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Veröffentlicht am 15.08.2019

Das war ein Flop-Klassiker ...

Der Fänger im Roggen
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Viele lesen es in der Schule und auch die, bei denen es nicht so ist, schwärmen davon. Ein Meisterwerk soll es sein, für mich war es aber leider wirklich kein Lesespaß. Die Rede ist von “Der Fänger im ...

Viele lesen es in der Schule und auch die, bei denen es nicht so ist, schwärmen davon. Ein Meisterwerk soll es sein, für mich war es aber leider wirklich kein Lesespaß. Die Rede ist von “Der Fänger im Roggen” von J. D. Salinger.




“Der sechzehnjährige durch New York irrende Holden Caulfield ist zu einer Kultfigur ganzer Generationen geworden”, wird der Inhalt betitelt. Nur, dass mir dieser Holden Caulfield leider zu keinem Punkt der 272 eng beschriebenen Seiten naheging. Er blieb irgendwie seltsam grau-schattiert, dabei habe ich mir so sehr erhofft, dass man sich in ihm wiederfinden würde. Wendepunkte in ihm und seinem Leben zu entschlüsseln weiß, dass man erkennt, dass man all das, was der junge Kerl dort erlebt, selbst schon einmal durchgemacht hat. So war es nicht.

Das minimalistische Coverdesign hat seinen Reiz, ich finde vor allem die Spiegelschrift unheimlich gelungen und besonders für einen Roman dieser Art. Es müssen nicht immer die Reclam-Heftchen sein (nicht falsch verstehen, ich LIEBE diese Dinger!). Mehr als minimalistisch ist aber auch der Schreibstil. Und so. Verdammt. Ein Klassiker voller fluchender Protagonisten? Nicht wirklich mein Fall. Ich komme mit J. D. Salingers Stil nicht klar, das habe ich schnell herausfinden müssen. Was mich dann aber doch noch ein Stück mehr erschrocken hat, ist, dass ich einfach keinerlei Zugriff bekommen habe auf diese Handlung – wenn es denn überhaupt eine war. Für mich sah es eher nach eine Aneinanderreihung unzusammenhängender Episoden eines Jungen aus, der nicht weiß, wohin mit sich selbst, und der deswegen anfängt, sein Leben auf die schiefe Bahn zu lenken.

Ich habe verzweifelt versucht, die Metaphern zu deuten, habe ohne Erfolg immer wieder gedacht “na gut, das ist eben Kunst”. Aber eigentlich musste ich mir schnell eingestehen, dass ich das Buch nur beendet habe, weil man es eben mal gelesen haben sollte.

Veröffentlicht am 15.08.2019

Einfach großartig!

Pasta d’amore - Liebe auf Sizilianisch
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Inhalt
Aurelia Bartolami hat eigentlich alles, was man braucht, um glücklich zu sein. In Bologna hat sie nicht nur einen Traummann gefunden (von dem sie eigentlich nur noch einen Heriratsantrag zum vollkommenen ...

Inhalt
Aurelia Bartolami hat eigentlich alles, was man braucht, um glücklich zu sein. In Bologna hat sie nicht nur einen Traummann gefunden (von dem sie eigentlich nur noch einen Heriratsantrag zum vollkommenen Glück erwartet), sondern auch einen tollen Job als Mathematiklehrerin an der hiesigen Schule. Okay, manchmal könnte sie etwas spontaner sein und aufhören, sich bei jeder Frage danach, ob sie abends mit Freunden ausgehen mag, den Kopf zu zerbrechen, ob das nun richitg oder falsch ist. Aber eigentlich ist Aurelias Leben super. Jedenfalls bis zu dem Tag, an dem sie feststellen muss, dass Jacob, IHR Jacob, seine Sekretärin datet – und das schon länger. Die Welt der gebürtigen Sizilianerin gerät aus allen Fugen. Und dann steht plötzlich auch noch ihr Bruder Nando vor ihrer Haustür und will sie mit nach Hause nehmen. In Aurelia sträubt sich erst alles, aber als er ihr eröffnet, ihre Urgroßmutter läge im Sterben, zieht die junge Frau schließlich doch mit. Da ahnt sie noch nicht, dass Donna Lucia, ihre Urgroßmutter, einen perfiden Plan geschmiedet hat. Denn eigentlich will diese nur, dass ihre Urenkelin endlich unter die Haube kommt – koste es, was es wolle.

