Cover-Bild Heim schwimmen
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12,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Kampa Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 11.07.2024
  • ISBN: 9783311705062
Deborah Levy

Heim schwimmen

Richard Barth (Übersetzer)

Flirrende Hitze, Zikadenzirpen, Lavendelduft. Sie sind aus London gekommen, um in einer Villa bei Nizza Urlaub zu machen: der eitle Schriftsteller Joe Jacobs und seine Frau Isabel, eine mit dem Älterwerden hadernde Kriegsberichterstatterin. Die beiden teilen schon lange nichts mehr außer der Zeit, die sie miteinander verbracht haben. Mit dabei ihre pubertäre vierzehnjährige Tochter Nina, die wenig von ihren Eltern hält. Und ein befreundetes Ehepaar: Mitchell, ein schwerfälliger Waffennarr, und Laura, deren Londoner Laden gerade pleitegeht. Beste Voraussetzungen für geruhsame Ferien. Tatsächlich bricht schon bald das Unheil herein. Ein nackter Frauenkörper treibt im Schwimmbecken. Aber Kitty Finch ist nicht tot. Schwankend zwischen verletzlich und exaltiert, quartiert sich die selbst ernannte Botanikerin und Lyrikerin bei ihnen ein: Sie habe die Villa ebenfalls gemietet, sich nur im Datum vertan. Und die junge Frau mit den grün lackierten Fingernägeln mischt die ohnehin komplizierte Gemengelage gehörig auf.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.04.2025

Ein ungewöhnliches Buch, das nachwirkt

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Deborah Levy erzählt in Heim schwimmen die Geschichte eines Sommers, der für eine kleine Gruppe britischer Urlauber in Südfrankreich nicht ganz so harmlos verläuft, wie es zunächst scheint. Die Idylle ...

Deborah Levy erzählt in Heim schwimmen die Geschichte eines Sommers, der für eine kleine Gruppe britischer Urlauber in Südfrankreich nicht ganz so harmlos verläuft, wie es zunächst scheint. Die Idylle des Ferienhauses, die Routine aus Essen, Trinken und Pool wird jäh gestört, als eine Fremde auftaucht. Kitty Finch hat angeblich ein Gedicht dabei, das sie dem berühmten Dichter Joe Jacobs zeigen möchte, der ebenfalls unter den Gästen ist. Doch schnell wird klar: Kitty bringt nicht nur ein Gedicht mit, sondern auch eine Unruhe, die sich bald auf alle überträgt.

Heim schwimmen ist kein Roman, der alles auserzählt. Levy deutet an, spielt mit Perspektiven, lässt Leerstellen, die gerade dadurch spannend werden. Die Sprache ist elegant, dabei fast schwebend, und wirkt manchmal traumartig entrückt, dann wieder glasklar und direkt. Es gibt keine übermäßigen Erklärungen, stattdessen viel zwischen den Zeilen – und genau das macht den Reiz aus.

Die Stimmung im Buch ist oft gespannt – mal wirkt alles wie in einem merkwürdigen Traum, dann wieder ganz klar und beinahe schmerzhaft real. Die Figuren bewegen sich umeinander, halten Abstand, kommen sich näher, ohne sich wirklich zu erreichen. Jede von ihnen trägt etwas mit sich herum: Zweifel, Verluste, unerfüllte Wünsche. Und Kitty Finch ist wie ein Auslöser – durch sie kommt vieles ans Licht, das vorher verdrängt wurde.

Heim schwimmen ist ein ungewöhnliches Buch, das nachwirkt - still, klug, verstörend. Und vielleicht gerade deshalb: großartig.

Veröffentlicht am 10.07.2024

skurrile Charaktere

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Ich habe mich sehr schwergetan, in dieses Buch hineinzufinden. Der Schreibstil ist zwar angenehm zu lesen, doch zu den Figuren fand ich leider überhaupt keinen Zugang. Da ist ein erfolgreicher, aber tieftrauriger ...

Ich habe mich sehr schwergetan, in dieses Buch hineinzufinden. Der Schreibstil ist zwar angenehm zu lesen, doch zu den Figuren fand ich leider überhaupt keinen Zugang. Da ist ein erfolgreicher, aber tieftrauriger und Dichter, eine sehr skurille, stets nackt herumlaufende und magersüchtige Botanikern, die Gedichte schreibt, ein merkwürdiger kiffender Hippie-Hausmeister, ein notorisch schlecht gelaunter Waffennarr, und weitere ähnlich merkwürdige Charaktere, die mir allesamt fremd blieben. Dies führte leider dazu, dass ich mit keiner Figur mitfühlen konnte und mich die Handlung nicht berührte.
Die Stimmung ist durchwegs angespannt, es hängt Unheil in der Luft. Die scheinbare Urlaubsidylle ist ein Trugbild. Da dies jedoch bereits auf den ersten Seiten überdeutlich spürbar ist und das sich anbahnende Unglück offensichtlich ist, fehlt mir das Überraschende. Wasser, Regen, ein Swimmingpool, Blut - alles ist überdeutlich mit einer doppelten Bedeutung aufgeladen.
Da er seinerzeit auf der Shortlist für den Man Booker Prize 2012 stand, hatte ich große Erwartungen an den Roman. Leider haben sich diese nicht erfüllt.

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