Cover-Bild Ellbogen
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12,00
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 272
  • Ersterscheinung: 21.09.2018
  • ISBN: 9783423146654
Fatma Aydemir

Ellbogen

Roman

»Mein Name ist Hazal Akgündüz, mein Thema lautet: Überleben.«

Sie ist siebzehn. Sie ist in Berlin geboren. Sie heißt Hazal Akgündüz. Eigentlich könnte aus ihr eine gewöhnliche Erwachsene werden. Nur dass ihre aus der Türkei eingewanderten Eltern sich in Deutschland fremd fühlen. Und dass Hazal auf ihrer Suche nach Heimat fatale Fehler begeht. Erst ist es nur ein geklauter Lippenstift. Dann stumpfe Gewalt. Als die Polizei hinter ihr her ist, flieht Hazal nach Istanbul, wo sie noch nie zuvor war. Warmherzig und wild erzählt Fatma Aydemir von den vielen Menschen, die zwischen den Kulturen und Nationen leben, und von ihrer Suche nach einem Platz in der Welt. Man will Hazal helfen, man will mit ihr durch die Nacht rennen, man will wissen, wie es mit ihr und mit uns allen weitergeht.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.01.2026

Schonungslos

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Wir lernen Hazal kurz vor ihrem achtzehnten Geburtstag kennen. Sie ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Ihre Eltern sind streng und gewalttätig. Bisher hat sie kaum Gutes erfahren und erwartet es auch ...

Wir lernen Hazal kurz vor ihrem achtzehnten Geburtstag kennen. Sie ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Ihre Eltern sind streng und gewalttätig. Bisher hat sie kaum Gutes erfahren und erwartet es auch nicht. Weder von ihrer Familie noch von der Gesellschaft. Sie fühlt sich auf der Verliererseite des Lebens. An ihrem achtzehnten Geburtstag will sie feiern, mit ihren Freundinnen so richtig ausgelassen sein, doch es kommt anders und der Tag endet in einer Katastrophe.
Dieser Roman ist schonungslos brutal. Hazal lebt in einem vielgepriesenen sicheren Land und ist doch gefangen in einem Alptraum aus Perspektivlosigkeit, Gewalt und Verachtung. Ein Absatz in Fatma Aydemirs Roman beschreibt es so treffend. Da heißt es sinngemäß: Sie sehen erst auf uns, wenn wir etwas schlimmes anstellen, vorher sind wir unsichtbar. Nicht Hazal ist die erste die die Ellenbogen rausstreckt, um sich Platz zu verschaffen. Vorher ist sie ihr ganzes Leben gegen zig Ellenbogen gelaufen, von ihnen gestoßen und verletzt worden. Niemand hat sich für sie interessiert, niemand hat sich um sie gekümmert. Das schmälert nicht ihre Tat. Die ist grausam und unverständlich. Aber ich habe auch nicht das Gefühl, dass der Roman versucht zu rechtfertigen oder zu erklären. Ich hatte nur wenig Sympathie mit Hazal, dennoch habe ich viele ihrer Handlungen aus der Situation heraus verstanden. Am Ende bleibt eine gewisse Traurigkeit, einen Menschen kennengelernt zu haben, von dem man annehmen muss, dass er niemals richtig glücklich sein wird.

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Veröffentlicht am 21.10.2018

Interessante Geschichte über eine Deutschtürkin

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Die junge Hazal ist verzweifelt, denn sie scheint in ihrem Lebensbereich gefangen zu sein. Sie möchte gern Ärztin werden, aber arbeitet nur in der Bäckerei ihres Onkels. Die Familie hat wenig Geld zur ...

Die junge Hazal ist verzweifelt, denn sie scheint in ihrem Lebensbereich gefangen zu sein. Sie möchte gern Ärztin werden, aber arbeitet nur in der Bäckerei ihres Onkels. Die Familie hat wenig Geld zur Verfügung, weshalb der Bruder Drogen verkaufen muss und sie bestiehlt die Läden. Ein einschneidender Moment scheint die Wende zu bringen...

Fatma Aydemir hat einen einfachen und vor allem auch flüssigen Schrebistil, weshalb sich die Geschichte sehr gut lesen lässt. Aydemir beschreibt die türkische Famile und die Freunde der Protagonistin teilweise mit typischen Klischees und steckt die Figuren in eine Schublade, aus der sie nicht mehr entkommen können. Hazal ist eine Person, die ihre Situtation nicht reflektieren kann und dementsprechend auch nicht anders handeln kann. Es handelt sich hierbei um eine sehr statische Figur, die nicht viel Spielraum hat. Dies hat mir einerseits sehr gut gefallen, denn die Geschichte erreicht somit ihren Höhepunkt und die Protagonistin sieht sich gezwungen zu handeln, allerdings anders als man es erwarten würde.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen, denn der Schrebistil hat mir sehr gut zugesagt. Auch die Geschichte ist sehr nah an der Realität und könnte sich durchaus so im wahren Leben abspielen. Allerdings hat mir das Ende nicht zugesagt, weshalb ich hier einen halben Stern abziehen werde. Auch Hazal hat mir an vielen Stellen leider nicht zugesagt und ich hätte mir gewünscht, dass sie teilweise anders gehandelt hätte. Daher nochmal einen halben Stern Abzug.

Veröffentlicht am 30.10.2023

Kultureller Spagat einer 18-jährigen

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Hazal, fast 18 Jahre alt, türkischstämmig und in Berlin geboren, versucht ihren Platz in unserer Gesellschaft zu finden. Dabei kämpft sie mit den typischen Problemen und Herausforderungen einer jungen ...

Hazal, fast 18 Jahre alt, türkischstämmig und in Berlin geboren, versucht ihren Platz in unserer Gesellschaft zu finden. Dabei kämpft sie mit den typischen Problemen und Herausforderungen einer jungen Frau mit internationaler Herkunft. Fatma Aydemir verdeutlicht treffsicher die typischen Klischees, mit denen Hazal in Deutschland konfrontiert wird und die ihr ihr Leben schwer machen. Gleichzeitig gelingt es der Autorin auch den Spagat spürbar zu veranschaulichen, was es heißt in zwei Kulturen gleichzeitig leben zu können/ zu müssen.
Als die Party zu Hazals 18. Geburtstag nicht läuft, wie geplant, eskaliert die Situation und daraufhin flieht sie nach Istanbul. Dort sucht sie Unterschlupf bei ihrem Freund, den sie bis dato nur aus dem Internet kannte.
Sprachlich ist es ein schneller Roman, der auf mich eingeprasselt ist. Oft in der Jugendsprache geschrieben und vor allem absolut roh und unverstellt in seiner Ausdrucksweise. Er lässt sich leicht und schnell lesen und nahm mich mit in Hazals Welt.
Allerdings war die Protagonistin für mich keine durchweg sympathische Person. In einigen Momenten hat es mich betroffen gemacht, ihr exemplarisches Schicksal zu lesen. Aber es gab auch mehrere Situationen, wo mich Hazals Naivität geärgert hat.
 
Es ist Fatma Aydemirs Debüt gewesen und durchaus lesenswert. Allerdings gibt es für mich eine deutlich spürbare Weiterentwicklung der Autorin bei Dschinns. Womit ich bei beiden Büchern hadere, ist der Schluss, aber das ist Geschmackssache und absolut subjektiv.

Insofern gebt dem ersten Roman von ihr eine Chance und bildet Euch selbst eine Meinung.

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