Cover-Bild Northanger Abbey

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12,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Random House Audio
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 09.05.2017
  • ISBN: 9783837139327
Jane Austen

Northanger Abbey

Fritzi Haberlandt (Sprecher), Andrea Ott (Übersetzer)

200. Todestag von Jane Austen im Juli 2017

Catherine Morland ist jung, doch weder hübsch noch vermögend. Männern gegenüber scheu, entwickelt sie erst langsam ihre besondere Anziehungskraft, die das andere Geschlecht verzaubert. Als Satire auf den Schauerroman gedacht, zeigt das Buch Jane Austen auf der Höhe ihrer Kunst. Fritzi Haberlandt liest Jane Austens Roman in einer bezaubernden Mischung aus scheuer Sperrigkeit und zärtlicher Anteilnahme, die einen sofort für die Heldin des Romans gefangen nimmt.

Fritzi Haberlandt passt wie keine andere zu dem Stoff und Jane Austen.

„... ihr Ton trifft die angemessene Mitte zwischen Naivität und Ironie." (Westfalenpost)

(6CDs, Laufzeit: 6h 29)



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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.12.2019

Heldin wider Erwarten

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Catherine Morland ist jung und ziemlich durchschnittlich. Sie ist als älteste Tochter eines kinderreichen Landpfarrers aufgewachsen, der weder reich noch arm ist. In ihrer Gegend gibt es weder Landadel ...

Catherine Morland ist jung und ziemlich durchschnittlich. Sie ist als älteste Tochter eines kinderreichen Landpfarrers aufgewachsen, der weder reich noch arm ist. In ihrer Gegend gibt es weder Landadel noch sonstige Familien, mit denen sich ein gesellschaftlicher Umgang anbieten würde. Obwohl sie mittlerweile im gesellschaftsfähigen Alter ist, würde ihr Leben unbedeutend weiterlaufen, hätte sie nicht Mrs. Allen, die gutmütige und oberflächliche Gattin des größten Landbesitzers ihrer Heimatgemeinde, ausersehen, sie nach Bath zu begleiten. Catherine, die als Wildfang aufwuchs, ist mit den Gebräuchen der besseren Gesellschaft nicht sonderlich vertraut und leicht zu beeindrucken. Das zeigt sich auch in ihrer Vorliebe für die 1794 so modernen und beliebten Schauerromane. In jeder freien Minute verschlingt sie Udolpho, statt sich mit schicklichen oder lehrreichen Betrachtungen oder Lyrik zu beschäftigen. In Bath kennt ihre Gönnerin anscheinend niemanden und so ist Catherine hocherfreut, als der ebenfalls durchschnittlich ausschauende, aber sehr wohlerzogene Mr. Henry Tilney sie zum Tanz auffordert. Fortan romantisiert sie von ihm, doch er scheint Bath verlassen zu haben. Dafür trifft Mrs. Allen eine liebe Schulfreundin wieder, deren älteste Tochter Isabella, unverzüglich die junge Pfarrerstochter zu ihrer Busenfreundin ernennt. Wohl ahnt sie schon, daß deren Bruder und der ihrige enge Studienfreunde sind.

