Cover-Bild Die Projektoren
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36,00
inkl. MwSt
  • Verlag: S. FISCHER
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 1056
  • Ersterscheinung: 28.08.2024
  • ISBN: 9783100022462
Clemens Meyer

Die Projektoren

Roman | Ausgezeichnet mit dem Bayerischen Buchpreis 2024

Der neue Roman von Clemens Meyer: Ein Epos über die Krisen Europas und die Kunst des Erzählens

Von Leipzig bis Belgrad, von der DDR bis zur Volksrepublik Jugoslawien, vom Leinwandspektakel bis zum Abenteuerroman. Schonungslos und rasant erzählt »Die Projektoren« von unserer an der Vergangenheit zerschellenden Gegenwart – und von unvergleichlichen Figuren: Im Velebit-Gebirge erlebt ein ehemaliger Partisan die abenteuerlichen Dreharbeiten der Winnetou-Filme. Jahrzehnte später finden an genau diesen Orten die brutalen Kämpfe der Jugoslawienkriege statt – mittendrin eine Gruppe junger Rechtsradikaler aus Dortmund, die die Sinnlosigkeit ihrer Ideologie erleben muss. Und in Leipzig werden bei einer Konferenz in einer psychiatrischen Klinik die Texte eines ehemaligen Patienten diskutiert: Wie gelang es ihm, spurlos zu verschwinden? Konnte er die Zukunft voraussagen? Und was verbindet ihn mit dem Weltreisenden Dr. May, der einst ebenfalls Patient der Klinik war?

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.01.2025

Die Projektoren

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Ein gewaltiges Werk von über eintausend beschriebenen Seiten präsentiert uns Clemens Meyer in seinem Roman 'Die Projektoren'. Es geht um den Krieg in Jugoslawien, um einen Partisanen, der sich später sein ...

Ein gewaltiges Werk von über eintausend beschriebenen Seiten präsentiert uns Clemens Meyer in seinem Roman 'Die Projektoren'. Es geht um den Krieg in Jugoslawien, um einen Partisanen, der sich später sein Geld als Komparse bei Indianerfilmen verdient. Wir begegnen einem Neonazi, der in den kroatischen Bürgerkrieg zieht. Auch Dr. May aus der Leipziger Heil- und Pflegeanstalt wird thematisch behandelt.
Es ist ein Sammelsurium an Handlungsstränge, die sich zeitlich zwischen dem Zweiten Weltkrieg und dem Heute bewegen, über Gewalt und Krieg berichtet und Historien mit Karl Mays Erfindungsreichtum paart.
Dieser Roman verlangt nach Ausdauer.

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Veröffentlicht am 27.12.2024

Zum Zähneausbeißen

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„Die Projektoren“ von Clemens Meyer ist ein Roman, an dem man sich die Zähne ausbeißen kann. Das beginnt schon bei der Bestimmung des Themas. Wovon handelt „Die Projektoren“ mit seinen über 1000 Seiten? ...

„Die Projektoren“ von Clemens Meyer ist ein Roman, an dem man sich die Zähne ausbeißen kann. Das beginnt schon bei der Bestimmung des Themas. Wovon handelt „Die Projektoren“ mit seinen über 1000 Seiten? Meine erste Antwort wäre: Von der Bedeutung und der Macht des Films am Beispiel der Karl-May-Filme.

Zugleich ist „Die Projektoren“ ein Roman, der die Folgen des Krieges am Beispiel des Jugoslawienkriegs aufzeigt. In Jugoslawien nämlich wurden die meisten May-Filme gedreht. Und durch die Beschreibung des erstarkenden Rechtsextremismus in Ostdeutschland zeigt Meyer ebenso, dass Faschismus immer einen gewissen Reiz ausstrahlt.

Dann ist das Buch aber auch ein Sprachspiel mit unterschiedlichen Motiven, die sich durch das ganze Buch ziehen: von den Projektoren (in unterschiedlichster Ausführung) und den ersten Kinosälen über Karl May bis hin zur Nervenheilanstalt in Leipzig. Nicht zu vergessen der geheimnisvolle Ort Damagdarut, . Hinzu kommt noch eine Vielzahl literarischer Bezugnahmen.

