Cover-Bild Die Leute von Privilege Hill
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 25.09.2017
  • ISBN: 9783446256811
Jane Gardam

Die Leute von Privilege Hill

Erzählungen
Isabel Bogdan (Übersetzer)

Dass Jane Gardam hinreißende Romane schreibt, ist bekannt. Nun ist ein weiterer Schatz zu heben: Gardams Erzählungen, für die sie berühmt ist und mit Alice Munro und Katherine Mansfield verglichen wird. Hetty, die Familienmutter, die bei der Begegnung mit ihrem ehemaligen Liebhaber in einen somnambulen Zustand gerät. Annie, die Schriftstellerin, die sich gegen Neugier und Gier entscheidet und ein Geheimnis dem Meer übergibt. Der verstummte chinesische Junge, der in England einen vom Himmel gestürzten Schwan rettet und plötzlich zur Sprache zurückfindet. Sie alle berühren uns und entwickeln ein Eigenleben, das über die Geschichten hinausgeht – in jeder dieser Erzählungen steckt die Verheißung eines Romans.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.09.2025

Erstaunliche Erzählungen...

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... denn am Ende der Erzählungen ist der lesende Mensch ganz perplex darüber !

Zuerst liest sich ein wenig altbacken und mit dem großen Fragezeichen "Lohnt sich das Lesen?" Diese Geschichten von einer ...

... denn am Ende der Erzählungen ist der lesende Mensch ganz perplex darüber !

Zuerst liest sich ein wenig altbacken und mit dem großen Fragezeichen "Lohnt sich das Lesen?" Diese Geschichten von einer 1928 geborenen Autorin zu lesen? Ist das nicht aus der Zeit gefallen? Und noch keiner Klassiker wie z.B. Jane Austen...

Ha, so solle sich ein jeder, eine jede die Mühen machen und sich wirklich einlesen. Denn es ist schon erstaunlich, was die Autorin Jane Gardam auf ihre subtile Art und Weise ihren handelnden Personen eingibt. Hongkong, bevor es chinesisch wurde und noch britisch war, die Autorin muss den Ort aus eigener Anschauung kennen. Und dann verläuft sich eine Britin und wird von einem Schweinefahrer nach Hause gebracht. Es macht nachdenklich, denn genauso tapsig laufen viele durch die Gegend, und dann, plötzlich dann, merken sie etwas. Und es berührt sie und lässt sie nicht mehr los.

Oder nehmen wir 'Hetty schläft', war es jetzt real oder geträumt. Doch doch, da war doch etwas. Oder 'Die geheimen Briefe' und die Reaktion. Hätte ich auch so gehandelt? Die mitspielenden Figuren zeigen plötzlich eine Stärke oder ein unvorhersehbares Verhalten, was verblüfft. Ja ja, so können Menschen auch sein, unvorhersehbar...

Jane Gardam hat das so geschickt beschrieben, dass ihre Texte schlicht zeitlos sind, auch wenn sie damals spielen, in den Fünfzigern, früher oder später ... Die Texte ließen sich auch leicht in das Heute versetzen.

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Veröffentlicht am 20.02.2018

Jede Geschichte ein Juwel

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Nachdem Jane Gardam mit ihren Romane um Old Filth auch bei uns bekannt wurde, gibt es nun auch einen Band mit Erzählungen.
Hat sie schon mit den Romanen gezeigt, wie dicht und prägnant sie erzählen kann, ...

Nachdem Jane Gardam mit ihren Romane um Old Filth auch bei uns bekannt wurde, gibt es nun auch einen Band mit Erzählungen.
Hat sie schon mit den Romanen gezeigt, wie dicht und prägnant sie erzählen kann, wird dies in den Kurzgeschichten noch deutlicher. Es gelingt ihr mit einem Nebensatz aus einer Figur einen Menschen zu machen und mit einigen Worten eine Landschaft oder Atmosphäre lebendig zu werden.
Ich finde alle Erzählungen die in diesem Band gesammelt sind, sehr gut, aber einige sind geradezu exzellent. Vor allem hat mir die Geschichte um Hetty gefallen, die in den Ferien ihrer alten großen Liebe wiederbegegnet, oder auch die Geschichte des verstummten chinesischen Jungen, der einen Schwan rettet und zum ersten Mal spricht. Oder die feinen alten Damen, die ihres verstorbenen Kindermädchens gedenken, aber nicht einmal 75 Shilling aufbringen wollen, um eine Annonce zu schalten. Selten ist Überheblichkeit und englischer Standesdünkel eleganter und schwärzer in Szene gesetzt worden. Alle Geschichten sind von einer leisen Melancholie durchzogen und gleichzeitig gewürzt durch den feinen Spott, auf den sich Gardam so gut versteht.
Auch dieses Buch wurde von der Schriftstellerin Isabell Bogdan ins Deutsche übersetzt und wie ich finde, wieder sehr gelungen.