Cover-Bild Goldschatz
Band der Reihe "detebe"
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15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Diogenes
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Cosy Mystery
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 368
  • Ersterscheinung: 26.08.2020
  • ISBN: 9783257245271
Ingrid Noll

Goldschatz

Fünf junge Leute wollen es der Wegwerfgesellschaft zeigen: Tante Emmas altes Bauernhaus soll in eine alternative Studenten-WG verwandelt werden. Doch für die Renovierung fehlt das Geld. Da taucht in Emmas Trödel ein Säckchen mit Goldmünzen auf. Aber der Schatz holt sie nicht etwa aus der Bredouille. Im Gegenteil, er führt sie mitten hinein und macht sie mit den unschönen Regungen des menschlichen Herzens bekannt.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.01.2026

Konsumzwang oder Konsumverzicht!

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Im Diogenes Verlag erscheint der Roman Goldschatz von Ingrid Noll.

Als Studentin Trixi das alte Bauernhaus ihrer Tante Emma erbt, will sie dort eine Studenten-WG gründen. Vorher muss allerdings renoviert ...

Im Diogenes Verlag erscheint der Roman Goldschatz von Ingrid Noll.

Als Studentin Trixi das alte Bauernhaus ihrer Tante Emma erbt, will sie dort eine Studenten-WG gründen. Vorher muss allerdings renoviert werden, die neuen Mitbewohner sind gegen Wegwerfgesellschaft und allesamt Konsumgegner. Sie wollen das Haus erhalten und bei der Arbeit mit anpacken, aber für das nötige Material fehlen noch die finanziellen Mittel. Als in Emmas Trödel ein Säckchen mit Gold gefunden wird, scheint das die Lösung der Geldsorgen zu sein. Ein Fund dieser Größenordnung weckt allerdings Begehrlichkeiten und bringt manche Prinzipien ins Wanken.

Wie stets bei den Romanen von Ingrid Noll bin ich schnell in die Handlung eingetaucht und habe gespannt mitverfolgt, wie das Zusammenleben der WG-Bewoher funktioniert und welche Vor- und Nachteile so ein Schatz mit sich bringt.

Eine Prise Ironie, ein wenig schwarzer Humor und die Zuschaustellung von Konsumgegnern, die dann doch dem Glanz von Gütern der Kaufhäuser nicht widerstehen können. So gesehen war der Roman an Unterhaltung kaum zu überbieten. Es gehört einfach zu Ingrid Nolls Büchern, dass schon mal Todesfälle zu verzeichnen sind, bei denen es nicht ganz mit rechten Dingen zu geht.

In dieser Geschichte geht es um Studenten, junge Leute, die Second Hand lieben und denen es wichtig ist, keine Lebensmittel zu verschwenden.

Die individuelle Charakterzeichnung der Figuren ist Ingrid Noll gut gelungen, sie bringt hier unterschiedliche Personen zusammen, da ist es selbstverständlich, dass nicht alles friedlich und harmonisch verläuft. Besonders der schrullige Nachbar ist für mich "die" Figur des Buches.

Die verwendete Sprache in den Dialogen wirkt auf mich nicht ganz wie von jungen Leuten, manche Phrasen erscheinen mir für diese Altersgruppe sogar recht gestelzt. Dafür hält die Entwicklung der Personen aber noch so manche Überraschung bereit, die man so nicht erwartet hat.

Dieser Roman ist eine perfekt aufgebaute Geschichte, die gut unterhält und zeigt, wie schnell beim Auftauchen eines Goldschatzes so manche Prinzipien von Konsumverweigerung über Bord geworfen werden.

Veröffentlicht am 08.10.2020

Facettenreicher Roman!

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Inhalt
Ganz im Sinne ihrer eigenen Gegenstrom-Bewegung will eine Gruppe junger Erwachsener eine WG gründen, ein Zeichen setzen in einer Welt, immer nur das Neuste haben muss, anstatt das Vorhandene weiter ...

Inhalt
Ganz im Sinne ihrer eigenen Gegenstrom-Bewegung will eine Gruppe junger Erwachsener eine WG gründen, ein Zeichen setzen in einer Welt, immer nur das Neuste haben muss, anstatt das Vorhandene weiter zu nutzen. Sie wollen aus Tante Emmas altem Haus einen Ort machen, in dem es sich wohnen lässt und es dabei allen beweisen. Beim Renovieren entdeckt ein Teil der Gruppe dann aber einen Schatz aus Goldmünzen – und damit gerät schließlich nicht nur die eigentliche Idee hinter ihrer Bewegung ins Wanken.


Meinung
Mein erster Roman von Ingrid Noll – ich muss zugeben, dass ich sehr gespannt war, die Inhaltsangabe hat mich allerdings wirklich neugierig gemacht. Junge Menschen, in etwa mein Alter, die mit dem Gedanken, etwas bewegen zu wollen, handeln.

Schnell wurde klar, dass hier einige Szenen vorkommen, die wie direkt aus dem Leben gegriffen wirken. Das hat das Buch für mich gleich sehr interessant gemacht. Ich mochte den unaufgeregten Schreibstil genauso gerne wie die Beschreibung der zwischenmenschlichen Beziehungen und muss vor allem im Nachgang sagen, dass mich vor allem das so nachhaltig an diesem Buch beeindruckt hat. Verschiedene Charaktere treffen hier im wahrsten Sinne des Wortes auf engstem Raum aufeinander und müssen mit diesem Umstand klar kommen – das bringt viel Stoff für Reibereien.

Das Buch ist aus der Sicht einer der jungen Erwachsenen geschrieben. Und so sehr ich es mochte, dass man den Roman aus ihren Augen entdeckt, so muss ich auch sagen, dass das hier der einzige kleine Negativpunkt des Buches ist. Manche Handlungen und Gedankengänge haben mich persönlich eher an einen pubertären Teenager erinnert und nicht an eine junge Frau, was mich an der ein oder anderen Stelle ein klein wenig gestört hat. Auf der anderen Seite kam es gerade durch dieses Impulsive zu noch mehr vertrackten Szenen, die es anders vielleicht nicht gegeben hätte.

Das Ende hat mich dann noch einmal sehr überrascht. Und es lässt mich auch immer noch darüber nachdenken. Wirklich ein sehr guter Roman, der in Erinnerung bleiben wird!

Fazit
Mein erstes Werk von Ingrid Noll und gleich ein Griff in die Schatzkiste – im doppelten Sinne. Wirklich ein empfehlenswertes Buch über die Wegwerfgesellschaft, in der wir leben, über die Geschichte, die uns alle miteinander verbindet und nicht zuletzt auch um das menschliche Miteinander in all seinen Facetten.

4 von 5 Buchherzen ♥♥♥♥
Danke an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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