Dieser Gesellschaftsroman nimmt wie kaum ein anderer von Jane Austens Werken, die Gesellschaft, die Rolle junger Mädchen und den damaligen literarischen Geschmack aufs Korn. Diese Heldin hat eine überschäumende Fantasie und leider ist sie allzu leicht zu beeindruckend. Sie traut ihren Mitmenschen fast nur das Beste zu, auch wenn ihr Verhalten eigentlich das Gegenteil erkennen lässt. In ihrer Unbekümmertheit und Neugierde, war vor über zwanzig Jahren, dies mein Lieblingsroman, einer meiner Lieblingsautorinnen. Doch inzwischen, hat sich mein Geschmack etwas gewandelt. Jane Austens spitze Feder, die sich selbst den Erwartungen an die Rolle von Frauen in ihrer Zeit widersetzte, vermag mich noch immer zu amüsieren. Das große Unrecht, daß der armen Catherine jedoch widerfährt, die anscheinend kaum einer um ihrer selbst willen schätzt (ja, sie hat weder den Esprit von Emma, noch den scharfen Verstand von Eliza Bennett oder das milde Gemüt und treffsichere Urteilsvermögen einer Anne Elliot) stimmt mich etwas traurig. Auch wenn Mr. Henry Tilney und seine Schwester Eleanor sich über diese Schmähung empört zeigen, da sie nicht in Catherine Verhalten oder Wesen begründet sind, sondern einfach auf falschen Erwartungen fußen. Natürlich wandelt sich letztendlich alles zum Guten und die Heldin vertraut den wahren, statt den allzu überschwänglichen und doch wankelmütigen Freunden. Catherine hat ein gutes Herz, aber noch nicht wirklich gelernt, diesem recht zu vertrauen. Das macht sie aber irgendwie umso liebenswürdiger.

Fritzi Haberlandt, die selbst ebenfalls keine klassische Schönheit, aber alles andere als Durchschnitt ist, lässt mit ihrer ironisch, freundlichen Lesung Catherine vor dem geistigen Auge des Zuhörers erwachsen. Etwas spröde, sehr naiv, aber stets bemüht und freundlich, führt Fritzi Haberlandt beschwingt durch das gesellschaftliche Bath und seine Sitten und Gebräuche, um dann in das schaurig schöne und doch eigentlich ziemlich durchschnittliche Northanger Abbey zu entführen. Sie kitzelt mit ihrer Stimme aus diesem Klassiker Catherines Jugendlichkeit und Jane Austens Schmunzeleien über verbreitete Ansichten und Verhaltensweisen ihrer Zeit und ihres Standes hervor und verknüpft sie zu einem vergnüglich-geistreichen Hörerlebnis. Auch wenn es eine eigentlich konventionelle Aschenputtelgeschichte auf den ersten Blick zu sein scheint, macht es die Sprachgewandtheit von Jane Austen und der humorvoll, frische Schwung von Fritzi Haberlandt zu einer zeitlosen und doch kritischen Romanze mit Niveau.

Der Roman wurde sehr feinfühlig gekürzt und auch wenn dieses Hörbuch nur halb so lang dauert, wie die übrigen in ungekürzter Form: Northanger Abbey ist auch als Buch deutlich kürzer als ihre übrigen Werke... Der Geist und der Feinsinn, sowie die sprachliche Eleganz blieben erhalten, auch wenn mich gerade zu Beginn die Übersetzung bisweilen ein wenig die Stirn runzeln ließ. Einige Begrifflichkeiten wirkten auf mich angestaubter als die über 200 Jahre alte Vorlage. Schade, denn im Übrigen lässt diese Umsetzung nichts zu wünschen übrig. Aber, es ist die einzige Übersetzung des Werkes, die ich kenne, da ich die Buchvorlage mehrmals im Original gelesen habe. Dennoch ist es ein äußerst empfehlenswertes Hörbuch und auch zum Einstieg in die Welt des Landadels von Jane Austen geeignet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.08.2019

Klassische Kunst

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Northanger Abbey, ein Roman von Jane Austen, ist verfasst worden in den Jahren 1798-1803, allerdings erst veröffntlicht,nach

Austens Tod im Jahre 1817.

Es handelt von Cathrine einem jungen Mädchen aus ...

Northanger Abbey, ein Roman von Jane Austen, ist verfasst worden in den Jahren 1798-1803, allerdings erst veröffntlicht,nach

Austens Tod im Jahre 1817.

Es handelt von Cathrine einem jungen Mädchen aus gutem Hause, das die Möglichkeit bekommt das Leben ausserhalb ihres Landlebens kennenzulernen.

Sie verliebt sich, sie gewinnt Freunde und reist von Bath nach Nordanger Abbey,einem alten Familiensitz in der die Tilneys zu Hause sind.