Meinung
Zugegeben, der Inhalt klingt ein wenig kitschig und ziemlich vorhersehbar. Aber nein, da muss ich euch enttäuschen. Statt eines klischeevollen und vorherbestimmten Buch habe ich in “Pasta d’amore” einen meiner absolut liebsten Sommerromane JEMALS gelesen. Ja, ganz richtig, ich greife ziemlich vorweg. ? Aber ein bisschen zurückrudern muss ich doch noch …
… ich habe mich zum einen unendlich in Aurelia verliebt. Sie ist so eine tolle, außergewöhnliche und sympathische Figur! Sie hat vielleicht ein paar ziemliche Eigenarten an sich, aber die gefallen mir alle so unheimlich gut und machen sie einfach zu einer besonderen Buchfigur. Auch, wenn ihr mit ihrem Hang zu den Zahlen rein gar nichts anfangen kann (und noch immer nicht weiß, was eigentlich eine Fibonacci-Reihe ist), ist sie einfach WUN-DER-BAR, diese Aurelia. Könnte ich den Preis für die liebste Buchfigur vergeben, dann ginge er an sie. Oder doch an Matteo … denn der hat es mir auch ziemlich angetan. Genauso wie Aurelias Brüder, ihre Eltern, die Großeltern, Donna Lucia. Ach, was rede ich. Es gibt eben eine ganze Menge Preise für dieses Buch.
Besonders gewürzt haben das Buch die vielen wunderbaren Sprichwörter auf Italienisch – zum Glück mit deutscher Übersetzung. Zwar ist mein Italienischkurs noch gar nicht so lange her, aber alles verstanden hätte ich dann doch nicht. Der Roman hat ziemlich viele Eseslohren bekommen, weil ich gerade keine Möglichkeit hatte, die schönen Stellen zu markieren.
Die Handlung ist einfach unheimlich witzig. Und es passieren – auch wenn man es auf den ersten Blick nicht vermuten mag – eine Menge Dinge, die ich keineswegs habe kommen sehen. Ich habe gelacht und gehofft und vor allem mitgeliebt. Dazu kommt ein unvergleichlicher sizilianischer Charme und das viele tolle italienische Essen. Die Kulisse für diesen Roman könnte nicht besser sein.
Nicht zu vergessen ist auch der Schreibstil wunderbar angenehm und außergewöhnlich gut. Ich bin wirklich über die Seiten geflogen und hätte noch hunderte Seiten weiterlesen können. Ich denke, das ist das größte Kompliment, das man einem Buch machen kann.
Fazit
Unbedingt lesenswert, dieses wundervolle Sommerbuch. Ich liebe die Figuren, die Handlung war witzig, spannend und ergreifend. Bitte, bitte, liebe Leute, lest es. Und bitte, bitte, liebe Lucinda, schreib ganz schnell ein nächstes Buch!
5 von 5 sizilianischen Sommer-Buchherzen ♥♥♥♥♥

Veröffentlicht am 11.08.2019

Habe mir mehr erhofft!

Jung, blond, tot
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Inhalt
Worum geht es? In Frankfurt geschehen eine Reihe bestialische Morde. Grausam, aber scheinbar mit Motiv. Denn die Opfer sind jedes Mal junge, blonde Mädchen. Die Frankfurter Gesellschaft hat Angst ...

