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Der Roman startet mit einer grundsätzlich interessanten Ausgangslage. Die Idee, hinter einer perfekt inszenierten Fassade die Suche nach Identität und Selbstbestimmung zu thematisieren, weckte zunächst ...
Der Roman startet mit einer grundsätzlich interessanten Ausgangslage. Die Idee, hinter einer perfekt inszenierten Fassade die Suche nach Identität und Selbstbestimmung zu thematisieren, weckte zunächst mein Interesse. Auch der Konflikt zwischen öffentlichem Schein und privater Unsicherheit besitzt erzählerisches Potenzial.
Leider konnte das Buch dieses Versprechen für mich nicht einlösen. Trotz eines soliden Einstiegs verlor die Handlung bereits nach wenigen Kapiteln an Spannung und Entwicklung. Bis Kapitel 9 – etwa zur Hälfte des Buches – gelang es mir nicht, eine nachhaltige Bindung zur Geschichte oder zu den Charakteren aufzubauen, weshalb ich die Lektüre an diesem Punkt abgebrochen habe.
Die Protagonistin Siena blieb für mich als Charakter austauschbar und zunehmend anstrengend. Ihre innere Zerrissenheit wurde zwar benannt, jedoch kaum vertieft, sodass ihre Entscheidungen häufig widersprüchlich und wenig nachvollziehbar wirkten. Eine glaubhafte Entwicklung blieb aus.
Auch Ren konnte mich in keiner Weise überzeugen. Seine Darstellung empfand ich als unangenehm und problematisch, ohne dass diese Aspekte kritisch reflektiert oder erzählerisch sinnvoll aufgearbeitet wurden. Entsprechend konnte sich zwischen den beiden keine Dynamik entwickeln, die für mich Spannung oder emotionale Tiefe erzeugt hätte.
Zusätzlich wirkten die Nebencharaktere, insbesondere Sienas Freundeskreis, oberflächlich und wenig unterstützend. Die Beziehungen erschienen eher belastend als bereichernd, was die emotionale Leere der Geschichte weiter verstärkte.
Insgesamt verlor das Buch trotz interessanter Grundidee schnell an Reiz. Da weder Handlung noch Charaktere für mich an Tiefe gewinnen konnten, habe ich die Lektüre zur Hälfte beendet. Das vorhandene Potenzial blieb für mich leider ungenutzt.