Cover-Bild Blood Orange - Was sie nicht wissen

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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Diana
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Ersterscheinung: 14.10.2019
  • ISBN: 9783641252274
Harriet Tyce

Blood Orange - Was sie nicht wissen

Thriller
Kerstin Winter (Übersetzer)

Der erste Mordfall ihrer Karriere verlangt Anwältin Alison alles ab. Umso erstaunlicher ist es, dass sie sich phasenweise nicht im Griff hat, zu viel trinkt und der Affäre mit einem Kollegen kein Ende setzen kann. Doch die gute Ehefrau und Mutter in ihr gewinnt immer wieder die Oberhand. Außerdem will Alison das Schuldeingeständnis ihrer Mandantin nicht anerkennen. Ein untrügliches Gespür sagt ihr, dass die seit Jahren körperlich und seelisch misshandelte Frau ihren Mann nicht erstochen hat. Und so treffen zwei Frauen aufeinander, die etwas gemeinsam haben. Doch sie wissen es nicht. Noch nicht …

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei HisOwnHoney in einem Regal.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.07.2020

Blood Orange von Harriet Tyce

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"Ich beobachte dich und weiß, was du tust."
Die junge Anwältin und Mutter Alison Bailey hat in ihrem Leben mit einigem zu kämpfen. Ihr Alkoholproblem, die späten Zeiten, zu denen sie nach Hause kommt und ...

"Ich beobachte dich und weiß, was du tust."
Die junge Anwältin und Mutter Alison Bailey hat in ihrem Leben mit einigem zu kämpfen. Ihr Alkoholproblem, die späten Zeiten, zu denen sie nach Hause kommt und ihr wachsendes Eheproblem, unter dem zunehmend auch ihre Tochter zu leiden hat. Das größte Problem von allen ist aber die Affäre mit ihrem Rechtsberater, die seit Jahren unentdeckt bleibt. Zumindest dachte sie das, bis sie eines Tages eine beunruhigende anonyme Nachricht bekommt.

Zudem erhält sie als Anwältin ihren ersten Mordfall, doch irgendwas sagt ihr, dass sie das Schuldeingeständnis ihrer Mandantin nicht anerkennen sollte. Ein untrügliches Gespür sagt ihr, dass die seit Jahren körperlich und seelisch misshandelte Frau ihren Mann nicht erstochen hat. Und so treffen zwei Frauen aufeinander,die etwas gemeinsam haben. Doch sie wissen es nicht. Noch nicht...

Harriet Tyces Debut "Blood Orange" ist ein exzellenter psychologischer Thriller. Die juristischen Fakten sind spannend, jedoch manchmal etwas viel und der Plot beinhaltet so viele unvorhersehbare Twists, dass man gar nicht schnell genug weiter lesen kann. Der Schreibstil ist meiner Meinung nach gut verständlich und flüssig. Die Spannung bleibt bis zum Schluss und ich kann das Buch nur weiter empfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.11.2019

Spannend, packend, anders

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Anwältin Alison hofft, dass ihr erster Mordfall ihr wieder festen Boden unter den Füßen gibt. Sie möchte mehr für ihre kleine Tochter und ihren Mann da sein, will dem Alkohol abschwören und ihre Affäre ...

Anwältin Alison hofft, dass ihr erster Mordfall ihr wieder festen Boden unter den Füßen gibt. Sie möchte mehr für ihre kleine Tochter und ihren Mann da sein, will dem Alkohol abschwören und ihre Affäre beenden. Doch das alles sind und bleiben nur Worte und Gedanken, denn mit Taten hat Alison es nicht so. Ein Grund, weshalb ich sie unglaublich unsympathisch fand. Sie kann nicht nein sagen, wenn ein Kollege nach einem Feierabend-Drink fragt. Sie kann nicht nein sagen, wenn ihre Affäre sie offensichtlich verletzt und ihr danach wieder Honig um den Mund schmiert. Sie will wieder Anfang zwanzig sein, unbeschwert ihr Leben genießen und Partys, Alkohol und Sex genießen können. Stattdessen fühlt sie sich in ihrer Rolle als Ehefrau eingeengt und obwohl sie eine gute Mutter sein möchte, ist ihre Tochter ihr anscheinend nicht wichtig genug. Nicht nur einmal dachte ich in dem Zusammenhang „Aus den Augen, aus dem Sinn“, denn nur wenn Mutter und Tochter gemeinsame Zeit verbracht haben scheinen sich bei Alison die Muttergefühle einzustellen, die ansonsten von der Gier nach Alkohol und hartem Sex verdrängt werden.

Carl, ihr Mann, versucht, die Beziehung zu kitten und seiner Tochter auch die Liebe zu geben, die Alison nicht geben kann. Aber auch der gutmütigste Mensch kommt mal an seine Grenzen, weswegen Carl Alison bald ein Ultimatum stellt. Nachvollziehbar, oder?

