs läuft alles wie geplant und die vier können sich durch gute Leistungen bei der Armee schnell nach oben kämpfen.
Doch mit der Zeit und immer komplexeren Einsätzen werden die Männer vor größere Herausforderungen gestellt. Sie müssen schwierige Erlebnisse verarbeiten, folgenschwere Entscheidungen treffen und viel Schmerz aushalten. Wie die jungen Männer damit umgehen und welche Herausforderungen sie bewältigen müssen, erfahrt ihr in diesem Buch.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.09.2025

Bewegender Roman

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„Die Wege des Krieges“ von Willy Schad ist für mich das schwerste Buch, das ich bisher auf meinem Blog besprochen habe. Im Zentrum stehen William und seine Freunde Eric, Lukas und Sandro. Vier Jungs aus ...

„Die Wege des Krieges“ von Willy Schad ist für mich das schwerste Buch, das ich bisher auf meinem Blog besprochen habe. Im Zentrum stehen William und seine Freunde Eric, Lukas und Sandro. Vier Jungs aus einer mitteldeutschen Großstadt, die eigentlich ein normales Leben führen, bis einer von ihnen zur Bundeswehr geht. Die anderen schließen sich an.

Anfangs läuft alles noch geordnet. Mit Disziplin machen die vier Karriere, gewinnen Ansehen in der Truppe. Doch der erste Auslandseinsatz verändert alles, es geht nicht mehr um Beförderungen, sondern ums nackte Überleben. Kugeln fliegen, Kameraden sterben, und die Jungs erleben Dinge, auf die sie niemand hätte vorbereiten können. Wir begleiten sie nicht nur im Einsatz, sondern auch im Privaten, lernen Familien, Sorgen und Hoffnungen kennen.

Und hier ein kurzer Exkurs: Wie oft stehen wir genervt in der Supermarktschlange oder regen uns über fünf Minuten Warteschleife auf? Nach diesem Buch sehe ich solche Situationen anders. Denn stellt euch vor, ihr wärt nicht in der Schlange, sondern in einem Kriegsgebiet. Kugeln prasseln, neben euch liegt ein verletzter Kamerad. Plötzlich wirken Alltagsprobleme ziemlich klein.

Dieses Buch hat mich nicht nur bewegt, sondern auch aufgerüttelt. Ich habe Tage gebraucht, um das Gelesene zu verdauen. Krieg ist das Schlimmste, was wir Menschen hervorgebracht haben, und der Autor zeigt auf brutale, ehrliche Weise, was es bedeutet, Soldat zu sein. Wir nehmen Frieden oft als selbstverständlich hin, doch das ist er nicht. Männer und Frauen gehen in Einsätze, voller Angst um sich und ihre Familien und viele zahlen dafür den höchsten Preis.

William, Eric, Lukas und Sandro wachsen einem ans Herz. Man wünscht ihnen, dass sie heil zurückkommen, weiß aber zugleich, dass es nicht für alle gut ausgeht. Und selbst wer überlebt, ist nicht mehr derselbe. Dass so viele Soldatinnen und Soldaten mit PTBS kämpfen, wundert nach dieser Geschichte nicht.

Willy Schad baut enorme Spannung auf. Die Gewalt ist hart, die Beschreibungen realistisch, manchmal so heftig, dass ich kurz pausieren musste. Gleichzeitig spannend wie ein Psychothriller, nur viel eindringlicher. Beeindruckend ist, wie er zwischen Emotion und technischer Präzision balanciert: Waffen, Fahrzeuge, Abläufe sind detailliert beschrieben.

Natürlich gibt es für mich auch einen Kritikpunkt: Die Ich-Perspektive war an manchen Stellen unglücklich gewählt, eine dritte Person hätte hier mehr Klarheit gebracht. Doch das schmälert den Gesamteindruck kaum.

Das Finale schließlich hat mich völlig überwältigt. Es ist lange her, dass mich ein Buch so sehr zum Weinen gebracht hat. Und genau das ist die Stärke dieses Buches: Es schont uns nicht und entlässt uns nicht einfach zurück in den Alltag.

