Cover-Bild Alle Farben der Welt
13,99
inkl. MwSt
  • Verlag: DVA
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: historischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Ersterscheinung: 26.08.2013
  • ISBN: 9783641104382
Giovanni Montanaro

Alle Farben der Welt

Roman
Karin Krieger (Übersetzer)

Ein hinreißender Roman über Liebe, Kunst und die Ohnmacht all jener, die anders sind1881, im flandrischen Geel: Seit dem Mittelalter leben in dieser »Stadt der Verrückten« die Geisteskranken mit den Gesunden zusammen. Die junge Teresa wächst hier als Waisenkind bei der Familie Vanheim auf. Eines Tages kommt ein Unbekannter in den Ort. Teresa verliebt sich in diesen in sich gekehrten rothaarigen Mann, in dessen Augen ein ungekanntes Feuer brennt, und sie ist es, die ihm seine Bestimmung zeigt: Er trägt »alle Farben der Welt« in sich. Obwohl ihre Wege sich trennen, beeinflusst die Begegnung Teresas weiteres Leben auf dramatische Weise. Zehn Jahre später schreibt sie einen leidenschaftlichen Brief an den »Lieben Monsieur van Gogh«, in dem sie ihr peinvolles Schicksal erzählt und schließlich zu sich selbst zurückfindet.Giovanni Montanaro hat einen ergreifenden Roman mit einer großherzigen Heldin geschrieben, deren Leben von einem tiefen Glück beseelt ist: Mit ihrer Unbedarftheit und ihrer Liebe eröffnet sie dem Maler, der bis dahin noch keiner war, die Welt der Farben und erweckt so sein Genie.

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Alle Farben der Welt

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nhalt
Das Waisenkind Teresa wächst im Dorf Geel bei einer Pflegefamilie auf. Geel gilt als das Dorf der Verrückten, in dem die Verrücken zusammen leben und manchmal sogar heilen. Als Teresa fünfzehn ist ...

nhalt
Das Waisenkind Teresa wächst im Dorf Geel bei einer Pflegefamilie auf. Geel gilt als das Dorf der Verrückten, in dem die Verrücken zusammen leben und manchmal sogar heilen. Als Teresa fünfzehn ist kommt ein Fremder ins Dorf zu dem sich Teresa aber sofort hingezogen fühlt. Sie zeigt ihm seine Bestimmung auf und bemüht sich sehr um ihn. Doch dann nimmt ihr Leben eine große Wende...

Meinung
Das Buch hat mich wirklich sehr berührt. Die Schreibweise des Autors ist außergewöhnlich und verleiht dem Buch eine besondere Tiefe ohne schwer zu werden. Das Buch lässt sich sehr gut lesen und zieht einen wirklich in seinen Bann. Auch wenn es nur 170 Seiten hat, so ist es doch etwas ganz besonderes. Teresa ist ein starker Charakter, zu dem man sofort Sympathie entwickelt. Man kann richtig mit ihr leiden, so wie sie schreibt und ihre Geschichte erzählt.
Das Ende ist dann doch etwas schockierend; auf jeden Fall überraschend!
Das Cover ist auch sehr schön, die Farben sprechen ja sowieso an, aber hat man das Buch erst einmal in der Hand ist man begeistert. Denn es ist mit Leinen gebunden, was wunderschön ist in der heutigen Zeit!

Fazit
Alle Farben der Welt ist ein Buch das sehr bewegt und für jeden Bücherliebhaber eine absolute Empfehlung!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ungewöhnlich

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Handlung:
Die Form eines Briefes von Teresa an Vincent van Gogh fand ich sehr ungewöhnlich-ebenso wie das Thema des Buches, das von vielen Wahrheiten geprägt ist. Viele Fakten, wie das van Gogh sich ein ...