Ein Buch voller Intrigen,verwirrungen und sentimentalitäten.

Leider konnte ich damit so gar nichts anfangen, auch wenn dies ein Klassiker ist, war mir der Spannungsbogen zu tief und der Wortlaut zu "schmalzig"

Ich habe ewig gebraucht um die Geschichte greifen zu können,scheint halt nicht mein Genre zu sein

Veröffentlicht am 21.02.2019

Romanheldin wider Erwarten

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„Niemand, der Catherine Morland als Kind gekannt hatte, wäre auf den Gedanken gekommen, dass sie zur Romanheldin bestimmt sei.“ So beginnt Jane Austens (1775 – 1817) postum erschienener Roman „Northanger ...

„Niemand, der Catherine Morland als Kind gekannt hatte, wäre auf den Gedanken gekommen, dass sie zur Romanheldin bestimmt sei.“ So beginnt Jane Austens (1775 – 1817) postum erschienener Roman „Northanger Abbey“, der mit Motiven des von der Protagonistin so geliebten Schauerromans spielt.

Catherine Morland verbringt ihre ersten Lebensjahre als viertes von zehn Kindern eines Geistlichen und seiner Frau in einem Pfarrhaus auf dem Land. Mit 15 Jahren verbessert sich nicht nur ihr unscheinbares Äußeres, aus dem ehemals ungestümen Mädchen wird eine Büchernärrin, die Helden-, Liebes- und vor allem Schauerromane verschlingt. Mit Hilfe der Bücher träumt Catherine sich weg aus ihrem abgeschiedenen, ereignislosen Leben hinein in eine Welt aus Leidenschaft und Abenteuer. Als sich ihr dank eines befreundeten Ehepaars die Möglichkeit zu einem Aufenthalt im exklusiven Bath bietet, greift sie dankbar zu. Zwei junge Frauen dienen sich ihr als Freundinnen an und zwei junge Männer werben um sie, doch dem unerfahrenen Mädchen mangelt es zunächst an der erforderlichen Menschenkenntnis. Während ihr Bauchgefühl sich in Bezug auf die jungen Männer als richtig erweist und sie den gutaussehenden jungen Geistlichen Henry Tilney von Beginn an dem aufdringlichen Schwätzer John Thorpe vorzieht, muss sie bei der Wahl der Freundin schmerzliche Erfahrungen machen. Als Henry Tilney, seine Schwester Eleanor und ihr Vater General Tilney sie auf den Familiensitz Northanger Abbey einladen, freut sie sich einerseits auf einen Ort ähnlich denen ihrer geliebten Schauerromane, andererseits auf das Zusammensein mit Henry. Doch zunächst kommt alles anders. Die herrliche Abtei mit ihren gotischen Flügeln birgt keineswegs das von Catherine vermutete düstere Familiengeheimnis und nach vergnügten Tagen schickt der General sie unvermittelt und ohne Begründung nach Hause. Doch Jane Austen wäre nicht Jane Austen, wenn es nicht doch noch zu einem Happy End käme...

Obwohl mir „Emma“ und „Stolz und Vorurteil“ bezüglich ihrer Liebesgeschichten noch etwas besser gefallen, ist doch kein anderer von Jane Austens Romanen so hochironisch wie „Northanger Abbey“. Sowohl die angenehm modern wirkende Übersetzung von Andrea Ott als auch die Sprecherin Fritzi Haberlandt betonen diesen humorvollen Stil, so dass ich beim Zuhören großen Spaß vor allem an der Sprache hatte. Schade, dass das Hörbuch in sechseinhalb Stunden nur eine gekürzte Fassung des Romans umfasst und es darüber hinaus kein Booklet gibt. Ich hätte Fritzi Haberlandt, die Catherines anfängliche Naivität und ihre beeindruckende Entwicklung sehr glaubhaft vermittelt, gerne auch länger zugehört.