Inhalt
Worum geht es? In Frankfurt geschehen eine Reihe bestialische Morde. Grausam, aber scheinbar mit Motiv. Denn die Opfer sind jedes Mal junge, blonde Mädchen. Die Frankfurter Gesellschaft hat Angst – und das verständlicherweise. Die Spuren führen nach und nach in die High Society. Und Julia Durant fängt an, zu graben …

Meinung
Der erste Krimi rund um Julia Durant. Ich war sehr gespannt, weil ich die Bücher eigentlich eher durch Daniel Holbe kenne, der die Reihe nach dem Tod Franz’ weitergeführt hat. Gelesen habe ich bisher aber kein Buch aus der Reihe, dabei komme ich selbst aus der Nähe von Frankfurt und bin ein sehr großer Fan von regionalen Krimis und Büchern im Allgemeinen.
Ich muss leider sagen, dass der Beginn mich überhaupt nicht vom Hocker gerissen hat. Ich musste mich stark an die Sprache gewöhnen, die mir etwas zu salopp war. Und abgesehen von den Morden, die tatsächlich sehr detailgetreu geschildert waren und einem Gänsehaut über den Körper gejagt haben, hatte ich das Gefühl, dass ich ein bisschen an der Geschichte vorbeigeschlittert bin. Mir waren die Figuren überhaupt nicht sympathisch – und das ist für den ersten Teil einer so erfolgreichen Reihe gar nicht gut und vor allem sehr ungewöhnlich. Die Kommissare erschienen mir alle viel zu spontan, ich hatte oft das Gefühl, dass hinter den Ermittlungen kein richtiges System steckt.
Erst ab etwa der Hälfte kam ich dann in die Geschichte rein. Zuvor hatte ich tatsächlich schon das ein oder andere Mal mit dem Gedanken gespielt, das Buch abzubrechen. Jetzt, im Nachhinein, bin ich froh, dass ich es nicht getan habe.
Julia Durant ist mir leider bis zum Ende nicht vollkommen sympathisch geworden. Ihre Ansätze finde ich manchmal etwas wirr und ihr Verhalten oftmals unverständlich. Aber sie steht auf der anderen Seite ein für die Dinge, die sie für richtig hält, was sie in meinen Augen zu einer starken Figur macht. Und am Ende zeigt sie endlich auch ein bisschen Emotion.
Abgesehen davon, waren mir die Befragten und die Zeugen allesamt eher präsent als die Kommissare. Und hier hat sich nach und nach ein Netz entwickelt, das sich versponnen hat und schließlich an manchen Stellen wieder eingerissen ist. Manchmal aber hatte ich das Gefühl, dass etwas zu willkürlich auf eine falsche Fährte gelockt wurde, und das auch noch auf eine sehr durchschaubare Art und Weise. An sich aber war der Fall spannend, vor allem im letzten Drittel. Da gab es dann doch noch sehr rasante, sehr spannende Stellen, die das Buch dann letztendlich doch noch abgerundet haben.
Fazit
Ein schwieriger Start, ein besseres Ende. Aber kein Highlight, dabei hatte ich es mir so sehr erhofft. Schade.
2,5 von 5 Buchherzen ♥♥

Veröffentlicht am 09.08.2019

Ganz große Leseempfehlung!

Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken
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Sich an der Suche nach dem Verschwundenen Milliardär Russell Pickett zu beteiligen, hatte Aza Holmes sicherlich nicht vor. Ganz und gar nicht. Allerdings ist es auch bei ihr – wie so oft – die beste Freundin, ...

Sich an der Suche nach dem Verschwundenen Milliardär Russell Pickett zu beteiligen, hatte Aza Holmes sicherlich nicht vor. Ganz und gar nicht. Allerdings ist es auch bei ihr – wie so oft – die beste Freundin, die sie mitzieht. Denn es ist ein großer Haufen Geld ausgeschrieben, wenn man sich an der Suche beteiligt. Also stürzen sich die Freunde in ein Abenteuer direkt vor der Haustür. Dabei ist Aza eigentlich eher nicht die Person, die auf Abenteuer steht, denn ihre zwanghaften Gedanken trüben sie weit öfter, als sie sich wünschen würde.