Nein, „Die Projektoren“ ist keine leichte Kost. Denn Clemens Meer ist einerseits ein Autor, der beim Erzählen sehr weit ausholt, andererseits aber auch sehr dicht erzählt, Wiederholungen auf unterschiedlichen Ebenen inklusive. Und nicht immer ist es auf Anhieb klar, ob man in der realen Geschichte ist oder Zuschauer eines Films ist. Überhaupt ist vieles traumhaft dargestellt in diesem Roman, der immer wieder wie eine Geschichte aus tausendundeiner Nacht wirkt. Meisterhaft im Fabulieren, aber immer wieder angebunden an Zeit und Raum.

Es sind einzelne Figuren und Orte, die einem beim Lesen Halt Geben. Da ist der „Cowboy“, der bis zum Schluss des Buches dem Leser erhalten bleibt. Auch Lex Barker (LEX geschrieben) ist eine Figur, die nicht untergeht. Dann ist da die Irren-Hilfs-Heil- und Pflegeanstalt des Dr. Güntz zu Leipzig-Thonberg, in der 1865 auch Karl May als Patient zu finden war. Aber selbst ein Buch wie „Bodenbearbeitung mittels Sprengstoffen“ taucht in Meyers Roman immer wieder auf.

Freilich hilft das nur sehr bedingt, sich in Clemens Meyers Buch zurechtzufinden. Aber eigentlich ist das auch gar nicht möglich, weil es die eine zentrale Handlung nicht gibt. Ein wenig tröstlich ist, dass auch die Romanfiguren verwirrt sind. So heißt es vom Cowboy, dass er noch Jahre später nicht sagen konnte, was von den Ereignissen er geträumt hat und was tatsächlich geschehen ist. Freilich kann man sich auch damit begnügen, sich an der Schönheit der Sprache zu erfreuen. Manchmal slapstickartig komisch, manchmal skurril, aber immer mit dem genauen Blick auf die Dinge.

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Veröffentlicht am 13.12.2024

Eine Hommage an die ehemalige Filmindustrie in osteuropäischen Kriegsgebieten

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Das in zwei Segmente unterteilte Cover zeigt im Schriftbild Perspektiven, farblich vor dem mehrschichtigen Hintergrund gut platziert – kreativ.
Mit 1056 Seiten ist dieser Roman sehr umfangreich. Beginnend ...

Das in zwei Segmente unterteilte Cover zeigt im Schriftbild Perspektiven, farblich vor dem mehrschichtigen Hintergrund gut platziert – kreativ.
Mit 1056 Seiten ist dieser Roman sehr umfangreich. Beginnend in Annaberg-Buch im Erzgebirge geht die Zeitreise ins heutige Kroatien, nach Serbien etc., in Orte wie Novi Sad, Split, Belgrad oder ins Velebitgebirge. Stets spielen Projektoren, Filmvorführgeräte in Bioskopen, den Kinos vergangener Zeiten, eine wichtige Rolle neben der historischen Rückbesinnung auf endlose, verwirrende Kampfhandlungen der Partisanen zwischen deutschen, serbischen, kroatischen, russischen Soldaten etc. Auch auf die Helden der Projektoren wird Bezug genommen: Tarzan, Winnetou oder Old Shatterhand neben vielen Stummfilmkomikern. Auf den Autor Karl May, sein Leben und seine Erzählungen wird häufig zurückgegriffen. Wie das Leben eines jungen Meldegängers, Cowboy, in diesen Breiten durch den 2. Weltkrieg ausgesehen hat, wird mittels vieler Albträume bruchstückhaft unsortiert beschrieben. Der Inhalt folgt leider keiner linearen Abfolge, keinem roten Faden. Der Schreibstil, durchsetzt mit kroatischen Begriffen, teils mit langer Satzkonstruktion, ist anstrengend, auch stellenweise wirr. Man braucht robustes Durchhaltevermögen beim Lesen.

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