Dann wäre da noch der Kern der Geschichte, nämlich Alisons Mordfall. Sie vertritt die vermeintliche Mörderin, ist aber fest von deren Unschuld überzeugt. Diese beharrt jedoch darauf, ihren Mann erstochen zu haben und hält es für sinnlos, auf „unschuldig“ zu plädieren. Die Medien haben sie als Mörderin schon gebrandmarkt, also hat es keinen Sinn zu leugnen. So engagiert, wie Alison ihre Mandantin vertreten hat, hätte ich sie mir auch in anderen Bereichen gewünscht.

Der Prolog hat anfangs nicht allzu viel Sinn gemacht, obwohl es genug Andeutungen gab. Während der Geschichte hatte ich dieses Kapitel dann schon fast wieder vergessen, und als der Schlüssel dann offenbart wurde, passte alles perfekt zusammen. Genau wie Alison konnte ich die Puzzleteile zusammensetzen und das Bild beurteilen, das im Finale dann ausschlaggebend war.

Auch wenn sich bis hierhin alles negativ liest: dieser Thriller hat mir außerordentlich gut gefallen. Normalerweise steht und fällt alles mit den Protagonisten, mit denen sich der Leser normalerweise identifizieren soll. Selten hat ein Autor es geschafft, eine Hauptfigur derart negativ darzustellen und dennoch eine runde Story daraus zu machen, so dass ich hin und weg war. Aber hier ist das definitiv gelungen und die Spannung, die sich dann durch das gesamte Buch gezogen hat, konnte alles auffangen. Für mich eines der Jahreshighlights und ich hoffe, dass von dieser Autorin bald mehr kommt!


Veröffentlicht am 01.11.2019

Faszination des Fiesen.

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Ich stehe in einem Pub irgendwo in London, und neben mir säuft sich eine Businessfrau gerade ihre Würde weg. Ihr Lidstrich ist verschmiert, ihr Rock unanständig hochgerutscht und ihre Sinne sind so vollkommen ...

Ich stehe in einem Pub irgendwo in London, und neben mir säuft sich eine Businessfrau gerade ihre Würde weg. Ihr Lidstrich ist verschmiert, ihr Rock unanständig hochgerutscht und ihre Sinne sind so vollkommen benebelt, dass sie wahrscheinlich gleich Sex auf dem Klo haben wird.

Stop, nein, ich sitze zu Hause am Esstisch und schreibe beim Kaffee diesen Text. Aber so ungefähr fühlt es sich an, Blood Orange von Harriet Tyce zu lesen. Die oben erwähnte Frau könnte die Anwältin Alison Price sein, die im Roman gerade ihren ersten Mordfall bearbeitet.

Wie immer stürzt sie sich in ihre Job und lässt dabei ein paar persönliche Angelegenheiten grob fahrlässig aus dem Ruder laufen. Beispielsweise ihre Rolle als Ehefrau und Mutter, die sie fortwährend mit Alkohol, impulsiven Exzessen und einem Verhältnis mit ihrem kaltherzigen Arbeitskollegen sabotiert. Ihr dabei zuzusehen, tut ein bisschen weh. Aber es ist auch zu spannend, um den Krimi wegzulegen.

Da die Autorin selbst rund zehn Jahre Prozessanwältin war, bringt der Mordfall die nötige Vielschichtigkeit mit, um spannend zu bleiben: Mandantin Madeleine hat offensichtlich ihren Ehemann erstochen, zieht sich aber trotz Schuldbekenntnis in ein Schneckenhaus aus vagen Aussagen zurück. Nach und nach setzen sich die wenigen Bruchstücke, die Alison ihr entlocken kann, zu einem Szenario häuslicher Gewalt und Demütigung zusammen – bis plötzlich die ersten Ungereimtheiten auftauchen.

Beides, Mordfall und Privatleben, spitzen sich im Verlauf der Story immer mehr zu, was dem Buch echtes Suchtpotential verleiht. Nur, dass ich ganz oft beim Lesen förmlich nicht hingucken wollte, weil ich mit jeder Seite in einen Sog aus Fremdschämen, schäbigem Verhalten und Angst reingerate.

Top Futter für niedere Lese-Instinkte:

Ich persönlich war gefesselt bis zum Ende. Aber die Faszination war eher eine, für die auch ein Artikel in der Regenbogenpresse gereicht hätte: Man will wissen, welchem B-Promi gerade sein Leben entgleitet, und dann nicht mehr darüber nachdenken. Dazu kommt, dass ich kein Freund von subtil grausamer Gewalt bin, gerade zum Ende hin war mir dann doch vieles zu krass. Wer aber den Anspruch hat, zwischendurch mal einen ordentlich gestrickten, nicht unbedingt tiefsinnigen Krimi mit vielen Wendungen zu lesen, wird das Buch vermutlich verschlingen.