Handlung:
Die Form eines Briefes von Teresa an Vincent van Gogh fand ich sehr ungewöhnlich-ebenso wie das Thema des Buches, das von vielen Wahrheiten geprägt ist. Viele Fakten, wie das van Gogh sich ein Ohr abschnitt, sind eingebunden, gleichzeitig ist Teresas Person frei erfunden, vermittelt aber trotzdem eine tragische, entsetzende und auch berührende Geschichte. Dieses Buch war etwas völlig Neues für mich, wobei ich mich gerne darauf eingelassen habe. Vieles bleibt bis zum Ende unklar und man fragt sich, ob es diese Begegnung in einer ähnlichen Form vielleicht wirklich stattgefunden hat. Das Thema der Farben passt super, schließlich war Vincent van Gogh Maler, aber auch die Stadt Geel mit ihren Verrückten passt klasse zum Leben van Goghs. Dieses Buch hat mich mitgenommen und in seinen Bann gezogen, menschliche Abgründe und Ängste werden offenbart und immer wieder erzählt Teresa von ihrem schweren Schicksal. Es sind zwar nur 170 Seiten, aber diese 170 Seiten nehmen einen mit und führen den Leser in eine ganz andere Welt, die gleichzeitig real und unwirklich erscheint. 5 von 5 Punkten.
Charaktere:
Teresa ist mir sehr sympathisch, wie sie Monsieur van Gogh von ihrem schweren und schmerzhaften Leben erzählt und wie hautnah man dabei ihre Verzweiflung und anderen Gefühle erfährt. Sie ist auf der Suche nach sich selbst, fragt sich, ob sie wie ihre Mutter verrückt ist und stellt sich immer wieder selbst in Fragen. Vincent van Gogh scheint unhöflich und irre, die Gespräche der beiden kommen aufgrund seiner schweigsamen Art nur selten vor und sind meistens leicht verrückt. Ihre Begegnung hat Teresa tief berührt und verändert ihr ganzes Leben. Man fragt sich immer wieder, was passiert, wenn sie sich wiedertreffen? Werden sie zusammenkommen? Doch dann passieren immer wieder unvorhergesehene und schicksalshafte Wendungen. Teresa hat mir sehr leid getan, besonders da sie sich am Ende selbst verliert, aber immer noch für van Gogh empfindet. Dieser versinkt in seiner Malerei, wird jedoch von seiner Krankheit eingeholt und schneidet sich ein Ohr ab. Viele Fakten wurden bei seiner Person verwendet und man erlangt das Gefühl, diesen maler gekannt zu haben-so wie Teresa ihn gesehen und gekannt hat. 5 von 5 Punkten.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen und es ´´gefällt mir sehr, dass das Buch in der Form eines Briefes geschrieben ist und dass Teresa van Gogh immer „Monsieur van Gogh“ schreibt. Sie ist in ihn verliebt, kennt ihn aber eigentlich kaum und weiß, dass eine Beziehung so gut wie unmöglich ist. Das zeigt einmal mehr ihre Verzweiflung, was mir sehr gefällt. Ebenfalls 5 von 5 Punkten.

Cover:
Durch den Leineneinband liegt das Buch sehr schön in der Hand und sieht sehr edel aus. Das Cover zeigt alle Farben der Welt- einen Farbkreis, wobei die Farben Grundfarben Blau, Gelb und Rot im Mittelpunkt stehen. Es ist wie der Inhalt sehr außergewöhnlich und gefällt mir sehr gut. 5 von 5 Punkten.

Fazit:
Ich kann meine Eindrücke nur schwer beschreiben, deshalb empfehle ich Euch einfach, dieses berührende und faszinierende Buch zu lesen. 5 von 5 Punkten.

Veröffentlicht am 30.12.2017

"Hat nicht jeder Mensch ein Recht auf seine Geschichte?" (S.48)

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So auch Teresa Ohneruh, der Nomen in der Tat Omen ist - wird sie doch ihr Leben lang keine Ruhe finden. Teresa, Tochter einer "Irren", wie man damals, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sagte, ...

So auch Teresa Ohneruh, der Nomen in der Tat Omen ist - wird sie doch ihr Leben lang keine Ruhe finden. Teresa, Tochter einer "Irren", wie man damals, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sagte, findet ihre Heimat im belgischen Geel, in einem Dorf, in dem "Irre" und "Normale" zusammen leben - lange Zeit, ohne zu wissen, wer gesund, wer hingegen als krank eingestuft ist. Auch Teresa gilt als krank - damit ihre Pflegefamilie eine gewisse "Summe" im Monat abgreifen kann. Und sie kann ganz besondere Dinge sehen...

Eines Tages kommt der junge Vincent van Gogh ins Dorf und will man es dieser von Teresa selbst - in Form eines Briefes an ebendiesen Herrn Jahre später - erzählten Geschichte glauben, ist sie nicht ganz unschuldig daran, dass er zur Malerei findet. Zu der Zeit jedenfalls ist er nicht mehr als ein mittelloser Wandersmann

Alle Farben dieser Welt vereint er - wenn auch auf teilweise befremdliche Art - auf seinen Bildern, nach allen Farben sehnt sich auch Teresa, so wie sich auch nach der Zugehörigkeit zu einem Menschen sehnt - zunächst zu ihrem Kindheitsfreund Icarus, dann zu Vincent. Doch Teresa ist anders - das sehen die anderen und auch sie selbst sieht es, wenn auch nicht vollumfänglich....

Die ganze Tragik um Teresas Schicksal offenbart sich erst zehn Jahre später, als sie Vincent wiedertrifft - in einer "Klinik im Süden Frankreichs"...
Ihr bleiben, die Erinnerungen, die schonungslos und "haarklein alles erzählen, was nicht aus ihr geworden ist". (S.51)

Eine wunderschöne Sprache, ein wunderschönes, edles, liebevoll gestaltetes Büchlein - das kann doch nicht alles sein? Nun, für mich war es das leider, blieb doch eine merkwürdige Leere ... und alle Fragen offen, um es mit Brecht zu sagen. Leider nicht auf anregende, sondern für mich recht verwirrende und ein wenig frustrierende Art und Weise...