Cover-Bild Ein notwendiges Übel

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8,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Heyne
  • Genre: Krimis & Thriller / Historische Kriminalromane
  • Ersterscheinung: 09.07.2018
  • ISBN: 9783641220099
Abir Mukherjee

Ein notwendiges Übel

Kriminalroman
Jens Plassmann (Übersetzer)

Kalkutta, 1920: Ein Jahr nach seiner Ankunft in Britisch-Indien wird der ehemalige Scotland-Yard-Ermittler Sam Wyndham mit einer heiklen Mission betraut. Der Thronfolger von Sambalpur wurde ermordet. Die Kolonialregierung hat ein hohes Interesse an der Ergreifung des Täters, verfügt in dem unabhängigen Fürstenstaat jedoch über keinerlei polizeiliche Befugnisse. Sam und sein indischer Sergeant Surrender-not Banerjee reisen als verdeckte Ermittler ins Reich des Maharadschas, das für seinen unsagbaren Reichtum, die prunkvollen Tempel, und die jährliche Großwildjagd bekannt ist ...

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei Woolf-WDP in einem Regal.
  • Woolf-WDP hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.11.2019

Mehr Roman, weniger Krimi

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Der Plot:
Vom Scotland Yard Ermittler zum Privatdetektiv. Nicht ganz! Denn der Maharadscha beauftragt offiziell den Captain, mit den Ermittlungen während der Trauerfeierlichkeiten für seinen Sohn. Natürlich ...

Der Plot:
Vom Scotland Yard Ermittler zum Privatdetektiv. Nicht ganz! Denn der Maharadscha beauftragt offiziell den Captain, mit den Ermittlungen während der Trauerfeierlichkeiten für seinen Sohn. Natürlich ist nicht nur Banerjee mit an Bord, sondern auch Annie. Mukherjee lässt den Captain mehrfach in eine Sackgasse laufen. Der Geschlechterkampf ist beinahe auf jeder Seite allgegenwärtig. Mukherjeer ist ein sehr guter Beobachter, er zeigt die Stärken und die Schwächen auf, und hält Frauen wie Männern einen Spiegel vor. Materialismus kann ein Booster für Liebe sein. Machtgier ein weiterer. Und das Ganze mit Lebensweisheiten und Lebenserfahrung verbrämt. Ein historischer Ausflug in das Land der Diamanten, Smaragde, archaischen Rituale, Tigerjagden und vielen Gottheiten. Gewürzt mit einem Blick hinter die Kulissen in einen mächtigen Harem. - Leider lässt sich der Autor über das Schicksal von Captains Wyndham neu gewonnen Freund aus Sambalpur nicht weiter aus. Plötzlich gibt es ihn nicht mehr. … Aber: Vielleicht taucht er im nächsten Band wieder auf.

Die Personen:
Die Personen haben sich in den Jahren von 1919 bis 1920 nicht sonderlich weiterentwickelt. Sam hat sich eingelebt, Banerjee hat einiges dazugelernt. Ermittelte die beiden im ersten Band in Slums von Kalkutta, so schaffen sie es hier in der High Society, am Fürstenhof ebenfalls zu bestehen.
Die einzelnen Figuren sind hervorragend herausgearbeitet, vollführen einen endlosen Strip-Tease, der den Leser wie ein Boot in der Dünung von einer Seite zur anderen schaukeln lässt. Einzelne Protagonisten sind zunächst sympathisch, doch einige Buchseiten später, wieder genau das Gegenteil, bis sie schlussendlich noch einmal die Seite wechseln.
Die Figur des Captains ist von seinen lasterhaften Gewohnheiten und von seiner Schwäche zu Annie Grant geprägt, wie auch von seinem unwiderstehlichen Drang zur Wahrheitsfindung.

Die Sprache:
Hierin liegt die größte Weiterentwicklung. Mit viel Feingefühl werden die einzelnen Szenen beschrieben. Hätte Mukherjee noch den Klang der uralten Karossen detaillierter beschrieben, es wäre für mich ein hervorragender Text gewesen (= Jammern auf hohem Niveau). Aber seine atmosphärischen Beschreibungen von Land, Leute und Landschaft, haben sehr wohl eine Faszination auf mich ausgeübt. Besser als im ersten Teil, dafür auch um eine Spur langatmiger. Anders ausgedrückt: Vielleicht etwas zu wenig Spannung, dafür viel mehr Interessantes. Der Wissendurst wird jedenfalls mehr als gestillt. Sehr gut zu lesen!

Mein Fazit:
Für Liebhaber von historischen (kulturellen) Romanen ein Muss. Für Fans von gesellschaftspolitischen Momentaufnahmen ein Muss. Für reine Krimiliebhaber der etwas andere Roman. Und der trockene, britische Humor kommt auch nicht zu kurz. Das Zitat des Klappentextes trifft es sehr gut: Eine Reise in die Schattenwelt Britisch-Indiens!