Den Inhalt dieses Buches zu beschreiben ist schwierig und klingt – gelinde gesagt – alles andere als ansprechend. Als ich den Inhalt das erste Mal gelesen habe (und auch, als ich ihn eben versucht habe, mit wenigen Worten wiederzugeben), war ich skeptisch. Eigentlich hat mich nur die schöne “Verpackung” dieses Buches in den Bann gezogen. Und die Tatsache, dass ich vorher kein Buch von John Green gelesen habe. Der Druck war also groß – nicht nur für mich, um dieser Pflicht endlich einmal nachzukommen und nicht weiter entrüstetes Kopfschütteln zu ernten, sondern auch der Druck auf den imaginären Schultern des Autors war enorm.
Was ich bekam war ein Einstieg in ein Buch, der mich so gar nicht überzuegen konnte. Es klang mir alles zu verworren, ich hatte keinen Zugriff. Aber, aber, denken sich jetzt viele, wag es bloß nicht, den Meister zu kritisieren! Keine Angst, das habe ich nicht vor. Denn ich habe weitergelesen – und habe eines der besten Bücher seit langer Zeit gelesen. Die zwanghafte Aza ist so schön anders, so entrückt, so perfekt unperfekt, dass sie mir so sehr ans Herz gewachsen ist wie sonst selten eine buchige Figur. Vom rumpelnden Start war schon bald nichts mehr zu spüren und da wird auch klar: Hier geht es gar nicht darum, was eigentlich wirklich im Handlungsstrang geschrieben steht. Hier geht es nicht um einen guten Einstieg, um möglichst einfach zu verstehende Protagonisten, die einem eine schöne Geschichte liefern, um dann wieder im Regal zu verschwinden. Das hier ist eine ganz besondere Geschichte. Vom Finden, vom Ankommen, vom Angsthaben, vom Verrückt sein, vom Trösten, vom Lieben, vom Leben. Eine Geschichte, in der Verlust und Schmerz genauso dazugehört wie Streit mit der besten Freundin, dem ersten Kuss oder der Frage, auf welches College man geht.
Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken – das ist ein kleines Meisterwerk. Sprachlich so stark wie kaum ein anderes Buch, voller Gefühl, voller Echtheit! Lest es unbedingt, weil ihr sonst nämlich etwas verpasst. Und glaubt mir – ihr werdet diese Figuren lieben, auch wenn ihr es am Anfang nicht vermutet.
5 von 5 Buchherzen, aber wenn es ginge, dann mehr! ♥♥♥♥♥

Veröffentlicht am 03.08.2019

Tolles Posterbuch!

Alexander von Humboldt: Botanische Illustrationen. Posterbuch mit 22 Postern
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Ein sehr hochwertiges, absolut wunderschönes Posterbuch vom Meister Humboldt! Das Papier ist dabei sehr fest, ohne wie Karton zu wirken. Die leichte Beschichtung ist haptisch sehr angenehm, spiegelt aber ...

Ein sehr hochwertiges, absolut wunderschönes Posterbuch vom Meister Humboldt! Das Papier ist dabei sehr fest, ohne wie Karton zu wirken. Die leichte Beschichtung ist haptisch sehr angenehm, spiegelt aber auch nicht, wenn man das Poster aufhängt.

Ich persönlich habe die Poster in Rahmen aufgehängt und muss sagen, dass sie auch da eine wirklich gute Figur machen. Das Format passt nicht ganz in A4-Rahmen – ich persönlich habe das aber teilweise auch angepasst. Sicher sieht es auch ohne Rahmen super aus.

Die Farben sind ganz wunderbar getroffen, sehr lebendig, ohne zu knallig zu sein. Ich mag es sehr, dass die Töne so unterschiedlich sind und dass nicht nur die Blume an sich abgebildet ist, sondern auch lateinische Bezeichnungen und Knospen sowie Blätter.

Wirklich schön, sehr zu empfehlen und an Hochwertigkeit kaum zu überbieten.

5 von 5 Posterherzen ♥♥♥♥♥