Man muss an seinen Träumen festhalten
Melly hat nach dem Tod ihrer Mutter quasi deren Platz eingenommen. Sie macht alles im Haushalt, geht einkaufen und ist eine Stütze für ihren Vater und Bruder. Zu Beginn der Geschichte scheint es, dass ...
Melly hat nach dem Tod ihrer Mutter quasi deren Platz eingenommen. Sie macht alles im Haushalt, geht einkaufen und ist eine Stütze für ihren Vater und Bruder. Zu Beginn der Geschichte scheint es, dass sie glücklich mit der Rolle und ihrem Job im Reisebüro ist. Doch das Bild ändert sich schnell. Dafür sorgt Henrik, der mit einem kleinen Fellknäuel in ihr Leben stolpert. Die beiden verstehen sich auf Anhieb gut. Neben der Freundschaft – oder ist es mehr? – die sie mit Henrik aufbaut, schenken ihre Familie und Chefin ihr eine Möglichkeit, die sie selbst vermutlich nie ergriffen hätte: Eine Ausbildung zur Flugbegleiterin. Trotz anfänglicher Sorge um ihre Familie, blüht sie schnell auf, findet Freunde und besteht sogar die Ausbildung. Doch schon bald holt ihr schlechtes Gewissen sie ein und sie flüchtet in ihr altes Leben zurück. Kann man sie wirklich zu ihrem Glück zwingen? Aber man darf auch Henrik nicht vergessen. Denn auch er hat mit familiären Problemen zu kämpfen, wo ihm seine Sturheit und eine andere Person im Weg stehen.
Mir hat die Geschichte wahnsinnig gut gefallen. Aber ich kann sagen, wer ein Buch über den Job als Flugbegleiterin lesen möchte, ist hier falsch. Der Beruf wird thematisiert, wir begleiten sie auch bei den Prüfungen und bei einem Flug, aber es geht nicht sehr ins Detail. Ich fand das Drumherum aber auch wichtiger und es war sehr bewegend. Die Mutter (oder überhaupt ein Elternteil) zu verlieren ist immer schmerzhaft, aber in jungen Jahren nochmal mehr. Melly – bzw. Jenny - hat das auf ihre Weise gemeistert, was am Ende aber der falsche Weg war. Ich fand es wunderschön zu lesen, was für einen Wandel sie im Laufe der Geschichte gemacht hat und wie einfach alle wichtigen Menschen hinter ihr stehen. Es ist nicht einfach mit Gewohnheiten abzuschließen und Sorgen bleiben auch immer. Aber hier haben alle zusammen dafür gesorgt, dass jeder sein Happy End bekommt.