Ich werde nach dieser Lektüre nie wieder den Einsatz der Soldatinnen und Soldaten unterschätzen, die dafür sorgen, dass wir hier in Sicherheit leben können. Für mich ein eindringlicher, schonungsloser und zutiefst bewegender Roman, der zeigt, welchen Preis Soldaten für unsere Sicherheit zahlen.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

✎ Willy Schad - Die Wege des Krieges

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Als ich die Anfrage zu „Die Wege des Krieges“ von Willy Schad erhielt, musste ich zunächst innehalten. Seit mehreren Jahren verfolge ich die Geschehnisse in der Ukraine, ebenso wie die Entwicklungen im ...

Als ich die Anfrage zu „Die Wege des Krieges“ von Willy Schad erhielt, musste ich zunächst innehalten. Seit mehreren Jahren verfolge ich die Geschehnisse in der Ukraine, ebenso wie die Entwicklungen im Nahen Osten. Diese Themen gehen mir persönlich sehr nahe, und ich war unsicher, ob ich bereit bin, mich ihnen in Form eines ganzen Buches zu stellen.

Trotz meiner Zweifel habe ich zugesagt - aus dem Wunsch heraus, zu erfahren, ob es dem Autor gelingt, mir das Thema Krieg auf respektvolle und menschliche Weise näherzubringen. Nicht als abstraktes Szenario, sondern durch die Augen derjenigen, die mittendrin stehen: den Soldaten.

Beim ersten Leseversuch war nach etwa 10 % Schluss. Es entsprach schlichtweg nicht meiner Erwartung. Dennoch wollte ich dem Buch eine faire Chance geben. Der präzise, fast schon dokumentarische Stil von Schad hat mich letztlich überzeugt, es erneut zu versuchen. Beim zweiten Anlauf habe ich das Buch dann auch vollständig gelesen.

Der Einstieg erfolgt über eine Reihe von Porträts verschiedener Soldaten. Diese Sequenz empfand ich persönlich als zäh. Es werden viele Namen und Hintergrundinformationen präsentiert, doch ich hätte mir gewünscht, die Charaktere nach und nach im Fließtext genauer kennenzulernen, statt in geballter Form gleich zu Beginn.

Willy Schad hat unübersehbar intensiv recherchiert. Seine Beschreibungen sind überaus genau - ob es um Taktiken, Ausrüstung oder die psychische Belastung der Soldaten geht. Unterstützt wird der Text durch zahlreiche Abbildungen von Waffen und Fahrzeugen, die Lesenden helfen sollen, sich die Szenerien besser vorzustellen. Für Superinteressierte gibt es am Ende nochmals Kurzbeschreibungen von Fahrzeugen und Ausrüstungen zum Nachlesen.

Doch gerade diese Detailfülle wirkte auf mich stellenweise eher distanzierend als eindringlich. Trotz dieser sachlichen Präzision gelang mir persönlich nicht, eine tiefere emotionale Verbindung zu den Protagonisten aufzubauen. Und obwohl man einige der Figuren über einen längeren Zeitraum begleitet, hat mich letztlich nur ein einziger Schicksalsschlag wirklich berührt.

Durch die hohe Informationsdichte kam mir die menschliche Seite teilweise zu kurz kommt. Wer eine narrative, persönlichere Annäherung an das Thema erwartet, könnte sich schwerer damit tun, gefühlsmäßig tief einzutauchen.

Wer sich intensiv mit den strukturellen Abläufen in Kriegsgebieten und der Realität von Frontsoldaten beschäftigen möchte, findet in diesem Buch eine fundierte, sachliche Darstellung. Es ist kein emotionsgeladenes Werk - auch wenn einzelne Passagen emotional berühren -, sondern eher ein analytischer Blick auf das Thema Krieg.

Für mich bleibt „Die Wege des Krieges“ ein Buch, das ich mit gemischten Gefühlen gelesen habe. Ich bin froh, es nicht vorschnell beiseitegelegt und so einen tiefen Einblick in die Arbeit und Gedankenwelt derjenigen erhalten zu haben, die für andere ihr Leben riskieren.

»Ich glaube, wir machen das, um ein Zeichen zu setzen. Um einen nachhaltigen Weltfrieden zu prägen und Menschen, die keine Chance gegen Unterdrückung und Gewalt haben, das Signal zu senden: 'Ihr seid nicht vergessen!' Deswegen!« (67%)

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