Erstaunliche Erzählungen...
... denn am Ende der Erzählungen ist der lesende Mensch ganz perplex darüber !
Zuerst liest sich ein wenig altbacken und mit dem großen Fragezeichen "Lohnt sich das Lesen?" Diese Geschichten von einer ...
... denn am Ende der Erzählungen ist der lesende Mensch ganz perplex darüber !
Zuerst liest sich ein wenig altbacken und mit dem großen Fragezeichen "Lohnt sich das Lesen?" Diese Geschichten von einer 1928 geborenen Autorin zu lesen? Ist das nicht aus der Zeit gefallen? Und noch keiner Klassiker wie z.B. Jane Austen...
Ha, so solle sich ein jeder, eine jede die Mühen machen und sich wirklich einlesen. Denn es ist schon erstaunlich, was die Autorin Jane Gardam auf ihre subtile Art und Weise ihren handelnden Personen eingibt. Hongkong, bevor es chinesisch wurde und noch britisch war, die Autorin muss den Ort aus eigener Anschauung kennen. Und dann verläuft sich eine Britin und wird von einem Schweinefahrer nach Hause gebracht. Es macht nachdenklich, denn genauso tapsig laufen viele durch die Gegend, und dann, plötzlich dann, merken sie etwas. Und es berührt sie und lässt sie nicht mehr los.
Oder nehmen wir 'Hetty schläft', war es jetzt real oder geträumt. Doch doch, da war doch etwas. Oder 'Die geheimen Briefe' und die Reaktion. Hätte ich auch so gehandelt? Die mitspielenden Figuren zeigen plötzlich eine Stärke oder ein unvorhersehbares Verhalten, was verblüfft. Ja ja, so können Menschen auch sein, unvorhersehbar...
Jane Gardam hat das so geschickt beschrieben, dass ihre Texte schlicht zeitlos sind, auch wenn sie damals spielen, in den Fünfzigern, früher oder später ... Die Texte ließen sich auch leicht in das Heute versetzen.